Schichten I

… dass jeder Mensch das Recht hat, seine Lebensgeschichte zu erzählen, dass es aber nicht jedem Menschen vergönnt ist, es zu tun. Sowie diverse Tricks, wie man es dennoch schaffen könnte, jemandem seine Lebensgeschichte zu erzählen. Indem man zum Beispiel ein Teil seines Lebens dem Postboten erzählt und einen anderen dem Pflegepersonal im Krankenhaus … (Irgendlink am 23.9.09)

Wieso erzählen mir aktuell (siehe auch gestern) alle Menschen ihre Geschichten? F., mein Berliner Nachbar, zum Glück auf höchst unterhaltsame Weise. Von der DDR – nicht zum ersten Mal. Und von den Nonnen, die er im Altersheim gepflegt hat. Anekdoten, bei denen ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll.

Bin weder Pflegepersonal noch Postbotin, doch ganz Ohr. Und womöglich ist es ja meine Aufgabe, aus alledem was zu machen? (Ums Himmelswillen: WAS machen?) Steckt bei jenen, die mir ihre Geschichten erzählen, wohl das gleiche banale Bedürfnis dahinter, das mich Blogtexte weben lässt?

Gestern Nacht notiert:
Für wen schaffen wir Kunst?
Für wen denken wir, was wir denken und aufschreiben?
Für wen schreiben wir?

Und wozu?

Urbedürfnis danach, sich im anderen gespiegelt zu sehen.
Verstanden werden wollen.
Verstehen.
Es versuchen zumindest.

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