Bild zum Tag #2

Gestern war ein regnerischer Tag: Wir reisten per Schiff von Risch nach Immensee, zu Fuß durch die Hohle Gasse an der Tellskappelle vorbei nach Küssnacht a. Rigi, per Bus nach Weggis, per Schiff nach Flüelen. Zu Fuß dann endlich wieder an die geliebt-vermisste Reuss (nun begradigt-steril).
Auf einer Kuhweide durften wir herzlich willkommen das Zelt aufbauen. Da braucht man keinen Wecker mehr. 🙂

… mehr in Bild und Text bei Irgendlink drüben …

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Wort zum Tag #1

Unterwegs mit Irgendlink an der Reuss. Irgendwo im Nirgendwo. Und überall. Zeitlos wandernd.

Ich sammle Glücksmomente und Sonnenstrahlen zwischen Regenwolken.

Und Erkenntnisse.

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(Liebe Lesende, habt bitte Verständnis, wenn ich Kommentare nicht beantworte. Ich spare so Akku.)

Da und dort

Wenn alles so organisch vom einen ins andere fließt, macht das Leben richtig Spaß. Soziale Kontakte mag ich und dosiere sie in der Regel nahezu homöopatisch. Immer so, dass es mir nicht zu viel ist. Doch auch viel muss nicht unbedingt zu viel sein, wenn alles passt.

Seit Montagmittag waren Irgendlink und ich mit immer wieder mit andern Menschen zusammen im Gespräch. Nach einem gemütlichen und anregenden Besuch der lieben Freundin U. am Montag, ging es an jenem Abend weiter mit einem Kundinnengespräch und am Dienstagmorgen mit einem Offertgespräch bei einem (hoffentlich) zukünftigen Kunden. Dienstagnachmittags dann waren wir zu Besuch bei Freunden in Bern und fuhren nach einem Friedhofbesuch in der Nähe weiter ins Seeland zu Lieblingsbruder P. und Lieblingsschwängerin C., wo wir in der Datscha zwar nur kurz, aber herrlich nächtigen durften. Kein Hotel bietet mehr Gastfreundschaft als wir dort immer wieder erleben dürfen! Zum krönenden Abschluss genossen wir heute einen gemütlichen Nachmittag mit einem befreundeten Paar in Biel …

Siehe da: viel muss nicht zu viel sein und Freundschaft ist einfach etwas wunder- und unschätzbares. Ruhe danach auch. 🙂

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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit GIMP verkleinert und wassergezeichnet.

Sur le pont d’avignon …

Wir pfeifen es vor uns hin und kichern zwischendurch wie die Schulkinder.
Das ist bestimmt das Lied, woran in dieser Stadt am meisten gedacht wird, behauptet Irgendlink und wir beschließen, es den ganzen Weg durch die Stadt vor uns hin zu summen. Vielleicht wird ja ein riesiger städtischer Flashmob draus?

Eine Stadt voller Kontraste, bunt und laut, schrill, still, dreckig, sauber. Kinder, Alte, Behinderte, Leute wie du und ich, TouristInnen aller Nationen, Einheimische, ein schwarzer Reggae-Troubadour, ein kinderliebender Riesenseifenblasenzauberer auf dem Place du Palais.

Pulsierendes buntes Leben: C’est Avignon!

Heute Nacht 😉

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Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert & montiert). Geschrieben &  hochgeladen ab Laptop

It’s a beautiful day …

Was hat dir im 2013 am besten gefallen?, frage ich beim Frühstück den Liebsten – denn allüberall wird Rückblick gehalten. Irgendlink zuckt die Schultern. Keine Ahnung. Alles. Vieles. Hier sein. Und du?

Damals in Berlin, dieser Spaziergang durch den Tiergarten. Oder in Dänemark auf der kleinen Insel. Natur. Stille. Wenn ichs mir so recht überlege, sind die schönsten Momente jene, wenn es rundum still ist und ich – mit dir oder allein – Schönheit wahrnehmen kann. Natur. Sonne. Luft.

Später, ich komme von der Toilette, sage ich:
Ich bin froh, dass ich dieses Jahr immer genug Toilettenpapier hatte. Ich wasche mir die Hände. Und ja, sage ich, dass ich immer genug Wasser hatte. Immer duschen konnte, wenn ich wollte. Immer genug zu essen. Immer genug warm. Immer ein Dach über dem Kopf und dass ich dich an meiner Seite habe. Das war schön dieses Jahr und ist es schon lange und ist es hoffentlich noch lange.

Heute fahren wir nach Collias. Irgendlink kennt die Gegend, denn er hat früher wiederholt hier Ferien gemacht und Radtouren hierher unternommen. Auf unsere Phones haben wir einige Geocaches geladen, die zu einer mehrere Kilometer langen Runde gehören. Einer balade, die sich eher als Wanderung oder Bergtour entpuppt denn als Spaziergang. Beginnen tut sie an der Gardon, dem Fluss, den die Römer mit einem bis heute erhaltenen Aquaedukt überspannt haben. Ein Monument übrigens, das wir vorgestern besucht und bestaunt haben.

pont du gard

Bei bestem, sonnigstem Wetter wandern wir dem Fluss entlang, machen Bilder und suchen nach den Geocaches. Gar nicht so einfach, denn es sind heute viele Muggel, viele Nicht-CacherInnen, unterwegs. Später gehts bergan. Schon bald sind wir auf halber Berghöhe und genießen es, über schmale Steinwege zu klettern und zwischen wildem Thymian und Salbei zu rasten.

Da muss irgendwo ein Durchgang sein, wo wir auf die andere Seite des Berges können, sage ich und deute auf die geladene Wanderkarte auf dem Display meines Telefons. Da drüben liegt der nächste Cache.

Schon ist es nach vier. In einer Stunde wird es dunkel. Wir haben so lange gebummelt, dass der zweite Teil der Runde, der Rückweg, in die Zeit der Dämmerung fallen könnte. Noch aber ist es hell und wir steigen weiter bergan. Haben wir uns verirrt? Aber die Karte sagt doch … Vielleicht ist der Weg nicht mehr da? Irgendlink findet einen weiteren Pfad und auf einmal sind wir eine Ebene höher. Oben auf dem Berg sozusagen. Und da, genau wie die Karte sagt, ist der Durchgang. Nur eben eine Ebene höher.
Was für eine Parabel!, keuche ist, denn es geht noch höher. Auf einmal sind wir auf einer Steinpiste, an deren Ende ein Geocache lauert. Ganz schön gefährlich. Wir lassen ihn links liegen, denn die Dunkelheit schleicht sich an. Sich für Geocaches Beine zu brechen muss ja nicht sein.

Oben auf dem Hauptweg finden wir nun auch den richtigen Übergang zum Hauptwanderweg zurück Richtung Collias. Die restlichen Caches pflücken wir bei immer schwächer werdendem Tageslicht.

Und schließlich das Finale: Meine GPS-App zeigt den letzten Cache der Tour auf einem letzten schmalen Weg an, der direkt zurück nach Collias führt. Wir finden den Weg nicht auf Anhieb, denn die Hecken und Sträucher sehen im Halbdunkel alle halb nach Weg und halb undurchläßig aus. Zurück auf den letzten breiten Weg? Also gut, vielleicht gibt es ja den Weg nicht mehr, vielleicht ist er zugewachsen? Fast sind wir wieder oben bei der letzten Verzweigung angelangt, da entdecke ich eine Art Schneise in den mannshohen Büschen.
Guck, hier!, sage ich und nun gibt es kein Halten mehr. Wir tauchen ein in eine mystische Halbwelt. Ein dunkler Gang tut sich vor uns auf. Ein Finale erster Güte. Dank der Taschenlampen an den Telefonen kommen wir gut vorwärts, doch den letzten Cache finden wir trotzdem nicht. Muss ja nicht. Der Tag war auch so perfekt.

Solche Tage betrachte ich als Geschenk. Sogar die kleine Irrfahrt auf dem Rückweg kann das Gefühl nicht trüben, das ich heute, hier und jetzt in mir trage: Dankbarkeit.

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Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert, montiert, geschrieben, hochgeladen)

Weihnachten überleben – ohne Salz

Juhu, geschafft, wir haben Weihnachten überlebt! Und sogar ziemlich schmerz- und stressfrei.

Gut, die Reise, die wir am 24. Dezember südwestwärts unternommen haben, um in einem winzigen Ferienhäuschen in Südfrankreich ein paar schöne Tage verbringen zu können, war nicht ohne. Zwar hat es – trotz Ankündigung  – kaum geregnet, doch dafür windete es heftig. Einmal sogar so stark, dass es uns auf der Fahrbahn mindestens einen Meter nach rechts geschoben hat.

Kurz und gut: wir sind – wenn auch später als gedacht – wohlbehalten hier angekommen. Schade nur, dass der kleine Dorfladen schon geschlossen hatte. Und auch am 25.12. seien alle Läden zu, wie unser Vermieter sagte. Es wird auch ohne gehen, sagen wir. Gehen müssen. Ich hoffe bloß, sage ich zu Irgendlink, dass das Klopapier reicht, denn das haben wir mitzunehmen vergessen. (Eine der Gefahren, wenn zwei Menschen für die Ferien packen …)

Hungrig packen wir unsere Küchensachen aus. Wie war das gleich gewesen am Abend des dreiundzwanzigsten, als wir diskutiert hatten, was alles mit soll? Essig-Öl-Salz & Pfeffer hats bestimmt, den Rest nehmen wir mit. Das hat es doch in jeder Ferienwohnung. Wenn es sogar WLAN und TV hat.

Hungrig suchen wir nach dem Salzglas, um das Pastawasser zu würzen. Vergeblich. Vieles fehlt. Die Küche hier ist minimal ausgerüstet. Doch eigentlich macht das nichts.
Wenn du in den Ferien alles wie zuhause willst, musst du zuhause bleiben, sage ich. Und eigentlich mag ich Improvisation. Also pimpen wir eine Fertigsauce mit viel frischem Gemüse auf und fertig ist ein tolles Menü. Geht doch.

Frisches Brot holt Irgendlink am Morgen in der Boulangerie. Immerhin die hat ein paar Stunden geöffnet. Aber Klopapier gibt es dort natürlich nicht. So fangen wir an, die letzten Blätter unserer zur Neige gehenden Rolle zu rationieren.
Du bekommst von mir zwei Blätter Klopapier für …

Klopapier ist die neue Währung.

Heute Abend können wir zur Kräuterquarksauce Pellkartoffeln kochen, überlege ich beim gestrigen Frühstück. Und auch eine Salatsauce lässt sich improvisieren. Doch was wäre, wenn wir wirklich nichts mehr hätten? Wir philosophieren über menschliches Verhalten in Notzeiten. Über Egoismus und das Teilen. Über gut und böse. Über Grenzen und wie man anders leben könnte.

Später, auf unserer mehrstündigen Geocachewanderung durch das Dorf und zur Burgruine hoch, staunen wir über die Stille. Klein ist das Dorf zwar schon, doch ausgestorben eigentlich nicht. Dennoch sehen wir nicht mehr als zehn Leute auf den Straßen und Wanderwegen. Alle andern sitzen zuhause und beschenken sich gegenseitig mit Dingen. Ab und zu können wir in die Häuser hineinsehen, wir unfreiwilligen Voyeure wir.

Nach der Burgruine wandern wir abwärts Richung Bach, der ausgetrocknet ist. Werden von Hunden verbellt. Klettern um zwei Caches zu finden, die zu einer Rundwanderung gehören, doch den Rest müssen wir ein ander Mal suchen, denn bald wird die Sonne untergehen.

Abends Diaschau. Die Bilderernte des Tages betrachten. Wie reich wir sind! Auch ohne Salz. Und selbst wenn wir kein Klopapier mehr haben, gibt es doch immer noch Taschentücher. Was für ein Glück!

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Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert, montiert, geschrieben, hochgeladen)

Rückblick nach Oberösterreich

Wie versprochen nun noch ein paar Bilder von der Reise nach Oberösterreich, wo ich Irgendlink letzten Donnertstag nach seiner fast zweiwöchigen Rad-Kunst-Liveblog-Reise nach Hallstatt getroffen habe. Zusammen haben wir dort Martin Kunze und das MOM (Memory of Mankind) in den SalzWelten von Hallstatt kennengelernt und zwei tolle Tage in der Umgegend verbracht.

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Bilder:
Nikon (mit DigiKam verkleinert und wassergezeichnet)

Mit oder ohne Chiemseebad

Ohne Chiemseebad wäre die Rückfahrt ganz anders verlaufen, sinniere ich, während ich uns im Auto westwärts befördere. Im Gepäck Irgendlinks zerlegtes Fahrrad, das anders in meiner kleinen Karre keinen Platz gehabt hätte.

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Hunger, Hitze und Stau haben uns nachmittags um drei von der Autobahn runter direkt an die Ufer des Chiemsee getrieben. Nach Chieming, wo der Liebste als Kind paarmal in den Ferien gewesen ist.
Hier haben wir und dort haben wir und dadrüben, schau!, dieses Restaurant, ach, und hier sind wir früher …
So finden wir schließlich einen Laden und decken uns mit Picknick-Sachen ein. Am See, unter schattigen Bäumen, genießen wir die Abkühlung. Der Chiemsee erweist sich zwar als lauwarmer Tümpel und den seichten Kiesstrand finde ich ziemlich mühsam, doch immerhin war ich einmal im Leben im und am weltberühmten Chiemsee, der tatsächlich in einer tollen Umgebung liegt. Alles soweit wunderbar, wenn nur das Kopfweh nicht wäre. Die Folgen der Überstimulation und des Schlafmangels der letzten Tage, von Hitze auch. Ich nehme eine Tablette und döse eine Weile, während Irgendlink uns weiter durch den Freistaat Bayern chauffiert. Irgendwann komme ich auf die geniale Idee, mir das klitschnaße Badetuch – ein dünnes Balituch – um den Kopf zu wickeln. Unglaublich, wie gut das tut.

Unterwegs lassen wir den dichten Vormittag Revue passieren. Zuerst die Rad-Demontage und das anschließende Frühstück bei der Familie eines MOM-Gönners um zehn Uhr. Danach besichtigen wir Martins und Maschas Keramitwerkstatt mit dem hübschen Laden gleich neben dem Wohnbereich des Hauses. Ein tolles Team sind die beiden – er kreiert die Sachen, die sie hinterher glasiert. Eine der vielen tollen Tassen aus ihrem Teamwork habe ich mir sogar schenken lassen. (Kaufen durfte ich sie nicht.) Auch Maschas Keramikfiguren – dreidimensionale Portäts – sind total genial! Während wir mit Martin das weitere Vorgehen besprechen, schauen ich aus den Augenwinkeln zu, wie Mascha einen kleinen Hund in Ton verewigt. Sein Herrchen steht stolz daneben – ein Bild, das ich gerne fotografisch festgehalten hätte … Stattdessen diese kleine Collage hier (unten in der Mitte ein 3D-Porträt von Masha und Martin) …

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Unseren ersten Stopp legen wir in Piding, einem Dorf in Bayern, ein. Wir hocken uns auf den Rand des Dorfbrunnens, füllen die Wasserflaschen nach und kühlen Köpfe, Arme und Beine. Am liebsten würde ich ganz in den Brunnen steigen.

Kühles Wasser … schon bald werden wir es von oben bekommen, doch das wissen wir in Bayern noch nicht. Obwohl … der Himmel bedeckt sich langsam, während sich mein Kopfweh ebenso langsam verkrümelt. Irgendwann vor Lindau öffnen sich die himmlischen Schleusen und die Luft kühlt die erhitzte Welt schlagartig ab. Herrlich!

Scheibenwischer an, Scheibenwischer aus. Derweil der Gedanke, wie sich äußere und innere Bedingungen, Erkenntnisse, Ereignisse immer ganz unmittelbar auf unser Dasein, auf unser Befinden, auf unsere weiteren Schritte auswirken. Vielleicht hätten wir keine so staufreie Weiterfahrt ab Chiemsee gehabt, wenn wir dort nicht gerastet hätten. (Verdanken wir es also indirekt dem Stau VOR dem Chiemsee, dass wir daNACH keinen Stau mehr hatten?) Das Drehbuch eines jeden Tages: wir schreiben es laufend.

Jetzt, wo ich daheim auf dem Sofa diese Zeilen hacke, weiß ich nichts über den weiteren Verlauf des heutigen Tages. Wird es aufhellen, wird es den ganzen Tag weitergewittern und regnen? Werden wir hierbleiben, rausgehen, werden wir …

Mit jeder kleinen Entscheidung legen wir die Weichen für den nächsten Schritt. Wir sind einander Schicksal, du mir, ich dir … und wir uns allen.

(Weitere Bilder aus Halstatt folgen …)

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Bilder:
Appspressionismen (iPhoneArt)

Hallstatt, das Interlaken Österreichs

Freitagmittag. Nun sind wir also da. Gestern, bei der Hierherfahrt habe ich dieses Touri-Bijou einfach rechts liegen lassen, denn der Liebste und ich hatten uns ja in Bad Goisern in der Frühstückspension Sydler verabredet. Eine Unterkunft in Hallstatt selbst können sich Normalsterbliche wie wir uns nicht einfach so leisten. Bad Goisern hat mir, wenn ich ehrlich bin, fast besser gefallen als Hallstatt. Die Leute dieses Zweitausend-Seelendorfes waren alle ausgesprochen freundlich. Weil ich unsere Pension nicht auf Anhieb gefunden und eine Frau um Hilfe gebeten habe, hat diese mich kuzerhand per Fahhrad hingelotst. Toller Service!

Erwähnt werden muss auch jener freundliche, ältere Mann in Golling, den ich – kaum der Autobahn entkommen – um Hilfe bat. Nur schon die Himmelsrichtung nach Bad Goisern oder Hallstatt hätte mir gereicht, doch seine Antwort, dass nämlich Hallstatt gaaanz weit weg sei, war wenig hilfreich. Erst als ich die nächsten Dörfer, die ich auf dem Weg nach Hallstatt durchfahren wollte, aufzählte, wusste er weiter. Ich vermute, der Mann hat auf seiner Vespa zeitlebens nur die nächste Umgebung erkundet. Ob er je in Salzburg war? Jedenfalls … dank seiner Hilfe fand ich Bad Goisern – und den Liebsten, sozusagen.

Was für ein Wiedersehen! [Vorhang bitte]

Später, in einer Pizzeria, planen wir den heutigen Tag. Mit dem Schiff zeitig nach Hallstatt, das Städtchen besichtigen, später Pressetermin und Besichtigung des Memory of Mankind. Und jetzt sind wir da und gucken uns weiter das Städtchen an. Chinesen, Fotoapparate und Souvenirlädchen hat es hier mindestens so viele wie im von mir als Schweizer Pendant zu Hallstatt nominierten Interlaken.

Nun ist es Abend. Wir sitzen bei Martins Freunden zum Grillen in einem Gmundener Garten. Ich bin so müde, dass ich mich innerlich immer mehr ausklinke und stattdessen diesen Text hier ins Telefon tippe. Am liebsten würde ich mich ja ganz zurückziehen und mich hinlegen, aber man will ja keine Spielverderderberin sein. Dem geschenkten Gaul … Ist doch auch wirklich toll: Als Martins Gäste werden wir quasi in seine Familie integriert. Schade nur, dass ich so reizüberflutet bin. (Wie andere das bloß schaffen?)

War aber auch wirklich viel los heute. Nachdem uns das Schiff, dass wir per Rad, Auto und zu Fuß an der Schiffstation von Steeg erreicht haben, in Hallstatt wieder ausgespuckt hat – die Hitze verdampft uns beinahe -, guckten wir uns – wie gesagt – die Stadt an. Inklusive Beinhaus, das eine Art Friedhof der Knochen ist.

Danach gönnen wir uns am Bootssteg ein Bad – herrlich! -, um uns später am Marktplatz mit Martin Kunze von Memory of Mankind und seinem Sohn J. zu treffen. Eine halbe Stunde danach stößt ein örtlicher Journalist zu uns. Nach einem ungezwungenen Interview, das Irgendlink diesem gibt, zücken drei von vier Erwachsenen unsere Kameras: Fototermin für Irgendlink. Cheese.

Als buchstäblicher Höhepunkt des Tages bringt uns Martin nachher zu den Hallstätters SalzWelten. Zuerst fahren wir mit der Zahnradbahn auf den achthunderfünfzig Meter hohen Berg und später mit einer einfachen Holzbahn, die mich an Jahrmarkt-Bahnen erinnert, in den acht Grad kühlen Stollen hinein. Echt verrückt, diese Salzstollen, in denen noch heute Salz aus dem Berg abgebaut wird! Martin zeigt uns das vorläufige MOM-Archiv, in dem bereits um die dreihundert Keramikfliesen für unsere Nachkommen eingelagert werden. Nicht-digitale stattdessen auf Ton gebrannte, im Salz gelagerte Informationen über die Welt, wie wir die kennen und über die Zeit, in der wir leben – vorbereitet für jene, die nach uns kommen. Wir sind beeindruckt. Und beinahe unterkühlt. Erst eine Dreiviertelstunde später verlassen wir den Salzstollen wieder.

Zurück im Tal hat uns die Hitze bereits wieder voll am Wickel. Gut, dass es bei Martins Freunden einen Badesteg gibt – denn auch der Traunsee ist ein Bad wert!

Nun sitzen wir also da. Es ist inzwischen dunkel und ich fühle mich einfach nur müde. Wohl fühle ich mich auch, ja, aber vor allem müde. Voller Eindrücke. Bettschwer.

Samstagmorgen. Nach einer weiteren schwülen Sommernacht, diesmal in Martins Haus in der Gmunder Innenstadt, heißt es schon bald frühstücken, packen und westwärts fahren.

Der Ritt der Helden in den Sonnenuntergang sozusagen.

(Bilder folgen, versprochen!)