Ich weiß ja nicht, wie es andern geht, aber für mich ist Heimkommen aus den Ferien jeweils sehr ambivalent. Zum einen ist es schön, das eigene Klo zu benutzen, die Urlaubsüberbleibsel im eigenen Kühlschrank zu verstauen und auf dem eigenen Sofa zu sophieren, doch das Gefühl, dass die Urlaubzeit jedes Mal zu kurz ist, beschleicht mich spätestens dann, wenn ich die Schmutzwäsche in den Korb stopfe. Nicht dass ich meine Wohnung nicht mag, es ist die Rückkehr in den Alltag, der mir diesmal ganz schön an die Nieren geht.
Doch zum Glück ist Irgendlink noch da. Bis morgen früh. Bis ich ins Büro muss. *Grmpf* Der Große Abschied rückt unaufhaltsam näher. Ein letzter Ausflug steht auf dem Programm, ein bisschen Jakobsweg in Berns Umgebung. Wo doch die Sonne so herzlich lacht und uns nach draußen lockt.
Der Große Abschied … ein Kehrreim seit Tagen. Im Hinterkopf irgendwo. Der Große Abschied vor Irgendlinks geplanter einmonatiger Pilgerreise auf dem Jakobsweg.
Wie war doch gleich dieser Traum heute Nacht? Statt den traditionellen Pilgerpässen, in welche die Pilgerinnen und Pilger unterwegs ihre Stempel sammeln, um sich beglaubigen zu lassen, dass sie diese Strecke auch wirklich zurückgelegt haben, stehe neu in jeder Pilgerinnenherberge ein PC. Jede und jede Bußfertige auf dem Weg nach Compostella habe seit Beginn der Reise ein eigenes Account und logge sich allabendlich ein um die Tagesetappe ins Netz zu laden. Wo die Lieben zuhause dann mitverfolgen können, wo die Wallfahrenden gerade festhängen. Auf besagter Website habe es Rubriken wie „Erwachsene allein“, „Erwachsene in Kleingruppen bis 4 Personen“, „Erwachsene in Gruppen ab 5 Personen“, „Kinder unter 10 Jahren in Begleitung von Erwachsenen“ … Der Sinn der Sache hat sich mir leider im Traum nicht so ganz erschlossen. Statistik vermutlich. Erfassen der Etappenlänge in Bezug auf die Begleitung. Erfassen der Anzahl Bußfertiger. Big Brother Jakobus und Papa Roma lassen grüßen? Technik gut und recht, doch wie viel virtuelle Öffentlichkeit ein Pilger und eine Pilgerin brauchen, soll jede und jeder für sich selbst entscheiden.
Die einen wie Irgendlink – und ich übrigens ja auch – mögen es, live von ihren Reisen zu berichte. In seinem Fall wird sich das allerdings auf seinem Blog niederschlagen und nicht auf irgendeiner zentral geführten Website. Ich hoffe, dass dieser Traum Traum bleibt. Pilgern ist etwas ganz persönliches. Weg ist Weg und ob das Ziel Ziel ist, entscheidet jede und jeder selbst.
Weißt du, meine Motivation ist die Freiheit, jederzeit aufhören zu können, sagt mein Liebster beim Spätstück, zwischen Spiegelei und Joghurt. Recht hat er.
Weißt du, meine Motivation ist die Freiheit, jederzeit aufhören zu können, sagt mein Liebster beim Spätstück, zwischen Spiegelei und Joghurt. Recht hat er.
JA HAT ER ;o)wenn beim pilgern auch noch leistungsdruck regieren würde, dann hätte pilgern für mich überhaupt keinen sinn, was nicht heißt, dass mensch nicht mit seinen grenzen spielen darf, kann, soll, will…
übrigens herzlich willkommen wieder in bern, icke weile gerade in berlin ;o)
liebe frau vom moos
geniess berlin und die freiheit!
ich denk an dich
muntsch