Meine (Sehn-)Sucht nach schönen Erlebnissen, nach Schönheit, nach heilsamen Erfahrungen ist es, die mich immer wieder stolpern lässt. Stolpern über die Alltagshässlichkeiten. Wobei natürlich alles eine Frage der Sichtweise ist. Und der Wertung.
Ich ertappe mich, wie ich gerne an vergangenen, schönen Erlebnissen andocke. Ich baue mir ein früher erlebtes Setting neu auf, um vergangenes ins Jetzt zu transponieren. Ich sehne mich zum Beispiel an einem bestimmten Ort nach genau diesen Menschen von damals, was sich genau so und so anfühlte und mir damals so gut getan hat. Ort kann durch Musikstück oder Film oder was auch immer ersetzt werden. Nicht ganz ungefährlich, diese Illusion der Wiederholbarkeit! Damit öffne ich Enttäuschungen eins ums andere Mal Tür und Tor.
Ohne Wertung und ohne Erwartung keine Enttäuschung – eine einfache Gleichung. Am besten, ich höre also damit auf, vom Leben und anderen Menschen, Ereignissen und Orten etwas zu erwarten und fange endlich damit an, zu leben.
Leben lässt sich nicht hamstern. Lebenszeit lässt sich nicht konservieren, klauen, schenken, verschenken und festhalten.
Man soll vielleicht nicht zu viel Änderungen vom neuen Jahr erwarten, das alte war nicht schlecht. Da hat eine Frau Zwillinge in 2 Jahren geboren, sie waren nicht mal 5 Minuten auseinander. Ein kleiner Schups in die eine oder andere Richtung, das reicht.Ich frage mich, ob das ne Zeitungsente ist: Dieter Bohlen kündigt bei RTL und geht nach Afghanistan.Das wäre schon ein großer Schups.
„Leben lässt sich nicht hamstern“.
Was für ein wundervolles Zitat.
Darf ich es mitnehmen?
Gegen Zeitreisen ist, finde ich, nichts zu sagen, solange man sich nicht an sie festklammert.
Herzliche Grüße
Elana,
endlich mal wieder hier …
ja, liebe blinkyblanky, zu viel erwarten, ist wohl ungesund. ein schubs da und dort nicht schlecht und grosse schubse oft not-wendig. aber eben … erwartungen selbst setzen eine und einen irgendwie unter druck. darum will ich üben, sie loszulassen.
zeitreisen, ja, liebe elana, die kann ich nicht lassen. und doch, hm, nach so einer fahrt auf dem karussell ist es mir zuweilen schwindlig und die vernunft sagt: nicht zu oft.
gesund? hm, was ist schon gesund? und würden wir, wenn wir es immer so genau wüssten, dennoch tun, dieses gesunde?
ein bisschen verrücktheit muss eben einfach sein … 🙂 auch wenn die vernunft hüstelt und mich nacherziehen will … und vielleicht ist ja ein bisschen verrücktheit gesünder als die liebe vernunft uns weismachen will?
nee, Leben lässt sich nicht hamstern und schöne AugenBlicke nicht konservieren – du schreibst es selbst, es sind die Bewertungen, die Vergleiche UND das FesthaltenWollen… offen bleiben für das was gerade jetzt ist und wenn es der Duft einer Hyazinthe im Januar ist…