ankommen

Während ich das Klo schrubbe, will mir der Gedanke – die Frage vielmehr – nicht mehr aus dem Kopf, warum wir nie wirklich ankommen werden.

Haben wir nämlich ein Ziel erreicht, eine Sehnsucht erfüllt, einen Traum oder auch nur ein Bedürfnis gestillt – jene Arbeitsstelle erhalten, diesen Mann oder jene Frau gefunden, diese oder jene Lebensumstände wie Wohnung oder Auto gegen Geld getauscht – sind wir nicht etwa am Ziel. Oder dauerhaft glücklich. Und die Zufriedenheit ist auch bloß eine temporäre. Ziel ist definitiv kein Synonym zu Glück, und umgekehrt ebenfalls nicht.

Glück, wunschloses vor allem, ist wohl das am schwersten zu findende Gut. Nix neues.

Wie die Welt wohl aussähe, wenn wir zufrieden wären und ob Evolution nur auf der Basis und als Folge von stetiger Unzufriedenheit möglich ist?, frage ich mich, während ich die Badewanne nachspüle.

Ich poliere den Spiegel, lächle mir trotz Halsweh zu und beschließe, zufrieden zu sein. Einfach so.