Dienstagabend. Kurz vor Mitternacht. Nicht mehr dort, noch nicht wirklich da. Ich sitze im Bett. Meine Insel. Ich schnuppere an Irgendlinks Kissen. Sein Geruch treibt mir ein paar Tränen in die Augen. Es riecht so, wie nur er riecht. Ein Abglanz seines Geruchs.
Ich nuckle am Bier, das er kurz vor dem Abschied ins Auto geschmuggelt hat. Gerüht habe ich ihn dabei ertappt.
Die Fahrt verlief – trotz des bis an den Rand vollgestopften Autos – sehr ruhig, beinahe wie von allein. Zu viele Gedanken tummelten sich in meinem Kopf, um die Reise langweilig zu empfinden. Der Abschied beim Birnbaum. Letzte Worte. Ein paar Tränen. Winken bis um die Ecke.
Unser für viele Wochen letzter gemeinsamer Tag. Der Morgen verging mit Restputzen (ich) respektive Fernsehinterview im entsprechenden Studio (J.) und spätem Frühstück viel zu schnell. Irgendlinks zweites Interview, für SWR4, fand auf dem einsamen Gehöft an der Sonne statt. Eine Idylle, die dem Radiomann ganz offensichtlich gefiel. Am Sonntagvormittag läuft die Sendung.
Schließlich letzte Siesta, weil es einfach schön ist, nebeneinander zu erwachen. Letztes Kochen in der Sommerküche. Letzte Mahlzeit. Henkersmahlzeit.
So lange haben wir beide auf diesen neuen Abschnitt hingearbeitet. Auf Irgendlinks Reise „Ums Meer“ ebenso wie auf meine Rückkehr in die Schweiz – und doch … Genau jetzt würde ich am liebsten alles rückgängig
machen. Mich zurück in J.s Umfeld beamen. Zurück in den gemächlichen KünstlerInnenalltag. Zurück in die Spur. Zurück in die Gewohnheiten dieser Alltage. Kleine heile Welt.
Nein, nicht zurück. Jetzt. Vorwärts. Wissen, dass wir uns richtig entschieden haben. Auch wenn Abschied weh tut, so ist er doch Ausdruck von Liebe und Vertrauen.
Das schönste im Leben ist zu lieben, sagte ich vorhin zu ihm ins Telefon. Ja!
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(geschrieben am 27.3., eben in der neuen Wohnung angekommen, aufs iPhone getippt, doch mangels Internet nicht senden können …)
Tag: 29. März 2012
das eine und das andere
Ohne Technik könntest du das hier nicht lesen. Ohne Technik könnte ich das hier nicht schreiben. Nach einer Stunde surfen, was es in der Schweiz an Alternativen fürs kabellose Surfen gibt, werde ich wohl reumütig in den Laden des allmächtigen Telekomriesen, unter dessen Fittiche ich mich eingekauft habe, gehen müssen und doch dieses Router-Modem-Teil kaufen, dessen Preis mich gestern leer schlucken lassen hatte. Sämtliche Alternativen sind teurer, komplizierter – sprich zeitaufwändiger – und nicht unbedingt besser.
Die Frage ist: Brauche ich kabellos? Fürs iPhonesurfen ist es natürlich super, da in den hiesigen Abos keine Surfflatrates inklusive sind wie in Deutschland. Und skypen würde über iPhone gehen … und überhaupt: Ja, ich brauche kabellos.
Ich sehs schon, jetzt fang ich bereits an Deutschland zu schönen, wo alles viiiiel billiger war 🙂