Bedingungslos?

Ich arbeite gerne. Und je mehr das, was ich arbeite, meinem Wesen und meinen Werten entspricht, desto lieber arbeite ich. Ja.

Aber.

Aber Arbeiten zu können, zu arbeiten, die Arbeit an sich – das alles ist nicht das, was mich ausmacht. Ist nicht das, was meinen Wert definiert. Ist nicht das, wofür ich primär geliebt und wertgeschätzt werden will. Ich bin nicht meine Arbeit. Das ist einer der Gründe, warum ich mir das Bedingungslose Grundeinkommen herbeiwünsche. Möglich, dass es in der Schweiz angenommen wird, nächstes Jahr, bei der Abstimmung. Es wäre zwar ein Wunder, doch unmöglich ist es nicht.

Die Vorstellung, dass alle Menschen – unabhängig von gesellschaftlichem Status, von gesundheitlichem Zustand, von sozialem Umfeld – Ende des Monats bedingungslos ein Grundeinkommen bekommt, beflügelt mich. Eine Utopie? Wer zahlt das und wird es nicht zwangsläufig zu einer Art Inflation kommen? Wer es bezahlen soll, haben klügere Köpfe als ich ausgetüftelt. Umverteilung ist das Zauberwort. Das mit der Inflation? Mag sein.

Doch wenn wir es nicht ausprobieren, wird es zu einer zunehmenden Inflation des Menschen und seines Wertes kommen. In diesem Prozess stecken wir ja bereits mittendrin (fest).

Es wollen gar nicht alle nicht arbeiten gehen müssen, sagen Gegnerinnen und Gegner. Stimmt. Und es muss ja auch niemand nicht arbeiten gehen (müssen), nur soll sich niemand mehr über die Arbeit, die er tut oder nicht tun kann/darf, definieren müssen, insbesondere wenn es eine Arbeit ist, die ein Mensch nur tut, weil er sonst nicht überleben kann.

Nein, ich will hier jetzt nicht weiter über das Bedingungslose Grundeinkommen, das BGE, sondern über meinen Wunsch, über meine Vision – nenn es Utopie! – vom selbstbestimmten Leben erzählen. Davon, dass es uns allen viel besser ginge, wenn wir mehr das tun würden, was wir tun wollen, als was wir tun müssen. Müssen hat ja meist – am Rand oder primär – mit Überleben zu tun. Mit Geld. Mit Verdienst. Mit Status und mit Image.

Eine Welt, die mir persönlich fremd ist. Obwohl ich ja nun schon fast 50 Jahre in ihr drin lebe.

Schnitt.

Was ist von einem Künstler zu halten, der so wenig wie möglich konsumiert, um so wenig wie möglich vom Geld abhängig zu sein, und der sich, seine Ideen und seine Fotoausrüstung mit eigener Kraft per Fahrrad ans nördlichste Ende der Welt schiebt, um von unterwegs über das gelebte Leben – unmittelbar im Moment des Erlebens – schreiben, erzählen und es mit Bildern illustrieren zu wollen? Was ist von einem Künstler zu halten, der – auch wenn er einfach und bescheiden lebt – seine Mitmenschen, oder zumindest jene unter seinen Mitmenschen, die seine Kunst lieben, um Unterstützung bittet?

Viel!, sage ich, weil er sich und seinem Weg treu ist und weil er an die Kraft der Crowd glaubt.

Mit Crowdfunding wurden schon viele großartige Projekte von der Idee in die Wirklichkeit geholt. Crowdfunding verstehe ich als Tausch: Du gibst von deinem Herzblut und ein bisschen von deinem Geld für ein wertvolles Projekt und erhältst später etwas konkretes dafür, dass du das Projekt unterstützt hast. Die Kraft, die Energie der Crowd, der Gruppe, des sozialen Netzes, darf nicht unterschätzt werden.

gemeinsamWir sind Teile eines Ganzes. Unterschiedlich. Ähnlich. Grundsätzlich verbunden.

Wenn alle einander helfen, ist allen geholfen.

Von wem auch immer dieser Satz ist: Er ist wahr. Wir alle sind mit Herzen, die brennen können, geboren worden. Wir alle haben schon gebrannt, für das eine oder andere. Die einen für das Leid von Tieren, andere kümmern sich um Kinder in Not, andere kämpfen gegen Frauenhandel, Internetpornografie oder für Menschenrechte und Gleichberechtigung von Menschen und von anderen Menschen, die anders sind, denken, fühlen …

Wir alle brennen für etwas, wenn wir lebendig sind. Und wenn alle das tun und unterstützen, wofür sie brennen (statt sich gegenseitig dabei zu behindern und zu konkurrieren), ist allen sogar noch mehr geholfen.

Die einen brennen für Kunst. Dafür, das Leben mit anderen Augen zu betrachten, mit bildnerischen oder mit literarischen Mitteln zum Beispiel. Kunst und Kreativität sind Kräfte, sind Türen, sind Wege, Werkzeuge und Möglichkeit, das Leben zu begreifen. Anders als nur mit den Alltagsaugen.

Kunst?
Nein, sie ist nicht lebenswichtig.
Ja, sie ist lebenswichtig.

Ein Volk, eine Gesellschaft ohne Kultur, ohne Kunst, ohne Ausdruck gibt es wohl nicht. Und gäbe es dieses Volk, würde es wohl über kurz oder lang zu Grunde gehen.

Irgendlink ist ein Chronist. Ein Chronist der Zeit. Von Anfang an hat er die digitale Entwicklung miterlebt, genau hingeschaut, experimentiert, sich selbst darauf eingelassen. Und nun will er hinschauen, während er ans Nordkap radelt. Hinschauen und berichten: Was hat sich in den letzten zwanzig Jahren verändert?

Willst du ihm über die Schulter schauen? Just do it! Am 15. Juni radelt er los. Und bloggt täglich frisch. Auf http://irgendlink.de und auf https://twitter.com/irgendlink

Ach, und ja, das Crowdfunding darfst du auch unterstützen. Musst du aber nicht. Obwohl es sich lohnt. Hauptsache du machst dein Ding → hier klicken zum Tausch-Tisch!

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Mehr über das Bedingungslose Grundeinkommen (in der Schweiz) gibt es hier:

– Zur Volksinitiative in der Schweiz: bedingungslos.ch
Grundsätzliches zum Thema: grundeinkommen.ch

Die Sache mit Dahn

Da fuhren wir gestern also nach Dahn, um weiße Wände zu befüllen. Und dann das! Keine weißen Wände! Sie waren bräunlich statt weiß. Ging aber trotzdem.

Und nichtsdestotrotz wurden wir herzlich Willkommen geheißen. Und ja, es hat total Spaß gemacht. Die Technik war schnell eingerichtet. Irgendlinks Handy fungierte als Router/Hotspot für Drucker und Laptop und ich würde die erste Runde machen. Losspazieren. Bilder sammeln. Texte mir ausdenken und in die Galerie mailen, an den Drucker, und im Hintergrund würde der Track mitlaufen, damit auf dem Laptop meine Strecke sichtbar würde.

Bereits standen erste interessierte AusstellungsbesucherInnen da, als ich mich auf den Weg machte. Ohne groß zu überlegen, wendete ich mich nach links. Schon sprangen mich erste Motive an, die ich mitnahm. Im Kopf entstanden Kombinationen. Collagen. Mit jedem Bild kam ein neuer Aspekt hinzu. Meine Sicht der Welt, meine Sicht auf Dahn, dieses nette deutsche Kleinstädtchen an einem Sonntagnachmittag im Mai. Bald wurde es mir zu warm und ich musste mein langes Shirt ausziehen. Auf der schönsten Bank der Welt.

Bank und so

Dort montierte ich auch die erste Collage und schickte einen daheim rudimentär zusammengeschusterten Text in die Galerie.

Liebe GaleriebesucherInnen der Galerie N in Dahn

Nun wird also diese verrückte Idee schon zum dritten Mal schon Wirklichkeit. Fängt nicht alles mit einem Gedankenblitz an, mit einem Samen, der winzigklein irgendwo in unseren Hirnwindungen herumzappelt. So lange, bis wir ihn zu Tode ignoriert oder ins Leben geholt haben.

Die Idee, die gelebte und erlebte Wirklichkeit eines Menschen, der hier sitzt oder geht, einem andern Menschen woanders sicht- und nachvollziehbar zu machen, ist sicher nicht neu.

Neu ist aber, dass wir heute so viele technische Hilfsmittel zur Verfügung haben, dass wir jemandem andern an einem andern Ort in Echtzeit teilgeben können, was wir hier und jetzt erleben.

Mit seinem Livereiseblog hat J+++ R+++ als Blogger Irgendlink das vor drei Jahren bereits praktiziert. Kaum geschrieben konnten wir seine Texte auch schon im Blog lesen.

Was nun hier und heute mit seinem Drucker geschieht, ist eine folgerichtige Fortsetzung seiner Livereise-Vision.

Ich bin jetzt hier draußen, in den Straßen Dahns, unterwegs. Auf dem PC könnt ihr mir folgen, könnt schauen, wo ich lang spaziere. Unterwegs werde ich einige Bilder aufnehmen, vielleicht sogar einige kurze Texte schreiben und ihr könnt zeitgleich mitkommen.

Die Bilder und Texte, die ich an den Drucker maile, werden praktisch in Echtzeit ausgedruckt.

Viel Spaß beim Spaziergang mit mir zusammen durch Dahn.

Herzlich, Sofasophia

Collagen und Einzelbilder folgten, während ich durch den kirmesschwangeren Kurpark mit Bühne für die SchunkelliebhaberInnen schlenderte. Alles da. Spielplatz. Menschen. Heile Welt. Neooppulenz.

WeisseRosen

Auf dem Rückweg spülte es mich an eine Tankstelle. Vier Elemente – ja, warum eigentlich nicht. Ist doch so.

vierElemente

Und zum Abschluss ein Openair, das mir besser als die Weiße Rosen-Schlager im Kurpark gefiel.

_ zur Dahnschen Soundcloud: hier → klicken!

Laufend neue Bilder und gehend neue Mails an die Galerie. Schnell sind meine anderthalb Stunden rum. Als ich zurück komme, ist in der Galerieviel los. Zwei Künstler, die wir kennen und die ebenfalls ausgestellt haben, stehen im Entrée. Hallo und wie gehts. Dann rauf zu Irgendlink, der eben meine letzten Bilder an die Wand klebt.

rotesFenster

Hippoesk

Der Journalist stellt Fragen zu unserer Arbeitsweise, ein Besucher will alles ganz genau wissen und fragt, wie wir die Bilder in klein, auf dem Handy, so großartig hinbekommen und ist begeistert von den beiden Collagen – eine aus Kopenhagen und eine aus Göteborg – die Irgendlink mitgebracht hat. Einzige Panne, die nicht vorauszusehen war: Mein Handy, das nun der neue Router/Hotspot sein soll, wird vom Drucker nicht erkannt. Restarts bringen auch nichts. Doof.

Irgendlink muss (oder darf) also mit meinem Handy losziehen. Ich habe zwar die ähnlichen Foto-Apps, aber es ist eben nicht das Gleiche (und das Selbe auch nicht). Dennoch schickt er schon bald klasse Bilder in die Galerie.

Jungfernstieg | Pic: Copyright by Irgendlink
Jungfernstieg | Pic: Copyright by Irgendlink
Seine Route läuft kreuz und quer durch den Ort.

Inzwischen stehen immer mehr Menschen vor der Bilderwand, die sich kontinuierlich füllt. Gute Gespräche mit immer wieder neuen BesucherInnen über Kunst entstehen, über authentische Kunst, die im Moment, genau jetzt, genau hier geschaffen wird. Großes Staunen über die Werke, die auf dem kleinen Handy entstehen. Und wie viel Knowhow sich bei uns beiden in den letzten vier bis fünf Jahren mit dem iPhone sich angesammelt hat. Jedes einzelne Bild ist im Grunde die Folge dieses verinnerlichten Wissens. Handwerk zum einen, einen geschulten Blick zum anderen. Dazu Phantasie, eine Idee vom fertigen Bild. Und die Freude am Kreieren. Die ganz besonders.

Später, mit Freunden im nahen Kurpark, schunkelmusikberieselt, merke ich, wie intensiv dieser Nachmittag war. Aber auch wie klasse. Und wie sehr es Spaß gemacht hat!

Das Leben wie gedruckt

Ist sie womöglich ein Teilaspekt von Fragmentexaktkunst, wie Emil gewisse Kunstbereiche im Kommentarstrang seines gestrigen Artikels neu benamste? Irgendlink nennt es Liveprint. Aber eigentlich hat das Kind bis jetzt noch keinen richtigen Namen. Weil ihm die Anerkennung der Kunstgurus fehlt. Weil es diese Art Kunst noch gar nicht wirklich gibt. Nicht offiziell jedenfalls. Was immer offiziell bei Kunst heißen mag.

Ist Kunst, ist ein Kunstwerk, ist eine Kunstform erst dann anerkannt und offiziell, wenn es an Kunsthochschulen darüber Vorlesungen gibt?

Ob es darüber je Vorlesung geben wird, wissen wir nicht. Und im Grunde interessiert mich das auch nicht.

Fakt ist, dass es diese Kunstform gibt. Weil wir sie praktizieren. Weil wir mit unseren Smartphones durch die Gegend laufen und von unterwegs Bilder und Texte an den Drucker senden, der – und nun kommt’s – in einer Galerie vor leeren Wänden steht. Dort befindet sich ein zweiter Kunstspinner und entnimmt dem Drucker die Bilder, die eben noch auf dem Smartphone des zweiten Kunstspinners nur rein virtuell existiert haben.

Im Moment des Druckens werden sie wirklich, wirklich (an)fassbar, diese heute noch inexistenten Werke. Texte. Kurze Sätze. Aphorismen vielleicht. Bilder. Collagen. Was beweist, dass sich Technik und Kunst ergänzen können.

Kultursonntag in DahnMorgen sind wir in Dahn und agieren im Rahmen einer interaktiven Gruppenausstellung, als Bild- und Text-Schaffende. Vor weißen Wänden.

Nochmals zum Mitschreiben: Die Kunst, die wir morgen ausstellen, gibt es heute noch nicht. Kann das Kunst sein? Womöglich sogar Fragmentexaktkunst (siehe oben), denn sie zeigt ja einen Ausschnitt gelebten Lebens, einen Ausschnitt des Ganzen, assoziativ, exakt, gegenwärtig, lebendig – eben noch Idee, schon gedruckt. Unmittelbarer Audruck im doppelten Wortsinn.

Kunst sind nicht nur die einzelnen Werke, die unterwegs entstehen werden, Kunst ist vor allem das ganze Konzept. Die Verbindung von Idee und Materie. Von Zeit und Raum. Von Assoziation und RezipientInnen/Betrachtenden.

Kunst wird erst durch die Betrachtung zu Kunst? Daran glaube ich nicht.

Kunst ist Akt, ist Bewegung, Handlung, Leidenschaft, Ausdruck.

Die Rose blüht auch, wenn niemand ihr zuschaut.

Die Rose blüht, auch wenn niemand ihr zuschaut.

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Ja, richtig: Liveprint-Aktionismus gab es hier im Blog bereits: hier →  klicken!

Ich habe auf der Autobahn den Stein der Weisheit gefunden

Wie ich heute Nachmittag so über die Autobahn nach Norden, zu Irgendlink, fahre, einen neuen Song von Patent Ochsner mitsinge und – fast ohne wirklich zu denken – über ein paar Gespräche, die ich in der letzten Zeit geführt habe, nachdenke, begreife ich auf einmal: Es war die ganze Zeit da. Vor meinen Augen. Das Ding. Das Wissen. Die Weisheit. Ich hatte den Stein der Weisen die ganze Zeit in der Hand.

Beim Liebsten, auf dem Sommersofa auf der Terrasse sitzend, kann ich kaum warten, bis ich ihm die gute Nachricht erzählen kann. Du hast ihn auch, sage ich, deinen Stein der Weisheit. Eigentlich habe ich ihn dank dir entdeckt.

Was erlebst du, wenn du Rad fährst, wenn du eine deiner Konzeptreisen machst, wenn du unterwegs bist auf deinem Weg?

Was erlebe ich, wenn ich eine Idee habe und daraus einen Text, einen Artikel, eine Geschichte oder ein Gedicht schreiben kann?

Was erlebt B., wenn er einen Song austüftelt und dazu die passenden Instrumente, Melodien und Worte findet?

Was erleben S. oder M., wenn sie eine Rolle einüben, mit der sie auf der Bühne das Publikum begeistern?

Was erlebt K., wenn er eine Idee hat, sich hinsetzt und ein Bild zeichnet?

Was erlebt E., wenn er aus Extrakten seines Alltags seine tollen Blogartikel schreibt oder G., wenn er ein neues Kapitel seiner Lebensgeschichte in einen Blogtext verwandelt?

Was erleben wir beim 6, wenn wir uns einander mit Haut und Haar ausliefern und uns einander und dem Augenblick hingeben?

Was erlebten wir als Kinder, wenn wir … ach, du weißt es längst. Du weißt längst, was ich meine. Es ist die Hingabe, es ist der Fluss, es ist die Gabe des Augenblicks, die Essenz des wahren, wirklichen Lebens, die wir erleben, wenn wir das tun, was nur wir nur so tun können, wie wir es tun, wenn wir es tun.

Das ist die Essenz, das ist der Stein der Weisen, sage ich. Er nickt. Er versteht. Er weiß, was ich meine.

Aber warum, frage ich, warum nur ist es so schwer? Warum legen wir uns selbst immer diese Fesseln an, warum ist da so viel Missgunst andern gegenüber, so viel Selbstsabotage uns selbst gegenüber, so viel Kleinglaube, der unseren Mut ersticken will? Wer, wenn nicht wir selbst, können uns diese Fesseln ausziehen?

Mein Stein der Weisheit ist wohl eine Art Same. Ich darf ihn in Liebe baden. Er wächst, den mein Stein ist ein organischer Stein, er wächst, wenn er genug Licht hat, wenn er genug Luft und Wasser hat. Und wenn er es schön warm hat, kann er Wärme abstrahlen. Und wenn man von ihm ein Stück abbricht – ja, das geht bei meinem Stein der Weiseheit – kann das Stück auch bei anderen Menschen weiterwachsen. Denn mit dem Stein der Weisheit ist es wie mit der Liebe: Je mehr wir von ihm weitegeben, desto besser kann er wachsen.

Als es ruckelte

Mein Auto … seit Samstag fährt es seltsam. Ich hatte den Liebsten an die deutsche Grenze gefahren und am Bahnhof verabschiedet, von wo aus er mit dem Zug zum einsamen Gehöft, wo er lebt, fuhr. Auf dem Rückweg fing das Gestotter und Geruckel an. Gab ich Gas, fiel die Geschwindigkeit. Der Motor ließ sich einfach nicht mehr so beschleunigen, wie ich es gewohnt war. Im einen Augenblick schien alles wieder in Ordnung zu sein, im nächsten kroch ich nur noch mit 80km/h über die Autobahn. Am Sonntagabend schließlich, bei einer kleinen Inspektion des Motorraums, fand ich ein Plastikteilchen, das vermutlich auf der Straße gelegen hatte, von dort hochgeworfen worden war und sich dabei im Gestänge verfangen hatte. Ein blauer Klostein. Nachdem ich das Ding entfernt hatte, hoffte ich, die Lösung gefunden zu haben. Stellte mir vor, dass dieses Ding vor einer Lüftungsritze gehangen hatte.

Gestern, auf meiner Fahrt ans Schreibtreffen in der Nähe von Bern, ruckelte mein Auto jedoch noch immer. Oder immer mal wieder. Ich lernte zwar, dass es fuhr, doch unheimlich war es trotzdem ein wenig. Die Angst, dass das Auto plötzlich stehen bleiben könnte, konnte ich nicht ganz abschütteln. Sie war zwar nicht mehr so stark wie am Samstag, nach der ersten Fahrt, doch sie war da.

Nun ist es Dienstagmorgen und ich werde nachher in die Werkstatt gehen. Fragen, was das sein könnte. Ob sie mir helfen können.

Wäre das hier eine Parabel würde ihre Übersetzung vielleicht so lauten: Eile mit Weile. Rasen oder schneller als erlaubt fahren geht zurzeit nicht. Was im Grunde ja nicht schlecht ist. Für die Umwelt und für den Geldbeutel: Keine Bussen.

Das Auto, das Selbst, so die wörtliche Übersetzung und ich frage mich, was denn zurzeit in meinem Leben ruckelt. Bin ich zu schnell unterwegs? Mache ich zu viel? Will ich zu viel? Sollte ich die Spur wechseln, sollte ich eine Weile besser auf der rechten Spur fahren, damit ich näher am Pannenstreifen bin? Was spricht das Leben jetzt zu mir? Ich horche.

Ich gehorche, auch wenn ich nicht verstehe. Ich will es zumindest. Und am liebsten will ich verstehen. Denn wenn ich verstehe, ist es einfacher, etwas zu verändern. Ist mein Auto wieder einmal eine Metapher für mein Leben?

Nun ist es Abend. Mein Auto fährt wieder. Der Luftmassemesser war defekt, ein kleines elektronisches Ding, ein Sensor, der die Masse der pro Zeiteinheit hindurch strömenden Luft, den sogenannten Massenstrom, bestimmt. Der Sensor misst, wenn er kaputt ist, den Massestrom falsch, und bestimmt darum auch die Menge des einzuspritzenden Kraftstoffes verkehrt. Darum fehlt dem Motor in diesem Fall die Leistung. Beschleunigung ist auf einmal nicht mehr möglich, oder nur ruckelnd, und dass mein Auto nicht auf offener Straße stehengeblieben ist, ist ein großes Geschenk. Denn manchmal könne, erfahre ich, der Motor einfach ausschalten – allerdings geschehe das vor allem im Leerlauf.

Heute morgen, in der Werkstatt, hat der junge Mechaniker zuerst vor Ort probiert, den Schaden, der das Ruckeln verursacht, zu beheben, doch bald gingen ihm die Ideen aus. Er müsse das Auto da behalten, sagte er, und mir tat das Herz weh. Mein Auto in fremden Händen lassen, fühlt sich immer ein bisschen seltsam an.

Am Nachmittag, als ich im Büro war, klingelte mein Handy und ich erfuhr, dass der Mechaniker den Schaden gefunden und behoben hatte. Und dass ich das Auto am Abend, bis halb sechs, abholen könne. So machte ich für einmal pünktlich um fünf Uhr Feierabend, schloss mein Fahrradschloss auf und wollte losradeln. Doch weit kam ich nicht. Der Hinterreifen war platt.

Ohne lange zu zögern, spazierte ich mit dem Rad zum nahen Bahnhof. Mit dem Rad in der einen, dem Handy in der andern fand ich heraus, dass gleich ein Zug fuhr. Ich löste ein Ticket aufs Handy und lud – während die App das Ticket löste – das Rad in den Zug, der zum Glück ein paar Minuten Verspätung gehabt hatte. Der nächste wäre erst in zehn Minuten gefahren und es wäre knapp geworden mit Autoabholen.

Zum Glück ist meine Werkstatt gleich beim Bahnhof in der Nähe. Ich schob mein Rad schnell neben mir her und erreichte rechtzeitig den Schalter. Da ich aber dummerweise die Karte meines Sparkontos nicht dabei hatte und zu wenig Geld im Portemonnaie, musste ich zuerst nach Hause, um die andere Karte holen. Ich konnte, obwohl die Werkstatt schloss, nochmals kommen und die Rechnung am Kiosk, der zur Werkstatt gehörte, bezahlen. Toller Service!

Dass mein Rad einen platten Reifen hatte, fand der Werkstattleiter so richtig schlimm. Er bat zwei junge Mechaniker, das Rad aufzupumpen. Was sie auch, ohne zu Murren, obwohl es schon fast halb sechs war, machten. Sie unterstützten einander, und, mit einem Gummischläuchlein improvisierend, da sie keinen passenden Adapter hatten, füllten meinen Reifen mit Luft. So viel Freundlichkeit auf einen Haufen! Klasse war das.

Und später, als ich die Rechnung bezahlt hatte und mein Auto bestieg, sah ich, dass sie es auch gleich noch geputzt hatten.

Die Luft im Fahrrad hat zwar nicht bis nach Hause gehalten, der Reifen ist noch platt, aber – hey, es gibt Schlimmeres.

Früher haben mich solche Alltagsdramen sofort aus dem Stand gebracht. Heute dachte ich kaum etwas anderes als: Was soll ich als nächstes tun? Kein Hadern. Es ist, wie es ist.

Im Marathon geschrieben

Endlich mal wieder so ein richtig toller Schreibtag war das. Ich sag nur: Meine Schreibgruppe! Auch wenn ich nicht mehr regelmäßig dabei sein kann, ist gemeinsame Textarbeit mindestens so inspirierend, wie das Schreiben allein im stillen Kämmerchen.

Dieses Jahr hatten wir unsere alte Tradition wieder aufgenommen und den Pfingstmontag zum Schreibtag erkoren. Und geschrieben, was die Tasten hergaben.

Marathonschreiben … I love it!
Einfach schreiben, ohne Zensur, ohne Kritik. Vorher wird die Schreibdauer definiert, und ob man sich von Themen oder Bildern inspirieren lassen soll. Achtung, fertig, los … und dann wird geschrieben … ohne abzusetzen! Nachher lesen alle vor. Zur Inspiration … und so weiter und so fort.

Dazwischen Pausen, essen, trinken (, rauchen) und erzählen …

Eine Textkostprobe? Gerne. Hier …

2. Schreibphase [Schreibzeit: 15 Minuten, mit sechs zu verwendenden Wörtern, (die fettgedruckten Wörter)]

Am Falafel-Stand blieb sie stehen. Sie war außer sich. Sie war außer Atem. Sie konnte nicht mehr. Warum hatte er sie nicht gewarnt?

Die Kapuze, die sie sich über den Kopf gezogen hatte, schob sie zur Seite, um besser sehen zu können. Offenbar hatte sie Pete abgehängt. Und nun stand sie da. Ohne Plan. Wohin sollte sie?

Zu den Eltern zurück war eine Option, die keine mehr war. In ihrem Rucksack war nur das Allernötigste. Ein bisschen Geld. Ihr Handy. Ein paar Kleider. Sie würde sich jetzt erst einmal ein paar frittierte Kichererbsenbällchen gönnen, um wieder zu Kräften zu können. Hier, am Bahnhof, mitten in den vielen Menschen, fühlte sie sich sicher.

Sie zahlte den Falafel und setzte sich auf die Treppe der Heiliggeistkirche. Aber das war keine gute Idee. Kaum hatte sie sich gesetzt, wollte ein Mann, der ziemlich lange zottige Haare hatte, mit ihr Geschäfte machen. Roten Libanesen hätte er. Saubere Ware. Sie stand auf und ließ ihn stehen. Schlenderte über den Platz zum Loebegge. Knabberte an ihrer Brottasche. Versuchte, möglichst so auszusehen, wie alle hier. Wie eine Wartende. Was sie ja auch war. Immer wieder blickte sie auf ihr Handy. Die Ortungsfunktion hatte sie ausgeschaltet, Ob man sie trotzdem finden konnte? Konnten die das überhaupt? Aber wenn sie das Handy ausschaltete, würde sie Toms Anruf verpassen. Er war der einzige, dem sie noch vertraute.

An ihn zu denken, ließ ihr Herz vibrieren. Wie war das gewesen? Hatte nicht er ihr gesagt, dass sie Amir und Pete trauen könne? Und hatte nicht er ihr gesagt, dass sie in der Schweiz sicher wäre?

Konnte sie Tom wirklich trauen? Natürlich war sie illegal hier, spätestens, seit sie ihr die Papiere abgenommen hatten, aber das war doch kein Grund für …

Sie schlenderte so schnell, wie man es noch schlendern nennen konnte Richtung Altstadt. Auf dem Kirchturm jene Uhr, die immer nur die Stunden anzeigte. Doofe Kirchen hatte es hier, in diesem kalten Land.

In den Lauben fühlte sie sich einigermaßen unsichtbar. So unsichtbar, wie man sich mit eben mit der falschen Hautfarbe im falschen Land fühlen kann. Taxis hielten. Türen knallten. Besoffene verließen Bars. Setzten sich auf die Stufen und steckten sich Kippen an. Bis sie ganz unten in der Altstadt angelangt war, hatten sie fünf Typen angemacht, zweimal wollten man ihr Kiffe verkaufen, einer wollte ihr Geld geben, wenn sie ihm …

Was war das für ein Land? Sie ging und ging und ging weiter und wusste doch nicht wohin. Beim Bärenpark angelangt stellte sie fest, dass sie hier fast allein war. Sie bog ab und beschloss, irgendwohin zu gehen, wo es viele Menschen hatte. Die Altstadt war, wie immer an Samstagabenden, sehr belebt. Da, vor dieser Bar dort drüben, hatte sie Tom das erste Mal gesehen. Kreißsaal hieß sie. Was, wie ihr Tom erzählt hatte, mit Babys zu tun habe. Das hatte sie nicht verstanden. Nicht, was Babys und Bars gemeinsam hatten. Aber egal, sie würde dieses Land nicht verstehen. Nie.

Sie sehnte sich nach ihrer Heimat. Nach den Düften im Garten ihrer Eltern. Sie sehnte sich nach ihren Freundinnen. Sie sehnte sich nach einem Ort, an dem sie heute Abend sicher würde schlafen können. Sie schuldete dem Schlepper viel Geld. Er würde ihren Eltern etwas antun, wenn … Sie musste zurück. Aber sie konnte nicht.

Eine Fledermaus flatterte vorbei, da, noch eine. Das musste ein Zeichen sein. Als Kinder hatten sie immer aus dem Flug der Vögel und dem Gang von Tieren Botschaften gelesen, hatten einander erzählt, was es bedeute, wenn der Kranich so, wenn der Hund so und wenn die Ratten so gingen, so klangen, so pfiffen. Sie hatte die Welt verstanden. Alles war einfach gewesen.

Und hier, hier war alles so schlimm. Hier war alles kalt. Hier wollten alle, dass sie tat, was sie von ihr wollten. Am Anfang hatte sie mitgemacht. Doch nach diesem Freier, der ihr mit einer Flasche … nein, sie wollte nie mehr daran denken. Sie war davongelaufen. Einfach davon. Eigentlich war es gar nicht so schwer gewesen. Aber nun, nun wusste sie nicht wohin.

Es war kalt. Der Springbrunnen auf dem Bundesplatz verströmte eine seltsame Stimmung. Das Licht war falsch. Das Licht tat, als meine es sie. Aber dieses Licht hier, dieses Geld hier, diese Menschen hier, die meinten nicht sie. Die meinten ihren Körper. Diese Menschen hier kannten den Duft im Garten ihrer Eltern nicht und nicht das Lachen ihrer kleinen Schwester und auch nicht die Liebe und Zärtlichkeit ihrer Großmutter.

Innehalten

Kann man ein Buch so (und ähnlich und anders) schreiben, was meint ihr?

Eine kleine Kostprobe aus meinem aktuellen Buchprojekt:

Kapitel 97_ […] Auf den Großtierzoo von Järvsö übersetzt: haben es jene Tiere leichter, die resigniert haben und sich mit den zugegeben riesigen Gehegegrenzen abfinden oder jene, die ständig in der Nähe der Grenzen herumschleichen, hoffend sie öffnen sich. Wenn ja, was dann? Was würden sie mit jener Freiheit anfangen. Da haben es wohl die in Gefangenschaft geborenen leichter.

In Gefangenschaft geboren – wie ich. Wie wir alle. Gefangen. Dochdoch, mir geht’s gut, danke. Ich habe ja frei, Urlaub. Neinnein, es ist nicht die Arbeit, die mich gefangen hält.

Illusion beides, die Gefangenschaft ebenso wie die Freiheit. Nur das Leben, das ist echt. Die Elche, Wölfe und Rentiere ebenso. Und ich auch.

Auf der Weiterreise Richtung Süden denke ich oft: Ich will da ja gar nicht hin, wo ich hinfahre. Ich will hierbleiben. Oder zumindest endlich herausfinden, was ich wirklich will. Und mir klarwerden, was Freiheit, meine persönliche Freiheit bewirken kann. Gas- und Bremsfuß sind sich uneinig.

Natürlich siegt die Vernunft. Siegen Pflichtbewusstsein und der Ruf der Normalität. Wir kehren eines schönen Samstagabends wieder auf den Hof zurück. Seltsame Zwischenwelt. Wieder da. Noch nicht da. Noch nicht Alltag.

Der Alltag holt mich erst am Montagmorgen wieder ein. Im Büro. Wie nach einer Einweihung fangen die eigentlichen Herausforderungen erst dort an, wo wir diese unfassbare Zwischenwelt des Geprüftwerdens wieder verlassen.

Was will ich hier? Der Kehrreim meines Lebens holt mich nach der Reise durch Skandinavien mit einer Wucht ein, die ich nicht erwartet hätte. Was will ich wirklich? Was will ich mit meinem Leben?

[Kapitel 98_ …]

Kapitel 99 _ Hier. Jetzt. Ende Mai 2015. Draußen ein Tag, der nicht so recht weiß, was er will. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Sturmwind, Hochnebeldecke mit blauen Klecksen. Kurz nach eins. Ich bin seit Stunden am Schreiben. Zwischendrin kam K., mein Exmann, der ebenfalls wieder glücklich liiert ist, vorbei, um eine Pflanze, die ich ihm versprochen hatte, abzuholen. Danach telefonierte ich lange mit Irgendlink, der gestern nach zehn Tagen gemeinsam verbrachter Zeit wieder nach Hause gefahren ist.

In drei Wochen wird er aufbrechen und ans Nordkap radeln. Diesmal, so ahne ich, wird er es schaffen. Vor zwanzig Jahren drehte er um, weil sie, sein Freund P. und er, keine Lust mehr hatten, dem kalten, regnerischen Wetter zu trotzen. Vor fünf Jahren drehten wir beide um, weil wir zu wenig Zeit im Gepäck hatten.

Doch diesmal radelt er früher im Jahr los. Nur auf sich selbst gestellt, allein, aber mit einer Gruppe Menschen im Rücken, die mitfiebern werden. [Hier kann man seinen Rücken stärken: → klicken!]

Nicht dass er nicht wieder umdrehen dürfte, das darf er. Er kann scheitern. Er darf scheitern. Auch das habe ich von ihm gelernt. Zu scheitern ist kein Makel. Auch schwach zu sein, auch um Hilfe zu bitten, nicht. Er darf seinen Weg so gehen, wie er will. Und er geht seinen Weg so, wie ihn außer ihm niemand gehen kann. Das ist wohl – in Kurzform – etwas vom wichtigsten, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Und es ist wohl das, was hinter dem Satz, dass das Leben ein Geschenk sei, in Wirklichkeit steckt. Nur ich kann so, wie nur ich kann. Im falschen Tontopf habe ich zu lange gesteckt. In der falschen Ecke des Gartens gestanden. In den falschen Schuhen bin ich gewandert. Zu lange.

Es ist die Liebe zu mir selbst, die mir geholfen hat, endlich die zu sein, die ich immer schon gewesen bin. Und es ist diese Fähigkeit, die mir letztes Jahr bei Pilgern endlich nachgewachsen ist: Dass manche Dinge nicht zu ändern sind. Und darum einfach zu akzeptieren. Ohne zu hadern.

Einfach ja sagen. Einfach? Nun ja, einfach ist nicht einfach. Aber es tun, tut gut.

Zufällig

Ob zufällig oder nicht, zurzeit stolpere ich über Bücher, die keine Krimis und weder belletristische noch hochgeistige Literatur sind, auch nicht klassische Biografien. Eher so Bücher, wie das, woran ich selbst arbeite. Bleuel_raushier Biografische Essays, Ausschnitte, Lebensabschnitte, Hinblicke, Einblicke. Das eine habe ich heute auf Onleihe entdeckt: Ich will raus hier. Nataly Bleuel beschreibt den Moment in ihrem Leben, als sich alles wendete und das, was danach kam. Diese Sehnsucht nach dem Leben, das sich vom Leben im Hamsterrad unterscheidet.

++++++++

Auch Milena Mosers neues Buch geht in eine sehr ähnliche Richtung. Sie schreibt in Das Glück sieht immer anders aus über ihre Reise durch die USA, in der sie sich von ihrer Erschöpfungsdepression oder was immer es war, erholt und sich selbst und ihrer inneren Stimme wieder gehorchen will.

Bücher über Wandlungen mochte ich schon immer.

Und nun übergebe ich Nataly Bleuel das Wort:

bleuelraus

Und ihr? Was braucht es, damit ein Buch, ein persönliches Buch, euch berührt?

Freude teilen

In eigener Sache heute mal wieder …

Ich arbeite im Moment sehr viel, so viel, dass das Blog zurzeit ein bisschen pausiert. Ich arbeite an wunderbaren Dingen:

  • An einem Buchmanuskript, das sich täglich weiterentwickelt und mir beim Schreiben zwar viel abverlangt, aber auch sehr gut tut.
  • An einem Schreibworkshopangebot …
  • Im Büro …
  • An Aufträgen, die meine Selbständigkeit ans Ufer gespült hat …
  • An einer neuen Webseite – zusammen mit Jürgen Rinck, die euch die lebenswertvollen Seiten des Lebens näher bringen will … bitte → hier klicken!
    Wir freuen uns sehr über und auf eure Besuche!

Und ja, es geht mir gut dabei, auch wenn einiges aus Zeitgründen auf der Strecke bleibt. Aber auch damit muss ich leben lernen.

Ausgelesen #2 – Druckstaueffekt von Sabine Wirsching

Selten hat mich ein Buch so überrascht, positiv überrascht.

DruckstaueffektcoverIch gestehe, dass ich – trotz der tollen Lesung letzten Herbst in Hamburg – ein klein bisschen Bammel vor diesem Buch hatte. Was kann man schon über die promiskuitive Liebe schreiben, dass nicht irgendwie wiedergekaut, trivial oder platt daherkommt. Und dann das!

Ein literarisch anspruchsvolles Buch, das dazu meinen haptischen und ästhetischen Ansprüchen, die ich bisweilen an ein Buch habe, gerecht wird. Das meine Augen und meine Hände verwöhnt. Außen und innen ist das Buch wie aus einem Guss.

Lesen!

Ein paar weitere inhaltliche Impressionen gibt es hier → klicken
und hier → klicken
und hier ebenfalls → klicken

Danke, Sabine, dass du dieses Buch geschrieben hast. Auch wenn ich nicht in Berlin lebe, gibt es doch ein paar ähnliche Erfahrungen in meinem Leben. Und ein paar ähnliche Erkenntnisse. Mehr verrate ich hier aber nicht.

Worum es geht?

Na, um die Suche. Nach der Liebe im allgemeinen, und jener zu sich selbst im speziellen. Aber das hört sich leichter an, als es ist.

Lesen! (Oh, ich wiederhole mich …)

DefinitionDruckstaueffekt