Neue Fallmaschen 173 | 2021

gepikst zum zweiten | Gestern habe ich meinen zweiten Impfpiks bekommen. Diesmal habe ich schon daheim ein Antihistaminikum zur Prophylaxe eingenommen. Eine anaphylaktische Reaktion auf den Impfstoff hatte ich so auch diesmal nicht, dafür aber eine der schon fast klassischen Reaktionen: Eine Art Grippe mit Fieber und Gliederschmerzen, mit Glühkopf und Schüttelfrost im Wechsel mit Hitzewellen. Eine sehr ungemütliche Nacht mit wenig Schlaf. Zuerst war alles im grünen Bereich gewesen, der Arm tat ein wenig weh und ich war müde, doch dann kam das Fieber und mit ihm stellten sich die erwähnten Symptome ein.

So ähnlich wäre eine Coviderkrankung. Vermutlich allerdings viel länger und heftiger, wenn ich es denn hätte.

Bin ich froh, durfte ich mich impfen lassen! Und ich bin froh, dass dieses Kranksein hier auch bald wieder vorbei sein wird.

Neue Fallmaschen 153 | 2021

ausbaldowert | Seit wenigen Tages gibt es nebenan ein neues Blog, genauer gesagt ein Foodblog. Es wächst täglich und steckt schon jetzt voller histaminfreier Rezepte. So kann das Blog hier wieder mehr ein Es-lebe-der-Alltag-Blog sein. Die histaminfreien Rezepte haben nun eine eigene Heimat. Das Neue ist sowohl als persönliches Archiv als auch zur Inspiration für andere gedacht.
Guckt hier: histaminfrei.blogda.ch

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ausgelesen | Kennt hier jemand die Krimis um die junge Journalistin Emma Vonderwehr von Mechthild Lanfermann? Kannte ich nicht. Bücherschrankseidank habe ich den vierten und letzten Band entdeckt. Und verschlungen. Und danach den ersten Teil in der Bibliothek ausgeliehen. Und Band zwei und drei vorgemerkt. Mir gefallen die Figuren ebenso wie Schreibstil, Tempo und Themenwahl. Keine leichte Kost. Herzliche Leseempfehlung!

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gepikst | Vorletzten Montag habe ich meinen ersten Impfpiks bekommen. Dank vorheriger Einnahme eines Antihistaminikums hatte ich keine Nebenwirkungen bis auf wenig Kopf- und Bauchweh am Abend – Ibuseidank war es schnell wieder weg.
Der Schmerz am Tag darauf an der Impfstelle war erträglich und erinnerte mich daran, dass mein Körper gerade Antikörper kreiert. Ein gutes Gefühl und große Erleichterung. Neun Tage später fühle ich mich dem Virus gegenüber jedenfalls weit weniger ausgeliefert als davor.
Ich bin zwar keine Influencerin, doch mache ich euch hiermit gern und herzlich Mut, euch ebenfalls impfen zu lassen. Als solidarischer Akt und Beitrag zur Herdenimmunität und natürlich zum Schutz für euch selbst.

Neue Fallmaschen 122 | 2021

gefreut | »Konsumverzicht kann ein mächtiger Akt des Widerstands sein, um für den Wandel zu gehen. Irgendwo anfangen. Ich habe das Textile gewählt«, schreibt Cambra Skadé und erzählt die Geschichten ihrer umgewidmeten, verwandelten Gewänder.

Sehr lesenswert!

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genickt | Der Kiezschreiber erzählt von der Fragmentierung unserer Gesellschaft, von Rissen und Geschwätzigkeit. »Es gibt den vegan lebenden Dieselfahrer ebenso wie den Fahrradfahrer, der gerne Fischstäbchen isst. Es gibt kein soziologisches Modell mehr, das diese zersplitterte Gesellschaft noch abbilden könnte.«

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erschüttert I | Das Kaiserinnenreich, einst von Mareice Kaiser ins Leben gerufen, wird heute von einer kleinen Gruppe Mütter behinderter Kinder gepflegt. In Die Welt in der ich leben möchte schreibt Jasmin Dickerson unter anderem über Potsdam, über die Morde an betreuten, behinderten Menschen:
»Wir leben in einer Welt, in der Täter*innen mehr Mitgefühl bekommen, als ihre Opfer. Insbesondere wenn es um pflegebedürftige, behinderte und/oder alte Menschen geht. Ein Mann ermordet seine demente Frau? Er wollte sie erlösen. Eine Frau ermordet behinderte Menschen im Schlaf brutal mit einem Messer? Sie wollte sie erlösen.«

erschüttert II | »Vier Menschen sind tot, der Ableismus lebt« titelt die Neue Norm ihren Artikel über das Tötungsdelikt in #Potsdam: »… ein Polizeipsychologe [vermutet] in der rbb Sendung „Zibb“, dass das Tatmotiv auch „Erlösung von Leiden“ gewesen sein könnte,« schreibt Raul Krauthausen. »Damit entsteht eine Täter-Opfer-Umkehr: weil die Bewohner*innen des Heimes wohl zu anstrengend seien, käme es zur Überlastung und damit zu der Tat. Dass diese Argumentation bemüht werden wird, ist meine größte Sorge. Denn dies ist gefährlicher, und in diesem Fall tödlicher Ableismus: Die Diskriminierung und Abwertung behinderter Menschen.«

Neue Fallmaschen 110 | 2021

aufgeschnappt | Über die unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie auf unser aller Leben lesen wir dieser Tage viel. Heute fand ich den sehr treffenden Begriff Coronaerschöpfung.

»Es handelt sich nicht um eine psychische Erkrankung, sondern um ’die Abwesenheit von Wohlbefinden’, wie die @nytimes schreibt. [There’s a Name for the Blah You’re Feeling: It’s Called Languishing] Typisch dafür, zum Beispiel: Probleme, sich zu konzentrieren. Langeweile bei Dingen, die einen sonst interessieren. Schwache Begeisterungsfähigkeit. […] Ein Teil des Problems ist, dass viele vielleicht nicht merken, dass ihre Freude oder ihr Antrieb schwächer wird. Sie bemerken nicht, wie sie langsam in die Einsamkeit abgleiten: ’Sie sind gleichgültig gegenüber ihrer Gleichgültigkeit. Also suchen sie sich auch keine Hilfe.’«, schreibt Therese Bäuerlein auf Twitter zusammenfassend.

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gedacht | Wir Menschen lieben es, Geschichten erzählt zu bekommen. Als Kinder vor dem Einschlafen. Später konsumieren wir Bücher und Filme. Und wenn die schlimmen Szenen kommen, halten wir uns die Augen zu und murmeln: Es ist nur ein Film, es ist nur ein Film! Von Anfang an gewöhnen wir uns daran, dass Geschichten nicht wirklich wirklich sind.

Kann es sein, dass das ein Mitgrund dafür ist, dass wir uns in Sachen Klimakatastrophe und Pandemie so passiv verhalten, weggucken, Augen und Ohren verschließen?

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gefreut | Zugegeben, ich lese zurzeit je länger je lieber Texte, die nicht oder nur am Rand mit der Lage der Welt zu tun habe. Siehe oben. Besonders mag ich Ausflüge in die Natur. Und ganz besonders sehr mag ich, wie Herr Buddenbohm in seinem Hamburger Schreber- aka Strebergarten über Pflanzen und Tiere schreibt. Zum Beispiel in seinen Anmerkungen zur Heckenbraunelle.

»Wenn man so sitzt und guckt, wie ich das gerade mache, dann sieht man das irgendwann, wie sie das machen und wie sich das aufteilt. Es fühlt sich sehr gut an, das verstanden zu haben. Warum auch immer, es könnte mir ja auch egal sein«, schreibt Herr Buddenbohm.

Und ich denke mir dazu, dass das vielleicht dasjenige ist, was Kinder zum Lernen antreibt: dieses Wissen-wollen-wie-alles-zusammenhängt-Ding. Also: Da mal drüber nachdenken, wie Herr B. zu sagen pflegt.

Neue Fallmaschen 106 | 2021

nachgedacht | Sascha Lobo sieht das staatliche Coronaregelwerk mittlerweile als unverständlich und unsinnig an. Aus reiner Notwehr richtet sich der Kolumnist deshalb nach der Lex Lobo.

Machen wir das nicht alle irgendwie, weil uns die Übersicht verloren gegangen ist? Und ich behaupte mal, dass das nicht schlechter ist als das Regelwerk – Pest oder Cholera. Außer natürlich man ist ein:e Schwurbler:in oder hat noch nicht begriffen, dass das hier kein Film ist, noch nicht mal ein falscher. Dann nicht. Dann bitte das Regelwerk, aber konsequent!

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gelesen | Nora Tschirner spricht über ihr Leben als depressive Frau, als Mutter, als Schauspielerin. Ein Text, den ich sehr herzlich zum Lesen empfehle. (Nur Text)

»Ich glaube, dass die Scham mehr Leute tötet als die Depression. […] Der Perfektionismus ist ein klassischer Leistungsgesellschafts-Auswuchs. Immer wollen wir alles super und ganz alleine hinkriegen. Dabei sind wir als Angehörige einer sozialen Spezies überhaupt nicht dafür gemacht, Sachen alleine hinzukriegen. Null, gar nicht! Aber das ist es, was wir von Tag eins an eingetrichtert bekommen. Das Baby muss lernen, alleine in einem dunklen Raum zu schlafen? Nein, muss es nicht.«

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gegessen | Meine gluten- und histaminfreien Omeletts-Crêpes-Pfannkuchen werden immer leckerer. Ich verrate euch das Rezept.

Hier ist es: Omeletts-Crêpes-Pfannkuchen

Omelett in Pfanne im Hintergrund, im Vordergrund ein Stück gerollte Omelette auf Gabel
Omeletts in the making

Pro 1 Ei | pro 4 Eier

30 | 120 g Maismehl (Maisstärke)
15 | 60 g Kartoffelmehl
9 | 36 g Kastanienmehl
9 | 36 g Kokosmehl
1-2 Prisen Salz

1. 1 Ei | 4 Eier und 1 dl | 375 ml (Hafer-)Milch dazugeben. Alles gut verrühren.
2. Die Mischung 20 Minuten quellen lassen.
3. Nach den 20 Minuten den Teig nochmals kräftig umrühren.
4. Den Teig mit einer Schöpfkelle portionsweise in eine heiße Pfanne mit Öl geben und dünne Pfannkuchen backen.

Eifreie Alternative mit Chia-Gel:
Dazu 1 EL Chiasamen mit 1 dl Wasser verrühren und 30 Minuten quellen lassen (ich püriere das Gel vor dem Einsatz, damit es sämiger wird).
Die Milchmenge entsprechend anpassen, so dass ein sämiger Teig entsteht.

Zwei gerollte Omeletts auf Teller
Zwei gerollte Omeletts auf Teller

Neue Fallmaschen 99 | 2021

gesehen | … und mich zurückgesehnt nach einer anderen Zeit.

Titelbild eines lustigen Videos auf Vimeo

Zeitsprung from Anna Amalie Blomeyer on Vimeo.

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getwittert | Heute Morgen stellte ich eine Umfrage auf Twitter: »Wer von euch glaubt noch ersthaft an die Möglichkeit eines ’gutes Lebens’ für die Menschheit (also nicht nur für Privilegierte) auf dieser Erde in zehn Jahren?«

Mehr als die Hälfte hat bis jetzt NEIN angekreuzt.

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entdeckt | Nun gibt es also auch bei uns im Dorf eine Teststation. Ob ich mich heute in fünf Tagen testen lassen soll? Beim heutigen Einkauf habe ich mich mal wieder so richtig unwohl gefühlt. Ob es andern wohl auch so geht, dass sie sich ständig kontaminiert oder infiziert fühlen, wenn sie unter Menschen waren?

Neue Fallmaschen 91 | 2021

erlebt | Des Liebsten Mama hat sich gestern Mittag bei Gartenarbeiten schwer die linke Hand verletzt. Ein Fall für den Notfall. Mit Nähen und allem. Mit dickem Verband kommt sie mit dem Liebsten zurück nach Hause die Arme. Wir stehen erzählend vor dem Haus. In den Blumenrabatten davor entdecke ich paar Blümchen noch ungepflanzt in ihren Töpfchen herumstehen. Ich bücke mich, frage, ob ich sie setzen darf. Sie freut sich, sagt ja und schon wühle ich mit den Händen in der Erde. Wie sehr ich das liebe!

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getan | Später, es ist früher Abend, entzünden wir ein Feuer. Der Liebste mag es sehr, seine Feuer mit einem einzigen Streichholz und ohne Papier zu entfachen. Dazu braucht es am Anfang ein bisschen Feinarbeit. Und Übung. Feines dürres Laub und Gras eignen sich durchaus als Zunder. Es ist spannender als jeder Krimi: Fangen die dünnen Zweiglein Feuer? Springt der Funke? Jaaa, und wie! Nach und nach legen wir dickeres Holz nach. Und irgendwann dürfen die Kartoffeln in die Glut. Und irgendwann holen wir sie wieder heraus. Wie gut sie schmecken!

Das Feuer in der Feuerschale, mein Schatten und ich
Das Feuer in der Feuerschale und mein Schatten und ich
Sonnenuntergang, Bäume, Scheune und das Feuer im Vordergrund
Die Sonne geht unter und das Feuer auf

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entdeckt  | Neulich ging in den Sozialen Medien – besonders auf Twitter und in der Blogosphäre – ein Aufschrei durch die Reihen: WordPress hat den klassischen Editor versteckt und angedroht, ihn innerhalb der Apps sogar ganz abzuschaffen. Für Leute, die gern mit dem klassischen Editor arbeiten, gibt es Abhilfe. Hoffentlich dauerhaft. Es braucht ein einziges Häckchen in den Einstellungen, um wieder eher unkompliziert auf dem klassischen Dashboard landen zu können:

Ruf dazu im Browser dein Blog auf und klicke im Menü auf dein Icon oben rechts. Du landest im neuen Dashboard. Öffne nun die Seite Einstellungen und scrolle nach unten. Dort aktivierst du den Button unter Dashboard-Design ’Erweiterte Dashoard-Seiten anzeigen’. Speichern nicht vergessen!

Wenn du dich jetzt zukünftig mit https://DeineSeite.wordpress.com/wp-admin/edit.php anmeldest, erscheint wieder das klassische Dashboard.

Der Schalter ’Erstellen’ lässt dir die Wahl zwischen Block-Editor und Klassischer Editor:

Hoffentlich wird uns diese letzte klassische Möglichkeit des Bloggens nicht auch noch genommen!

Neue Fallmaschen 75 | 2021

entdeckt | Glumm setzt endlich um, wovon er schon so lange redete, schrieb und gewiss auch träumte. Das eigene Buch wird Wirklichkeit. Ich freue mich riesig mit ihm mit, denn er ist einer jener bloggenden Schriftsteller:innen, deren Texte ich wirklich immer sehr sehr gern lese. Dass die Gräfin Bilder beisteuert, ist für mich das Tüpfchen auf dem I.

Es sind oft solche persönlichen Dinge, die zurzeit meine Tage erhellen.

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gefunden | Manchmal benutze ich ja mein Blog als externes Gedächtnis. Wann war gleich noch? Dabei stieß ich heute Morgen zwar nicht aufs Gesuchte, dafür auf einen Artikel, den ich sehr gern wieder gelesen habe. Es geht um Haben und Sein, oder besser um Machen und Sein.

Darin kommt diese Geschichte vom Fischer vor, der – ich zitiere – gemütlich seiner Arbeit nachgeht, bis ihn eines Tages ein Manager, der zufällig in der Gegend auftaucht, auf die Sinnlosigkeit seines Tuns anspricht.
Du hättest etwas machen können aus deinem Leben, sagt er. Du hättest ein Geschäft aufbauen, viel Geld verdienen und zur Seite legen können. Du wärst heute ein freier, reicher Mann und hättest jetzt viel freie Zeit. Du könntest tun und lassen, was du willst!
Was sollte ich denn mit meiner Freizeit schon anfangen?, fragt der Fischer. Der Manager überlegt lange hin und her und auf einmal hellt sich sein Gesicht auf.
Wie wäre es mit fischen?, schlägt er vor.
Quelle: machen-oder-sein

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gelesen | Da ist übrigens noch ein anderer Blogger, der eine lang gehegte Idee in die Wirklichkeit holt und an einem Blogbuch arbeitet. Irgendlink schreibt an seinem horizontal-vertikal-zirkulativen Circulum Verticalis-Projekt und ich darf ihm dabei still und leise über die Schultern gucken. Ich staune und freue mich, was da im stillen Kämmerchen entsteht.

Neue Fallmaschen 69 | 2021

spinntisiert | Wenn der Liebste und ich auf dem Hof herumwuseln und etwas Handwerkliches (er)schaffen – etwas reparieren zum Beispiel –, brauchen wir Werkzeuge. Zugegeben, irgendwann habe ich aufgegeben, selbst nach den Dingen zu suchen. Sie sind eh immer wieder woanders. Nein, es ist kein Chaos, aber die Dinge wandern. Selbst Baumeister Irgendlink weiß oft nicht, wohin der Hammer diesmal gewandert ist. Und wo ist bitteschön der Pinselreiniger?

Wir spinntisieren darüber, ob die Wanderung der Dinge ein Problem ist, das einer Lösung bedarf, oder ob es gut ist, wie es ist. Ob die Suche nach dem einen notwendigen Werkzeug, welche durch eine konsequente Ordnung vermeidbar gewesen wäre, Lebenszeitverschwendung ist oder ein entschleunigendes Antidot gegen übertriebene Effizienz.

Und ist Warten denn statt Lebenszeitverlust nicht vielmehr ein unerwartetes Geschenk, frei verfügbare Zeit?

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geträumt | Im Traum waren wir in einer Stadt unterwegs, als Irgendlink einfiel, dass er noch etwas aus dem einen Laden brauchte. Da fielen mir auch noch einige Dinge ein, die ich brauchte und so bot ich an, für uns beide einkaufen zu gehen, während er draußen wartete. (Einkaufen, die Covid-Edition.)

Im Laden war zum Glück wenig los, so dass ich einen Angestellten fragte, wo XYZ, das Irgendlink brauchte, zu finden sei. Er zeigte es mir. Danach suchte ich meine Dinge zusammen und ging mit meinen Schätzen Richtung Kasse. An der Kasse schaute ich meine Dinge genauer an und sah, dass das für Irgendlink gekaufte Dingsi – womöglich durch mein Aufs-Band-Legen? –  kaputt war. Ich bat die Angestellte an der Kasse, mir ein anderes, nicht kaputtes zu holen, da im Regal keine weiteren Dingsis mehr gewesen waren. Also holte sie im Lager ein neues, funktionierendes Dingsi. Ein Einkuf also mit einigem Hin-und-Her.

Inzwischen hatte sich der Laden gefüllt und die Menschen standen in einer lange Schlange an. Zwar anständig und mit Abstand, doch mir war das alles furchtbar unangenehm. Nur, weil ich dieses Dingsi gekauft, nur weil Irgendlink dieses Dingsi gebraucht hatte, verloren x Menschen y Minuten Lebenszeit.

Da capo al fine.

Neue Fallmaschen 62 | 2021

dies gelesen | Frau Larapalara denkt nach über Sartres Hölle.
»Die Problematik sah er wesentlich im Blick des anderen. Denn der Blick des anderen objektiviert mich, indem er mich so sieht, wie ich bin, wie ich mich aber niemals sehen werde. Die Hölle ist die Erfahrung der Scham, die durch den Blick des anderen hervorgerufen wird, die Erfahrung des meiner Selbst als ein Für andere. Der Konflikt liegt in der eigenen Abhängigkeit von der Freiheit des anderen, mich zum Objekt zu degradieren und als Mittel für Zwecke zu benutzen, die mir nicht bekannt sind. […]
Wer jemanden fotografiert, sieht ihn so, wie er sich selber niemals sieht. Der Fotografierende erfährt etwas, was der andere von sich selbst niemals erfährt. Das Fotografieren verwandelt Menschen in Objekte, die man symbolisch besitzen kann.«
Quelle: larapalara.wordpress.com

das gedacht | Wenn ich diesen Text in meinem Blog pingbacke, ist das nicht auch irgendwie eine objektivierende und besitzergreifende oder zumindest besitzenwollende Handlung?
Wie verhält es sich mit dem Teilen von Inhalten im Internet? Wie viel Identifikation mit oder Berührtheit durch nicht von uns selbst erstelltem Inhalt braucht es, bis wir etwas teilen?

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dies gelesen | In Solminores neuem Blog geht es  umd das Weglaufen. Darüber, das Haus zu verlassen ohne zurückzuschauen. Ausgehend von Peter Stamms Roman Weit über das Land fragt er sich, was wäre, wenn.

das gedacht | Und – was wäre, wenn? Bei mir? Und bei dir?