Fenster öffnen

Schichten sichten,
Geschichten verdichten,
wie viel, wie wenig, wie sehr
du warst und
wie wenig, wie viel, wie schwer
du nicht warst.

Und bist.
Alles eigentlich. Zeitlos, flüchtig.
Immer da, nicht mehr hier zwar,
da und dort
fransen rote Fadenfetzen aus,
verstehen wir Spuren, Orte, Wege, die du gegangen bist
Entfernungen werden klein,
wenn der Tod die Türe schließt
und die Fenster aufreißt.

Für meine Tante M., die auf die andere Seite gewandert ist.

0 Kommentare zu „Fenster öffnen“

  1. Ach liebe D. Was für ein wunderschönes Gedicht, wie philosophisch und trotz der Traurigkeit nicht hoffnungslos. Deine Tante ist auf der anderen Seite. Da, wo das Leben wirklich beginnt. Daran glaube ich wirklich. Ich fühle mit dir …

  2. danke, liebe sherry!
    ich bin froh für M., dass sie gehen durfte. sie hat den tod herbeigesehnt, ahne ich, der schmerzen wegen.
    für mich ist der tod nichts schreckliches, besonders nicht für die gestorbenen. nur für die traurig-zurückgelassenwordenen.
    mein trost ist, dass M. lang gelebt hat. alles zu seiner zeit.

  3. das hast du gut und schön geschrieben… ja, der tod ist traurig für die, die bleiben… aber selbst hier gibt es nichts endgültiges… herzliche grüße an dich und geteiltes mitgefühl…

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