relativ

Wow, so groß, sagt Kollegin J. über meine Wohnung, die sie zwecks allfälliger Mietübernahme anschaut. Sie wohnt mit ihrem Freund in einer winzigen Einzimmerwohnung in der Länggasse. Ohne Backofen, ohne Balkon. Und dennoch so reich wie Hans im Glück.

Ich weiß nicht recht, sagt sie, vielleicht ist sie mir doch zu groß?, sagt sie, während sie sich umschaut. Ich könnte mich glatt verirren. Wie sollte ich sie ausfüllen?

Schnitt.

Letzter Samstagabend. Das letzte Tram hat mich unweit meiner Wohnung ausgespuckt. Seit wir Tram im Quartier haben, sind wir AußerholligerInnen richtig mondän geworden und können ohne Umsteigen bis Saali und Ostring fahren. Ungefähr da war ich an jenem Abend. Bei A. und M., die im Murifeld eine wunderbare große Altwohnung bewohnen. Ich meine: wirklich groß. Groß und sehr sparsam möbliert. Zum Verirren. Ich meine: wirklich zum Verirren. Wo ist gleich das Klo und wie komme ich danach wieder ins Wohnzimmer zurück? Großer Flur, hohe Decken, Stuck.

Ausgespuckt vom Tram nun die Treppe hoch. Die Wohnung aufgeschlossen. Wie klein sie ist. Wie behaglich und gemütlich, wie vertraut. Mein Kokon, aus dem ich bald schlüpfen werde. Die Flügel aufklappen. Weiterfliegen.

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