Was für eine schöne Tour! Wir hatten heute alle vier Jahreszeiten …, sagte Irgendlink, nachdem wir müde und glücklich unsere Einkäufe in den Wagen gestellt und Platz genommen hatten.
Wie wahr. Noch immer kalt?, fragte ich. Er schüttelte den Kopf und setzte den Motor in Gang, um uns nach „Hause“ zu chauffieren.
In der Tat hatte der Tag beinahe frühlingshaft begonnen, so dass ich gar unter der Dusche Mornin‘ has broken trällerte, froh auch darüber, keine Schmerzen mehr zu haben. Wir beschlossen, den einen Cache, den wir auf der Karte gesehen hatten, zu holen und danach zum Lago di Luzzone zu fahren und zu wandern.
Sommerlicher Schweiß rann uns über Stirn und Rücken, als wir zur kleinen Siedlung Chislerio hochstiegen. Zwar war der Wanderweg, den ich entdeckt hatte, nicht markiert, aber er führte uns geradewegs zum Cache. Für den Rückweg nahmen wir dann das Sträßchen. Buntes, knisterndes Herbstlaub unter den Füßen, da und dort Kastanien, die wie einsammelten, dazu atemberaubende Weitsicht.
Über Olivone fuhren wir durch Campo Blenio Richtung Stausee. Und Richtung Winter, der vierten Jahreszeit des Tages. Ein Stück wollten wir fahren, den Rest wandern, doch der Schnee verunmöglichte uns ein Hochfahren, sodass wir den ganzen Weg zu Fuß gingen. Über Serpentinen stiegen wir aufwärts und nach einer Stunde sahen wir sie endlich, die Staumauer vom Lago di Luzzone. Doch bald verbot uns eine Tafel das Höherwandern: Lawinengefahr!
Die Schulklasse, die wir unterwegs angetroffen hatten und deren bloßes Anwesendsein uns zum Weiterwandern motiviert hatte, kletterte eben auf einem zugeschneiten Wanderweg weiter bergwärts, der, anders als die rudimentär schneegeräumte Straße, die wir alle bisher hochgewandert waren, dicht beschneit war.
Sollen wir auch? Ich gestehe, dass uns die Vorstellung mit klitschnassen Socken und klammen Füßen erst hoch und dann alles wieder runter zu wandern, nicht wirklich behagte. So wanderten wir talabwärts, froh in Castro unter der Schneegrenze zu hausen.
Nun am Cheminéefeuer sitzend die Bilder des Tages betrachten. Hach, wohlig seufz …

