ankommen

Während ich das Klo schrubbe, will mir der Gedanke – die Frage vielmehr – nicht mehr aus dem Kopf, warum wir nie wirklich ankommen werden.

Haben wir nämlich ein Ziel erreicht, eine Sehnsucht erfüllt, einen Traum oder auch nur ein Bedürfnis gestillt – jene Arbeitsstelle erhalten, diesen Mann oder jene Frau gefunden, diese oder jene Lebensumstände wie Wohnung oder Auto gegen Geld getauscht – sind wir nicht etwa am Ziel. Oder dauerhaft glücklich. Und die Zufriedenheit ist auch bloß eine temporäre. Ziel ist definitiv kein Synonym zu Glück, und umgekehrt ebenfalls nicht.

Glück, wunschloses vor allem, ist wohl das am schwersten zu findende Gut. Nix neues.

Wie die Welt wohl aussähe, wenn wir zufrieden wären und ob Evolution nur auf der Basis und als Folge von stetiger Unzufriedenheit möglich ist?, frage ich mich, während ich die Badewanne nachspüle.

Ich poliere den Spiegel, lächle mir trotz Halsweh zu und beschließe, zufrieden zu sein. Einfach so.

4 Kommentare zu „ankommen“

  1. Hallo Sofasophia,
    ich glaube, wenn man überhaupt keine Ziele, keine Träume und keine Sehnsüchte mehr hat, das ist das allerschlimmste, was einem im Leben passieren kann.

    Dir einen schönen Sonntag, und gute Besserung wegen der Halsschmerzen,
    liebe Grüße,
    Andrea

  2. Hallo,
    ich bin eine neue Freundin Gamuppels und seiner Begleiterin. Darf ich dir schon in meinem ersten Kommentar widersprechen?
    Ich weiß, aus ganz eigener Erfahrung, dass man ankommen kann. Und dass AngekommenSein nicht bedeuten muss, keine Sehnsüchte, Träume und Pläne mehr zu haben. Im Gegenteil.
    Und Glück findet man nicht – man bekommt es geschenkt – oder es findet einen.
    😉
    Liebste Grüße aus der schönsten HanseStadt am Ryck
    bigi

  3. willkommen hier, bigi, und danke für deine gedanken
    hier kann es gar nicht um widersprüche gehen 🙂 da meine artikel keine fertigen dogmen sind, sondern momentaufnahmen, denkanstöße, thesen, ideen, gedankenspinnweben …
    na ja, vielleicht ist ja genau darin die ambivalenz resp. der allem innewohnende widerspruch?

    natürlich kann mensch ankommen und natürlich kann mensch glücklich sein.

    natürlich kann mensch nie wirklich ankommen und natürlich kann mensch nie wirklich glücklich sein.

    beides wahr. 🙂
    liebgrüß, gamuppelfan der erste stunde 🙂
    sofasophia

  4. Liebe SofaSophia,
    scusi, dass ich mich jetzt erst mailde – mein Kopf ist gerade ein einziges großes Wirr und immer wenn ich denke, jetzt musst du aufs Sofa, weil du hast Antwort, mache ich Halt am kleinen Schemel ganz wirr, verlaufe mich auf dem Weg um den Tisch herum und lande ganz woanders.
    Dank deinem Kommentar fällt mir wieder auf, wie wirr ich bin, sonst hätte ich mich wohl gleich gescheit ausgedrückt. Natürlich war mein Kommentar nicht als WiderSpruch gedacht und gefühlt, sondern als kleiner WegWeiser in die andere Richtung.
    Liebste Grüße aus dem SynchronUniversum
    bigi

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