Bye, bye November!

Lieber November

Nein, ich mag dich nicht sehr, bilde dir bloß nix auf diesen Brief hier ein! Dennoch will ich dir danken.

Was ich an dir mag, ist schnell gesagt: Während deiner dreißig Tage gelingt es mir meistens, ziemlich viel zu schreiben. Novemberschreibend habe ich es dieses Jahr immerhin auf ein paar Wörterkilometer gebracht. Wären sie alle plattgewalzt, meine ich. Wie ich mit J. neulich philosophiert habe. Wären alle meine Wörter eine lange, dünne Schnur, wäre ich schreibenderweise vielleicht einmal um die Welt gereist. Und wäre die Schnur elastisch, vielleicht sogar bis zum Mond.

Unzerreißbar müssten sie sein, meine Wörterschnüre, die ich spinne. Dünner als ein Haar. Und wasserfest. Winddicht. Wetterresistent.

Doch was sind schon 10383 Wörter im Vergleich zu all den ungesagten? Zu all den ungeschriebenen? Was sind schon ein paar halbgare Geschichten? Fragmente. Bruchstücke. Eine Datei auf einer Festplatte. Irgendwo. Keine Ahnung heißt es noch immer, dieses Dokument.

Warum? Warum nicht!

Lieber November, lass dir danken! Auch wenn ich dich nicht wirklich mag, bist du irgendwie schon okay.
Bye bye!

Grüße aus Bern
Sofasophia

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