Ein Sonntag in Meisenthal

Meisenthal in Lothringen liegt in einer wunderschönen ländlichen Gegend. Bekannter als die hier ansäßige Kunstgruppe Artopie, die an den Dezemberwochenenden zum Kunstbazar Baz’Art geladen hat, ist wohl die ortsansässige Glasmanufaktur Meisenthal.

Doch uns hat der Baz’Art gelockt, da auch einige von Irgendlinks Bildern zum Verkauf stehen. Klasse Atmosphäre und wunderschöne Kunstwerke zum Direktkauf auf engstem Raum. Dennoch toll gemacht!

In einer ehemaligen Gläsereihalle des Internationalen Glaszentrums Meisenthal findet zeitgleich die Kunstausstellung Opération Ho Ho Ho statt. Auch hier hatten wir viel Spaß.

Reizwörter #2 – Leistung

Willkommen zur Fortsetzung
meiner unregelmäßigen Serie über Reizwörter.
Wörter, die reizen, haben wir alle.
Wörter, die uns auf der Zunge liegen, oft viel zu oft;
Wörter, die uns schmerzen,
Wörter, die wir meiden.
Dazu werde ich frei assoziieren und danach möglichst wenig verändern – allenfalls Tippfehler entfernen. Es werden deshalb ziemlich rohe Texte sein, art brut littéraire sozusagen. Ihr könnt mir gerne Wörter nennen, die ihr vom mir „bearbeiten lassen“ möchtet. Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr diese Reizwörter-Idee bei euch in den Blogs gerne weiterspinnen.

*****

Leistung

Du könntest mehr leisten, sagte der Lehrer. Du bist einfach ein bisschen faul. Eine Träumerin. Oder sagen wir es so: Eine Minimalistin. Wenn du wolltest, könntest du mehr.

Leistungsfach Mathematik versus Freifach Kunst.

Das leiste ich mir. Schließlich habe ich heute schon viel geleistet.

Diesen Fehler kann ich mir nicht leisten,
ich will ja nicht vor aller Welt das Gesicht verlieren.

Er hat zwar die Rekrutenschule abgeleistet, doch danach ging gar nichts mehr.
Er wollte nur noch eins: Da raus. Sein Arzt hat ihm ein Zeugnis geschrieben.

‚Wir honorieren die außerordentlichen Leistungen unserer erfolgreichen
Lehrlinge und Lehrtöchter mit außerordentlichen Geschenken.‘

Für mich ist der Gebrauch des Wortes Leistung ein Versuch, Menschen zu instrumentalisieren und in ein von außen bestimmtes Raster zu zwingen. Dadurch wird er messbar, kontrollierbar, manipulierbar …
Der Mensch ist in die Gesellschaft eingebunden.
Er ist ein Teil davon, er macht sie aus. Es sind nicht die Stromlinienförmigen, die eine Gesellschaft lebendig erhalten. Es sind die Herzlichen, ja auch die Schrägen, die Unangepassten.
Natürlich braucht es auch die Konformen, die für Stabilität sorgen. Aber wenn die Stabilität zu groß wird, stirbt das Leben dazwischen. Alles erstarrt und wird zu Beton und niemand ist mehr da, um den Klotz zu bewegen.
Ich glaube, dass jeder Mensch versuchen sollte, sich selber zu sein, so gut das geht. Das ist für mich der Lebenswert … das macht das Leben lebenswert.

(Zitat Beat | siehe Kommentarstrang Artikel Fallobst)

Tausend Tode lesen

Am 1. Dezember 2014 fand die erste von vielen Lesungen aus dem neuen eBook Tausend Tode lesen statt.

Die Verlegerin Christiane Frohmann will bis Mitte März tausend Autorinnen und Autoren dazu bewegen, sich Gedanken über den Tod zu machen. Bereits haben sich über 135 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, darunter auch ich, zu diesem gemeinsamen Werk versammelt. Für die nächste Auflage sind auch weitere Schreibende eingeladen …

Version 1/4 erschien am 1.12.14. Das Buch wird (unter anderem im Verlag minimore Berlin) für 4,99 € verkauft. Die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös gehen als Spende an das Kindersterbehospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow. Die Updates (2/4, 3/4 und 4/4) erhalten alle, die die erste Version gekauft haben, automatisch, habe ich läuten hören.

Zu meinem Text: Hier klicken
Gelesen auf SoSos Soundcloud

~~~

Infos

Christiane Frohmann (Hg.)Tausend Tode schreibenISBN ePub: 978-3-944195-55-1ISBN mobi: 978-3-944195-56-8EUR 4,99VÖ: 1. Dezember 2014Die Idee war und ist, in Form von tausend kurzen Texten tausend höchst subjektive Ansichten auf den Tod zu versammeln, damit diese zusammenwirkend einen transpersonalen Metatext über den Tod schreiben, aus dem wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist. Ich habe Autor*inn*en angesprochen und Menschen, die beruflich oder privat mit dem Tod zu tun haben. Viele dieser Menschen haben weitere Mitwirkende dazugeholt. Wer von den Leser*inne*n dieses E-Books selbst einen Text zum Tod geschrieben hat oder in sich trägt, kann diesen ebenfalls zu ‚Tausend Tode schreiben’ beitragen (verlag at cfrohmann.com), weil noch drei weitere Versionen erscheinen werden.In der vorliegenden Version 1/4 erscheinen die ersten 135 Texte, sie stammen von @akkordeonistin, @chouxsie, @der_handwerk, @gallenbitter, @notwendig, AE Rutherford, Agent Dexter, Alan Posener, Alex Meszmer, Andie Arndt, Andrea Behnke, Andreas Schwarz, Angela Temming, Angelika Maisch, Anja Schürmann, Anne D. Plau, Anne Kuhlmeyer, Anousch Mueller, Auguste von Blau, Berit Andersen, Birte, Chloe Zeegen, Christian Huberts, Clemens Setz, Daniela Seel, David Bernet, David Wagner, Demeter Dick, Denise Maurer, Dirk von Gehlen, Doris A. Conrad, Doro Horedt, Dr. Hans Mordt, Elke Heinemann, Falk Schreiber, Felix Johannes Enzian, Florian Voß, Frank Göhre, Frank Krings, Frank Lachmann, Franziska Schöning, Frédéric Valin, Gabriel Yoran, Georgina Pascoe, Gerle K. Tröger, Gesa Füßle, Gesa Noormann, Heiko Kuschel, Holger Schulze, Huck Haas, Isabel Bogdan, Isabel Fargo Cole, Jackie A., Jan Fischer, Jannis Plastargias, Jo Lenz, Johanna Feil, Johanna Straub, Joseph Given, Judith Sombray, Julia Powalla, Karola Sasse, Kathrin Jurgenowski, Klaus Hulha, Klaus Lorch, Konrad Toenz, Laura Sonnefeld, Leander Wattig, Lew Weisz, Lilith Adami, Ludger Menke, Magdalena Jagelke, Mareike Schneider, Maren Kames, Marika Keblusek, Mario Sixtus, Marion Schwehr, Markus Heitz (Mahet), Martina Minette Dreier, Michael Bärnthaler, Michael Brielmaier, Michaela Keller, Michaela Maria Müller, Monika Scheele Knight, Moritz Reichelt, Nadine Kegele, Nils Markwardt, Nils-Peter-Timm, Noomi Seebacher, Patricia Cammarata, Philipp Winkler, Pia Ziefle, Rafael Horzon, Rahel Müller, Raphael Voss, Rasha Khayat, Regina Schleheck, Rita Krippendorf, Rolando B. Santana, Roman Held, Romi Staub, Ruth Hundsdoerfer, S. Noa Medina, Samael Falkner, Sandra Matteotti, Sandra Rufli, Sandra Walzer, Sarah Khan, Sebastian Baumer, Sebastian Dickhaut, Sebastian van Roehlek, Señor Rolando, Sibylle Luithlen, Simona H., Simone Harland, Simone Veenstra, Stanislaw Bastian, Stefan Mesch, Stephan Weiner, Tatjana Kruse, Thomas Götz von Aust, Tilman Winterling, Ute Weber, V. S. Wagner, Valeria Zichaeus, Vanessa Giese, Vassili Kostadimas, Vi, Vitoria Pinto, W., Wibke Ladwig, Zoë Beck und Zora Debrunner.Version 1/4 erscheint am 1.12., gleich morgens bei minimore.de und dann im Laufe des Tages in vielen anderen Shops. Links zu allen Shops werden hier gepostet. Das E-Book kostet EUR 4,99, die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös gehen als Spende an das Kindersterbehospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow. Die finale Version wird am 13. März 2015 erscheinen.Christiane Frohmann,Berlin, 27. November 2014
Tausend Tode schreiben | Cover

Christiane Frohmann (Hg.)

Tausend Tode schreiben
ISBN ePub: 978-3-944195-55-1
ISBN mobi: 978-3-944195-56-8
EUR 4,99
VÖ: 1. Dezember 2014

Die Idee war und ist, in Form von tausend kurzen Texten tausend höchst subjektive Ansichten auf den Tod zu versammeln, damit diese zusammenwirkend einen transpersonalen Metatext über den Tod schreiben, aus dem wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist. Ich habe Autor*inn*en angesprochen und Menschen, die beruflich oder privat mit dem Tod zu tun haben. Viele dieser Menschen haben weitere Mitwirkende dazugeholt. Wer von den Leser*inne*n dieses E-Books selbst einen Text zum Tod geschrieben hat oder in sich trägt, kann diesen ebenfalls zu ‚Tausend Tode schreiben’ beitragen (verlag at cfrohmann.com), weil noch drei weitere Versionen erscheinen werden.

In der vorliegenden Version 1/4 erscheinen die ersten 135 Texte, sie stammen von @akkordeonistin, @chouxsie, @der_handwerk, @gallenbitter, @notwendig, AE Rutherford, Agent Dexter, Alan Posener, Alex Meszmer, Andie Arndt, Andrea Behnke, Andreas Schwarz, Angela Temming, Angelika Maisch, Anja Schürmann, Anne D. Plau, Anne Kuhlmeyer, Anousch Mueller, Auguste von Blau, Berit Andersen, Birte, Chloe Zeegen, Christian Huberts, Clemens Setz, Daniela Seel, David Bernet, David Wagner, Demeter Dick, Denise Maurer, Dirk von Gehlen, Doris A. Conrad, Doro Horedt, Dr. Hans Mordt, Elke Heinemann, Falk Schreiber, Felix Johannes Enzian, Florian Voß, Frank Göhre, Frank Krings, Frank Lachmann, Franziska Schöning, Frédéric Valin, Gabriel Yoran, Georgina Pascoe, Gerle K. Tröger, Gesa Füßle, Gesa Noormann, Heiko Kuschel, Holger Schulze, Huck Haas, Isabel Bogdan, Isabel Fargo Cole, Jackie A., Jan Fischer, Jannis Plastargias, Jo Lenz, Johanna Feil, Johanna Straub, Joseph Given, Judith Sombray, Julia Powalla, Karola Sasse, Kathrin Jurgenowski, Klaus Hulha, Klaus Lorch, Konrad Toenz, Laura Sonnefeld, Leander Wattig, Lew Weisz, Lilith Adami, Ludger Menke, Magdalena Jagelke, Mareike Schneider, Maren Kames, Marika Keblusek, Mario Sixtus, Marion Schwehr, Markus Heitz (Mahet), Martina Minette Dreier, Michael Bärnthaler, Michael Brielmaier, Michaela Keller, Michaela Maria Müller, Monika Scheele Knight, Moritz Reichelt, Nadine Kegele, Nils Markwardt, Nils-Peter-Timm, Noomi Seebacher, Patricia Cammarata, Philipp Winkler, Pia Ziefle, Rafael Horzon, Rahel Müller, Raphael Voss, Rasha Khayat, Regina Schleheck, Rita Krippendorf, Rolando B. Santana, Roman Held, Romi Staub, Ruth Hundsdoerfer, S. Noa Medina, Samael Falkner, Sandra Matteotti, Sandra Rufli, Sandra Walzer, Sarah Khan, Sebastian Baumer, Sebastian Dickhaut, Sebastian van Roehlek, Señor Rolando, Sibylle Luithlen, Simona H., Simone Harland, Simone Veenstra, Stanislaw Bastian, Stefan Mesch, Stephan Weiner, Tatjana Kruse, Thomas Götz von Aust, Tilman Winterling, Ute Weber, V. S. Wagner, Valeria Zichaeus, Vanessa Giese, Vassili Kostadimas, Vi, Vitoria Pinto, W., Wibke Ladwig, Zoë Beck und Zora Debrunner.

Die finale Version wird am 13. März 2015 erscheinen.

Christiane Frohmann,
Berlin, 27. November 2014

Mehr als Rädchen sein

Ohne Erwartungen leben – geht das? Wie reif und erleuchtet man dazu sein muss, weiß ich allerdings nicht. Nur dass ich das nicht bringe. Und, so sehr ich es nicht mag, wenn andere von mir etwas erwarten, ich tue es auch – ich habe Erwartungen. An mich und an andere. Und an das Leben. Oft völlig unreflektiert, meistens sogar.

Andererseits bin ich immer wieder abgehauen, wenn die Erwartungen anderer an mich zu groß geworden sind. An Arbeitsstellen oder in Beziehungen. Wenn ich festgestellt habe, dass ich andern in erster Linie als Projektionsfläche diene und nicht als die Person, die ich bin, als die Frau, der Mensch, gesehen werde, sondern als funktionierendes Rädchen im Getriebe einer Beziehung, eines Arbeitsverhältnises. Man kann mich, wegen meiner Fluchten, feig nennen, und vielleicht bin ich es auch, doch das spielt hier keine Rolle, denn hier und heute will ich mal wieder schreibenderweise über das Leben sofasophieren. Über die Gesellschaft auch. Und wenn wir schon dabei sind auch gleich über die Politik. Alles im gleichen Aufwisch. Achtung: Triggerwarnung. Auch der Tod kommt in diesem Artikel vor. Denn wenn wir schon über das eine, das Leben, reden, kann das andere nicht weit sein.

Wer weiterliest, ist selbst schuld. 🙂

Das blaue Boot hat angelegt. An meinem Steg. Anders als letztes Jahr, wo es mich sozusagen entführt und auf der blauen Insel eine Weile lahmgelegt hat, hat es sich diesmal angekündigt. Diesmal spielt mein blaues Monster, das Kapitänum des blauen Bootes, mit offenen Karten. Wir beide wissen Bescheid, denn seit ich mein Medikament nehme, sehe ich die Welt anders. Nicht netter, aber klarer. Das Medikament ist meine Brille, die den ewigen Lebensgraufilter von meinen Augen genommen hat. Ohne diesen Graufilter konnte ich in den letzten Monaten vieles aufräumen. Ich bin in meine Kellerräume gestiegen und habe die hintersten und ältesten Kisten geöffnet. Viel Dreck. Viel Mist. Viel Schmerz. Mäusekot. Schwere Kost. Nein, ich habe mich nicht geschont. Ich habe hingeschaut. Und dann habe ich ein Feuer gemacht, im Garten, und vieles verbrannt. Ich bin durch. Mittendurch. Ich habe keine Angst mehr von dem, was noch in mir drin zum Vorschein kommen könnte. Diese Ängste sind gebannt. (Denke ich jetzt und heute. Und ich hoffe, dass dem so ist.) Doch ob ich mit meiner neuen Werkzeugkiste dem blauen Monsterboot diesmal trotzen kann, werde ich sehen. Ich bin zuversichtlich. Obwohl ich mich auch ein wenig fürchte.

Angst habe ich eher vor der Welt da draußen, der ich auch angehöre. Im vorletzten Artikel habe ich darüber geschrieben, wie anstrengend es oft für mich ist, dass ich hinter jedem Wort, das ich lese und höre immer auch den Menschen spüre, der es gesagt oder geschrieben hat. Und dann natürlich zu wollen, dass es ihm oder ihr gut geht. Und natürlich ist es größenwahnsinnig, zu glauben, dass ich die Welt allen Menschen so machen kann, dass sich alle sicher und geliebt fühlen. Dennoch ist es eine ewige Hoffnung in mir, dass wir alle zusammen uns gemeinsam in diese Richtung bewegen. Doch weil es noch nicht so ist und weil wir noch alle (oder zumindest die meisten) zuallererst daran denken, den eigenen Bauch zu füllen, gibt es eben dieses Ungleichgewicht, die Krankheit der Gesellschaft. Neulich las ich bei Irgendlink über diese geniale anarchistische Idee, alles Gut (und Schlecht?) auf einen Haufen zu legen und neu zu verteilen. Das erinnerte mich an das neulich hier im Blog beschriebene Experiment, bei welchem sich Menschen aus einer Schüssel so viel Geld nehmen durften wie sie brauchten. Und wie das mit Selbstwert zusammenhängt. Mit unserem Denken über uns selbst. Über die Selbstwertschätzung und die Wertschätzung aller andern uns gegenüber.

Heute Morgen habe ich auf einmal verstanden, dass es nicht die Selbstliebe ist, die mir für mich und meine Zufriedenheit fehlt, sondern eine Art Bumerang- oder Spiegelakzeptanz der Menschen da draußen. Denn mir selbst und meinen geliebten Menschen geht es gut mit mir. Wenn ich aber unterwegs im öffentlichen Raum bin, auf Ämtern, im Zug, im Garten, im Laden möchte ich nichts anderes als alle andern einfach zu respektieren und von ihnen respektiert zu werden. Nicht denken: Was denkt der oder die von mir, wenn ich so und so? (Denn damit bewerte ich ja sowohl mein Verhalten als seltsam und traue den andern andererseits nicht zu, mich nicht zu bewerten.) Im Grunde kann es mir ja völlig egal sein, was unbekannte (und bekannte) Menschen von mir denken. Ein bisschen anders ist es in Umgebungen, wo man entweder als Bittstellerin oder Kundin auftritt. Da möchte ich als Mensch gesehen werden, als der Mensch, der ich bin. Mit meiner Geschichte. Nicht als Nummer. Nicht als Fall. Da möchte ich einfach nur akzeptiert werden. Und ernstgenommen. Wahrgenommen und respektiert nicht einfach nur geduldet. Ja, ich habe Erwartungen, wie gesagt.

Und nun stell dir bitte mal eine Wippe vor. Oder eine Waage. Eine Schaukel. Ein Pendel. So ist unsere Gesellschaft. Nie ausgeglichen, immer rauf und runter. Immer hin und her. Immer in Unruhe. Vielleicht ist ab und zu eine Gruppe ruhig, ausgeglichen. Oder sogar mehrere. Aber nie alle. Muss ich das als Fakt akzeptieren und kann ich mir dennoch wünschen, dass es anders wird? Keine statische Ausgeglichenheit, denn das wäre Stillstand, Tod, nein, auch die Extreme haben wohl ihren Sinn. Sie gehören zum Menschsein dazu, das wir alle darstellen, und zur Lebenserfahrung, die wir sammeln. Und so haben wir Menschen also ausgetestet, wie sich Kapitalismus anfühlt. Viele haben auch den Kommunismus erlebt. Zumindest eine Form davon oder mehrere. Weder mit dem Kapitalismus noch mit dem Kommunismus wurde die Menschheit langfristig zufriedener (Muss sie das? Und wer sagt das? Wäre sie dann noch so manipulierbar, wie sie es ist?).

Da sind so viele Lecks. In mir, in uns. Und so versuchen es die einen mit Selbsterfahrungen bis zum Exzess und andere geben sich dem Leben in einer Gruppe hin, ebenfalls exzessiv. Alle auf der Suche nach ihrem Glück und ihrem Lebenssinn. Und ich frage mich, ob das wirklich funktionieren kann.

Müssen wir nicht erst einmal zu Grunde gehen? Uns unserer Dunkelheit stellen?
Dahin, wo es am dunkelsten ist.
Dann uns abstoßen, vom Grund, auftauchen, die Lungen füllen.
Und endlich authentisch leben.

Denn ich ahne, dass wir unterwegs etwas wesentliches verloren und vergessen haben, unterwegs durch die schnelle Zeit.

Das hier:

Um beruflichen Erfolg zu erlangen und in der Männerwelt ernst genommen zu werden, haben viele Frauen angefangen, ihre weibliche Seite zu unterdrücken. Nun haben manche zu ihrer Weiblichkeit und gar ihrem Körper eine ablehnende Haltung entwickelt.
Die Frau repräsentiert das Leben, das Sanfte, (weibliche) Intuition, Mitgefühl. Sie steht für das Fließende. Nicht nur ihr Blut fließt alle vier Wochen, auch das Fließen der Gefühle und der Liebe ist gemeint.
Es ist für unser aller Wohl, nicht nur für das der Frau selbst, dass wir unsere weibliche Seite wieder entdecken und ausleben. Männer sind nicht besser als Frauen, und Frauen nicht besser als Männer – wir sind einfach anders. Und wir sollten aufhören etwas anderes sein zu wollen, als was wir sind.

Quelle. http://www.awakeningwomen.de/2014/11/18/ganz-frau-sein/

Wir alle sind alles. Ich habe männliche und weibliche Anteile. Du auch, er und sie ebenfalls.

Ich plädiere für Ausgewogenheit. Für den Weg in unsere Mitte. Für ein wahrhaftiges Hinspüren. Ja, auch ihr, Männer, seid gemeint. Warum nur haben wir so Angst vor unseren Gefühlen? Weil wir dabei etwas in uns entdecken könnten, von dem wir verlernt haben, wie man damit umgeht? Oder es gar nie gelernt haben?

Seit ich in meiner Zwischenwelt, in meinem neuen Leben lebe, will heißen, seit ich nicht mehr angestellt bin, stelle ich fest, dass ich wieder viel mehr fühlen kann. Dass ich mich viel weniger nach außen hin abschotte, dass ich wieder viel mehr hinschaue, bei mir, bei andern. Und ja, das tut manchmal verdammt weh. Und vielleicht habe ich ja darum so Angst vor der Welt da draußen? Weil da noch viel mehr Schmerz ist, verdichtet in jedem einzelnen Menschen. Und meistens nur deshalb, weil sie ihn nicht zulassen, den Schmerz, und seine Auflösung auch nicht.

Ich behaupte, dass die meisten Handlungen motiviert von unseren Wunden sind. Wäre es da nicht sinnvoll, sich mal um die Heilung derselben zu kümmern, um so die Grundlage für andere, weisere Handlungsansätze zu schaffen?

Die Natur holt sich ja doch immer, was sie braucht. Auch unsere innere Natur. Pendel. Vielleicht ist das sogar der Schlüssel zu den Erwartungen? Aktion – Reaktion. Instantkarma. Nein, ich nenne es nicht Schuld und ich spreche nicht von Busse und Sühne. Mit diesem Weltbild wurde schon zu viel kaputt gemacht. Aber ich glaube an Naturgesetze, an das Gesetz der Anziehung auch und an das Echo der Bergwand. Und ja, ich glaube an die Liebe.

Hashtags, Depressionen und wie sie wirken

Man kann sagen, was man will über die neuen Medien, doch was ich an ihnen schätze ist, dass sie sozusagen basisdemokratische Auswirkungen haben. Etwa im Fall der Aktion „Nicht einfach nur traurig“, die seit ein paar Tagen durch die Medien streift und das Thema Depression aus der Tabuzone sozusagen in die Wohlfühlzone bringt. Mit der Hoffnung auf Entstigmatisierung und mehr Verständnis.

Es ist ein Schritt der Enttabuisierung: Mit dem Hashtag #NotJustSad hat eine Berlinerin eine Diskussion über Depression angestossen. Dabei zeigt sich: Solange wir an einer Gesellschaft feilen, in der scharf getrennt wird zwischen Versagern und Gewinnern, tragen wir Mitschuld an dem Leid der anderen.

[…]

Seitdem die Berliner Internet-Nutzerin «Jenna Shotgung» auf dem Online-Netzwerk Twitter mit dem Hashtag #NotJustSad ihre Depression thematisiert hat, schildern immer mehr Menschen in 140 Zeichen, was es heisst, eine Depression zu haben. Die Inneneinsichten sind bald poetisch, bald traurig und zumeist tief verstörend. Sie geben einen Eindruck davon, mit welchen Ängsten, aber auch gesellschaftlichen Stigmatisierungen die Betroffenen umgehen müssen. Obwohl Depressionen zu den häufigsten Krankheiten gehören, fühlen sich viele Erkrankte nicht richtig ernst genommen.

[…]

Solange wir an einer Gesellschaft feilen, in der scharf getrennt wird zwischen Versagern und Gewinnern, zwischen Reichen und Armen, zwischen Privilegierten und Schmarotzer, Hübschen und Hässlichen, Inländern und Ausländern und diese Klüfte sich auch noch ausweiten lassen, tragen wir Mitschuld am Leid der anderen. Depressionen sind psychische Krankheiten, die nicht nur auf biologischen Prädispositionen, sondern auch auf Ausgrenzungsmechanismen basieren, die in den westlichen Gesellschaften dramatisch zugenommen haben. Noch nie gab es so viele Menschen in Europa und den USA, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Sie alle blicken in eine trübe, ungewisse Zukunft.

Hinzu kommt noch ein sozialer Aspekt: Der Distinktionsdruck ist gewachsen. Es war noch nie so schwer, ein verletzlicher Mensch zu sein. Die Pop-Kultur besteht mehr denn je aus Inszenierungsspielen, die keinen Platz lassen für ehrliche Traurigkeit und tief verwurzelten Ernst. Geschickt inszenierte Selfies, unvermittelte Bewertungen von Aussehen und Rang sind das Gemisch, aus dem Ausgrenzungen entspringen. Diese Mechanismen züchten das Begehren heran, ein einzigartiges Individuum zu sein, anstatt sich als Teil einer grossen Gemeinschaft zu fühlen.

Liebe verkommt zu einem Streben nach dem narzisstischen Selbst statt nach einem Ich, das man nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Schwächen liebt. An einen positiven Liebesbegriff erinnert Walter Benjamin: «Wer liebt, der hängt nicht nur an ‹Fehlern› der Geliebten, nicht nur an Ticks und Schwächen, ihn binden Runzeln im Gesicht und Leberflecken, vernutzte Kleider und ein schiefer Gang viel dauernder und unerbittlicher als alle Schönheit.» Kompromissloses Verständnis – das ist es, wonach Depressive suchen. «Wir wünschen uns nur jemanden, der uns an die Hand nimmt, ohne Fragen zu stellen», schreibt der Twitter-Nutzer Caine.

Das Nichtverstehen begreifen

Das Leid kann nur dann gelindert werden, wenn wir uns alle dazu bereit erklären, den individuellen Druck auf die Betroffenen zu verringern. Das fängt bei gesundheitspolitischen Aspekten wie der Bereitstellung von Therapieplätzen an und hört bei der Sensibilität am Arbeitsplatz und in der Familie nicht auf. Bei der Frage auf Twitter, was gegen Depressionen hilft, antworten die meisten Betroffenen mit ähnlichen Vorschlägen: Ruhe, Geduld, Verständnis und Zuneigung. Das Schlimme dabei ist, dass sich Depressionen nicht verstehen lassen. Als Beobachter muss man lernen, ein Verständnis für das Nicht-verstehen-Können zu bekommen. «Wenn du merkst, dass die Tränen in die Augen schiessen, und du weisst einfach nicht, warum.» So schildert die Nutzerin «who?» ihre Depression.

Quelle: nzz.ch

Mehr Infos:
Spiegel online

Timeline auf Twitter

screenie-notjustsad

 

Über den Gartenzaun

Aus dem Fenster nannte Sherry ihren Blogartikel, in welchem sie einige ihrer sehr dichten Gedanken über unsere Menschheit schreibt. Ich zitiere:

Mir fehlen die Autoren und Autorinnen, die es noch schafften, über sich zu schreiben, ohne den Radius ihrer Beschreibungen so eng an sich zu pressen, dass man beim Lesen unwillkürlich das Gefühl bekommen muss, sich um die Autorin oder den Autor zu drehen.

Die meisten Texte hören sich an wie bunt gestellte Bilder aus dem hauseigenen Facebookalbum. Als ich Dostojewski las, fühlte ich, dass sein Kämmerlein dunkel war und sein Mantel verstaubt, auch wenn das vielleicht nicht so war. Mir fehlt der Schmerz und der Dreck beim Schreiben. Das Kerzenlicht, der vergilbte Teppich und die Erschöpfung. Heute müssen Texte gut aussehen, wie ein Instagram Foto. Ich glaube, Autoren sind weniger anfällig für diese Art des Schreibens. (Ich lasse mich hier gerne eines Besseren belehren). […]

Es ist überall das Selbe, völlig gleich, welche Religion und Kultur man hat. Der individuelle Unterschied besteht nur darin, wie viel man sehen, erleiden, und aushalten kann, bevor man selbst zum Raubtier wird.[¹]

Seit Tagen liegt ein Zettel auf meinem Schreibtisch, auf dem das Wort Menschheit? steht. Ja, dahinter steht ein Fragezeichen. Was genau ich dachte, als ich den Zettel geschrieben habe, weiß ich nicht mehr. Was noch drauf steht? Machen gesättigte Menschen andere Kunst als hungrige? Eine mögliche Antwort darauf hat Sherry mir oben gegeben, wenn wir für einmal jeden schriftlichen Selbstausdruck Kunst nennen.

Ich erinnere mich, wie wir eines Sommerabends mit Freundin S. am Feuer saßen und über Kunst und Kunst redeten. Wie so oft. Und worin sich Kunst von Kunst unterscheidet.
Sie sind alle so verdammt satt!, sagte S. über einige Künstlerinnen. Und das sieht man ihren Bildern auch an.

Diesen Satz kaue ich oft. Bin auch ich zu satt, bin auch ich eine dieser Autorinnen und Autoren, über die Sherry im Zitat oben schrieb? Ich will hier nicht ihr Ja oder ihr Nein, sondern meine Antwort, meine ganz persönliche, aufrichtige. Und ich will auch nicht, dass wir alle hungern müssen.
Ich wollte schon immer so schreiben, dass dein Blick beim Lesen meiner Zeile in die Weite fliegt. Dass du merkst, dass ich über das Leben aller schreibe, ausgehend zwar von meinem, aber dass ich auch dich meine. Selbst wenn ich in erster Linie für mich schreibe.

Früher habe ich vor allem geschrieben, wenn mein Herz hungrig war nach Lebensmitteln, die mich wieder mitten und mein Leben stärken würden. Heute schreibe ich, weil ich das Schreiben als Lebensmittel begreife. Weil ich glaube, dass es mein Ding ist. Und weil ich Worte habe. Etwas zu sagen zuweilen auch. Weil ich schreibend mein Menschsein zu begreifen versuche, und vielleicht sogar die Menschheit als ganzes ein bisschen mehr. Obwohl. Die Menschheit als ganzes – das ist schon mal eine komische Sache …

Aber an diesem ersten Tag im Bordell saß ich in einem Kreis von Kolleginnen und sagte: „Ich habe das Gefühl, ich habe nie etwas anderes gemacht.“ […] Was ich aber eigentlich gemeint hatte, als ich diesen Satz zu der Kollegin gesagt habe, war: Die Qualitäten, die ich in der Erziehung zur Tochter aus gutem Hause gelernt habe, sind die Qualitäten, dank derer ich mich im Bordell heimisch gefühlt habe. Weil ich genau wusste: Du bedienst das, was die Welt von außen an Erwartungen an dich stellt. Und die Welt ist im Patriarchat erst mal eine männliche. Was wir an Hörigkeit den Erwartungen der Welt gegenüber lernen, als Kinder in diesem Schulsystem und später in der Welt aus Studium und Ausbildung, bereitet dich perfekt auf den Puff vor. [²]

Die einen Menschen sind selbstzerstörerisch, andere zerstören fremdes Eigentum, fremdes Leben. Wieder andere kreieren ständig neue Dinge, erfinden Sachen, die einem kleinen Teil der Menschheit den Alltag, die Arbeit, die Freizeit, ein bisschen leichter macht, während der andere Teil der Menschheit dafür schuftet und dafür nicht mehr als einen Hungerlohn bekommt. Noch andere sind ganz und gar für andere da, sie kämpfen für bessere Lebensbedingungen. Für eine bessere Welt. So viele Kontraste! Mehr Farbnuancen hat die Gesamtmenschheit als mein Laptop erzeugen kann. Und dann soll es je dieses Licht im Kosmos geben, so lernte ich neulich, das wir mit unseren Augen nicht sehen können, weil uns dafür die entsprechenden Sinnesorgane fehlen (oder so ähnlich) – die notwendigen Apps oder Programme um diese Lichtsensationen zu öffnen … Diese Menschheit also?

Und ich als Teil davon. Du auch. Und du ebenfalls. Untrennbar mit ihr verbunden. Und mit allem andern, was lebt. Menschheit …

Manchmal bin ich so verdammt satt, ja, vom Leben. Lebenssatt. Ich weiß, das kann man nun so oder so verstehen. Und ja, das ist Absicht. Nein, das hätte ich jetzt nicht erklären müssen, ich weiß, ihr habt es alle selbst gemerkt. Ich habe eben schlaue Leserinnen und Leser. *stolzbin*.

Und jetzt? Sherry, darf ich dich nochmals zitieren? Zum Abschluss und weil es so wahr ist, was du schreibst.  … und damit wir es nie vergessen!

Die Tage sind nach oben und unten hin wild.

_________________________________________________

Quellen

[¹]  http://iranique.wordpress.com/2014/11/05/aus-dem-fenster/
[²]  https://krautreporter.de/71–wir-verschiessen-standig-potenzial (Simone hat in Berlin mehrere Jahre lang in einem Bordell gearbeitet. Hier erzählt die 32-Jährige, was sie in dieser Zeit gelernt hat: Über den Puff als Lebensschule, warum Reden aufregender als Sex sein kann und über die archetypische Sehnsucht des Mannes, Frauen glücklich zu machen.)

Unerwünschte Erweiterungen

Der gestrige Polizeiruf 110 ist ja echt etwas vom heftigsten, was ich je gesehen habe. Wahnsinn auch fand ich diese Verknüpfung des zu lösenden Falls mit Bukows Privatleben.

Zur Geschichte:

Katrin König und Alexander Bukow geraten mitten in ein Familiendrama. Arne Kreuz, ein bisher unbescholtener Familienvater, befindet sich nach Trennung und Jobverlust im freien Fall. Er hat seine Frau sowie seinen jüngsten Sohn getötet. Jetzt ist er flüchtig – und auch von seinen Kindern Nicole und Jonas fehlt jede Spur. Unter Hochdruck versuchen Bukow, König und ihr Team, das tragische Verbrechen zu begreifen, den Amok laufenden Mann zu finden und Nicole und Jonas zu retten. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – und die Kommissare können nur erahnen, welches Ziel sich Arne gesetzt hat.

(Quelle: ARD mediathek, Link: siehe unten)

Nein, ich werde nun nicht das Drehbuch loben, obwohl es wirklich saugut war. Die schauspielerische Leistung ebenfalls. Und auch die Story werden ich nicht besprechen.

Nein. Ich schreibe, weil ich mich outen will. Ich will nicht euer Mitleid, bitte nicht, und nein, ich habe keine Ahnung, wie sich die Diskussion, die ich womöglich lostrete, entwickeln wird, doch es ist mir ein Bedürfnis, hier und jetzt einmal zu sagen, dass ich …

Hm. Wie schreibt man so was? Dass ich auch das Opfer (die Hinterbliebene, die Betroffene?) eines sogenannten Erweiterten Suizides war bin war. Ich hasse die Wörter Opfer und Erweiterter Suizid. Erstes impliziert eine passive Haltung, die ich – dank intensiver Arbeit an mir – allmählich ablegen durfte. Wie schreibe ich es denn nun, dass es richtig rüberkommt? Und was ist richtig? Gibt es das in solchen Fällen überhaupt? Vielleicht so: Ich hatte einen Partner, der so ähnlich wie Arne tickte. So ähnlich und doch anders. Zwar hatte ich nicht drei Kinder wie Jeanette und Arne, ich hatte „nur“ eins. Ich hatte einen wunderbaren, goldigen, lebensfrohen Sohn, der an seinem dritten Geburtstag mit seinem Vater zusammen gestorben ist.

Erweiterter Suizid – auch das: ein falscher Begriff. Er impliziert, dass die Person/en, die mit dem Menschen, der den Suizid begeht, einverstanden sind. Mag sogar sein, dass in solchen letzten Momenten so etwas wie Einverständnis besteht. Ein Kind versteht längst nicht alles, was ein sterbewilliger Elternteil sagt. Beschlossen hat. Will. Und dieser wohl auch selbst nicht. Dennoch: Einverständnis ist eins, freie Wahl etwas total anderes.

Andreas Schmidt spielt den psychisch kaputten Vater Arne mit einer so überzeugenden Ambivalenz, dass ich nicht anders kann als ein klein bisschen besser zu verstehen. Nicht gutheißen, keine Sekunde, aber verstehen. Wie ich das auch den Vater meines Sohnes konnte. Und kann. Eine kranke Art von Liebe, sage ich mal wenig differenziert und vereinfacht. Krass wird dieses Dilemma im Film vor allem am Schluss, am Strand, wo es um das Leben von Sohn Jonas geht.

Ebenfalls krass finde ich, dass Bukows Privatleben eine ähnliche Krise erfährt, die auch Arne wenige Wochen zuvor erlebt hat. Seine Frau hat sich entschieden, ohne ihn weiterzuleben. Was das mit einem Menschen macht, wie es ihn durcheinanderbringen kann, erfährt Sascha Bukow wortwörtlich am eigenen Leib. Sein Glück ist, dass er Teil eines Teams, eines funktionierenden sozialen Netzes ist und die Gabe hat, zu reflektieren.

Arne hatte das nicht mehr. Oder nie. Was dann, wenn nicht …?

Müsste man sich mehr einmischen in die Beziehungen anderer?, fragte mich nach meinem Drama eine Freundin.
Ich weiß es nicht.

Über Ursachen kann immer nur spekuliert werden. Und sie variieren von Situation zu Situation.

Wie kann man das Leben seiner Mitmenschen, die Welt, so mitgestalten, dass solche Situationen gar nicht erst entstehen müssen?
Ich weiß auch das nicht.

Am Ende sind immer mehr Fragen als Antworten. Und das gilt es zu akzeptieren. Vielleicht.

Ich habe gelernt, dass Verzeihen etwas ist, dass man im Grunde vor allem um seinetwillen tut. Um sich zu versöhnen mit seiner Geschichte. Ohne Verzeihen gibt es nur schwer „ein Leben danach“.

Etwas anderes, was ich im Kontext mit Suizid noch loswerden möchte: Suizid kann man selten oder nie als eine isolierte Handlung anschauen. Sie ist eine Folge gesellschaftlicher Prägungen und unzähliger Erlebnisse, Erfahrungen, Verletzungen. Ich spreche niemandem das Recht ab, seinen Tod selbst zu bestimmen. Aber bitte allein.

_____________________________

ARD-Mediathek
www.ardmediathek.de/tv/Polizeiruf-110/Familiensache-Video-tgl-ab-20-Uhr/
www.ardmediathek.de/tv/Günther-Jauch/Familiendrama-wenn-Eltern

Nach uns die Zukunft?

Heute Morgen habe ich leer geschluckt. Emil hat – ohne meinen Text gelesen zu haben – sozusagen die Fortsetzung meines gestrigen Artikels geschrieben. Er fängt mit einem Zeitungszitat, aus dem ich hier rezitiere an:

Zwar leben wir in einer Zeit galoppierender Modernisierung, der Begriff Zukunft wird jedoch nicht mehr durchweg positiv wahrgenommen. Wir wissen nicht, ob Kriege, Umweltkatastrophen, demografische Probleme oder Wirtschaftskrisen auf uns zukommen, bestenfalls bleibt alles, wie es ist. Man möchte an diese Zukunft nicht erinnert werden, man möchte vielmehr von dem Gedanken an sie abgelenkt werden. Also feiern wir in Mode und Stil die vergangenen Jahrzehnte. Die fünfziger, sechziger, siebziger, achtziger, sogar die neunziger Jahre: Jede vergangene Dekade erscheint uns attraktiver als das, was noch kommt. […] Früher bedeutete Industrie-Design, das gleiche Produkt für viele Menschen herzustellen. Ein Design musste für alle passen. […] Ein innovatives Produkt reißt die Menschen nicht mehr mit – es passt sich an sie an. Man kann kaum noch eine Zukunftsvision für alle formulieren. Denn die Menschen nehmen sich nicht mehr als Teil eines Ganzen, sondern als Individuen wahr. Mit ganz eigenen Werten und Interessen.

Quelle: Tillmann Prüfer im ZEITmagazin Nr. 43/2014; S. 24

Aus seinen Gedanken zitiere ich hier ebenfalls. Und zwar jene Sätze, die auch ich schon so ähnlich gedacht.

Ein Einzelner ist leicht abzulenken, die Kraft eines einzelnen Menschen ist schnell erschöpft. Eine Masse könnte tatsächlich etwas am System ändern – das aber ist nicht gewollt. Also wird der Mensch, der Bürger, zum Konsumenten gemacht. Und damit es ihm nicht langweilig wird, darf er sich seine Konsumgüter selbst gestalten: Farbe, Material, Oberflächenbeschaffenheit sind auswählbar. Aber schon die Haltbarkeit ist etwas, das keinesfalls mehr beeinflussbar ist: Gleichwohl etwas geschont wird, es wird wirklich kurz nach Ablauf seiner Gewährleistungsfrist kaputtgehen.
[…] Keiner mag mehr normal oder gar Durchschnitt sein, in irgendeiner Weise sich eben nicht nur unterscheiden von allen anderen, sondern sogar besser sein als alle anderen. Aber wir sollten uns unsere Gemeinsamkeiten nicht aus den Augen verlieren, sie uns nicht aberziehen (lassen) und sie schon gleich gar nicht verkaufen …
Und wir sollten uns wieder einer Zukunft bemächtigen, einer gemeinsamen, einer, die allen Menschen ein Leben gestattet ohne Existenzängste, ohne Hunger, ohne Sterben an heilbaren Erkrankungen, ohne Krieg und ständige andere Kämpfe.

Quelle: Der Emil, Denkaufgaben Individualismus vs. Gemeinschaft

Ich freue mich immer, wenn ich bei meinen Blogbesuchen auf Gedanken treffe, die meine eigenen spiegeln, weiterentwickeln und so bei mir als Inspiration und Ermutigung zum Weiterspinnen ankommen. Ich freue mich, wenn andere das Leben auf mir vertraute, ähnliche Art wahrnehmen.

Personalize-me überall wer dieses Blog liest, liest einen von mir personalisierten Blog. Zwar gibt es nur eine beschränkte Anzahl WordPress-Designs (Hunderte inzwischen, vermute ich), aber diese lassen sich immer – teilweise gratis, teilweise mit Aufpreis – den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Kaum jemand hat ein unverändertes Standardthema. Wir alle wollen doch, wie Emil sagt, anders sein als der Durchschnitt. (Notiz an mich: Warum ist eigentlich die Normalität und der Durchschnitt so negativ gefärbt? Zumal wir alle, wenn es hart auf hart geht, auf gar keinen Fall nicht normal sein wollen.)

Irgendwann ist der Höhepunkt jeden Wachstums erreicht. Alles hört irgendwann auf, zu wachsen, jeder Mensch, jeder Baum. Oder sagen wir es so: Ein Baum wächst irgendwann nur noch langsam; mehr in seiner Qualität als in der Quantität (Größe, Länge, Höhe, Breite, Dicke, Umfang und so weiter). Auch der Umfang von Individualismus wird eines Tages nicht mehr zu toppen sein. Was dann? Wird das Pendel vom höchsten Punkt – wie es die Schwerkraft vorgibt – wieder zum andern Ende zurückschwingen, zum Kollektivismus? Zu einer neuen Form davon womöglich?

Werden wir Menschen – wenn wir schon die Vergangenheit so glorifizieren wollen, wie im obigen Artikel beschrieben – aus der Geschichte lernen und irgendwie einen Weg finden, der als ganze Gesellschaft gangbar ist. Und zwar für alle, nicht nur für eine Elite, zu der wir  – selbst wenn wir nicht viel Geld haben – dennoch gehören. Immerhin sitzen wir an einem Laptop/PC/iBook oder Notebook und können lesen und schreiben. Und ein paar andere Dinge mehr.

Wie wir – als Ganzes, als Gesellschaft – uns unserer Zukunft bemächtigen, weiß ich nicht. Ich bin gespannt. Und ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass es ein Weg ist, der uns allen das Leben lebenswerter macht.

Geschmeidige Finger oder goldenes Schweigen?

Ich möchte so gerne mal wieder einen richtig schönen, klugen Blogartikel schreiben, einen sofasophischen, einen nahrhaften. Nicht immer nur Dinge über meine Reisen schreiben, nicht immer nur Dinge über Dinge schreiben, sondern Dinge über das wirkliche Leben, bewegende Dinge. Manchmal jedoch hindert mich etwas, das ich schwer benennen kann, daran, einfach drauflos zu schreiben. Drauflos zu sophieren.

Die über dreihundert Follower auf WP und FB: warum followen sie mein Blog? (Followt man wem oder wen? Und wenn ja: warum?) Lesen sie meine Artikel wirklich oder lesen sie sie nur quer? Verstehen sie, was ich sagen will? Was sind das für Menschen, abgesehen von den vielleicht zwanzig-dreißig Menschen, die regelmäßig – oder auch nur hin und wieder – kommentieren? Und wie beeinflusst das Wissen um diese unbekannten Menschen mein Schreiben? Darf es mich überhaupt in irgendeiner Weise beeinflussen? Soll es sogar? Nennt man das womöglich Inspiration oder ist es eher Anpassung? Und warum schreibe ich überhaupt öffentlich? Falls ich nicht wollen würde, dass mir jemand beim Schreiben zuschauen und seinen Senf dazu abgeben kann, sollte ich es lieber im stillen Kämmerchen tun. Tue ich aber nicht. Weil ich bloggen will. Weil ich mich regelmäßig warm schreiben will. Damit die Finger schön geschmeidig bleiben. Und der Geist erst recht.

Sind öffentlich Schreibende narzisstisch? (Darüber habe ich hier schon oft andeutungsweise geschrieben.) Womöglich leben wir einfach in einer durch und durch narzisstischen Gesellschaft? Sage ich das nun, um von mir abzulenken? Jein. Ablenken muss ich nicht, denn vermutlich stimmt es – und ich bin es, auch, narzisstisch, meine ich. Denn ich gestehe, dass ich mich über mein Blog freue. Dass ich gerne rauf- und runterscrolle. Dass ich mich über Kommentare und so weiter freue. Dass ich mich über euch freue, die ihr mein Blog besucht. Dass ich mich über den Austausch mit euch freue. Abzulenken gibt es also nichts, nur zuzugeben.

Wenn ich mich auf andern sozialen Medien umschaue, begegnet mir – noch mehr als hier – Likegeilheit. Weniger auf meiner Timeline vielleicht, als bei Seiten und Gruppen, die ich hin und wieder frequentiere. Nicht immer, nicht überall. Aber doch oft und immer wieder. Und eine Oberflächlichkeit, gegen die auch ich nicht immun bin, weil wir doch alle immer zu wenig Zeit haben. (Wofür?) Wir wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel lesen, möglichst viele Infos einnehmen, verdauen, allenfalls gleich outputen und reagieren und kommentieren und eine Meinung dazuhaben. Überall und zu allem wollen wir/sollen wir eine Meinung bilden. Eigentlich leben wir diesbezüglich in einer wirklich verrückten Zeit: überall ist unsere Meinung gefragt. Unsere (Be-)Wertung. Unsere Empfehlung. Überall haben wir die Möglichkeit, unsere Meinung zu sagen, zu schreiben, mitzureden, mitzudiskutieren.

Schön und gut, doch wenn ich manchmal öffentliche Diskussionen und Kommentarstränge lese – insbesondere bei politischen Themen – muss ich oft mit lesen aufhören. Weil … das ist oft respektlos und unter der Gürtellinie, was da geredet wird. Selbst aus hochsensiblen Themen werden bald schwarzweiße Grabenkämpfe. Polarisierung. Und das ist, so hoffe ich, nicht der Sinn dieser Meinungsfreiheit?

Kommt dazu, dass man sich, will man von seiner Meinungsfreiheit und -möglichkeit Gebrauch machen, fast überall anmelden muss. Daten, Daten, Daten … Sie wollen ja nur deine Seele, die Netzwerke! Um zu wissen, womit und wie sie dich noch besser und noch persönlicher bewerben können, damit du (weiterhin) eine gute Konsumentin bist. Nein, darüber werde ich heute nichts schreiben, darüber könnt ihr euch heute und immer wieder ganz allein den Kopf zerbrechen.

Deine eigene Meinung: zählt sie wirklich, bewirkt sie wirklich etwas?

Meine eigene Meinung: Hauptsache du machst dir Gedanken, du lässt dein Denken nicht vom Mainstream kämmen und föhnfrisieren, sondern erlaubst dir persönlich deine eigene Meinung. Das Wichtigste, was du dazu brauchst, ist wohl Mut, nein, das Wichtigste, was du zum Leben brauchst, ist natürlich Liebe. Die zu dir. Die zu andern. Die zur Welt. Weil – ohne sie könntest du wohl nicht mutig deine Meinung sagen wollen.

Tja, … und schon wieder ist nichts aus meinem Schöner Artikel-Plan geworden (siehe oben). Vielleicht sollte ich also einfach mal nichts sagen/schreiben … schweigen ist ja bekanntlich Gold?

Mein neues Leben

Seit ich meine Arbeitsstelle Ende Juni freiwillig verlassen habe (StammleserInnen erinnern sich?), habe ich konstant das Grundgefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ein für mich fast neues Gefühl übrigens. Jedenfalls im Bereich Arbeit-Beruf-Berufung. Der Plan, mich nur noch selbständig durchzubringen, fühlt sich noch immer genau richtig an, obwohl ich mich nun doch wieder „offiziell arbeitslos“ gemeldet habe. Ein bisschen finanzielle Unterstützung hat noch nie geschadet. Eine kleine feste Stelle zum Beispiel als Verlagskorrektorin oder -lektorin wäre doch auch toll? Sicherheit und so. Geld? Leider noch immer so etwas wie ein Reizwort für mich alte Anarchistin. Oder Idealistin. Oder Naivistin. Was auch immer …

Seit ich Bürgerin von Secessionistan! geworden bin (Blogleserinnen erinnern sich?), denke ich oft über Satz 5 in der Verfassung (siehe unten) dieser Kunstrepublik nach. Doch auch die andern Satzungen sprechen mir zutiefst aus dem Herzen! Es geht um Solidarität, Teilen, Gleichheit im Sinne von Gleichwertigkeit. Eine Verfassung, die – würde sie so auf der Welt so umgesetzt – allen ein menschenwürdiges Leben erlaubt. Und das Bedingungslose Grundeinkommen dürfte eigentlich auch noch gleich mit drin stehen. 🙂

Geld. Das liebe Geld. Das dreckige Geld. Und die Möglichkeiten des Lebens, über die Irgendlink heute Morgen gebloggt hat und die man als Selbständige, als Freischaffende, als Lebenskünstlerin hat … Wie anders könnte man leben, wenn …

Gestern las ich einen spannenden Artikel über bedingungslose Geldgeschenke:

Ein erstaunliches Experiment mit einer Gruppe von Menschen zeigte, wie tief das Geld mit dem Selbstwert des Menschen verbunden ist. Um unsere Beziehung zum Geld zu heilen, müssen wir es in den hellen Spiegel bringen, in dem es der Ausdruck unserer Wertschätzung und Liebe ist. […]

Vor einigen Jahren, im Mai 2010, nahm ich an einem fünftägigen Seminar teil, bei dem es um die spirituelle Bedeutung von Geld ging. Eine Übung, die wir machten, bestand darin, dass die Seminarleiter eine Glasschüssel mit Geld vorne hinstellten. In dieser Schüssel befanden sich 4000 € in zerknitterten Scheinen. Dadurch, dass die Scheine zerknittert waren, füllten sie die ganze Schüssel. Es sah aus wie ein Salat aus Geld. Das Geld verschenkten sie.

Die Übung bestand darin, dass man freiwillig vortreten konnte, um Geld aus der Schüssel zu nehmen. Die einzige Bedingung war, dass man offen sagte, wie viel und wofür man das Geld haben möchte. […]

Der 500-€-Schein lag sehr, sehr lange in der Schüssel und niemand traute sich, ihn zu nehmen. Irgendwann trat eine Frau vor. Sie erklärte, dass sie als Kind nie Taschengeld bekommen hatte, aber von ihrem Vater für kleine Arbeiten bezahlt wurde und er ihr die Groschen in einer mahnenden Weise vorgezählt hatte, was sie sehr beschämte und erniedrigte. Sie wollte Geld nehmen, einfach um mal etwas zu bekommen, ohne dafür etwas leisten zu müssen. Der Seminarleiter fragte sie, wie viel sie denn nehmen wolle. Es wurde deutlich, dass es hier um ihren Selbstwert ging, der in ihrer Kindheit schon verletzt worden war. Sie war sehr unsicher und hatte Tränen in den Augen. Sie zögerte und traute sich nicht an die Schüssel zu treten. Der Seminarleiter musste sie mehrfach auffordern, aber sie konnte keinen Betrag nennen. Schließlich musste sie sich direkt vor die Schüssel stellen und nahm schließlich einen 20-€-Schein. Alle im Raum waren sehr betroffen. Waren es 20 €, die sie sich wert war? Hatte sie so viel Angst und Scham, sich mehr zu nehmen, wenigstens 50 € oder vielleicht 70 €? Sie zitterte und weinte. Der Seminarleiter trat zu ihr, nahm sie in die Arme, griff in die Schüssel und gab ihr den 500-€-Schein. Da brach sie zusammen. In dieser Geste verdichtete sich das ganze Leiden ihres Lebens, die Erniedrigung als kleines Kind und ihr Leben als Frau, die nie die Chance hatte, Selbstwert zu entwickeln. Es war wirklich bestürzend, welche Kraft das Geld hatte und wie stark es in den Selbstwert eingriff.

Quelle: www.tattva.de

Geld ist in unserer Gesellschaft, auf der ganzen Welt wohl gar, das Gefährt, das Mobil, das Werkzeug, das Ding geworden, über das wir alle unsere Werte definieren. Gut oder schlecht? Egal. Es gilt einfach, sich das bewusst zu sein. Und zu verstehen, wie sehr es uns beeinflusst. Was es mit uns macht, wenn es fehlt oder im Überfluss da ist.

Im Moment läuft es bei mir oft so, dass ich in Bezug auf Dinge, die ich zu brauchen glaube oder die ich haben möchte, überlege, ob es eine Tauschmöglichkeit dafür gibt. Mit einer Künstlerin aus Norddeutschland verhandle ich aktuell über Kunst gegen Kunst. Auch in anderen Beziehungen scheinen sind neue Wege aufzutun. Tauschhandel ist womöglich der Handel der Zukunft?

Ooops, schon nach zwei! Ich müsste so langsam die Rechnung für meine letzte Kundin schreiben – damit Geld reinkommt und ich die Miete zahlen kann. Und ein paar Werbeaktionen müsste ich auch mal angehen … 🙂