Tag Null – Shame on me, kollektiv.

Nach den heutigen, niederschmetternden Abstimmungsresultaten (siehe dazu meine kürzlich verfassten Artikel zur Ausschaffungsinitiative: Gegenvorschlag und Wir alle haben die Wahl) möchte ich mich am liebsten auch gleich ausschaffen. Ganz weit weg auswandern. Nicht mehr Schweizerin sein, jedenfalls.

Teil einer Gesellschaft zu sein, die eine Ausschafftungsinitiative lanciert und anschließend sogar mit einer guten Mehrheit durchbringt, ist doch einfach zum k… !

Ich schäme mich vor allen Ausländerinnen und Ausländern, die in der Schweiz leben, für meine MitschweizerInnen. Obwohl ich weiß, dass das niemandem etwas bringt. Ich hoffe sehr, dass es wieder – wie bei der letztjährigen Minarettinitiative – eine europaweite Schockreaktion geben wird und die Forderungen der Initiative schlussendlich so menschenrechteverletzend sind, dass sie nicht durchgesetzt werden können. Ich hoffe sehr, dass die Initiative an diesen nächsten Hürden scheitern wird. Wegen der ganzen Ungerechtigkeit, die in ihr steckt. Vor allem die Willkür ist es, die die Initiative so ungerecht und so unmenschlich ist.

Das ändert allerdings nichts daran, zu sehen, wie meine Mitmenschen denken. Oder jedenfalls die Mehrheit.
Wie weiter?

Dies hier habe ich fast genau vor einem Jahr, nach der Minarettinitiative-Abstimmung gebloggt: Quo vadis, Matrona Helvetia?

Lichtnahrung und so Sachen

Ich habe mich eben köstlich über einen Webtagebucheintrag von Luica Francia amüsiert. Über Lichtnahrung schreibt sie heute (hier klicken zum Lesen des Artikels luisa in bayern – 28.11.2010 um 09:46:33).

Dass es über das Thema Lichtnahrung nun sogar einen Film gibt („Am Anfang war das Licht“), habe ich vor ein paar Tagen mit einem befremdeten Stirnrunzeln in der Kulturagenda gelesen. Obwohl ich an unglaubliches glaube, nicht wirklich glaube und hinterfrage, was nur vordergründig sichtbar ist und gerne, wo immer möglich, hinter die Kulissen schaue und spüre und obwohl ich mich als spirituelles Wesen verstehe, gibt es im esoterischen und auch im christlichen und sonst wie religiösen Umfeld, Dinge, die ich schlicht nicht glauben will und als – neutral gesagt – pure Marketing-Ideen interpretiere. Als Scharlatanerie. Der Grat ist schmal und ich will nicht das Kind mit dem Bad ausschütten, natürlich. Und wohl möglich, dass ich da und dort der/m UrheberIn der jeweiligen Hype unrecht tue, doch bei der Lichtnahrung und meiner Skepsis zum Thema halte ich es mit Luisa:

„doch wahr ist: so gut wie alles, was in der vergangenheit für unmöglich gehalten wurde, ist mittlerweile möglich. wahr ist auch, dass wir unsere wirklichkeit nach unseren überzeugungen, unserem glauben gestalten. wahr ist, dass willenskraft fast alles bewirken kann. wahr ist: wir werden zum fressen konditioniert. dem kind wird schon im zarten alter die wiener wurst in den mund geschoben, der lutscher, das bonbon. jede krisenbewältigung läuft praktisch über essen oder trinken, rauchen oder sonstige orale befriedigungen. ich frage mich dennoch: warum soll man nicht essen, wo es doch eine so schöne und gesellige tätigkeit ist?“

(Quelle: siehe oben erwähnten Link).

Vielleicht stört mich bei der Theorie einer möglichen Lichtnahrung, diese ganze, esoterisch überzuckerte Geheimle(e)hre, denn da steckt eine große Portion Zynismus drin: Angesichts des Welthungers schweineteuere Seminare über Lichtnahrung anzubieten …  Na, ich weiß nicht.

Trotzallem glaube ich an eine Vierte Dimension, denn wie sagt Abbott so schön, den ich heute Vormittag zitiert habe:

„… ebenso wie es stimmt, dass ihr in Raumland tatsächlich eine unerkannte Vierte Dimension besitzt, welche zurzeit noch unbenannt ist.“

Tag 3 oder Tag 10?

Tag 3: Dritter Schneetag. Dass der Schnee morgen weg ist, ist nicht anzunehmen. Tja, was bleibt mir anderes, als ihn zu akzeptieren?

Tag 10: Zehnter Pilgertag für „meinen“ Jakobspilger Irgendlink. Mit Wein im Kopf, immerhin Rioja, pilgert es sich offenbar ein bisschen – hm, sagen wir einfach mal – „anders“.

PS: Ob – oder warum – ich denn Schnee nicht mag? Hm, wäre Schnee warm, trocken und weich, würde ich ihn schon mögen. Mein Auge findet ihn jedenfalls schön. Es ist bloß so, dass ich kalt, nass und hart nicht mag. Der arme Schnee kann da eigentlich wirklich nichts dafür.