Sein oder nicht sein.
Materie oder Nicht-Materie.
Könnte ich doch all den Kram, an den ich mein Herz gehängt und womit ich meine Wohnung gefüllt habe, komprimieren und am neuen Wohnort später einfach wieder entpacken! Ein Zip-Programm für all die Terrabytes an Materie, die hier rumlungern – wieso hat das bloß noch niemand erfunden? Oder wie wäre es wohl damit, alle meine vielen lieben Dingerchen, die sich in mein Leben geschlichen haben, einfach zu fotografieren und dann zu entsorgen? Fotos brauchen weniger Platz. Ein paar Gigabytes auf der Festplatte und fertig ist …
Dann könnte ich alle meine vielen Steine zurück in die Natur bringen. Alte Postkarten und Briefe würden ins Altpapier wandern. Bücher ins Brockenhaus. Die Kisten im Keller mit noch mehr Briefen und dem Kleinkram vergangener Leben und Lieben würde ich in die Mulde kippen und meine vielen CDs könnte ich verschenken, habe ja eh alle digitalisiert. Wie viel einfacher wäre mein Umzug in drei Monaten! Wie viel einfacher das Packen!
Ob sich wohl beim Angucken der Bilder das gleiche Gefühl einstellen würde, wie wenn ich diesen ganz besonderen Stein, den ich an jenem ganz besonderen Nachmittag mit einem ganz besonderen Menschen zusammen an einem ganz besonderen Fluss gefunden habe, in der Hand halte und ihn spüre? Seine Kühle, seine Form, seine Farbe. Gefunden. Ich ihn, er mich. Komprimierbar? Leider nicht. Erinnerungen – ein Rätsel, das ich noch immer nicht gelöst habe. So tief wie sie sitzen, kein Wunder!
Ich werde sieben müssen. Zwei große Siebe wünsche ich mir. Eins in meinem Kopf und eins in meinem Herz. Doch solcherlei zu installieren wird nicht einfach sein, ich weiß.
Luxusprobleme? Ja, ich weiß … doch wer bin ich ohne das, was ich habe?
to have or not to have …
Es ist möglich! Habe es auch mehrmals hinter mich gebracht. Du glaubst gar nicht, wie befreiend es ist, sich doch von den Dingen zu trennen.
Das mit den Bildern solltest dir wirklich einmal überlegen.
..grüßt dich Monika herzlich
so vieles wohnt in den Kammern des herzens… manches liegt auf der Fensterbank… manches, das schon Jahre auf einem Speicher, in einem Keller lag, ohne dass ich es angeschaut, noch vermisst habe, das kann doch weg… sage ich jetzt- mal schauen wie ich in ein paar Wochen rede, obwohl ich mich schon immer und immer wieder in meinem leben getrennt habe, aber es gibt da so ein paar Dingelinge… nein, die will ich NOCH nicht missen
ich finde das sind praktische Überlegungen und keine Luxusprobleme… oderrr
Ich habe auch immer wieder mal gesiebt, nur selten taucht dann so eine Frage auf: „wo hast Du eigentlich die Unterschrift von Yonesco hingeschafft, für die du dich lange an den Theaterausgang gestellt hast? Aber Spaß beiseite, so ein geplanter Wechsel, das kann schon Druck geben, ich wünsche gute Entscheidungen nach Bauchgefühl. Lieb Grüß auch an Irgendlink, der ja bald auftauchen wird aus den spanischen Hochebenen.
Oh je.
Du bist im gleichen Dilemma, wie ich vor drei Monaten: Ich sass nächtelang zwischen Kisten, die ich füllte, und wieder leerte.
Zwischen Neuanfang und Erinnerungen.
Mein Fazit damals: Wegwerfen schmerzt. Aber ich habe die unzähligen Dinge, die ich losliess, bis heute nicht vermisst.
Ich habe einfach wieder angefangen zu sammeln. Steine. Schneckenhäuser. Federn . 🙂
Ich wünsche dir ganz viel Mut .
habe diesen post meiner schwester geschickt, die auch in ein paar monaten einen großen umzug vor sich hat….ist SO einfühlsam-mitfühlsam geschrieben!
@syntaxia:
ja, überlegen tu ichs mir schon, doch umsetzen wird sicher schwerer.
@li Ssi:
ja, ich weiss, was du meinst … hach …
@blinkyblanky:
danke für die lieben guten wünsche!
@mme lila
das wird eh unvermeidlich sein, das sammelneuanfangen. gute motivationshilfe zum loslassen, thx!
@wildgans
welche ehre – daaanke!
liebe grüsse euch allen da draussen und in meinem herzen.:-)