Kartenspiel?

Ist das Leben ein Kartenspiel und dauert es womöglich einfach so lange bis wir alle Karten gespielt haben? Ob jene im Ärmel und in der linken Socke auch zählen?

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Hilfe! Das Pflegen von Beziehungen sowie all die kulturellen Aktivitäten, denen ich meine Aufmerksamkeit schenke – Lesen, Schreiben, Malen, Filme schauen, Musik hören, Fotografieren, Bilder bearbeiten –, fressen fast meine ganze freie Zeit auf. Ich glaube, ich lasse das alles mal bleiben! Genau! So werde ich auf einmal ganz viel freie Zeit haben! Wie soll ich diese bloß (r)umbringen?

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Der kleine J. (6) in Irgendlinks Blog sagt: „Es gibt keinen Gott.“ Als Beweis führt er an: „… weil er sich dir nicht offenbart, weil er sich mir nicht offenbart und weil er sich auch allen anderen Menschen nicht offenbart. Es sind immer nur Menschen, die anderen Menschen erzählen, dass es Gott gibt und was er so tut. Nie ist es Gott persönlich. (…) Sie haben ihre Informationen (…) ALLE nur aus zweiter Hand. (…) Wer also kann ausschließen, dass ich nicht am Ende einer tausendjährigen Lügenkette stehe?” (Zum Originaltext: hier klicken).

Da ich selber nicht an jenen Gott mit Rauschebart glaube, halte ich diesen weisen Beweisen nichts weiter entgegen außer den Gedanken, dass sich mit fehlenden unmittelbaren, respektive immer nur subjektiven und immer nur von Menschen interpretierten Offenbarungen Gott zwar tatsächlich nicht beweisen lässt. Aber eben, er lässt sich damit auch nicht ausschließen und widerlegen. Was heißt da ER? ER-SIE-ES. Offenbarungen, die wir Menschen haben, Erleuchtungen, Erkenntnisse – sie alle sind immer subjektiv. Wir glauben etwas, weil wir es jetzt glauben wollen. Weil es uns jetzt gut tut. Weil wir es jetzt für wahr halten (wollen). So wahr, wie eben etwas wahr sein kann. Oder auch nichts.

Na, wenn das mal keine Offenbarung ist!

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Ist das Leben ein Kartenspiel?

aufgeschnappt …

Wer bisher immer “Mitfahrer(in)” gewesen ist, kann sich überlegen, ob er fortan nicht lieber “Busfahrer(in)” sein will, (die) der den Kurs des eigenen Lebens bestimmt, wohl wissend, dass man auch als Busfahrer(in) von anderen abhängig ist, aber dennoch nicht zum Objekt wird. Auf diese Weise wird man wieder Herr(in) des eigenen Hauses sein, wie immer das aussehen mag.

Zitat Monalisa

und

Mein Kunststudium, die ganzen besuchten Museen, die Seminare, in denen ich das Gefühl hatte, angekommen zu sein und das Urrichtige zu tun … Nein, Seniorengaststudentin will ich nicht sein. Keine Wegnehmoma mit flotter schwarzer Baskenmütze. Aber was dann?

Zitat Wildgans

Nein, nicht dass ich mich schon alt fühle, das nicht. Auch bin ich weder Oma noch habe ich ein eigenes Haus. Außerdem fahre ich mich am liebsten selbst von A nach B; lieber, als mich von Bus, Tram oder Zug chauffieren zu lassen. Doch macht mich das alles nun zur souveränen Busfahrerin?

Es ist Tatsache, dass ich die Lebensmitte überschritten habe. Außer wenn ich einundneunzig Jahre alt würde. Oder noch älter. Die Mitte? Will heißen, vielleicht nochmals so lange zu leben? Puh oder Jippie?

Nochmals so viele/so wenige Jahre zu leben. Doch diesmal mit mehr Erkenntnissen als vor vierundvierzigdreiviertel Jahren. Und mit weniger naiver Leichtigkeit als vor vierundvierzigdreiviertel Jahren. Mit mehr Gelassenheit dafür. Mit weniger Erwartungen vermutlich. Fatalistischer und mit weniger Lebensenergie. Mit mehr oder mit weniger Lebensfreude? Manchmal macht es mir ein klein bisschen Angst, wenn ich an die Strecke durch den Urwald denke, die noch vor mir liegt. Wird sie anstrengend sein?  Bisweilen habe ich auch Angst, dass Zeit und Kraft nicht reichen, um all die Ideen umzusetzen, die in mir schlummern. Schaffe ich es, immer zufriedener zu leben? Nehme ich das Steuerrad in die Hand?

Dazu eine kleine Geschichte, meine Lebensmetapher:

„Der Lebensweg gleicht einem Gang durch ein Labyrinth oder Mandala. Du wirst geboren. Damit fängst du mitten in deinem Kreis drin an. Du gehst und du vergisst zuweilen die Mitte, aus der du kommst. Du gehst immer weiter und weiter. Mal nahe der Mitte, mal fern von ihr. Irgendwann kommst du dort an, wo deine Außenwände sind. Deine ganz persönlichen, die du selbst bestimmt hast, irgendwann, irgendwo. Schliesslich gehst du weiter. Dein Weg führt dich, deiner inneren Weisheit folgend, wieder nach innen. Schritt für Schritt. Irgendwann langst du wieder in der Mitte an. Und das war’s dann*.“

© by Sofasophia

* Notiz an mich: da capo? al fine?

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Ich verlinke die von Monalisa erwähnte Sendung hier auch gleich nochmals:

Es muss nicht alles sein im Leben: Pläne sind schön … doch sie können auch zur Last werden

“ … wann darf man sagen: Es muss nicht alles sein im Leben? Wann ist es kluge Einsicht in die eigene Begrenztheit – wann ist es Resignation, weil die Ziele zu weit gesteckt waren und nun der Atem nicht mehr reicht?“

Zum Podcast-Download hier klicken und runterscrollen!

Altlasten

Am Samstag, dem 14. März 2009, also vor bald einem Jahr habe ich folgendes in mein damaliges Webtagebuch geschrieben:

Neue Altlasten – Ich war mit weiterem Kleinkram, darunter etwa zwei Zentner Bücher, im Brockenhaus. Und bin eine halbe Stunde später mit neuen Altlasten (= ein paar Bücher und so) nach Hause gefahren. Tja. Die Katze kann das Mausen nicht lassen. Oder nennt sich das wohl „alles fließt“? (…) Dass Schreiben eine Art Altlastenumwandlung ist, begreife ich immer mehr. Jedes Schreiben ist letztlich autobiografisch. Und zu jeder Biografie gehören eben alte Lasten. Wer unter euch keine hat, bitte melden!

Schreiben ist ganz ähnlich wie Brockenhaus: Verwandlung. Was ich raus oder besser loslasse, macht (vielleicht) anderen Freude.

Heute, ungefähr elf Monate später, war es mal wieder soweit. Wie viele neue Bücher sich doch im Laufe der Monate bei mir versammelt haben! Mein nicht eben kleines Büchergestell ist schon lange in der Tiefe mit bis zu drei Reihen hintereinander gefüllt. Und neuerdings eben auch übereinander. Was zu viel ist, ist zu viel!

Jedes einzelne Buch (!!!) wurde deshalb heute auf seine Daseinsberechtigung in meiner Wohnung hin geprüft! Während die Stapel auf dem Tisch, deren Ordnungssystem nur ich selber durchschaue und die später wieder ins Gestell wandern durften, immer kleiner wurden, füllten sich die beiden Taschen auf dem Boden. Der Inhalt der blauen Tasche vom schwedischen Möbelhaus würde ins Brockenhaus wandern, jener der weißen Nylontasche vom Großverteiler mit dem orangen M meine BürokollegInnen beglücken.

Altlasten entsorgen mag ich! Mein Fahrrad grunzte zwar ob der Last, doch begleitete es mich tapfer und atmete bald erleichtert auf. Das erste Mal, ganz leise nur, beim Großverteiler mit den vier orangen Buchstaben, wo ich das PET und die Milchflaschen loswurde, danach – schon ziemlich laut – beim Glas- und Alucontainer, wo ich all die vielen Bierflaschen und Joghurtdeckeli einwarf.

Nun blieben mir, das heißt uns, nur noch die zwei Zentner Bücher. Die blaue Tasche und ich radelten nach Bethlehem ins Große Verwandlungshaus, denn, wie wir ja alle wissen, bleibt alles im Kreislauf. Was ich nicht mehr brauche, macht anderen Freude! Nein, nicht alles ist Müll, wie ich neulich behauptete. Oder jedenfalls noch nicht. Noch nicht heute.

Mir wird am Tresen doch tatsächlich herzlich für meine Altlastentsorgung gedankt! Hach, wenn doch bloß abspecken auch so einfach wäre! Erleichtert spaziere ich danach durch die Reihen und stelle mir vor, was dieser Tisch hier und jenes Sofa dort erzählen würde, wenn es reden könnte. Oder wenn ihm jemand zuhören würde … Die Bücherecke mied ich geflissentlich, doch in der Fundgrube wurde ich fündig. Grub ein praktisches CD-Gestell aus, dem ich nun einen neuen Lebenssinn einhauchen konnte. Macht sich gut bei mir, das Teil …

Artikel ohne Preis können nicht gekauft werden!, heißt es auf Tafeln in den Gestellen. Sanspapiers* haben es sogar im heilsarmistisch-sozialen Brockenhaus schwer. So was aber auch!

Auf dem Heimweg blinzelt mir die Sonne zu. Gut gemacht!, lacht sie, jetzt hast du Platz für den Frühling geschaffen.

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*Immerhin müssen sie hier nicht untertauchen. Und ausgewiesen werden sie wohl auch nicht.

wozu soll ich …

… sollen wollen?
oder
Wozu soll ich wollen sollen?

Noch so ein Satz, der faul bei mir rumhängt und nachgelesen werden will …

Eigentlich könnte ich mit all den bei mir rumliegenden Sätzen ein Buch schreiben! Dada. Oder endlich mein Kurzgeschichten-Manuskript „Unter dem Teppich“ entstauben. Oder „Loch im Eis“ fertig überarbeiten. Und einen Verlag suchen. Ich könnte mir eigentlich endlich mal Ziele setzen. Und vor allem dies: mich mit dem Gedanken, Ziele zu verfolgen, anfreunden.

Doch, sagt mir bitte eins: Wozu soll ich wollen sollen? Wozu überhaupt sollen? Und was ich wohl hier über das Leben gedacht habe?

Nachlese

Würde ich wissen wollen, ob …

Wa wa wa wa oda wi wa, wa wa wi?
(= War wahr, was wahr war oder wird wahr, was wahr wird?)

Straßen und Geschichten haben eins gemeinsam: Sie werden, wenn wir gehen … Oder waren sie vielleicht schon immer?

Würde ich wissen wollen, dass …

Wie Hoku und Po-Kuss sich kennenlernten … (Synergien nutzen und so!)

Zehn Methoden, die Nachttischlampe auszumachen …
(> Fortsetzung folgt?)

Es gibt keine Wahl zwischen richtig und falsch, nur zwischen richtig und ebenfalls richtig. Was Auswählen nicht einfacher macht.

(SofaSophierereien – gefischt aus S‘. und J.s Zauberkessel; © just here)

zu verschenken

Nein, ich werde nicht fragen, wie lange er bleiben wird. Diesmal nicht. Und ich werde mir diesmal nicht schon beim Sonntagsbrunch die Laune verderben lassen, wenn ich an den bevorstehenden Abschied denke. Ich werde ihn ziehen lassen, wenn es Sonntagabend ist. Und ich werde bis dahin jede Minute genießen.

Musst du morgen eigentlich arbeiten?, fragt J. Auf dem Sofa ist es Sonntagmittag und ich sehe Schalk in den Augen meines Lieblingsmenschen.

Öhm, eigentlich schon … Wieso fragst du?

Oooch … weißt du, ich habe diesmal länger frei  … Überraschung! Ich könnte bis Dienstagfrüh bleiben …

Na ja, aufgeschoben ist zwar nicht aufgehoben, doch gegen solcherlei Verlängerungen habe ich nix einzuwenden! Und da ich ja noch Überzeit habe und einen lieben Scheff … 🙂

Ich werde nie mehr fragen, wie lange er bleiben wird! Ich mag Überraschungen!

taumeln

Was ist ein gutes Bild? Wenn es unser Auge, das nach Harmonie dürstet, befriedigt? Oder unsere Sehnsucht nach Perfektionismus? Ist es nicht oft genau das Unvollkommene, das Schräge und Bizarre, das uns, ins Bild gerückt, anspricht? Wenn wir es denn wagen, bekanntes aus einer neuen Perspektive zu  betrachten. J. entzerrt Bilder. Aha.
Weißt du, so lassen sich Perspektiven verändern
, sagte er. Was doch ein gutes Bildbearbeitungsprogramm alles kann!

Kann ich das auch? Schaffe ich es, in meinem Leben immer mal wieder, meine eigene Perspektive zu entzerren?

Die letzten Tage habe ich mich mal wieder ins Hamsterrad eines ausgewachsenen Sinnlosigkeitskollers hinein getrampelt. Das volle Programm samt Selbstzweifeln. Light-Version zum Glück diesmal, doch nicht minder happig, schmerzhaft und sinnlos. Bereits überwunden? Na ja, wir sollen ja nicht den Tag vor dem Abend – und der Abendstraße – loben, dennoch hoffe ich es.

Mein Innendrin-Monster, auch Dark genannt, hatte mich mal wieder, und wie immer ohne jegliche Vorankündigung, am Wickel gepackt und mir den Spiegel hingehalten. Hinschauen. Ganz genau. Das gute Bild sehen solle ich. Jenes Bild von mir, dass sich mir aus einer entzerrten Perspektive zeigt.

Tja, vielleicht macht ja genau der Blick aus neuen, ungewohnten Blickwinkeln, der Blick auf unvollkommene Details ein Leben lebenswert?

GePutz Vol.1

Vielleicht ist es besser, nicht verstehen zu wollen. Nicht immer. Nicht alles. Nicht immer alles. Verstehen zu wollen scheint allerdings irgendwo in meinen Genen angelegt zu sein. Auf meiner Bio-Festplatte.

Warum-Fragen habe ich mir abgewöhnt, hatte mir eine Freundin neulich gemailt. Sie führen nicht weiter. Auf die meisten Warum-Fragen kann eh nur mit WARUM NICHT? geantwortet werden. Und wie wir wissen, sind Antworten nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Sie bleiben immer vorläufig und sind abhängig von Perspektiven und Tagesform. Verstehen können ebenfalls.

Wie gesagt: Verstehen zu wollen liegt in meine Genen. Hard- oder Software? Größe, Geschlecht, Haar- und Augenfarbe gehören zu den leicht definierbaren Dingen, doch wie sieht es denn mit meinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten aus? Mit der Feinmotorik zum Beispiel? Mit meiner sozialen Kompetenz? Mit meiner Vernetzungsfähigkeit? Alles schon da (Hardware)? Alles gelernt (Software)?

Nein, das soll keine wissenschaftliche Abhandlung werden. Nur ein klein bisschen sofasophisch. Dies gedacht: Wie lässt sich, was ich bin und kann und gerne mache und liebend gerne bleiben lasse, unter einen Hut bringen? Einfach drauflos leben und dabei einem – meinem – inneren Programm gehorchen? Oder mitgestalten? Eingreifen?

Was ist sinnvoll, wo doch eh am Schluss alles irgendwann auf dem Müll landet? Okay, Müll ist nicht einfach Müll. Nennen wir diesen Müll hier doch lieber Kompost. Kompost mit all seinen Eigenschaften wie Gärung und Gestank. Und mit seinem Talent, Abfall in Erde zu verwandeln. Mit seinem Ziel, alles neu zu machen. Genau da landet alles. ALLES! Wenn ihr mich fragt, keine schlechte Idee von der Evolution. Von den Schöpferenergien.

Doch verstehe ich nicht wirklich, warum da dieser ganze, oft genug mühsame Umweg mit Geburt, Leben, Altwerden und Sterben in der Evolution mit dabei ist! Wo doch eh am Schluss alles auf dem Kompost landet. Und so.

Evolution, tja, da ist eben Entwicklung und Wandlung inklusive. Freud und Leid, Humor. Glück und Tränen. Loslassen. Liebe. Empfangen. Und alles scheint auf Wachstum angelegt zu sein. Sogar der Kompost. Wachstum nach innen. Rückwärtswachstum. Auch das ist Leben.

Luisa Francia schreibt heute in ihrem Internettagebuch: „ich hätte die unangenehmste tätigkeit für den mann mit der fortpflanzung verbunden. dann hätten wir heute eine entspannte weltbevölkerung von 500 oder so. und absolut kein umweltproblem.“ (Quelle: www.salamandra.de/tagebuch/start.php)

Na ja … eigentlicheigentlich will ich ja über all den Müll bloggen, der sich in einer Wohnung so ansammelt. In meiner zum Beispiel. Wenn ich mal wieder auf die Idee komme, Staub zu wischen – was bei mir meistens mit einem Staubsaugerbürstchen geschieht –, beschließe ich eins ums andere Mal, auszumisten. So auch heute. Brockenhäuser und Buch-Antiquariate gibt es ja genug. All die Bücher! All der Kleinkram! Doch meistens bleibt es beim Beschluss.

Müll oder nicht Müll? Das ist … Nein, keine Frage: Alles Müll! Eines Tages jedenfalls. Das zu verstehen fällt mir zum Glück nicht mal so schwer.