Kleines literarisches Experiment #1

Mach mit, wenn du Lust hast:

1.) Ich skizziere in möglichst anschaulichen aber banalen/trivialen Worten (ähnlich einer Szenenbildbeschreibung/Filmdrehbuch oder Regieanweisung), ein bis zwei Szenen.

2.) Du setzst dich hin und schreibst in eigenen Worten über diese Szene/n, so wie du einen Romananfang schreiben würdest. Oder einen Kapitelanfang. Oder diese Szene/n als Teil einer Kurzgeschichte.

3.) Du mailst mir deine Sätze. Ich werde sie demnächst verbloggen – unter Angabe der Namen der AutorInnen (Echtname oder Initialen oder Pseudonym je nach deinem Wunsch). sofasophia (((ät))) lebenswertvoll (((punkt))) ch. [Mailadresse ohne Leerschläge natürlich 🙂 ]

Ziel ist es, uns an der Vielseitigkeit unserer Sprache zu erfreuen. Und uns gegenseitig zu inspirieren. Zu erkennen, wie unterschiedlich wir Dinge nicht nur wahrnehmen, sondern auch ausdrücken.

Ich freue mich auf eine rege Beteiligung. Wer meine Idee aufnehmen will und das gleiche Experiment mit anderen Szenen umsetzen will: Gerne!

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MEINE SZENEN:

Nacht. Eine Frau rennt. Ihr Gesicht ist nass. Die Haare kleben ihr im Gesicht. Niederschlag. Entsetzen im Gesicht.
Schnitt.
Ein dunkler Raum. Zwei tote Menschen am Boden. Todesursache unbekannt. Irgendwie weiß man als ZuschauerIn, dass diese beiden Menschen vermisst worden sind.

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(Das ist ein Traumfetzen von heute Nacht.)

Und nun viel Spaß beim Schreiben. Ich bin gespannt auf eure Texte.

Abgabetermin: 11. Oktober 2015

Ein paar Bilder vom Followerfest

Freitags mit Emil unterwegs in der Galerie Prisma

 

Samstags auf dem Einsamen Gehöft

 

Sonntags auf dem Einsamen Gehöft

 

Montags auf dem Einsamen Gehöft

Dankbarkeit

Drei Tage bin ich jetzt erst auf dem Einsamen Gehöft, das so alles andere als einsam war die letzten Tage. Wie nach zwei Wochen Ferien fühle ich mich bereits. Nun ja, jedenfalls fast. Aus der Zeit gefallen, wie so oft, wenn ich hier bin. Sonne. Ich sitze am Tresen und hacke diese Zeilen.

Vor vier Stunden ist der letzte (und erste) Gast unseres Followerfestes wieder nach Hause gereist, Freund Emil, dessen Artikel ich als letztes reblogged habe. Und nun kommt die Zeit des Rückblicks. Meine Dankbarkeit ist groß. Dankbarkeit für all diese feinen Begegnungen, dieses Miteinander, Inspiration, Ruhe, Sonne, Lagerfeuer.

Feierabend auf dem einsamen Gehöft| by Sofasophia
Feierabend auf dem einsamen Gehöft | by Sofasophia

Am Samstag, wie Emil heute Nacht bereits bloggte, stand am Abend eine kleine Überraschung auf dem Programm, von der zumindest Irgendlink nicht die geringste Ahnung hatte. Ich habe vorgängig unsere Freundin Silvia gebeten, einige Texte aus Irgendlinks Blog vorzulesen. Dass sie ihren Schauspielerfreund Marc mitbringen würde, wusste ich zwar, aber das auch er lesen würde, war eine Überraschung. Eine ganz tolle. Die beiden wechselten sich gegenseitig ab, was den Texten eine neue Dimension verlieh. Über eine halbe Stunde, so lange nämlich dauerte diese Wahnsinnslesung, war es so ruhig, dass man die berühmte Nadel hätte fallen hören können. Gebannt lauschten wir alle den Texten − und hätten auch noch weiter lauschen können. Für Irgendlink selbst war es wohl zuerst ein wenig seltsam, seine eigenen Texte professionell vorgelesen zu bekommen, doch auch er genoss das Geschenk. Eingebettet war die Lesung in eine Bilderschau ab Beamer und musikalisch umrahmt wurde sie von einigen russischen und deutschen Liedern, die uns Emil teils allein und teils mit der wunderbaren stimmlichen Unterstützung von Frau Rebis darbot.

Zur Lesung von Silvia Bervingas und Marc Lüders auf meiner Soundcloud bitte hier → klicken.

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Gestern dann ein Herbstsonnenwaldspaziergang vom Feinsten. Frau Lakritze, Frau Stefunny und ich haben uns zum Schluss − schon fast wieder zurück auf dem einsamen Gehöft − erdreistet, den berühmten irgendlinkschen Ewigen Birnbaum aus unserer Sicht abzulichten. Und zu bloggen. Was ich hiermit tue!

Followerfest-Sonntag_1.17
Der Ewige Birnbaum | by Sofasophia

Kunstraub? Inspiration? Keine Ahnung. Das Gleiche sehen wir eh alle anders. Dieser je eigene Blick auf das Leben meiner Mitmenschen ist es nämlich, der mich am meisten berührt und inspiriert. Hat. Tut. Immer wieder. Und eben auch an unserem Followerfest.

Followerfest-Sonntag_1.68
Die Füße am Feuer | by Sofasophia

Denn auch Menschen, die ich in den virtuellen Medien kenennlerne, sind echte Menschen, Menschen aus Fleisch und Blut.

Ich danke euch allen!

Weil ich ein Mensch bin

Es ist diese ewige, seltsame, unfassbare Ambivalenz. Zerrissenheit sogar. Oder Hin- und Hergerissenheit. Das Leben auf der Wippe. Es ist dieses Mal so-mal so, das uns vermutlich ganz besonders von den Tieren unterscheidet.

Wie ich immer tiefer in die Schichten von Knausgårds Buch Lieben einsinke und dabei erschrocken feststelle, dass auch andere, außer mir, solche beinahe abstrakten Sinneswahrnehmungen haben, wie er sie beschreibt, werde ich mir bewusst, dass ich vermutlich bisher von Lieben erst einen kleinen Vorgeschmack erhalten habe. Ich liebe weder mich noch andere so vollumfänglich, dass ich einfach jederzeit in der Liebe sein kann. Immer ist mein Lieben verknüpft mit subjektiven Ereignissen, mit Erfahrungen, mit Bedingungen, mit Zusammenhängen. Es ist kein Lieben-an-sich. Kein Lieben um der Liebe willen. Mag sein, dass das furchtbar negativ klingt, furchtbar depressiv sogar. Ist aber nicht so gemeint. Ich bin mir einfach nur, einmal mehr, meiner Beschränktheit, meiner Grenzen bewusst. Und dass ich vermutlich gar nicht anders sein kann als so. Weil ich als Mensch so bin.

Wären da bloß nicht diese unerreichbar hohen Ansprüche an mich. Diese perfekte, losgelöste, den andern ganz und gar meinende, objektive, umfassende Liebe gibt es sie vielleicht unter uns Menschen gar nicht – außer in unseren romantischen Vorstellungen? Selbst als die Mutter eines kleinen Buben, die ich ja mal war, muss meine Liebe mit Bedingungen verknüpft gewesen sein wie, dass mein Sohn wunderbar, herzig, schlau … ist

Mag sein, dass unser Geschmack – alles was uns gefällt – äußerlich von den Umständen neu tariert wird, wenn uns jemand sympathisch ist, den wir im ersten Moment mit unseren bisherigen, inneren Wertmaßstäben nicht attraktiv fanden. Dass wir jemanden auf einmal schön finden, einfach darum, weil er uns sympathisch ist. Und dass sich sodann der Inhalt unseres Schön-Begriffes verändert. Doch sind äußerliche Aspekte denn nicht nicht immer irgendwie trügerisch? Ohne blinden Menschen da mit Vorurteilen meinerseits zu nahe treten zu wollen, doch zuweilen frage ich mich ja schon, ob es vielleicht einfacher ist, Menschen zu mögen, wenn man sie nicht sieht? Ist dafür nicht sogar die Welt der sozialen Medien ein Beweis?

Möglich, dass auf Grund von Stimmen, Texten, Berührungen, die Wahrnehmung eine reinere ist, eine wahrere, eine unabgelenktere, doch ist nicht selbst dann Lieben von subjektiven Faktoren abhängig? [Oh, ich merke schon … das, was ich da schreibe, kann ein anderer Mensch wohl nur schwer verstehen.] Ach. Und Liebe als etwas Universelles zu verstehen ist ja vielleicht gar nicht Sinn eines kleinen Lebens wie meinem. Universelle Liebe ist ja vielleicht nur das Innenfutter für unsere Illusion vom Liebengott?

http://waslesen.ch/wp-content/uploads/2014/04/Lieben.jpgWenn ich Knausgård lese, der noch ziemlich am Anfang des Buches über einen Kindergeburtstag-Nachmittag schreibt, über die Menschen dort und über die Begegnungen und wie er diese hinterher auch gleich wieder aus seinem inneren Speicher löscht und die keine Spuren bei ihm hinterlassen haben, und wie er emotional losgelöst ist von all den Menschen, die er im Grunde liebt, frage ich mich, zuerst entsetzt, dann begreifend, wie das sein kann. Denn ich merke, dass auch ich, wenn ich allein bin und an andere denke, manchmal nichts fühle, wo doch ganz viel Liebe sein sollte. Nicht nichts, aber nicht Wow-Liebe, sondern einfach: Ich bin da. Du dort. Und nun lasst mich doch bitte alle in Ruhe! Diese Verbundenheit, die ich unter allem und von allen zu allem und mit allem ahne, weiß, diese Verbundenheit fühle ich nämlich nicht immer.

Denke ich an Irgendlink, ist da immer, auch nach all den Jahren, dieser kleine Herzhüpfer, dieses kleine Aus-dem-Takt-kommen meines Herzschlages. Immer. Ich halte das für Liebe. Ich halte es für Verbundenheit. Die größtmögliche, die geht. Dieses Das-Beste-für-ihn-wollen ist immer da. Aber zugleich ist da auch mein Wollen. Es soll ihm möglichst gut gehen, doch er soll bitteschön täglich bloggen, möglichst schnell vorankommen (und bitte möglichst ohne Regen und Stress), möglichst viele schöne Pausen haben. Und am liebsten wäre mir, er wäre immer hier bei mir, mit mir.

Aber das alles geht nicht. Nicht alles. Nicht gleichzeitig. Alles, was lebendig ist, ist immer in Bewegung, im Prozess, in der Veränderung, in der Wandlung. Hin und Her. Wieder die Schaukel, siehe oben. Den Nullpunkt gibt es immer nur einen Bruchteil einer Sekunde lang im Vorbeischwingen. Die totale Stille ist immer nur im Jetzt. Nichts kann ich aufhalten. Alles schwingt. Alles fließt. Alles pumpt sich, wie es Irgendlink heute (hier) gebloggt hat, von A nach B und so weiter.

Getriebensein? Ist es das? Ist das die große Verwechslung? Dass wir eigentlich zu sein und zu lieben meinen, es aber mit diesem ewigen Strom verwechseln?

„Denn Sinn ist nichts, was wir bekommen, sondern etwas, das wir geben.
Der Tod macht das Leben sinnlos, weil alles, wonach wir jemals gestrebt haben, mit ihm aufhört, und er macht das Leben sinnvoll, weil seine Gegenwart das wenige, was wir davon haben, unverzichtbar, jeden Augenblick kostbar macht.
Aber in meiner Zeit war der Tod entfernt worden, er existierte nur noch als fester Bestandteil in Zeitungen, Fernsehnachrichten und Filmen, wo er nicht den Abschluss eines Verlaufs markiere, die Diskontinuität, sondern angesichts der täglichen Wiederholung im Gegenteil eine Veränderung des Verlaufs, eine Kontinuität bedeutete, und so seltsamerweise zu unserer Sicherheit und zu unserem Halt geworden war.“

Zitat aus Lieben von Karl Ove Knausgård

Die Erkenntnis, dass ich im Grunde immer wieder bei Null, das es so also gar nicht wirklich gibt, anfange, macht mich demütig. Nichts wirklich zu verstehen, nichts wirklich Wesentliches – nur solange ich darüber nachdenke, ist das Ding wesentlich, für mich – zu leben. Aber vielleicht geht es genau darum? Wegzukommen von diesen großen hehren Zielen. Nicht, dass ich nicht noch immer die ganze große weite Welt retten wollen würde … Aber weiß ich denn wirklich, was sie braucht, um gerettet zu werden? Wovor und wohin?

Ist es da vielleicht für mich nicht besser, mich treiben zu lassen? Mich hinzugeben? Dem Schreiben zum Beispiel. Den Worten. Und zu verstehen, dass Liebe immer subjektiv ist.

Mein Leben in der Blase

Ich switche von Ausnahmezustand zu Ausnahmezustand. War ich vor paar Wochen im Neue Patent Ochsner-CD-Rausch, ist es nun eine Art Reiserausch. Nein, falsch. Anders. Rausch ist das falsche Wort. Blase? Ja, das trifft es wohl besser. Ich halte mich derzeit in Räumen auf, die sich wie Blasen anfühlen. Paralleluniversen. Dazu das ganz normale Alltagsleben mit Büro, Sitzungen, Präsentationen, Problemlösungen, Elternkontakte, Gespräche und Mails allüberall.

Ich reagiere. Ich kommuniziere. Ich denke. Ich sehe hin. Ich rede. Ich höre zu. Ich verstehe. Ich agiere.

Overflow. Ja. Schon. Aber.

Denn meistens fühle ich mich dabei gut, richtig gut sogar. Nun ja, meistens. Gestern jedoch war auf einmal alles zu viel. Schlecht geschlafen wegen zu langer Zu-tun-Listen im Kopf war ich nach einer Sitzung mit den Lehrpersonen, endlich allein in meinem Büro, froh darüber, meine Ruhe zu haben. Beinahe war mir schlecht, aber da war noch so viel zu tun. Dazu noch ein oder zwei letzte ‚Könntest du bitte noch, bevor du ins Wochenende gehst …?‘-Bitten meines Chefs. Schließlich, gestern um halb zwei, endlich Feierabend. Wochenende.

Wieder Freiraum, mein Leben zu leben. Ähm. Wie genau sieht das denn zurzeit aus?
Zuerst waren da einfach mal Kopfweh, Nickerchen und Ruhe.

Overflow, wie gesagt … Und doch – ich lebe gerne. Trotz allem.

  • Als Homebase meines geliebten Artist in Motion betreue ich von zuhause aus auch diesmal wieder, und auch diesmal – trotz weniger Zeit als vor drei Jahren – wieder sehr gerne, Irgendlinks Blog, während dieser langsam aber stetig – in Eile mit Weile sozusagen – Richtung Nordkap kurbelt (mitlesen kann man hier – Blog – und hier – Twitter).
  • Als Selbständige sollte ich endlich mal wieder ein paar Aufträge akquirieren (für deren Erledigung ich zwar aktuell kaum Zeit noch Muße habe).
  • Als Schriftstellerin will ich mein Buchprojekt endlich weiterbringen, es bis Ende Jahr abschließen (und danach verlegen lassen).
  • Als Künstlerin habe ich wie immer zig Ideen, für die mir an allen Enden und Ecken die Zeit fehlt.
  • Als Bloggerin, die einfach nur ein bisschen drauflosschreiben möchte und als Twitterin ebenso. Dort ein bisschen verspielter noch als hier.
  • Als Freundin, als Mitmensch, als Schwester und Tante, habe ich so viele liebe Menschen in Herznähe, mit denen ich Zeit, ganz viel Zeit verbringen möchte – in echt und virtuell.
  • Als die, die ich bin, eben auch bin, außerhalb all dieser Irgendwie-Rollen, sehne ich mich oft einfach nach Alleinsein, nach Ruhe, nach Buchlesen, nach Seelebaumelnlassen, nach Ferien, nach Zeit.

Zeit? Eigentlich bin ich ja auch darum ganz schön froh, dass es Bücher, Blogs und Briefe gibt, denn für alles, was ich je leben wollen würde, fehlt mir die Zeit nämlich. Außerdem tun es ja andere. Ich nenne dieses Phänomen das Stellvertreter-Ding. Ich kann andere jene Dinge tun lassen, die ich nicht tun kann.

Beispiele gefällig?

  • Irgendlink radelt ans Nordkap. Etwas, das ich so nicht könnte. Er geht an meiner Stelle dahin und ich darf teilhaben, lesend und schauend. Er ist mein Stellvertreter.
  • Freundinnen mit Kindern teilen mit mir ihren Mutteralltag. Etwas, das ich so nicht erleben kann und konnte, darf ich über sie miterleben. Ich freue mich (ja, heute kann ich das) über diesen Austausch. Sie sind sozusagen Stellvertreterinnen.
  • Mir fallen so viele Menschen ein, die etwas leben, dass ich so nicht kann: MusikerInnen, politisch engagierte Menschen, Ärzte in Krise- und Notgebieten etc.

Tun? Lassen. Loslassen. Sein lassen. Die Dinge entschleunigen. Das Tempo drosseln. Ja, das übe ich.

Vermutlich ist das einer der Gründe, warum so viele Menschen sich zurzeit mit uns über Irgendlinks Reise mitfreuen. Ist es die Langsamkeit sogar? Die Art und Weise, wie er sich auf Begegnungen einlässt und das Leben auf sich zukommen lässt? Diese temporäre Freiheit, die er an unserer Stelle praktiziert?

Doch auch wir haben ja die Wahl. Wir können – statt uns täglich von schlimmen Nachrichten aus Tageschau und Zeitungen überfluten lassen – uns auf seine täglichen Inputs mitten aus dem Radleralltagsleben heraus berühren lassen. Good News statt Bad News sozusagen. Ohne dass man dazu den Rest des Weltgeschehens ausblenden müsste.

Botschafter der lobbyfreien Kunst nannte ich ihn heute Morgen am Telefon, auf den Text von Fulbert Steffensky anspielend, der oben auf seiner Fundraising-Seite steht.

Ausnahmezustand. Ausklaar?

Alle paar Jahre gibt es ihn, diesen Zustand. Diese Phase. Immer, wenn Patent Ochsner eine neue Platte releasen. Ausnahmezustand.

Schon gegen Ende meiner ersten Ehe, so Mitte-Ende Neunziger, habe ich diese Rockband, die Berndeutsch zelebriert wie keine zweite, für mich entdeckt. Damals hatten sie ihre ersten zwei oder drei Platten veröffentlicht und waren noch Insider-Tipps. Doch schon damals sah ich: Das hat etwas mit mir zu tun. Und schon damals erkannte ich mich in der Sprache, in den Melodien, in der Melancholie, im Überschwang und auch in der Opulenz dieser Band wieder. Keine andere Band hat es je geschafft, dieses Heimat-in-mir-Gefühl zu reanimieren, eine Reflexion, die ich bis dahin bei Musik weder gekannt noch bewusst vermisst hatte.

Doch als ich sie fand, wusste ich: Diese Musik ist mir ab jetzt Hafen. Einer, den ich vermisst hatte, ohne es zu wissen. Genau wie es in einem ihrer Lieder heißt.

Patent Ochsner also. Ja, ich habe alle Tonträger und ich habe auch jene Songs auf meiner Festplatte, die nur eine Zeitlang, kostenlos, im Netz gehangen haben. Dennoch bin ich keine Stalkerin und auch keine Groupie. Es sind nicht die Menschen als einzelne, sondern das Ganze, das, was diese Band zusammen mit mir teilt. Als ich jung war, gab es dieses eine Wort, Fan, das ich noch heute mag. Ein Wort, das heute wieder leer ist, weil heute wieder alles drin Platz hat.

Gestern ist die neue Platte, Finitolavoro, erschienen. Irgendlink hat sie mir zum Geburtstag bestellt – ein zu frühes Geschenk zwar – und das muss so, weil es gestern höchste Zeit für dieses Ohrenfutter war. Zwischen Bürokram, Steuererklärung und Einkauf habe ich sie gestern erst zweimal gehört.

Ja, es ist Liebe, Liebe auf den ersten Ohrenblick sozusagen. Eine Liebe, die noch wachsen wird … Patent Ochsner-Songs haben meistens einen doppelten Boden, ein Geheimnis, das sie mir erst nach und nach enthüllen, eine Geschichte hinter der Geschichte. Einen tieferen Sinn. Ob der so oder anders angedacht war, ist mir dabei egal. Ich erkenne diese Geschichten und ihren Bezug zu meinem Leben ganz unabhängig von der Absicht. Aber vielleicht ist ja genau das die Absicht?

So möchte ich auch schreiben können. So möchte ich vermutlich gelesen werden. Von Menschen, die den Vorhang zur Seite schieben können und dahinter blicken. Vermutlich schreibe ich für diese Menschen. Und vermutlich schreibe ich also in erster Linie doch nur für mich, die ich so ein Mensch bin, und die so etwas wie das hier lesen würde.

Ausnahmezustand ist bei mir also, wenn ich ein- bis zweimal im Jahr vielleicht, an ein Konzert gehe. Früher war es anders. Früher war es mehr. Heute ist es so. Aber Musik ist für mich noch immer lebensnotwendig. Klassische ab und zu, aber eigentlich ist meine Musik der Rock, Reggae auch, Punk hin und wieder, Indie, Singer-Songwriter …

Nun ja, eigentlich ist es egal was, Hauptsache ich mag die Stimmen, den Instrumentemix, die Melodien und Rhythmen. Hauptsache ich werde berührt – von Texten, von Inhalten, vom Ausdruck. Nicht anders eigentlich als bei Büchern, als bei Filmen. Der Ausdruck muss mich meinen. Es muss eine Resonanz in mir entstehen, eine Interaktion, ein Echo. Ich muss mich beim Hören in der Musik auflösen können.

Tanzen ist auch so etwas. Das freie Tanzen und dabei eins werden mit mir selbst und mit den Tönen, die mich in mich und aus mir raus bringen – weil ich es zulassen kann, weil ich mich loslassen kann.

AUSKLAAR?

Und heute, heute ist nun Konzert. Nicht irgendeins. Patent Ochsner eben. Eins, auf das ich mich seit vielen Wochen gefreut habe.

Quasi der Prolog der Tournee, den die Band unter einem Inkongnito-Bandnamen zeigt. Vielleicht wird es noch ein bisschen harzen, vielleicht wird es noch ein wenig holpern? Macht nichts. Wir sind ja unter uns. Auch das mag ich an dieser Band. Es ist ein bisschen wie Familie, wenn ich an einem Konzert bin – auch wenn alle Plätze meistens schon lange im Voraus ausverkauft sind.

Heute treffe ich Freundin T (2)., eine liebe Ex-Arbeitskollegin aus Bern, die meine Tochter sein könnte. Wir mögen uns sehr und wir lieben beide ähnliche Musik. Patent Ochsner unter anderem. Obwohl sie eine Generation jünger ist. Bei Patent Ochsner ist eben alles ein bisschen anders. Ausnahmezustand, wie gesagt.

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Platte testhören und/oder kaufen? → hier klicken.

 

Bedingungslos?

Ich arbeite gerne. Und je mehr das, was ich arbeite, meinem Wesen und meinen Werten entspricht, desto lieber arbeite ich. Ja.

Aber.

Aber Arbeiten zu können, zu arbeiten, die Arbeit an sich – das alles ist nicht das, was mich ausmacht. Ist nicht das, was meinen Wert definiert. Ist nicht das, wofür ich primär geliebt und wertgeschätzt werden will. Ich bin nicht meine Arbeit. Das ist einer der Gründe, warum ich mir das Bedingungslose Grundeinkommen herbeiwünsche. Möglich, dass es in der Schweiz angenommen wird, nächstes Jahr, bei der Abstimmung. Es wäre zwar ein Wunder, doch unmöglich ist es nicht.

Die Vorstellung, dass alle Menschen – unabhängig von gesellschaftlichem Status, von gesundheitlichem Zustand, von sozialem Umfeld – Ende des Monats bedingungslos ein Grundeinkommen bekommt, beflügelt mich. Eine Utopie? Wer zahlt das und wird es nicht zwangsläufig zu einer Art Inflation kommen? Wer es bezahlen soll, haben klügere Köpfe als ich ausgetüftelt. Umverteilung ist das Zauberwort. Das mit der Inflation? Mag sein.

Doch wenn wir es nicht ausprobieren, wird es zu einer zunehmenden Inflation des Menschen und seines Wertes kommen. In diesem Prozess stecken wir ja bereits mittendrin (fest).

Es wollen gar nicht alle nicht arbeiten gehen müssen, sagen Gegnerinnen und Gegner. Stimmt. Und es muss ja auch niemand nicht arbeiten gehen (müssen), nur soll sich niemand mehr über die Arbeit, die er tut oder nicht tun kann/darf, definieren müssen, insbesondere wenn es eine Arbeit ist, die ein Mensch nur tut, weil er sonst nicht überleben kann.

Nein, ich will hier jetzt nicht weiter über das Bedingungslose Grundeinkommen, das BGE, sondern über meinen Wunsch, über meine Vision – nenn es Utopie! – vom selbstbestimmten Leben erzählen. Davon, dass es uns allen viel besser ginge, wenn wir mehr das tun würden, was wir tun wollen, als was wir tun müssen. Müssen hat ja meist – am Rand oder primär – mit Überleben zu tun. Mit Geld. Mit Verdienst. Mit Status und mit Image.

Eine Welt, die mir persönlich fremd ist. Obwohl ich ja nun schon fast 50 Jahre in ihr drin lebe.

Schnitt.

Was ist von einem Künstler zu halten, der so wenig wie möglich konsumiert, um so wenig wie möglich vom Geld abhängig zu sein, und der sich, seine Ideen und seine Fotoausrüstung mit eigener Kraft per Fahrrad ans nördlichste Ende der Welt schiebt, um von unterwegs über das gelebte Leben – unmittelbar im Moment des Erlebens – schreiben, erzählen und es mit Bildern illustrieren zu wollen? Was ist von einem Künstler zu halten, der – auch wenn er einfach und bescheiden lebt – seine Mitmenschen, oder zumindest jene unter seinen Mitmenschen, die seine Kunst lieben, um Unterstützung bittet?

Viel!, sage ich, weil er sich und seinem Weg treu ist und weil er an die Kraft der Crowd glaubt.

Mit Crowdfunding wurden schon viele großartige Projekte von der Idee in die Wirklichkeit geholt. Crowdfunding verstehe ich als Tausch: Du gibst von deinem Herzblut und ein bisschen von deinem Geld für ein wertvolles Projekt und erhältst später etwas konkretes dafür, dass du das Projekt unterstützt hast. Die Kraft, die Energie der Crowd, der Gruppe, des sozialen Netzes, darf nicht unterschätzt werden.

gemeinsamWir sind Teile eines Ganzes. Unterschiedlich. Ähnlich. Grundsätzlich verbunden.

Wenn alle einander helfen, ist allen geholfen.

Von wem auch immer dieser Satz ist: Er ist wahr. Wir alle sind mit Herzen, die brennen können, geboren worden. Wir alle haben schon gebrannt, für das eine oder andere. Die einen für das Leid von Tieren, andere kümmern sich um Kinder in Not, andere kämpfen gegen Frauenhandel, Internetpornografie oder für Menschenrechte und Gleichberechtigung von Menschen und von anderen Menschen, die anders sind, denken, fühlen …

Wir alle brennen für etwas, wenn wir lebendig sind. Und wenn alle das tun und unterstützen, wofür sie brennen (statt sich gegenseitig dabei zu behindern und zu konkurrieren), ist allen sogar noch mehr geholfen.

Die einen brennen für Kunst. Dafür, das Leben mit anderen Augen zu betrachten, mit bildnerischen oder mit literarischen Mitteln zum Beispiel. Kunst und Kreativität sind Kräfte, sind Türen, sind Wege, Werkzeuge und Möglichkeit, das Leben zu begreifen. Anders als nur mit den Alltagsaugen.

Kunst?
Nein, sie ist nicht lebenswichtig.
Ja, sie ist lebenswichtig.

Ein Volk, eine Gesellschaft ohne Kultur, ohne Kunst, ohne Ausdruck gibt es wohl nicht. Und gäbe es dieses Volk, würde es wohl über kurz oder lang zu Grunde gehen.

Irgendlink ist ein Chronist. Ein Chronist der Zeit. Von Anfang an hat er die digitale Entwicklung miterlebt, genau hingeschaut, experimentiert, sich selbst darauf eingelassen. Und nun will er hinschauen, während er ans Nordkap radelt. Hinschauen und berichten: Was hat sich in den letzten zwanzig Jahren verändert?

Willst du ihm über die Schulter schauen? Just do it! Am 15. Juni radelt er los. Und bloggt täglich frisch. Auf http://irgendlink.de und auf https://twitter.com/irgendlink

Ach, und ja, das Crowdfunding darfst du auch unterstützen. Musst du aber nicht. Obwohl es sich lohnt. Hauptsache du machst dein Ding → hier klicken zum Tausch-Tisch!

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Mehr über das Bedingungslose Grundeinkommen (in der Schweiz) gibt es hier:

– Zur Volksinitiative in der Schweiz: bedingungslos.ch
Grundsätzliches zum Thema: grundeinkommen.ch

Die Sache mit Dahn

Da fuhren wir gestern also nach Dahn, um weiße Wände zu befüllen. Und dann das! Keine weißen Wände! Sie waren bräunlich statt weiß. Ging aber trotzdem.

Und nichtsdestotrotz wurden wir herzlich Willkommen geheißen. Und ja, es hat total Spaß gemacht. Die Technik war schnell eingerichtet. Irgendlinks Handy fungierte als Router/Hotspot für Drucker und Laptop und ich würde die erste Runde machen. Losspazieren. Bilder sammeln. Texte mir ausdenken und in die Galerie mailen, an den Drucker, und im Hintergrund würde der Track mitlaufen, damit auf dem Laptop meine Strecke sichtbar würde.

Bereits standen erste interessierte AusstellungsbesucherInnen da, als ich mich auf den Weg machte. Ohne groß zu überlegen, wendete ich mich nach links. Schon sprangen mich erste Motive an, die ich mitnahm. Im Kopf entstanden Kombinationen. Collagen. Mit jedem Bild kam ein neuer Aspekt hinzu. Meine Sicht der Welt, meine Sicht auf Dahn, dieses nette deutsche Kleinstädtchen an einem Sonntagnachmittag im Mai. Bald wurde es mir zu warm und ich musste mein langes Shirt ausziehen. Auf der schönsten Bank der Welt.

Bank und so

Dort montierte ich auch die erste Collage und schickte einen daheim rudimentär zusammengeschusterten Text in die Galerie.

Liebe GaleriebesucherInnen der Galerie N in Dahn

Nun wird also diese verrückte Idee schon zum dritten Mal schon Wirklichkeit. Fängt nicht alles mit einem Gedankenblitz an, mit einem Samen, der winzigklein irgendwo in unseren Hirnwindungen herumzappelt. So lange, bis wir ihn zu Tode ignoriert oder ins Leben geholt haben.

Die Idee, die gelebte und erlebte Wirklichkeit eines Menschen, der hier sitzt oder geht, einem andern Menschen woanders sicht- und nachvollziehbar zu machen, ist sicher nicht neu.

Neu ist aber, dass wir heute so viele technische Hilfsmittel zur Verfügung haben, dass wir jemandem andern an einem andern Ort in Echtzeit teilgeben können, was wir hier und jetzt erleben.

Mit seinem Livereiseblog hat J+++ R+++ als Blogger Irgendlink das vor drei Jahren bereits praktiziert. Kaum geschrieben konnten wir seine Texte auch schon im Blog lesen.

Was nun hier und heute mit seinem Drucker geschieht, ist eine folgerichtige Fortsetzung seiner Livereise-Vision.

Ich bin jetzt hier draußen, in den Straßen Dahns, unterwegs. Auf dem PC könnt ihr mir folgen, könnt schauen, wo ich lang spaziere. Unterwegs werde ich einige Bilder aufnehmen, vielleicht sogar einige kurze Texte schreiben und ihr könnt zeitgleich mitkommen.

Die Bilder und Texte, die ich an den Drucker maile, werden praktisch in Echtzeit ausgedruckt.

Viel Spaß beim Spaziergang mit mir zusammen durch Dahn.

Herzlich, Sofasophia

Collagen und Einzelbilder folgten, während ich durch den kirmesschwangeren Kurpark mit Bühne für die SchunkelliebhaberInnen schlenderte. Alles da. Spielplatz. Menschen. Heile Welt. Neooppulenz.

WeisseRosen

Auf dem Rückweg spülte es mich an eine Tankstelle. Vier Elemente – ja, warum eigentlich nicht. Ist doch so.

vierElemente

Und zum Abschluss ein Openair, das mir besser als die Weiße Rosen-Schlager im Kurpark gefiel.

_ zur Dahnschen Soundcloud: hier → klicken!

Laufend neue Bilder und gehend neue Mails an die Galerie. Schnell sind meine anderthalb Stunden rum. Als ich zurück komme, ist in der Galerieviel los. Zwei Künstler, die wir kennen und die ebenfalls ausgestellt haben, stehen im Entrée. Hallo und wie gehts. Dann rauf zu Irgendlink, der eben meine letzten Bilder an die Wand klebt.

rotesFenster

Hippoesk

Der Journalist stellt Fragen zu unserer Arbeitsweise, ein Besucher will alles ganz genau wissen und fragt, wie wir die Bilder in klein, auf dem Handy, so großartig hinbekommen und ist begeistert von den beiden Collagen – eine aus Kopenhagen und eine aus Göteborg – die Irgendlink mitgebracht hat. Einzige Panne, die nicht vorauszusehen war: Mein Handy, das nun der neue Router/Hotspot sein soll, wird vom Drucker nicht erkannt. Restarts bringen auch nichts. Doof.

Irgendlink muss (oder darf) also mit meinem Handy losziehen. Ich habe zwar die ähnlichen Foto-Apps, aber es ist eben nicht das Gleiche (und das Selbe auch nicht). Dennoch schickt er schon bald klasse Bilder in die Galerie.

Jungfernstieg | Pic: Copyright by Irgendlink
Jungfernstieg | Pic: Copyright by Irgendlink
Seine Route läuft kreuz und quer durch den Ort.

Inzwischen stehen immer mehr Menschen vor der Bilderwand, die sich kontinuierlich füllt. Gute Gespräche mit immer wieder neuen BesucherInnen über Kunst entstehen, über authentische Kunst, die im Moment, genau jetzt, genau hier geschaffen wird. Großes Staunen über die Werke, die auf dem kleinen Handy entstehen. Und wie viel Knowhow sich bei uns beiden in den letzten vier bis fünf Jahren mit dem iPhone sich angesammelt hat. Jedes einzelne Bild ist im Grunde die Folge dieses verinnerlichten Wissens. Handwerk zum einen, einen geschulten Blick zum anderen. Dazu Phantasie, eine Idee vom fertigen Bild. Und die Freude am Kreieren. Die ganz besonders.

Später, mit Freunden im nahen Kurpark, schunkelmusikberieselt, merke ich, wie intensiv dieser Nachmittag war. Aber auch wie klasse. Und wie sehr es Spaß gemacht hat!

Das Leben wie gedruckt

Ist sie womöglich ein Teilaspekt von Fragmentexaktkunst, wie Emil gewisse Kunstbereiche im Kommentarstrang seines gestrigen Artikels neu benamste? Irgendlink nennt es Liveprint. Aber eigentlich hat das Kind bis jetzt noch keinen richtigen Namen. Weil ihm die Anerkennung der Kunstgurus fehlt. Weil es diese Art Kunst noch gar nicht wirklich gibt. Nicht offiziell jedenfalls. Was immer offiziell bei Kunst heißen mag.

Ist Kunst, ist ein Kunstwerk, ist eine Kunstform erst dann anerkannt und offiziell, wenn es an Kunsthochschulen darüber Vorlesungen gibt?

Ob es darüber je Vorlesung geben wird, wissen wir nicht. Und im Grunde interessiert mich das auch nicht.

Fakt ist, dass es diese Kunstform gibt. Weil wir sie praktizieren. Weil wir mit unseren Smartphones durch die Gegend laufen und von unterwegs Bilder und Texte an den Drucker senden, der – und nun kommt’s – in einer Galerie vor leeren Wänden steht. Dort befindet sich ein zweiter Kunstspinner und entnimmt dem Drucker die Bilder, die eben noch auf dem Smartphone des zweiten Kunstspinners nur rein virtuell existiert haben.

Im Moment des Druckens werden sie wirklich, wirklich (an)fassbar, diese heute noch inexistenten Werke. Texte. Kurze Sätze. Aphorismen vielleicht. Bilder. Collagen. Was beweist, dass sich Technik und Kunst ergänzen können.

Kultursonntag in DahnMorgen sind wir in Dahn und agieren im Rahmen einer interaktiven Gruppenausstellung, als Bild- und Text-Schaffende. Vor weißen Wänden.

Nochmals zum Mitschreiben: Die Kunst, die wir morgen ausstellen, gibt es heute noch nicht. Kann das Kunst sein? Womöglich sogar Fragmentexaktkunst (siehe oben), denn sie zeigt ja einen Ausschnitt gelebten Lebens, einen Ausschnitt des Ganzen, assoziativ, exakt, gegenwärtig, lebendig – eben noch Idee, schon gedruckt. Unmittelbarer Audruck im doppelten Wortsinn.

Kunst sind nicht nur die einzelnen Werke, die unterwegs entstehen werden, Kunst ist vor allem das ganze Konzept. Die Verbindung von Idee und Materie. Von Zeit und Raum. Von Assoziation und RezipientInnen/Betrachtenden.

Kunst wird erst durch die Betrachtung zu Kunst? Daran glaube ich nicht.

Kunst ist Akt, ist Bewegung, Handlung, Leidenschaft, Ausdruck.

Die Rose blüht auch, wenn niemand ihr zuschaut.

Die Rose blüht, auch wenn niemand ihr zuschaut.

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Ja, richtig: Liveprint-Aktionismus gab es hier im Blog bereits: hier →  klicken!

So viele Seiten

So viele andere Seiten gibt es. Und außerdem ist jede Seite von der andern Seite aus eine andere Seite. Sozusagen.

Das Thema, das wir aktuell in unserer virtuellen Bildergalerie Pixartix ausstellen, ist sehr, ähm, nun ja, vielseitig, sozusagen.

Und diesmal hatte ich es wirklich sehr schwer gehabt, mich bei der Beitragsauswahl einzuschränken. Darum zeige ich hier einen Teil jener Bilder, die im Laufe des Auswahlsverfahrens, in den Auswahlordner gesprungen sind.

Viel Spaß mit meinen vielen anderen Seiten …
(groß durch Draufklicken)