Dankbarkeiten

Liebe Menschen

cover16Ich bin dankbar für all die lieben Menschen in meinem Leben, die mir den Raum geben, die zu sein, die ich bin. Mit all meinen scharfen Kanten, meinen unkonformen Gedanken, meinen halbgaren Ideen, mit meiner Geschichte und mit all meinen Ängsten.

»Meinen Weg kann niemand gehen wie ich«, habe ich vor etwa einem Jahr in diesem Blog geschrieben. Es ist schließlich ein ziemlich buntgeschecktes Jahr geworden, dieses 2016, eins mit vielen Dellen und Kratzern. Und ja, so wie ich hat es niemand gelebt. Und so wie du auch nicht.

Lehrt uns das nicht, einander mehr und mehr zu vertrauen. Daran zu glauben, dass wir es schon irgendwie schaffen werden, vielleicht sogar so gut wie möglich? Und auf unsere Weise?

Ich bin auch dankbar für all jene Leserinnen und Lesern, die ich weder persönlich noch via Mail und Blog kenne, für all die vielen stillen Mitlesenden. Danke, dass ihr da seid und an meinem Leben aus Distanz und doch nicht ohne Betroffenheit, sondern mit Mitgefühl teilnehmt. Und ich freue mich, falls ihr hier den einen oder anderen Impuls für euer Leben gefunden habt.

Danke, dass ihr da seid.

Herzliche Grüße aus meiner Wörterwebstube
Sofasophia

Falls ihr Lust habt, meine sofasophischen Fallmaschenherzgespinste nochmals, in Buchform, zu lesen, könnt ihr sie hier downloaden. Nur zum Eigengebrauch versteht sich. Die Tippfehler gibts gratis obendrauf.

Flussnoten goes Buch

Endlich geht es mit dem Bau des Flussnoten-Buches voran. Wir haben die fürs Buch relevanten Kapitel aus allen im Laufe der Reise entstandenen Blogartikeln ausgewählt und nun redigieren wir die einzelnen Texte sanft. Gruslig, wie viele Tippfehler sich da über die Handytastatur in unsere täglichen Erfahrungsberichte geschlichen haben! Zuweilen schönen wir zwar die Satzstellung ein klein bisschen, was damals, am kleinen Handybildschirm, nicht so elegant ging wie jetzt, am großen Laptop-Bildschirm, doch am Text selbst wird nicht groß gefeilt, die Wander-Authentizität soll ja erhalten bleiben.

Was soll ich sagen? Es macht Spaß! Es ist schön, nochmals in unsere Reise dem Rhein entlang einzutauchen, mich zu erinnern, mich zu freuen darüber, was wir da alles erlebt, gesehen, erlitten haben, was uns gefreut und begeistert hat.

Das Buch wird sowohl als eBook erscheinen als auch als Printbuch mit einem Bildanhang (Selbstverlag, bei epubli erhältlich). Vorbestellen könnt ihr es schon jetzt bei Irgendlink. Erscheinen wird es im Frühling dieses Jahres und ungefähr Fr. 17.-, resp. € 16.- (plus Versandspesen) kosten. Als epub um die Fr. 11.-/€ 10.-.

PS: Das Poster mit 96 Bildern unserer Reise ist noch immer zum Vorzugspreis von Fr. 43.–, resp. € 40.– erhältlich.

Neues Jahr und so.

Da sitzen und warten, bis das neue Jahr vorbeikommt.
Leise.

Es in den Arm nehmen und zu einem lieben Freund werden lassen.
Hoffentlich.

Jeden Tag erneut verstehen, dass es neue Anfänge gibt und neue Wege zu gehen.
Immer.

+++

https://schnaeppchen-markt.ch/14063-thickbox_default/fondue-set-matterhorn.jpg… und jetzt, mangels Fonduerechaud (und -caquelon), einen kleinen Herd aus Kerzen bauen. Für unser Fondue.

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Gehabt euch wohl und bleibt mir gewogen.

Danke, dass ihr da seid, ihr alle, die ihr das lest.

Startet froh und so gesund wie möglich ins neue Jahr, habt euch lieb, tragt euch Sorge und vergesst nicht, euch immer schön die Hände zu waschen vor dem Essen.

Zwischen den Jahren #2

Gestern sind wir ins Zürcher Oberland gefahren und haben da Freund M., meinen ehemaligen Zürcher WG-Kumpel aus jungen Jahren, samt seiner kleinen Familie besucht, die sich dort in einem kleinen Dorf über der Nebelgrenze niedergelassen haben.

Herrliches Wetter zum Spazierengehen. Und zum Versteckisspielen ebenfalls.

Heute? Hängt eine fette Nebeldecke über dem Dorf. Ob sie sich noch lichten wird?

Zwischen den Jahren #1

Vorgestern, einem besuchsfreien Tag, genoßen wir das wunderbare, klirrend kalte Wetter auf einer kleinen Bergwanderung. Nun ja, die Aargauer Berge sind ja eigentlich Hügel. Aber sie heißen trotzdem Berge, und wenn auch nur darum, weil man von hier oben in der Ferne die Berge sieht.

Den Bessenberg, den Bässebärg, kannte ich jedenfalls – trotz relativer Nähe – nicht. Aber er hat mich begeistert.

Rundsicht vom Feinsten Richtung Nordosten:

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Richtung Südwesten

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Ein bisschen Südfrankreichfeeling mit Jagdhochsitzjäger Irgendlink:

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Beim Geocache den Blick ins Unterland:

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Und hier noch eine kleine Bildergalerie:

Ich hoffe, ich kann mit diesen Bildern, all denen, die im Nebel sitzen – ob nun realem oder mentalem –, ein bisschen Sonne ins Gesicht zaubern.

Innen und außen

Es war einmal eine kleine, scharfe, würzige Zwiebel, die sich eines Tages anbot, Teil eines köstlichen Gemüseeintopfs zu werden. Halbe Zwiebel, geapptDa sie aber aktuell die letzte ihrer Art, in ihrem Zwiebel-Tontopf, war, beschloss ihre Köchin, unsere hübsche, kleine Zwiebel zu halbieren. Sie hatte vor, am nächsten Tag mit der zweiten Hälfte der dienstbereiten Zwiebel ein weiteres Gericht zu würzen. Darum also legte sie die kleine halbe Zwiebel, gut verpackt, in eine Dose.

Tage gingen übers Land in welchen die Köchin ihre Gemüsevorräte im Einkaufsladen aufstockte, neue Zwiebeln kaufte, neue Gerichte kochte und das Leben lebte, das sie eben lebte.

Als eines nicht allzu fernen Tages der Liebste unserer Köchin beim Zwiebelschälen mitanpackte, entdeckte er die kleine Dose mit der gut verpackten halben Zwiebel darin. Halbe Zwiebel, geapptStaunend wurden die beiden sogleich der halben Zwiebel gewahr, die die Zeit ihrer Ruhe dazu genutzt hatte, ihr Innerstes nach außen zu stülpen. Groß war die Freude der Köchin und des Kochs darüber, dass die vergessene Zwiebelhälfte die Zeit ihrer Vergessenheit nicht mit Faulwerden verbracht hatte, sondern geradezu über sich selbst hinausgewachsen war, sich weiterentwickelt hatte und dabei nichts von ihrer Schärfe und Würze verloren hatte. Was für eine wunderbare Sauce sich nun aus der halben Zwiebel kochen ließ!

Collage mit Zwiebelfotos

Empathie ist mehr

Ja, Freundin K. hat recht. Natürlich ist meine kleine Darstellung von Empathie, die ich neulich hier teilte, ziemlich einseitig herausgekommen. Empathie ist nämlich auch die Fähigkeit zur Mitfreude. Während Neid, Vergleich zwecks Besserdasteherei, Ab- und Ausbgrenzung ihr Gegenteil sind und Mitfreude verhindern.

Irgendwo stehen wir empathischen Menschen also immer mittendrin, mitten zwischen Mitfühlen & Mitleiden und Mitfreuen & Mitjauchzen. Das ist manchmal ganz schön anstrengend.

Den meisten empathischen Menschen, die ich kenne, fällt zudem geben leichter als annehmen. Mir auch. Doch dieses Jahr lehrt will mich so langsam dieses Annehmen zu lernen – materiell ebenso wie in Form von Fürsorge. Auch wenn es sonst mehrheitlich ein schweres Jahr für mich war, schaue ich doch dankbar dadrauf zurück. Und dass ich Menschen kennen darf, die bereit sind, mir ganz praktisch zu helfen, wenn ich nicht mehr weiterkomme.

Ihr – du, du, du und du – ja, auch ihr seid solche Menschen. Ich danke euch.

Glückwunschkarte mit halber Baumnuss in Herzform in Nussknacker, seitlicher Text mit Glückwünschen.

Hebet’nech Sorg!

Homo non sapiens

Es mag ja unanständig sein, dass ich jetzt und hier über mich und mein Leben nachdenke. Als wäre es wichtiger als das, was geschehen ist. Aber ich denke dennoch über mich nach. Ich denke mich im Kontext mit all dem, was geschieht, was geschehen ist, was geschehen wird. Ich bin mittendrin, Teil des Ganzen, nehme all die Wellen auf, die Wellen der Ereignisse um mich herum. Ich reagiere. Manchmal agiere ich sogar. Meistens bin ich Beobachterin, immer seltener Handelnde. Immer aber Mit-Denkende und Mit-Fühlende.

Und ja, ich denke also nicht nur über mich nach; fast ständig denke ich auch über unsere Welt nach. Über unsere Welt wie sie mehr und mehr zerbricht und auseinanderfällt. Ja. So, wie alles eines Tages auseinanderfällt. Vielleicht war das schon immer die Bestimmung der Welt. Vielleicht hat auch die Welt ein organisches Ende, nicht nur einen Anfang. Und vielleicht gibt es wirklich keine Hoffnung mehr für den Homo non sapiens, den unwissenden Menschen.

Ich weiß ja, andere rufen dazu auf, bloß nicht in der Chor der Hoffnungslosen einzustimmen, sondern jetzt – besonders auch nach dem Unglück in Berlin – erst recht nicht alle Hoffnung zu verlieren, jetzt erst recht zusammenzustehen, jetzt erst recht mutig für Freiheit und für das Miteinander einzustehen.

Ja, auch das entspricht meiner Sicht der Dinge, auch wenn ich langfristig für die Menschheit wenig Hoffnung habe. Zumal ich nicht so genau weiß, worauf ich hoffen sollte. Die erwähnten Maßnahmen helfen dennoch dabei, das Unerträgliche zu ertragen. Im Großen ebenso wie im Kleinen helfen sie, und gesellschaftlich gesehen ebenso wie persönlich betrachtet. Ich denke an den Sinn des Apfelbaums, den wir auch angesichts des Weltuntergangs pflanzen sollen.

Sisyphos oder der Versuch, nicht durchzudrehen.

Ja, es ist schrecklich, was vor zwei Tagen in Berlin und gestern da und heute dort passiert ist. Und ja, ich bin traurig, sehr, ich bin in Gedanken am meisten bei denen, die Angehörige verloren haben und bei denen, deren Angehörige im Krankenhaus liegen.

Mein erster Gedanke, als ich am Montagabend vom Unglück in Berlin hörte, galt meinen Freundinnen und Freunden, die dort leben. Und meinen dortigen Bekannten aus der virtuellen Welt. Später fragte ich mich, was es ändern würde, wenn jemand, den ich kenne, betroffen ist. Wie anders Schrecken sind und werden, wenn wir selbst jemanden verlieren. Persönliche Betroffenheit macht aus abstrakten konkrete Erfahrungen. Deutschland ist näher als Aleppo.

Schrecklich ist es immer und überall, wenn Menschen aus welchen Gründen auch immer für andere Menschen Schicksal spielen. Schlimm und abstoßen, wenn die einen Menschen willkürlich und mit destruktiver Absicht die Leben anderer Menschen beeinflussen.

Doch wo und wann genau fängt diese Willkür eigentlich an?

[Spekulationen gibt es von mir nicht.]

Wildnis hin oder her

Gestern habe ich das Streamen* gelernt. Wie fast immer autodidaktisch. With a little help of a friend. Freundin M. hat vom neulich geguckten Film Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück geschwärmt, den sie mit ihrer Tochter geschaut hat. Sie wusste, dass er mir gefallen würde. Mit Freundin M. und ihren drei damals noch kleinen Mädels habe ich in einem früheren Leben in einer Hippiekommune im französischen Jura gelebt. Nun ja, Hippiekommune nennt die Jüngste in ihren Internetbiografien unsere damalige Wohnform, ich bevorzuge ja Lebensgemeinschaft. Egal. Jedenfalls ist es lange her und inzwischen sind wir alle irgendwie mehr oder weniger auf den digitalen Zug aufgesprungen.

Screenshot aus dem Filmtrailer

Wie auch immer, der Film, den ich gestern Abend gestreamt habe, hat mich tief berührt und an alte Erinnerungen und Sehnsüchte angeknüpft. Der Plot? Eine autark und zufrieden in der Wildnis lebende Familie, die zur Beerdigung der Mutter im Hippiebus in die Welt hinausfährt, gerät immer wieder zwischen die Fronten. Die Kinder, keineswegs ungebildete Wilde, überzeugen Onkel und Tante mit einem breiten Wissen um Zusammenhänge, dennoch sind sie nicht wirklich auf ein Leben in der sogenannten Zivilisation vorbereitet.

Welches ist die wirklichere Welt – die Natur oder die Stadt – und welches Wissen und Können ist wichtiger? Fragen, die am Familientisch beim Verwandtenbesuch diskutiert werden. Und nein, niemals wirkt der Film, wirkt die Geschichte, klischeehaft, niemals peinlich, niemals platt … Wunderbar dreidimensional wird hier erzählt, wunderbar humorvoll und köstlich schräg. Dazu sehr schön gespielt. Und tiefgründig.

Ja, hier sind sie wieder, die großen Fragen nach dem Ausstieg aus dem Hamsterrad. Die großen Fragen nach dem, was zählt.

Gestern Nachmittag, als ich Freundin L. besuchte – Lehrerin, zurzeit für einige Wochen krankgeschrieben –, sprachen wir einmal mehr über das Hamsterrad. Erst jetzt, wo sie es temporär verlassen musste/durfte/konnte, fällt ihr auf, wie schnell das Rad gedreht hat und wie sehr es sie verbraucht und entkräftet hat. Ausgebrannt? Jein, eigentlich nur auf die Belange der Schule bezogen, sagt sie. Und ja, sie wird aus dieser Erfahrung Konsequenzen ziehen, das Pensum reduzieren, vielleicht noch etwas Anderes, etwas Neues anpacken, vielleicht … Auf einmal sind wieder Möglichkeiten da, die noch vor zwei oder drei Monaten gar nicht gedacht werden konnten. Wann und wie auch? Dazu fehlten Kraft und Zeit. Schließlich galt es, im Hamsterrad mitzurennen, ohne anzuecken, ohne zu fallen.

Wir rennen, um den Standard halten zu können. Um mehr kaufen zu können. Um uns endlich den ersehnten Urlaub leisten zu können, den wir dringend brauchen, weil wir vom Rennen im Hamsterrad so kaputt sind. Oder immer mehr Leute rennen auch schlicht und einfach nur um zu überleben.

Wer von uns wäre in der Lage, in der Wildnis zu überleben?


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