Im Bündnerland | #mdLidA

oder Drei Tage Leben aus den Bordmitteln
oder Mit dem Liebsten in den Alpen (#mdLidA, mein Twitterhashtag)

Endlich doch noch ein bisschen raus. Ein bisschen was wie Ferien. Mit möglichst wenig Gepäck wandernd unterwegs sein. So der Plan. Wir wollten unterwegs sein ohne auf Einkaufsmöglichkeiten angewiesen zu sein, denn auf über tausend oder gar zweitausend Höhenmetern, zumal am Wochenende, könnte es schwierig werden, einen offenen Laden aufzutreiben. Wir schafften es mit Kocher, Wasser, Lebensmitteln und Übernachtungskram auf nur rund zehn Kilo pro Person. Plusminus. Omni mecum porto. Mein Wandermantra. Ich trage alles (was ich brauche) mit mir.

Mit dem Gedanken, doch noch so ein mehrtägiges Abenteuer zu wagen, hatten wir seit Wochen gespielt, und dann war da auf einmal dieses eine Wochenende ohne Termine und Pflichten. So packten wir am Freitagmorgen unsere Siebensachen und fuhren gegen Mittag los in die Berge. Bruthitze. Richtung Thusis zuerst und von dort dann westwärts den Berg hoch. Bei Ober Rascheins haben wir mein Autochen zweieinhalb Tage stehen lassen und machten uns von dort zu Fuß und per ÖV auf den Weg. (Route: siehe unten*)

Ein Freund führt seit Juni die Alp Bischola-Summerbeiz und hat uns quasi hergelockt. Darum sind wir schließlich auch als erstes dorthin und haben uns ein wenig an die für uns doch ungewohnte Höhe (knapp 2000 m. ü. M.) akklimatisiert. Zwischen Parkplatz und Bergrestaurant liegt der wunderschöne Pascuminersee. Noch zuhause haben wir ihn als ersten Lagerplatz auserkoren und zum Glück waren am Freitagabend noch nicht so viele Leute dort wie am Sonntagnachmittag. Am Freitagabend waren nur noch eine Frau mit ihrer Tochter dort. Sie zelteten ebenfalls direkt am See. Eine Jugendclique  hatte sich zum Glück etwas weiter weg auf einer Anhöhe eingerichtet. [Als es dunkel war, ließen die doch tatsächlich ein Feuerwerk steigen. Auf 2000 m. ü. M.! Was für Volldeppen!]

Beat, der Wirt, hieß uns herzlich willkommen und servierte uns – da es (neben dem Käseteller) das einzige Gericht ohne Fleisch war – einen Eblysalat. Na ja. Immerhin habe ich es mal wieder probiert, aber Ebly und ich werden wohl nie Freundinnen. Dafür schmeckte die Nussschnitte göttlich, eine Bündner Spezialität, die süchtig macht. Und die zwei Kuchenstücke, die er uns als Bettmümpfeli mit auf den Weg gegeben hat, als Geschenk des Hauses, schmeckten – am See genossen – einfach nur wunderbar. Annettes Zucchini- und Zitronencake sind echt eine Entdeckung!

Zurück am See war es ziemlich unruhig. Wir beobachteten eine Weile das Geschehen, bevor wir schließlich doch direkt am See und bei der Feuerstelle unser Lager einrichteten. Die Idee, ohne Zelt zu schlafen, ließen wir aber bleiben, weil es doch recht feucht und kühl wurde. Und weil eine Mutter und ihre halbwüchsige Tochter sich zu uns gesellten, als wir gerade das Feuer entfacht hatten.

Gut schlafen geht anders. Für eher schlaflose Nächte ist unsere winzige Sardinendose, pardon unser hübsches kleines Wanderzelt doch ein bisschen eng**, so dass ich bei der ersten Morgendämmerung aus dem Zelt schlüpfte und herumspazierte. Etwas, das ich daheim nie tun würde, da ich ja eher eine Eule als eine Lerche bin. Es war jedenfalls einer der schönsten Sonnenaufgänge, den ich je erlebt habe.

Nach einem herrlich erfrischenden Morgenbad frühstückten und packten wir, um den Tguma hochzuwandern (knapp 2200 m. ü. M.). Um ins Safiental zu gelangen, mussten wir von dort aus über sehr steile Serpentinen etwa tausend Höhenmeter abwärts steigen. Was mir mal wieder so richtig fett in die Knie gefahren ist. Sie schrien laut, ich schwör! So sehr, dass ich unten, am Stausee, angekommen – die letzten zwei Kilometer mit zig Pausen wegen der brutalen Schmerzen –, kaum mehr gehen konnte. Wir fanden zum Glück bei einem Holzlager direkt am See einen tollen Nachtplatz, von wo aus wir auch gleich im nahen Bach Wasser holen konnten. Beide waren wir sooo müde, dass wir – nach dem Essen und einer Katzenwäsche im Bach – um halb zehn schon in den Schlafsäcken waren und bis kurz vor Sonnenaufgang durchschliefen. Ha, geht doch!

Meinen Knie ging es am Morgen deutlich besser, aber an den zuhause geplanten Aufstieg zur Alp Bischola respektive nach Ober Rascheins, wo das Auto stand – diesmal auf einer andern Route als beim Abstieg – war nicht wirklich zu denken. Also setzten wir den am Samstagnachmittag gefassten Plan um, mit ÖV so nahe wie möglich ans Auto ran zu kommen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ich zwar relativ schmerzfrei aufwärts und geradeaus gehen kann, aber nur mit relativ starken Schmerzen abwärts.

Wir studierten Karten und Höhenprofile und entschieden uns, mit ÖV zum Glaspass oder bis kurz davor zu fahren und von dort die letzten, nicht erschlossenen Kilometer nach Ober Rascheins zu wandern. Der Glaspass war im Grunde direkt über uns, die wir in Safien Carfil, am Stausee, lagerten. Von hier unten hinaufzusteigen hieße aber mit dem Feuer spielen, denn ich war ja nicht schmerzfrei. Immerhin waren die Schmerzen aber über Nacht erträglich geworden.

Um auf den Glaspass zu kommen, mussten wir die ganze Gebirgskette umfahren, um von der anderen Seite auf den Pass zu kommen. Heißt, wir mussten das Safiental abwärts mit dem Postauto, dort dann mit dem Zug dem Rhein abwärts ins Vorderrheintal zurück nach Thusis und von dort mit dem Postauto hoch zum Pass. Verrückte Rundreise! Aber schön wars. Trotz Maske.

Auf der Karte zeigen die roten Bömbel in Uhrzeigerrichtung unsere Rundfahrt an. (Den Link zur Karte gibt es hier und ganz unten.)

Screenshot der Karte
Screenshot der Karte

Irgendlink und ich hatten tatsächlich unsern Spaß, denn Postautofahren in den Bergen ist ja schon ein tolles Erlebnis. 🙂 Und die Rhätische Bahn ist auch irgendwie angenehm. Zum Glück hatten wir unsere Masken dabei und die behielten wir dann bis auf dem Glaspass auf, denn es gibt ja immer so Menschen, die … (aber das ist jetzt doch ein anderes Thema.)

Die Strecke vom Glaspass nach Ober Rascheins war nicht allzu anspruchsvoll, eine etwa vier- bis fünf Kilometer lange Wanderung rüber zum Parkplatz mit vielleicht zweihundertfünfzig Höhenmetern aufwärts und ein bisschen weniger abwärts. Wir wählten halb absichtlich, halb zufällig jene Route mit den wenigsten steilen Abstiegen und errreichten – nach einer köstlichen Picknickrast auf einer Bank mit Blick auf den Piz Beverin – gegen drei Uhr das Auto. Weil es meinen Knien noch immer relativ gut ging – super wäre übertrieben, aber ich hatte keine starken Schmerzen – und der Tag noch zu jung war, um bereits nach Hause zu fahren, beschlossen wir, nochmals ins Beizli zu wandern. Eine knappe halbe Stunde rauf, eine knappe halbe Stunde runter. Ohne Gepäck. Auf dem Rückweg wollten wir ein letztes Mal im Pascuminersee baden.

Im Beizli angelangt, freuten wir uns darüber, auch Annette noch zu sehen, die Partnerin des Beizers. Es herrschte Hochbetrieb, doch nach 17 Uhr wurde es ruhiger und wir hatten Zeit, ein bisschen auszutauschen. Eile hatten wir ja keine und die angenehme Temperatur um die 25 Grad war es wert, solange wie möglich zu bleiben. Auf dem Rückweg dann wieder alles abwärts. Und ja, ich habe das bewusst in Kauf genommen. Ich ahnte, dass das für meine Gelenke nicht so gut sein würde, doch ein letztes kühles Bad im Pascuminersee wollte ich mir eben nicht entgegen lassen. Unten angelangt pochten meine Kniegelenke wieder heftig. Gut, dass Irgendlink fuhr.

Inzwischen geht es den Gelenken zum Glück wieder besser und auch der Muskelkater-aus-der-Hölle verkrümelt sich so langsam. Und ja, unsere Bordmittel haben gereicht und wir hatten am Schluss sogar noch ein bisschen Nüsse und Dörrfrüchte übrig. Oh, warte! Da war doch noch dieser köstliche Cake im Alp Bischola-Summerbeizli. Den darf ich nicht vergessen. Der war nämlich nicht Bordmittel, der war Zugabe.

Was bleibt? Erinnerungen. Viele Bilder. Filmchen mit Kuhgebimmel und Bergbachrauschen. Und immer wieder bleibt mir diese Sehnsucht nach dem nächsten Mal, wenn der Berg ruft.


Tag 1

Tag 2

Tag 3


*Für die Karte (hier) habe ich drei Wegpunktefarben verwendet. Der unterste der blauen Bömbel markiert den Parkplatz und ist somit Ausgangs- und Schlusspunkt. Die blauen Wegmarkierungen gehören zu den Tagen eins und zwei, die lilafarbenen gehören zur Wanderung am Sonntag und die roten markieren unsere Reise per ÖV. Die Karte liest sich im Uhrzeigersinn.

**Das Sponsoring für ein leichte(re)s größeres Wanderzelt für zwei Personen ist hiermit eröffnet. 😉

Keine Geschichte von zwei Pinseln und warum ich mir Dinge aufschreibe

Da ist diese Geschichte von den beiden alten, hartgewordenen Pinseln, die seit Jahr und Tag nebeneinander im Pinselglas stehen bleiben, obwohl sie längst nicht mehr zum Malen genutzt werden können.

Nein, hier und jetzt werde ich diese Geschichte nicht erzählen. Das ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Notizen aus dem Notizbuch meines Handys. Ohne Notizen geht bei mir nämlich gar nichts. Meine Denkprozesse wären sonst noch unfassbarer. Notieren ist mir Aderlass.

Seit vorgestern weiß ich, dass sich John Irving keine Notizen machte. Schreibt der Herr Buddenbohm. »Der Herr Irving ist nämlich ein Notizenverweigerer, er schreibt sich nichts auf, nie, so sagte er. ’Denn wenn etwas wichtig ist’, so erklärte er dann, ’dann fällt es mir wieder ein.’«

Mir nicht. Ich vergesse viel. Deshalb liegen überall in meiner Wohung an neuralgisch wichtigen Stellen Notizzettel herum, in A6-Format geschnittene Makulatur, deren Rückseiten ich – mit Metallklammern zusammengefasst – als Notizblöcke verwende. Mein Chaos hat nämlich durchaus System. Sind die Zettel vollgeschrieben, wandern sie auf den Stapel links neben meinem Rechner und von dort geraten sie irgendwann in die Mühlen meiner Tastatur. Mahlen, einkochen oder einköcheln nenne ich diesen Vorgang. Oder einmachen. Andere sagen vielleicht verwursten dazu, ich halte mich lieber an tierfreie Metaphern wie Sirup kochen oder Marmelade. Denn in der Tat hat für mich schreiben etwas mit kochen zu tun, schreiben ist ein sinnlicher Akt, insbesondere die Arbeit an der Rohfassung eines Textes. Schreiben ist extrahieren.

Neben den auf Makulatur gekritzelten Notizen, die das ganze Spektrum von Außen- und Innenbeobachtung abdecken und manchmal nur aus einzelnen Wörtern, manchmal aus ganzen Traumhandlungen bestehen, gibt es bei mir noch zwei andere Notiz-Formate. Diese – Handy-Text- und Handy-Sprach-Notizen – machen vielleicht zusammen einen Drittel meiner Notizenmenge aus.

Seit ich wegen meiner wehen Hand nicht mehr so easy auf dem Handy tippen kann – wenn ich hinterher keine Schmerzen riskieren will –, fallen die Text-Notizen im Handy je länger je kürzer aus. Aber natürlich reichen, wie Andreas Wolf in seinem wunderbaren Text über die verschwundene Ute köstlich beweist, ein paar Wörter, um in uns drin ganze Geschichten zu konservieren oder, besser, höchst lebendig zu erhalten

Habe ich unterwegs, nebst Handy eine externe Tastatur zur Hand, kann die Notiz schon mal länger ausfallen. Oder aber es bleibt nicht bei der Notiz, und – das ist mir das Liebste, der Idealfall, der Sechser im Lotto – ich kann den Text, der in mir rumort, gleich von A bis Z aufschreiben. Ohne Verzögerung. Und ohne Umweg über  ein Notizformat. Nur schon die kleinste Verzögerung bewirkt bei mir, dass der erste Ansatz, die erste Idee, die ersten Formulierungen in sich zusammenstürzen und der Text in seiner Urform nicht mehr abrufbar ist. Notizen sind fast immer nur ein Notbehelf, ein Anschreiben gegen das Vergessen. Notizen sind die herumliegenden Bruchstücke, die mir beim Rekonstruieren helfen. Und das ist oft zuweilen richtig anstrengend, ganz im Gegensatz zu diesem ersten Drauflosschreibefluss, der einfach so vom Kopf in die Tasten geschieht. Was jetzt nichts über die Qualität eines Textes, dafür einiges über den Schaffensprozess und seine Mühen sagt.

Womit wir bei meinen Problemen mit der Sprachnotiz wären. Was ich mir nämlich per Stimme notiere, lässt sich in den wenigstens Fällen wie gesprochen aufschreiben, ich kann keine Texe diktieren. Aus zweierlei Gründen geht das bei mir nicht. Zum einen denke ich meistens Schweizerdeutsch und schreibe meistens Hochdeutsch. Zwei Sprachen mit zwei nicht 1:1 zu transkribierenden Grammatiken. Nur schon die Übersetzung verändert den Inhalt. Aber noch schwieriger ist für mich meine Unfähigkeit, mir die im Kopf ausformulierten Sätze und Abfolgen solange zu merken, wie ich brauche, um sie aufzusprechen. Sobald ich den Knopf zur Aufnahme betätigt habe,  zerfallen meine inwendigen Sätze in Bruchstücke, die ich dann sinnlos aneinander reihe und später mit der Pinzette aufpicken und in eine sinnvolle Reihenfolge bringen muss. Siehe oben. Ich eigne mich schlicht nicht für Vorträge ab Blatt. Eher bin ich die, die improvisiert.

Dank der Handyfunktion ‚Sprachnotizen‘ ist mir klar geworden, dass ich wohl ähnlich ticke wie die Schweizer Autorin und Behindertenaktivistin Ursula Eggli, die ich kurz vor ihrem Tod zu ihrem Leben und Schreiben interviewt habe. Obwohl sie krankheitsverlaufsbedingt nur noch wenige Finger bewegen konnte, bevorzugte sie es, über ihre Spezialtastatur zu schreiben statt zu diktieren. Die Gedanken fließen anders, wenn sie über die Finger aus mir raus können als wenn sie es über die Stimme tun sollen, sagte sie. Natürlich, man kann das trainieren, aber dazu hatte Ursula Eggli keinen Anlass, ich auch nicht.

Doch was gibt es denn da ständig so Wichtiges, das ich mir da, in welcher Form auch immer, notieren will? Wichtig ist relativ. Und letztlich ist auch vergessen eine Option. Und nicht die Schlechteste. Bei mir ist von Tweet zu Mail oder Brief, von Therapienotiz bis Blogartikel alles dabei.

Fakt ist eher, dass ich mich geradezu nackt fühle, wenn ich nichts zum Schreiben in Griffnähe habe, egal ob Papier oder Handy. Das klassische Notizbuch allerdings hat bei mir schon eine ganze Weile ausgedient. (Die Purist:innen unter meine Leser:innen schlagen jetzt ihre Hände über dem Kopf zusammen. Wie kann sie nur? Ja, sie kann. Ja, das geht. Und ja, ich lebe noch.)

Jahrelang trug ich kleine Büchlein mit mir rum, viele Jahre lang waren sie meine Ideenbehälter. Doch seit ich vor zehn Jahren mein erstes iPhone 3S kaufte – das einzige iPhone übrigens, das ich mir neu gekauft habe –, verabschiedeten sich die Notizbücher nach und nach, leise und schleichend, aus meinem Leben. Es war keine Absicht wie beim Kalender, wo es eine klare Entscheidung meinerseits gewesen war. Die Notizbücher wurden einfach immer weniger gebraucht und als sie alle irgendwann voll waren, habe ich sie nicht mehr durch neue ersetzt.

Ja, klar, ästhetisch und haptisch ist Papier schöner, ist Schreiben auf Papier  schöner, sinnlicher, wohltuender vielleicht sogar, doch danach? Was geschieht danach? Bei meiner Saukralle ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich die Notizen, wenn ich sie nicht innert nützlicher Frist in etwas Lesbares verwandle, nie wieder lesen werde. Das ist mit den Makulaturrückseiten anders, die mahnend auf dem Stapel neben dem Rechner liegen, ebenso mit den Notizen im Handy, die mich schwarz auf weiß und dazu gut lesbar an kleine Geschichten erinnern.

Dazu fallen mir die winzigkleinen Notizbüchlein meiner Tante M. ein, die vor neun Jahren gestorben ist. Mit meiner Schwester zusammen räumte ich nach ihrem Tod ihr Zimmer im Pflegeheim. Das Meiste kam, wenn es das Rote Kreuz nicht wollte, in die Mulde (ja, so ist das, wenn jemand stirbt), doch das eine oder andere Persönliche und/oder Nützliche nahmen wir – weil es zu schade zum Wegschmeißen und noch zu brauchen war – mit, wie zum Beispiel zwei Kartons voller Wegwerflatexhandschuhe und zig Ersatzrollen für den Fusselroller, eine wunderschöne Muschelnsammlung und eben eine ganze Reihe winzigkleine Notizbüchlein.

Die beiden Schwestern hatten nie viel aus ihrer Kindheit und ihren Leben vor unseren Geburten erzählt, unsere Mutter und unsere Tante. Ich hatte gehofft, wenigstens posthum das eine oder andere über ihr Leben zu erfahren. Doch die klitzekleine, wunderschöne Handschrift meiner Tante ist schwerz zu entziffern, zumal M. vieles abgekürzt und sich somit ihren ganz eigenen Verschlüsselungscode erschaffen hatte. Auch fühlte ich mich, wann immer ich in den kleinen Büchlein zu lesen versucht habe, als Voyeurin.

Warum sie aufschrieb, was sie aufschrieb? War es ein Sich-etwas-von-der-Seele-Schreiben? War es ein Das-will-ich-nicht-vergessen-Schreiben? Oder war es gar ein Das-kommt-später-in-meine-Autobiografie-Schreiben? Und was ist es bei mir?

Ich nenne es oft ausatmen. Oder wahlweise auch scheixxen. Verstoffwechseln auf jeden Fall. Schreiben ist mir immer schon ein Prozess der Verwandlung gewesen. Ich sehe einen Haufen frisch geschorener Wolle vor mir, der gekardet wird. Gekämmt, damit die Wollfetzen auf Linie gebracht und versponnen werden können. Schreiben als Prozess des Spinnens, des Webens, des Strickens, des Häkelns. Textilie. Text. Na? Ha!

Handgewobenes buntes Tuch, mit dem sich die Autorin verschleiert. Man sieht nur eine Hand und ein Haarbüschel.
In gewobenes Tuch eingesponnene Autorin

Und wie bin denn jetzt hierher gekommen und wie komm ich da jetzt wieder raus? Und darf man verwobene oder eingekochte Notizen aus dem Handynotizbuch löschen? (Ist das nicht ebenso so frevelhaft, wie wenn ich meine papiernen Notizbücher ins Altpapier oder ins Feuer legen würde?)

Na ja, die Geschichte mit den Pinseln habe ich ja noch lange nicht gschrieben, sie bleibt also im Notizordner. Punkt.

Ob sie womöglich jemand anders adoptieren will und wie ist das eigentlich mit Ideen, mit Geschichten? Sind sie frei und suchen sich, wie so Nistvögel, Orte aus, von denen sie hoffen, dass sie dort sicher sind und genug Nahrung zum Gedeihen finden?


Quellen der Inspiration:
Buddenbohm und Söhne | Maximilian Buddenbohm
Wald und Höhle | Andreas Wolf

Wie so ein sich ausbreitender Tintenfleck

Was für ein wunderbarer Platz! Obwohl es hochsommerlich heiß und Ferienzeit ist, halten sich nur wenig Menschen hier, am Ohmbachsee, auf. Wie schön! Ein Badesee vom feinsten, umgeben von Wald, unweit eines WoMo-Stellplatzes, eines Campingplatzes und eines Restaurants. Erstaunlich eigentlich, dass hier nicht mehr Leute sind, die baden oder mit Tretbooten durch das Wasser schippern.

Wolkiger Blauhimmel über See. Vorne Grasufer, hinten Ufer mit Wald. Auf dem See in der Ferne ein Tretboot.
Am Ohmbachsee

Es ist Montagnachmittag. Wir umrunden den See halb, bis wir eine Stelle finden, die uns gefällt. Sie ist geradezu perfekt: Halbschatten und dazu eine sehr nahe Einstiegstelle. Außerdem sind wir hier fast allein. Etwa zwanzig oder dreißig Meter entfernt sitzt – oder vielmehr liegt – ein anderes Paar. Als wir uns niederlassen und umziehen, kommen ein paar Radler:innen vorbei – eine Familie, die sich kurz an der schönen Aussicht erfreut – und eine kleine Pause machen, danach weiterradeln.

Wir schwimmen eine Weile und legen uns danach naß auf unsere Tücher. Herrlich ist das. Ich döse ein. Als ich die Augen öffne, stelle ich fest, dass sich etwa zehn Meter neben uns eine junge Familie niedergelassen hat. Wir nicken und lächeln uns zu. Das Kleinkind, vielleicht acht oder neun Monate alt, gluckst und giggelt und kann mich gar nicht mehr aus den Augen lassen, nachdem wir uns ein erstes Mal angeschaut haben.

Ich beschließe, da ich inzwischen wieder trocken bin und die Hitze bereits wieder an mir knabbert, ein weiteres Mal schwimmen zu gehen. Hilft nämlich auch gegen den Lärm der Militärflugzeuge, die das Gebiet hier immer mal wieder großräumig überfliegen. Gibt es etwas Erholsameres und Beglückenderes als mit den Ohren im Wasser auf dem Rücken im Wasser zu liegen und den Wolken beim Wolkensein zuzuschauen?

Nachdem ich mich wieder auf mein Tuch fallen gelassen habe, landet unweit von uns eine Familie. Schlägt auf, trifft es eigentlich besser oder: nimmt Land ein. Papa, Mama, ein etwa neun- oder zehnjähriges Mädchen, ein etwa zwölfjähriger Sohn an der Grenze zum Stimmbruch. Und ein Hund. Ich mag Hunde. Wirklich. Sehr. Meistens jedenfalls.

Was soll ich sagen? Zuerst sind sie ja dort hinten und ziehen sich um. In gebührendem Abstand zu uns, zur jungen Familie. Das junge Paar hat inzwischen das Bady in einen Badeanzug gepackt, da es – nachdem Irgendlink und ich geschwommen sind – auch ungedingt ins Wasser will. Es hat sichtlich Spaß daran, von der Mutter durch das kühle Naß gezogen zu werden. Zwischen uns und dem Paar ist eine angenehme Nachbarschaft entstanden.

Nun aber stürzen sich die beiden Kinder in die Fluten. Die Einstiegstelle ist, recht nahe von uns und darum ist es nicht verwunderlich, dass sie an uns vorbei müssen. Was aber dann doch verwunderlich ist, wie selbstverständlich und wie rücksichts- und grußlos sie das tun. Wir alle werden schlicht nicht wahrgenommen. Sie rufen nach den Eltern und die kommen schließlich auch ans Ufer. Papa in Badehose, ebenso grußlos, baut sich vor uns auf, also an der Einstiegstelle vor uns. Und schließlich kommt auch die Mama mit Hund an der Leine (immerhin), der zuerst direkt auf das junge Paar  und ihr Kindchen zuhält. Immerhin nimmt die Frau dann die Leine und damit den Hund zu sich. Immerhin. Man darf ja schon dafür dankbar sein. Uns ignorieren Hund und Menschen. Sind wir überhaupt da, also sichtbar?

Wir ziehen uns rasch um, hier wird es uns zu ungemütlich. Zum Glück waren wir nochmals im See. Jetzt hätten wir daran keinen Spaß mehr. Vorbei mit der Ruhe.

Wie so ein Tintenfleck!, sagt Irgendlink, als wir zurück zum Parkplatz schlendern. Wie so ein Tintenfleck haben die sich ausgebreitet.

Und natürlich frage ich mich immer, ob es an mir liegt und meiner Empfindlichkeit oder ob manche Menschen einfach immer weniger Aufmerksamkeit für ihre Umgebung haben. Für ihre Mitmenschen. Nur noch ihr Ziel sehen; wie so ein Tintenfleck alles überschreiben, was im Weg ist.

[Zum Glück wollten wir eh gehen, denn ich hatte ja noch eine lange Fahrt, zurück in die Schweiz, vor mir.]

Calzoni* mitbringen, nicht anziehen

Unser Sonntag fing mit Regen an. Wohltuendes Prasseln auf dem Dachfenster der Künstlerbude. Der Garten freute sich. Wir uns auch.

Am Nachmittag oder gegen Abend wollten wir unsern Freund S. besuchen. Lieber um vier zu Kaffee und Kuchen oder um fünf mit Calzoni?, fragte Irgendlink den Freund per Mail. Gern die Calzoni, mailte S. zurück.

Vor ein paar Wochen haben wir dieses feine Rezept bei mir daheim das erste Mal ausprobiert (abgeguckt aus einem Outdoor-Video (Lagerfeuerpizza) – damals mit selbstgemachtem Pizzateig, diesmal mit gekauftem.

Während Irgendlink eine köstliche Füllung aus dem, was Kühlschrank und Garten hergaben, kreierte, knetete ich den ausgewallt gekauften Teig zusammen und formte sieben flache, handgroße Teigkreise (ca. 20 cm im Durchmesser).

In diese legten wir je etwa anderthalb Suppenlöffel der leckeren Füllung und verschlossen sie durch zuklappen. Bisschen andrücken und gut.

Auf dem gelochten Pizzablech fanden die sieben Calzoni perfekt Platz und weil unser Blech wegen der Löcher die Temperatur gut leitet, war ein Wenden der Gebäckstücke nicht nötig. Bei mir daheim, auf dem Kuchenblech, haben wir die Dinger mittendrin mal gedreht.

Was soll ich sagen? Wir haben ein tolles Mitbring-Rezept entdeckt, das super schmeckt. Jedenfalls aus dem Ofen. Und bestimmt auch vom Grill. Das werden wir das nächste Mal testen.

fertig gebackene Mini-Calzone
fertig gebackene Mini-Calzone

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Unsere Füllung bestand aus:
einer kleinen Zwiebel (angedämpft)
einem großen Champignon (mitangedämpft)
(ebenfalls möglich: andere Gemüse wie Karotten, Knoblauch, Lauch, Kohlarten etc.)

ungedämpft außerdem:
3/4 Paprika, fein gewürfelt
1/4 Zucchini, fein gewürfelt
etwa zwei EL fertige Tomatensauce
etwa 100 g geriebener Mozzarella
ein paar Löffel Kapern
(das sind ein paar Möglichkeiten)
frisch gemörserter schwarzer Pfeffer
ca. ein TL Salz

Alles gut mischen.

Gekauften Teig nehmen und in kleine Stücke teilen oder ihn selbst machen. Für unsern Teig für ungefähr 6-8 Calzoni nahmen wir:
300 g Dinkelmehl (halb hell, halb Vollkorn oder nach Belieben)
1/3 Hefewürfel, mit lauwarmem Wasser (von der Gesamtmenge) anrühren
1 – 2 El Olivenöl (nach Gefühl)
1 TL Salz
ca. 1,9 dl lauwarmes Wasser

Teig anrühren, gut kneten, bis er sich so richtig nach Pizzateig anfühlt.
Mit feuchtem Tuch zugedeckt an einem lauwarmen Ort (im Sommer reicht Zimmertemperatur) ein paar Stunden gehen lassen.

Aus dem Teig kleine Kugeln um die 60 – 80 g formen, zu Kreisen entweder flach drücken/ziehen oder auswallen.

Die Füllung in die Mitte der Kreise geben und die Kreise durch Zusammenklappen in kleine Calzoni verwandeln, Hosenbeinen* übrigens gar nicht mal so unähnlich. Was vielleicht sogar den Namen erklärt.

Im Backofen dauerte es ca. 15 Minuten bei 230 Grad, bis die Höschen fertig gebacken waren. Und wie gesagt: Sie waren sehr sehr lecker!

Und ach: Aus der restlichen Füllung gab es gestern Morgen ’Tortilla-Rühreier’ zum Frühstück.


*Calzone ist – wen wunderts? – italienisch und heißt Hose. Calzoni sind mehrere Calzone aufs Mal. 🙂

Über die Grenze und – schwupp – hach, wie schön!

Als wir uns ins Auto setzen, ist weder klar wohin wir wollen noch wo wir landen werden. So ist es immer mal wieder bei uns. Einzig das Was ist klar: Vom Was haben wir eine ungefähre Vorstellung: Schöne Umgebung, Natur, Wald.

Das nahe Frankreich lockt. Lothringen und Nordvogesen liegen gleich um die Ecke. Irgendlink steuert unser Gefährt. Bei jeder Abzweigung beschließt er erst unmittelbar vor dem Abbiegen, ob es jetzt rechts oder links rum gehen wird. Was ich zuweilen mit ’ich habs gewusst!’ oder mit ’Oh, das hab ich jetzt nicht erwartet!’ kommentiere.

Auf einmal sind wir auf der Straße nach Bitche, jenem Weg, den ich seit elf Jahren monatlich einmal fahre. Auf dem Rückweg nach meinen langen Wochenenden beim Liebsten. Ich liebe diese Strecke, die Weite dieser Gegend, sanftes hügeliges Kulturland, Obststreuwiesen, Wälder … ab und zu ein Gehöft.

Und auf einmal sind wir beim großen Kreisel am Ende der D35A. Normalerweise fahre ich da geradeaus durch, doch diesmal fahren wir die dritte Ausfahrt raus und – zack! – stehen da drei kunstvolle, menschliche Metallskulpturen auf der Wiese, die ich bisher, obwohl man sie vom Kreisel aus sehen kann, noch nie beachtet habe. Merkwürdig eigentlich, wie mein Blick durch die immer gleichen Wege, die ich gehe, getrübt und beengt wird.

Wir steigen aus und gehen näher ran. Fotografieren. Der Himmel macht mit und bietet einen spektakulären flauschwolkigen Hintergrund. Centre d’Arts steht auf einer Metalltafel am Weg. Aha.

Das wollte ich mir schon immer mal angucken!, sagt Irgendlink. Wir folgen der Straße ins Dorf Schorbach und parken direkt beim Centre d’Arts, dem lokalen Kunstzentrum. Hölzerne Rundbauten auf Pfählen – moderne Pfahlbauten – beherbergen Kunstobjekte. Aha.

Die Dame am Eingang informiert uns. Freier Eintritt. Kollekte, erklärt sie auf Französisch, da ich mich nach dem Eintrittspreis erkundige. Wir würden gern zuerst spazieren gehen, sagen wir und erfragen die Öffnungszeiten. Passt. Aha.

Und so machen wir uns auf den Weg. Eine Art Rundwanderung direkt vom Centre aus. Schön ist es, unterwegs, und erinnert uns – einmal mehr – an Schweden. Das Licht, die Wolken, die Stimmung, die Farbe der Erde. Man muss manchmal gar nicht soo weit gehen, um dieses gute Gefühl von Fern-weit-und-Fremd zu erlangen, wonach wir uns oft sehnen, wenn uns die Decke auf den Kopf zu fallen droht. Die Idee, dass es viele Kilometer zwischen unserm Zuhause und unserm Reiseziel braucht, hockt nichtsdestotrotz hartnäckig in unseren wohlstandsverwöhnten Köpfen.

Als wir wieder zurück beim Centre sind, setzen wir uns erst mal kurz in den Schatten, essen etwas Mitgebrachtes und trinken Ludwigswinkeler Brunnenwasser vom Vortag. Tut das gut.

Nun aber die Masken aufgesetzt und dann rein in die Ausstellung. Den christlichen Kontext der Werke blende ich aus und lasse mich von den Skulpturen, Fotos, Objekten und Gemälden in den runden Gebäuden ansprechen.

Nach einer weiteren Pause im Garten, wo noch mehr Skulpturen, diesmal aus Stein gehauen, stehen, machen wir uns auf den Heimweg. Nicht ohne vorher einen staunenden Blick auf die große Tafel am Wegrand geworfen zu haben, auf welcher unzählige Rundwanderungen erwähnt werden. Ha. Wir kommen wieder!

Mehr Infos zum Centre d’Arts gibt es hier:
Die Webseite des Zentrums (Link)
Ein kleiner Film auf Youtube (Link)

 

Klein-Schweden zum zweiten

Wie wir gestern überlegten, in welcher Gegend wir wandern könnten, fiel mir die Wasgau-Seen-Runde ein. Vor einem Monat hatten wir die erste, die westliche Hälfte dieser ungefähr zwanzig Kilometer langen Wanderung genossen. Es war ein bisschen wie in Schweden gewesen, hatten wir am Abend resümiert. Und dass wir bald einmal wiederkommen würden. Wäre jetzt nicht genau der richtige Zeitpunkt für die zweite gekommen? Diesmal also wollten wir die östliche Route erwandern. Das Auto würden wir in Fischbach parken.

Gesagt, getan und schon bald tauchten wir in eine geradezu paradiesische Waldzwischenwelt mit herrlichen Wegen, kleinen Bächen, Weihern, Seen und da und dort einem Rastplatz ein. Badeplätze fanden wir zwar keine, doch im Wald war es verhältnismäßig kühl und ein paar Wolken sorgten immer dafür, dass wir nicht zu sehr ins Schwitzen kamen. Über die Wanderung berichtet übrigens Irgendlink hier sehr inspirierend.

Erst als wir Stunden später die ausgeschilderte Route verlassen, um zum Auto zurück zu gelangen und dazu Fischbach queren, bekommen wir eine volle Ladung Sonnenhitze ab. Ausgerechnet jetzt haben sich die Wolken nämlich verzogen und über uns wölbt sich ein hochsommerlicher Blauhimmel. Die Sonne heizt uns ein.

High Noon. Fast ausgestorbenes Dorf. Wir durchqueren einen Ortsteil, den es vor wenigen Jahren noch nicht geben haben kann. So neu wie hier alles aussieht! Legohäuschen an Legohäuschen an einer Avenue, die etwas amerikanisch-kleinstädtisches ausstrahlt. Spießig herausgeputzte Gärten, wohin wir auch schauen.

Auf einmal ein lautes Bimmeln. Ich starre mein neues Gebraucht-Handy an und frage mich, welchen Klingelton ich da bloß eingestellt habe. Aber nein, das Bimmeln ist weiter weg. Und erklingt ein zweites Mal. Und da vorne, ich glaube meinen Augen nicht zu trauen, biegt ein Eiswagen um die Ecke. Und bimmelt erneut. Der erste Eiswagen meines Lebens. Nein, falsch, natürlich sah ich schon Eiswagen, aber noch nie habe ich einen fahren gesehen und noch nie einen um die Ecke bimmeln gehört. (Kleiner Nachtrag am Rande: Seit Beginn der Wanderung befinden wir uns auf der Kalorienpromenade. Passt perfekt! ;-))

Irgendwann stehen wir in der Mitte des Dorfes. Nur noch ein kleines Stück und wir sind beim Auto. Noch ein letztes Stück durch dieses fast ausgestorben wirkende Dorf. Und auf einmal sind wir nicht mehr in Kleinstadt-USA, sondern in Spießbürger-Deutschland. Steingarten an Steingarten. Als wäre das hier ein Wettbewerb. Alles Wilde wird konsquent ausgemerzt und zurechtgestutzt. Es tut mir weh, diese Gärten zu betrachten, es tut weh, mir vorzustellen, wie diese Nachbarinnen und Nachbarn sich gegenseitig mit Spießigkeit zu übertreffen versuchen und sich selbst dabei auch gleich mit beschneiden. Ein einziger Garten erfreut meine Sinne: wild und bunt, wie ich es mag.

Nach so viel Augenweh ist uns nach Frankreich. Aber zuerst ist uns nach Wasser. Wir halten beim Saarbacher Hammer und schwimmen eine Runde, um uns abzukühlen. Beim Ludwigswinkeler Dorfbrunnen, der für sein sauberes Wasser bekannt ist, füllen wir ein paar Flaschen und danach fahren wir schließlich über Hirschthal und Bitche zurück zum Einsamen Gehöft.

Der architektonische Unterschied von Frankreich nach Deutschland ist wohltuend. Liebevoll gebaute Häuser mit Gärten, die diesem Begriff alle Ehre machen, eine so ganz andere Atmosphäre. Hach, die Nordvogesen … Und ach, was für ein Schauspiel am Himmel! Die Natur ist meine Lieblingskünstlerin.

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Unsere gestrige Wanderkarte (Link) > siehe die blauen Bömbel in der östlichen Hälfte der Rundwanderung.

Und nun noch ein paar Bilder:

 

Tellerränder

»Was für ein Sommer, bei uns regnet es nur! Ich habe es ja immer gewusst, dieser Klimawandel ist doch nur eine Erfindung der Blabliblos*! Pure Angstmacherei.«

»Ähm, hast du schon mal geguckt wie es anderswo aussieht? In Grönland? In Bangladesh, Bhutan, Indien, Myanmar, Nepal oder Sibirien? Und glaubst du allen Ernstes, dass sich weltweit so viele Wissenschaftler:innen finden lassen würden, um bei einer weltweiten Lüge mitzumachen?«

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»Bei uns hat es keine Coronakranken mehr. Das beweist doch, dass alles übertrieben war. DIE wollen uns überwachen. Und überhaupt, Covid ist doch nur eine normale Grippe, die der Pharmaindustrie/der Blablubs* dient. DIE wollen doch nur, dass …!«

»Ähm, hast du schon mal geguckt wie es anderswo aussieht? In den USA? In Brasilien? In Schweden? In Südafrika? In XY? Und glaubst du wirklich, dass sich weltweit so viele Wissenschaftler:innen finden lassen würden, um bei einer weltweiten Lüge mitzumachen?«

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Was mich so stört an Sätzen wie den beiden violett eingefärbten oben?

Dass die Menschen, die sie aussprechen, den Blick nicht herumzuschweifen in der Lage sind. Dass sie das, was direkt vor ihrer Nase passiert als allgemein gültig interpretieren. Dass sie aus den Fakten das herausziehen, was ihrem Weltbild am ehesten entspricht.


*Bitte hier Feindbilder nach persönlichem Gusto einfügen

Ausgelesen #33 | Tagebuch meines Verschwindens von Camilla Grebe

Alles fängt mit einem Skelett an, das Jugendliche vor zwölf Jahren an einer Geröllhalde gefunden haben. Es ist das Skelett eines kleinen Mädchens. Eine dieser Jugendlichen ist die heutige Polizistin Malin, die inzwischen vom Fundort weggezogen ist. Sie wird zurück nach Ormberg geholt, als die für Ormberg zuständige Polizeistelle diesen alte Fall neu bearbeiten will. Auch Hanne und ihr Partner Peter, ein Ermittler der Stockholmer Kriminalpolizei werden an Bord geholt, da sie neulich bei der Aufklärung einer Mordserie so erfolgreich waren. Und wo Peter ist, darf natürlich auch Manfred nicht fehlen, ein guter Arbeitskollegen und Freund der beiden. Der junge Polizist Andreas vervollständigt schließlich das Cold Case-Team.

Buchcover zeigt vor schwarzem Hintergrund in der unteren Bildhälfte eine Frauenhand, die ein Medaillon umschließt. Darüber in großen goldenen Großbuchstaben der Autorinname und darunter in weißer Schrift der Buchtitel. Das Verlagssymbol am weiß auf rot am linken Bildrand.
Buchcover

Demenz, Rassismus in vielen Schattierungen, Alkoholismus, häusliche Gewalt, Mobbing, Transgender. In der Tat ziemlich viele brisante Themen, die in diesem vielseitigen Roman behandelt werden. In einem Roman allerdings, der unter dem Untertitel den Hinweis Psychothriller trägt. Themen, die inzwischen alltäglich geworden sind.

Schon im ersten Band der Geschichte – Wenn das Eis bricht – ist mir die Psychologin Hanne, die der Stockholmer Polizei zuweilen als Profilerin zur Verfügung steht, ans Herz gewachsen. Noch stand sie im ersten Teil am Anfang ihrer fortschreitenden Demenz, im zweiten Band ist die Krankheit bereits umfassender, einschneidender und deutlich sichtbarer.

In ihrem zweiten Band – Tagebuch meines Verschwindens – lässt die Autorin Camilla Grebe erneut mehrere Ich-Erzähler:innen zu Wort kommen. Zum einen hören wir Jake, einem fünfzehnjährigen Jungen, zu, der gern Frauenkleider trägt, zum andern Malin, der erwähnten jungen Polizistin. Hannes Stimme hören wir aus ihrem Tagebuch und in einigen aus ihrer Sicht erzählten Kapiteln.

Hanne und Peter befinden sich auf Grönland, wo sie sich gemeinsam – vor dem vollständigen Verlust von Hannes Erinnerungen – deren alten Reiseraum erfüllen, als sie ins Cold Cases-Ermittlungsteam nach Ormberg gebeten werden.

Es ist Ende November, der Anfang eines kalten, schneereichen Winters in der Pampa von Mittelschweden, und die Voraussetzungen, den alten Fall lösen zu können, sind schwierig. Zwar sind die Ermittlungsmöglichkeiten inzwischen fortschrittlicher, doch ist seit dem Skelettfund viel Zeit vergangen.

Jake trifft auf einem seiner seltenen Spaziergänge in Frauenkleidern im Wald auf die vor einer Gefahr flüchtende Hanne, die er schließlich zur Landstraße begleitet, wo sie ein Auto anhalten kann um wegen Unterkühlung und Dehydrierung ins Krankenhaus gebracht zu werden. Sie hat keinerlei Erinnerungen mehr an die letzten zwei Tage. Auch weiß sie nicht, wo Peter abgeblieben ist und warum sie beide überhaupt im Wald gewesen sind.

Jake hat sich, nachdem er Hanne in Sicherheit wusste, im Wald versteckt, denn er möchte nicht in Frauenkleidern gesehen werden. Doch er hat Hannes Tagebuch am Straßenrand gefunden, das ihr aus der Tasche gefallen sein muss, bevor sie in das rettende Auto steigen konnte.

Seit Hanne immer mehr vergisst, ist ihr Tagebuch gleichsam ihr ausgelagertes Hirn. Sie hat es sich angewöhnt, alles akribisch aufzuschreiben, damit sie sich später wieder erinnern kann. Jake liest in den nächsten Tagen alles, was Hanne während der ersten Ermittlungstage erlebt und erkannt hat. Bis zu ihrem Verschwinden also, in der ganzen Zweideutigkeit dieses Wortes. Er weiß, dass er das Tagebuch der Polizei übergeben müsste, doch dann müsste er ja zugeben, dass er jene junge Frau gewesen ist, die die Polizei als Zeugin sucht.

Im Laufe der Geschichte erkennen wir als Lesende, wie sehr die Bevölkerung von Ormberg sich abschottet und Neuem gegenüber verschließt. Geschehnisse, die über fünfundzwanzig Jahre zurückliegen, wurden unter den Teppich gekehrt. Damals verschwanden eine Frau und ein Mädchen aus dem Flüchtlingszentrum, das damals am Ortsrand in einer alten, stillgelegten Fabrik untergebracht war, spurlos. Inzwischen ist das Flüchtlingszentrum wieder aktiviert worden, um Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Sehr zum Unmut der Bevölkerung vom Ormberg, die nach zahlreichen Schließungen von Fabriken durch Abwanderung geschrumpft ist.

Ein erster Erfolg für das Cold Case-Team ist die Identifikation des Mädchens. Es ist das damals verschwundene, wie die DNA seiner Tante offenbart, von seiner Mutter fehlt jedoch noch immer jede Spur.

Während das Ermittlungsteam mit der Unterstützung von anderen Polizeidienststellen weiträumig nach Peter sucht, wird eine weitere Leiche entdeckt. Die einer Frau. Erschossen am Wochenende von Peters Verschwinden. Und wieder ist der Fundort die Geröllhalde, nicht weit von da, wo das Mädchen vor zwölf Jahren gefunden wurde. Wie hängt das alles zusammen, wer ist die grauhaarige Frau, warum liegt sie ausgerechnet dort und wo ist Peter? Von ihm fehlt noch immer jede Spur.

Jake erfährt im Laufe der Geschichte immer mehr über die Hintergründe und gerät schließlich ganz unerwartet auf eine Spur, die letztlich zur Auflösung der Fälle führt, die alle irgendwie zusammenhängen. Den Prozess, den er durchläuft, zeichnet Camilla Grebe ebenso nachvollziehbar und glaubwürdig nach wie den Malins. Zurück in der alten Heimat wird diese mit vielen alten Geschichten konfrontiert und muss einiges aufarbeiten, um endlich herauszufinden, wer sie ist, was sie will und wohin ihr Weg führen könnte.

Auch Hannes Weg ist kein einfacher. Natürlich verläuft jede Krankheit anders und natürlich bin ich zu unerfahren, um mich mit Demenz wirklich auszukennen, doch weil die Schwester der Autorin Psychologin ist und die beiden ja in ihren gemeinsamen Krimis um die Therapeutin Siri Bergmann bereits ihre Kenntnisse über menschlichen Innenwelten offenbart haben, halte ich die Erzählungen über Hannes Krankheit für glaubwürdig.

Die Geschichte verdichtet sich gegen Ende je länger je mehr. Der Ausgang überrascht. Die Aussagen des Täters zu seinen Motiven lassen mit sprachlos zurück und ich verstehe auf einmal, warum der schwedische Originaltitel Haustier lautet.

Der Autorin gelingt, was ich sehr schätze: Sie erzählt eine von Anfang an dichte Geschichte, schreibt gut, flüssig, spannend, orientiert sich jederzeit an ihrem spannenden Plot und dröselt die offenen Fäden bis zum Schluss glaubwürdig auf. Ich mag ihren Schreibstil und hre Herangehensweise an die heiklen Themen dieser Geschichte, die zudem je nach Figur unterschiedlich interpretiert werden und mich zu eigenem Nachdenken inspirieren.

Im Nachwort schreibt Grebe: „Es sind mehr Menschen auf der Flucht als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte. […] Mein Ormberg gibt es eigentlich nicht, aber es existiert trotzdem – überall um uns herum. Vielleicht wohnt du in Ormberg, ohne es zu wissen. [… ] Du könntest die sein, die vor Krieg und Hunger geflohen ist, sagt Andreas zu Malin. Und diese schlichte, aber zugleich wichtige Botschaft wollte ich mit diesem Buch vermitteln.“


btb
Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: HUSDJURET
Originalverlag: Wahlström & Widstrand
Paperback/Klappenbroschur
608 Seiten
ISBN: 978-3-442-71881-8
Erschienen am 09. September 2019
Leseprobe

Ausgelesen #32 | Die Zukunft nach Corona von Matthias Horx

Angefangen zu lesen habe ich das Post-Corona-Buch des Zukunfsforschers Matthias Horx als George Floyd noch lebte. Nach dessen Tod habe ich es weitergelesen. Der Tod eines Menschen kann den Blick verändern. Die Umstände, unter denen wir ein Buch lesen, wirken sich auf die Leseerfahrung aus und verändern unsere Haltung.

Buchcover des besprochenen Buches. Digital anmutende, hellblaue grafische Linien im Hintergrund, im Vordergrund Autorname, Titel und Untertitel in dunkelrot und schwarz. Ganz unten Verlagsname.
Buchcover

Horx benutzt in seiner Vision von der Zeit nach Corona den Begriff Re-Gnose. Der Rückblick aus der vorgestellten Zukunft sozusagen. Vor zwei Monaten war ich diesbezüglich hoffnungsvoller, heute stelle ich fest, dass sich meine Re-Gnose in den letzten Wochen wieder verdüstert hat.

Höre ich Horx als Leserin zu, tue ich das als weiße Frau, geboren in einem der reichsten Länder der Welt, doch wie würde ich Horx lesen, wenn ich als dunkelhäutige Schweizerin geboren wäre? Und wie als Nigerianerin oder Chilenin? Und wie als Chinesin oder als Inderin? Gedanken, die ich mir in der letzten Zeit immer häufiger stelle. Nicht nur wenn ich ein Buch lese. Würde ich mich in den Szenarien, die der Autor hier entwirft, wiederfinden?

Ich verdanke den letzten Monaten ein wachsendes Bewusstsein für meine Privilegien, für die ich größtenteils nichts kann. Dass ich in einem Land lebe, dass die Verbreitung des Virus im Verhältnis zu anderen Ländern durch einen – wenn auch späten – Lockdown dimmen konnte, ist ein weiteres Privileg.

Am Anfang gefiel mir Horx’ visionäre Kopf-und-Herz-Reise in seine mental-psychische Dimensionen von Krise und Krisenlösungsversuch. Die Ansätze, die er entwirft, wollen Mut machen, die Welt besser zu gestalten. Wie wäre es, wenn ich in einigen Monaten, im Rückblick auf heute, auf April 2020, auf März 2020, lauter heilsame Erfahrungen aufzählen könnte, die von dort aus in die nahe und weitere Zukunft weiterwachsen? Wäre das nicht wunderbar?

Nein, Horx ist kein Phantast. Was er aufzählt, was er in Betracht zieht, wäre durchaus machbar. Theoretisch jedenfalls. Jedenfalls wenn wir Menschen nicht so wären, wie wir Menschen nun mal sind. Und ich glaube, das ist es schließlich auch, was mich immer mehr stört. Oder vielleicht beneide ich ja einfach nur Matthias Horx für seine Fähigkeit, sich die Welt so schön vorstellen zu können? Vielleicht bin ich neidisch darauf, dass jemand noch so viel Hoffnung auf eine bessere Welt haben kann?

Ich bereue es nicht, dieses Buch gelesen zu haben. Einige Gedanken haben mich sehr angesprochen, andere haben mich aufgewühlt, manches kam mir bekannt vor. Zum Beispiel habe ich mich in Horx’ depressiven Freund Ferdinand wiedererkannt. Dieser sei im Lockdown geradezu aufgeblüht.

»Bei Ferdinand hatte die Krise offenbar zwei Effekte gleichzeitig. Das, was er ständig prophezeiht hatte – dass alles zusammenbrechen würde –, war plötzlich Realität. Diesen Stimmigkeitseffekt hat bereits Charlotte Roche, die Autorin von Feuchtgebiete, beschrieben. Sie schilderte in ihrem Blog das Gefühl, in einer Welt aufzuwachen, in der all die Ängste, die man in sich trägt, plötzlich Wirklichkeit geworden sind. Roche hat ein schweres Trauma davongetragen, als ein Teil ihrer Familie bei einem Autounfall ums Leben kam. ’Jetzt ist das, was draußen passiert, im Gleichklang mit drinnen«, beschrieb Roche nun ihr Corona-Gefühl.’« (Zitatende)

Na ja, zwar bin nicht gerade aufgeblüht, aber das Phänomen, das Horx beschreibt, kommt mir doch bekannt vor. Da fürchtet man sich ständig vor Weltuntergängen und dann geht die Welt tatsächlich – jedenfalls gefühlt – ein wenig unter. Und – tada! – wir sind noch da, wir haben es überlebt. Corona-Syndrom nennt Horx das. Innen und außen im Gleichklang nennt es Roche.

Für mich, die ich aus Gründen eh sehr zurückgezogen lebe, fand noch ein weiterer Gleichklang statt, eine Art Angleichung an die Masse, denn auf einmal war mein Lebensstil die Norm. Und ja, das hat sich nicht mal so schlecht angefühlt. Auch die ungewohnte Ruhe da draußen, am Himmel, auf den Straßen, hat mir gefallen.

Wie gesagt: Vieles, was Horx schreibt, ist inspirierend, spannend, mutmachend. Doch da ist eben auch dieser so deutlich im reichen Westen verortete, satte Blick, der mich nicht wirklich davon überzeugt, dass wir Menschen in der Lage zu solch grundlegenden Wandlungen sind. Wir sind zu konsumgewohnt, zu träge, zu satt, zu gierig. »Mit den Schlüssen, die er aus dieser Erkenntnis zieht, bleibt er jedoch in der Mitte wohlhabender Industrienationen, in denen die Menschen sich um ihre innere Entwicklung kümmern können, um einen inneren Sinn fernab von Wachstum und Konsum zu finden. Ein sanfter Wandel, der das System nicht gefährdet,« schreibt auch Elke Engelhardt (hier) über Horx’ Aufsatz.

Selbstverständlich ist Horx’ langes Essay weder Anleitung, noch Prophezeiung noch Lehre, sie ist eine Möglichkeit, ein Versuch, die Welt anders zu sehen. Sie ist ein Spiel mit den Möglichkeiten. Ich lese von viel Hoffnung, viel Vertrauen und vor allem von viel Konjunktiv.

So oder so: Wenn wir etwas verändern wollen, braucht es viel Bewusstsein und den Mut, genau hinzuschauen. Auf uns. Wie wir leben, was wir wollen, wohin die Reise gehen soll.

Herzlichen Dank an den Autor und den Econ-Verlag für die anregenden Lesestunden.


Matthias Horx: Die Zukunft nach Corona.
Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert.

Econ
Hardcover
144 Seiten
ISBN 978-3-430-21042-3
Erschienen: 29.05.2020
€ 15,00 [D]
€ 15,50 [A]
Fr. 22.90

 

Bist du schon einmal …

  • über eine Brücke spaziert?
  • auf einen Aussichtsturm gestiegen?
  • Karussell gefahren?
  • als Fahrerin oder als Beifahrer Auto gefahren?
  • Zug gefahren?
  • geflogen – womöglich gar über den Atlantik?
  • mit einem Segelboot über einen See gefahren oder mit einer Fähre über einen Fluss?
  • eine Treppe hochgestiegen?
  • Lift gefahren?
  • massiert worden?
  • in einer Apotheke gewesen?
  • getaucht, also mit Taucherausrüstung und allem, was dazugehört?
  • künstlich beatmet worden?
  • mit einem Scanner, Drucker oder Kopierer zugange gewesen oder gar mit einem PC oder einem Handy?
  • in einem Hallenbad oder Thermalbad gewesen, im Wasser und unter der Dusche?

Wenn du mehr als zwei Fragen mit bejaht hast, verzichte bitte in Zukunft darauf, die Wahrheit finden zu wollen; höre bitte auf, von auseinandergehenden Zahlen, widersprechenden Angaben und vor allem von entgegengesetzten Meinungen zu faseln. Vertraue dem Robert-Koch-Institut und vergleichbaren Institutionen Vertraue Forschung und Wissenschaft, vertraue jenen Menschen, die Ahnung haben, weil sie diese Materie gelernt haben, so wie du deinem persönlichen Duschmittel vertraust, richte dich nach den Anordnungen der Regierung und hab noch einen schönen Tag.

Danke.

(Inspiriert, weitergesponnen und teils abgekupfert mit freundlicher Genehmigung von Herrn Solminore [Quelle])

Gerne darf weitergesponnen werden.