Gedanken zur Nützlichkeit

Zweiunddreißig Jahre alt ist er. Seit Jahr und Tag lebt er von Sozialgeld. Eine Ausbildung hat er nie gemacht. Nein, zu dumm dazu ist er nicht. Von außen betrachtet ist er wohl das Inbild des sogenannten Gesellschaftschmarotzers, denn auch die Alimente für seine drei Kinder, von drei verschiedenen Müttern, kann er natürlich nicht zahlen. Er lebt einfach sein Leben. Ohne Beruf. Ohne Arbeit. Ob und dass er mit seiner Lebenszeit etwas anfangen kann, steht hier nicht zur Debatte. Von außen betrachtet ist er, wie gesagt, unnütz für die Gesellschaft.

Aber.

Wäre da bloß nicht immer die überall mitschwimmende Frage nach unser aller Nützlichkeit. Für sich, für andere, für die Welt – Hauptsache, du bist nützlich. Die Frage hängt wie ein allgegenwärtiges Damoklesschwert über uns allen; sie schwingt mit
in der Angst vor Überfremdung, die besorgte BürgerInnen auf die Straßen treibt,
in der Angst von Eltern, die ein behindertes Kind erwarten und es nicht abtreiben wollen und dem Druck der Gesellschaft kaum standhalten können,
in der Angst alter Menschen, die auf einmal nicht mehr alles selbst machen können und auf andere angewiesen sind.

Diese Angst davor, in den Augen anderer nicht mehr nützlich zu sein, ist fatal und destruktiv. Sie geht von einem Menschen- und Weltbild aus, das nach dem Ausleseverfahren funktioniert statt nach dem Solidaritätsprinzip, das besagt, dass die Schwachen von den Starken Hilfe bekommen.

Woher kommt dieser Ruf in uns nach größtmöglicher Nützlichkeit für die Gesellschaft? Ist er die Folge von Erziehung/Konditionierung oder ist er in jedem Menschen programmatisch, genetisch mit dabei? Und wie hängt dieser Ruf nach Nützlichkeit mit Empathie und Altruismus zusammen und wieso lassen wir uns/wieso lasse ich mir weismachen, dass zum Beispiel ein Bild zu malen weniger wert/nützlich/sinnvoll ist, als eine Bilanz oder Statistik zu erstellen, eine Unterrichtsstunde zu halten, ein Essen zu kochen, einen Wocheneinkauf zu erledigen? Nützlichkeit in Geld zu messen ist so absurd. Denn Nützlichkeit und Lebenswert/Lebenssinn sind keine Synonyme.

Ich habe nichts gegen und bin sehr für nützliche, sinnvolle Arbeit, die für die Gemeinschaft getan wird. Sie ist es nicht, die ich hier gemeint habe. Ich glaube, eine wachsende generelle Lebensbe- und -entwertung insbesondere von Schwachen, Alten, Behinderten, Kranken, die von einem Großteil der Gesellschaft ausgeht, zu beobachten.

Wer steuert dieses Denken und wie können wir ihm entgegenwirken?

Beim Tod von Kindern sind wir erstmal sprachlos

Tod und Sprachlosigkeit sind ein bekanntes Gespann. Wenn Kinder sterben Kinder, kommt Hilflosigkeit dazu und macht die Situation schier unerträglich. Um dem Trauerschmerz Raum und Worte zu gehen, habe ich ein knappes Jahr nach dem Tod meines Sohnes, vor zwölf Jahren, mit anderen Menschen, die um ein Kind trauern, eine Webseite kreiert.

Screenshot der Trauerwebseite Girasol

Beim kürzlichen Relaunch der Seite haben wir neu ein Blog integriert. Heute morgen ist der erste Text einer geplanten Artikelreihe unter dem Sammelbegriff Trauern im Alltag, erschienen, einer Reihe, die wir dort in loser Folge publizieren werden (Interviews, Buchbesprechungen, Nachrufe, Erinnerungen, Trostgeschichten etc.).

Claudia vom „Meine Schwester tot und ich hier“-Blog hat mich, unter dem Pseudonym Jana, interviewt und das Interview heute Morgen aufgeschaltet. Hier lang geht es direkt ⇒ zu diesem Interview auf unserer Trauerwebseite. Gerne dürft ihr unsere Seite besuchen und weiterempfehlen.

Unser Ziel ist es, Menschen, die um ein Kind trauern, Raum für ihre Trauer zu geben, ihnen Trost anzubieten sowie Tipps und Links zur Verfügung zu stellen.
Ziel ist es auch, den Tod von Kindern zu thematisieren. Und über den Tod zu sprechen. Über den Tod, den Verlust, das Loch, die Trauer, den Schmerz.
Denn geteilter Schmerz und geteilte Trauer sind wirklich leichter zu ertragen.

Nichtstun oder nicht Nichtstun, das ist hier die Frage

Ich gestehe, dass mir Nichtstun nicht leicht fällt. Immer hockt da der leise Innere Zensor, der mich antreibt, etwas Sinnvolles zu tun. Jetzt, mit dem neuen Buchprojekt, würde ich allerdings und sowieso am liebsten immer nur an der Kiste hocken und schreiben. Geht natürlich nicht, weil ich ja auch noch anderes tun muss, soll, will. Oder eben auch mal nichts tun.

Gestern hat mir Irgendlink gezeigt, wie das geht. Und was tue ich, derweil er auf dem Nichtstu-Sofa nichts tut? Ich zeichne. Ihn. Beim Nichtstun.

Skizze. Jürgen mit unter den Kopf gelegten Armen. Gescannt und eingefärbt.
Irgendlink beim Nichtstun. Skizze gescannt, digital nachbearbeitet und eingefärbt.

Heute habe ich den Vorsatz gefasst, jeden Tag mindestens eine Stunde zu schreiben. Am Buch. (Inzwischen habe ich schon mehr als 2000 Wörter.) Oder etwas anderes Kreatives zu tun.

Wenn ich schon nicht Nichtstun kann, dann will ich wenigstens etwas tun, das mir Freude macht und mir ein gutes Gefühl gibt. Ich habe viel zu lange nichts Kreatives mehr getan – weder sinnlos noch absichtlich. Höchste Zeit also, wieder mit Farben und Buchstaben rumzuwerkeln.

[Aber nun gehen wir raus, ziehen dem Autochen die Winterschuhe an und genießen den sonnigen Tag.]

Auf den Baum klettern

Alle gleich zu behandeln verlangt zwar das Gesetz, doch wie sieht das in der Praxis aus? Ich bezweifle, dass Standardisierungen und Normisierungen wirklich so hilfreich sind. Welche Parameter taugen für Vergleiche zwischen Menschen wirklich? Wie misst man Toleranz und nach welchen Kriterien werden Belastbarkeit und Lebensmut ausgelotet?

Was zählt wirklich?

Albert Einstein sagte: Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

Ein Cartoon der verschiedene Tiere in einer Reihe stehend zeigt. Folgende Tiere sind anwesend: Affe, Pinguin, Elefant, Goldfisch im Glas, Seehund und Hund. Dahinter ein Baum. Davor ein Lehrer an einem Tisch mit einer Sprechblase darüber, in der auf Englisch folgender auf deutsch übersetzter Text steht: Für eine faire Auswahl muss jeder die gleiche Prüfung ablegen: Bitte klettert auf diesen Baum.

Bildquelle: Internet (by Hans Traxler)


* Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid.
– Albert Einstein

Zettelzöix

Ich verzettle mich in der vielen Zeit, die wie eine große Leere und wie eine große Fülle zugleich um mich herum Platz genommen hat. Ich verzettle mich auf Zetteln. In Büchern. Draußen ebenso wie drinnen. Wie zum Beispiel vorhin, als ich auf der Suche nach dem Namen einer Person, mit der ich vor zwölf Jahren Kontakt hatte, ein, zwei Stunden in alten Tagebüchern gelesen habe.

Verzettelung ist auf den Punkt gebracht mein großes Problem auf dem Weg des Vorankommens. Sagte meine Kursleiterin im Schlussgespräch letzten Freitag zu mir.

Aber was wäre, frage ich, aber was wäre, wenn sich zu verzetteln eine Gabe wäre? (Gibt es keinen Beruf, in dem sich zu verzetteln die gefragteste aller gefragten Fähigkeiten ist?) Was wäre, wenn Vorankommen, Ziel, Erfolg, wie sie unsere Gesellschaft anbetet, vielleicht gar nicht Dasjenigewelches ist, dass wir so dringend brauchen. Wenn alles anderes wäre? Und wie würde es sich wohl anfühlen, das Leben, ohne voranzukommen?

Ich versuche es mir vorzustellen, aber es geht irgendwie nicht. Voranzukommen steckt uns in den Genen, behaupte ich mal.

Aber irgendwann kommt der Wendepunkt und das Vorankommen kippt und verwandelt sich in ein Zurückkommen. Kippt es dort, wo wir uns auf dem Lebensweg zurück in die Mitte zu bewegen anfangen? Bin ich schon dort? Darf ich mich aufs Zurückkommen konzentrieren oder muss ich noch vorankommen? Und was genau ist dieses Zurückkommen?

Vor langer Zeit, in einem Vortrag, erzählte ein weiser Mensch, dass das Leben einem Labyrinth gleiche. Die erste Lebenshälfte gehen wir den Weg von der Mitte nach außen, in der zweiten gehen wir den Weg wieder zurück ins Zentrum.

Wir kommen aus der Mitte, wir gehen in die Mitte. Dazwischen ist Leben.

Zurückkommen in die Mitte scheint mir zurzeit weit erstrebenswerter als das Vorankommen.

Vielleicht ist es doch gar nicht so wichtig, was wir tun, sondern wie wir uns dabei verhalten, in welcher Haltung wir tun was wir tun. Vielleicht ist es ja so, dass das Leben eine Art Geduldsspiel ist, ein lebenslängliches Experiment womöglich, bei dem es nicht darum geht, dass wir es möglichst schnell und möglichst fehlerfrei lösen, sondern in einer friedlichen Haltung.

Nein, soweit bin ich noch nicht. Obwohl ich mit dem einen oder anderen umständlichen Umstand Frieden geschlossen habe. Und ja, mit meiner Tendenz zur Verzettelung, die mir schon von Kind auf attestiert wurde – mit hübschen Umschreibungen wie ’sie hat viel Phantasie‘ und ’sie träumt gerne‘ garniert –, hadere ich zuweilen immer noch. Wie gerne würde ich klarer priorisieren können. Klarer durchblicken. Nicht alles nebeneinander, nicht alles gleich schwer, gleich bunt, gleich wichtig wahrnehmen, sondern … ja, wie? Ich hadere aber eigentlich, wenn ich ehrlich bin, damit nicht wirklich, oder möglicherweise nur darum, weil mich meine Verzettelung daran hindert, ein nützliches, wertvolles und arbeitssames Mitglied der Leistungsgesellschaft zu sein, an die ich nicht wirklich glauben kann.

Hm. Und jetzt?

Meine Gedanken bündeln und mich auf etwas konzentrieren, im Flow sein kann ich natürlich schon. Gut sogar. Wenn ich auf der Kür- statt auf der Pflichtstraße gehe besonders gut. Wenn ich wählen könnte, was ich tun wollte. Wenn ich tun könnte, was ich gewählt hätte. Wenn ich …

Ach Konjunktiv, du wieder, du Verzettler erster Güte du!

Dabei wollte ich ja bloß erzählen, dass unser Rheinwanderundradelprojekt Flussnoten seit letztem Mittwoch abgeschlossen ist, Irgendlink mich überraschenderweise danach direkt von der Rheinmündung in Holland aus heimgesucht hat und mich das Zusammensein mit ihm – wie immer – total inspiriert.

Artgerecht und eigen-artig

»Dürfen Depressive lachen?«, fragte neulich jemand auf Twitter. Und wie sieht das Leben Hochsensibler aus?  »… konstante Leistung – was ist das?«, fragt die Bloggerin Julia, die ich auf Twitter kennengelernt habe in einem ihrer Blogartikel zum Thema Hochsensibilität. Weiter schreibt sie, dass viele Hochsensible sehr leistungsstark sein können. » … aber diese Leistungsstärke konstant zu halten, das geht bei manchen HSP nicht bzw. ist sehr schwierig. Wenn es denn so scheint, dann setzen HSP eine Maske auf – denn sie wissen ganz genau, wer was von ihnen erwartet … Nur dann besteht die Gefahr, seine eigenen Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren und somit sich selbst.«

Quelle: hochsensibel1753.wordpress.com

Sie spricht mir aus dem Herzen. Ein Kommentator schreibt: »Sollte es einen guten Trick geben, das zu regulieren, wäre ich mehr als dankbar.«

Dazu seufze ich. Weil. Eigentlich finde ich selbst es ja nicht wirklich schlimm, dass ich mal so mal so bin. Nur so für mich und meine Nächsten ist das nicht schlimm. Schlimm daran ist, dass unsere Gesellschaft auf konstante Leistungsfähigkeit aufgebaut ist. So gehen wir, andere ebenso wie ich, immer wieder an unsere Grenzen. Äußerlich sieht man uns die Überstimulation und die Reizüberflutung nicht an. Wir haben unsere Masken früh zu tragen gelernt. Fast sind sie mit uns verwachsen, aber sie jucken und sie drücken zum Glück.

Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich feststelle, dass ich nicht die Kraft für mehrere Dinge habe. Mehrere größere, mehrere wichtige Dinge meine ich. Die Kraft reicht nicht für mehr. Weil ich nicht einfach ohne großen Energieaufwand vom einen zum anderen großen Thema mir-nichts-dir-nichts wechseln kann. Nun ja, mit der Maske auf kann ich es natürlich schon, aber es kostet mich unglaublich viel Kraft. Kraft, die mir dann fehlt für anderes, das mich wieder aufbauen würde.

Dazu schreibt Julia: »… warum fällt es uns Hochsensiblen denn (manchmal) so schwer, eine – für Muggels (Normalsensible) – vermeintlich einfache und schnell abzuarbeitende Arbeit zu erledigen?

Ursache: Unser (HSP-)Fokus ist gerade ganz woanders. Ein Muggel würde sagen: „Dann lenk den doch einfach auf das, was gerade ist und mach einfach. Machs doch einfach!“

Danke – das würde ich ja gerne tun. […]

Eindrücke bleiben bei Hochsensiblen länger bestehen. Man stelle sich einen gewöhnlichen Knautschball vor – auch bekannt als „Anti-Stress-Ball“ oder Knetball – den manche Kollegen ab und an tatsächlich durchwalken – weil gerade zu viel los ist – oder anderen Kollegen an den Kopf werfen *Spaß*

Diese Knetbälle benötigen ein bisschen Zeit, sobald sie zerknautscht wurden, bis sie sich wieder in ihrem Ursprungszustand befinden.

Also: Wenn EinDRÜCKE von außen (oder innen!, z.B. Hunger) kommen, wird der Knetball von Hochsensiblen und Muggels ein-ge-drückt… Nur: Bei Hochsensiblen wird er oft tiefer eingedrückt, weil einfach mehr Informationen bei ihm ankommen – und das Zurückverformen in den Ursprungszustand dauert unter Umständen auch länger. Was bedeutet das genau? Wenn man mit zu vielen Eindrücken und Gedanken beladen ist – egal ob hochsensibel oder nicht – kann man nur schlecht etwas Neues aufnehmen bzw. mit etwas Neuem beginnen oder das Bestehende weiterführen bzw. auf bestehendes Wissen zugreifen. Der Fokus ist in diesem Moment nur schwer steuerbar.«

Quelle: hochsensibel1753.wordpress.com

Hochsensibilität, die eigentlich eine Gabe, eine Ressouce sein könnte, ist mir zurzeit Last und Fluch. Ich möchte oft einfach nicht so viel fühlen, doch fühlen kann man nicht abstellen. Mir hilft es, mich durch Julias Blog zu lesen und mich in Ihren Berichten und den Kommentaren anderer wiederzufinden.

Oder in diesem Comic hier (bitte aufs Bild klicken)

hsp-comic

Zu früheren Zeiten und in anderen Kulturen waren wir Hochsensiblen die HeilerInnen, TänzerInnen, WandlerInnen, KünstlerInnen einer Gesellschaft und ihre Gaben waren selbstverständlich. Und heute?

Fazit: Ja, auch Hochsensible können feiern und schuften, genauso wie auch Depressive lachen und sich freuen können. Und genauso, wie Normalsensible zuweilen reizüberflutet sein können und sich zurückziehen müssen.

Wir alle können fast alles. Wichtig ist es aber doch, dass wir genau hinfühlen. Und unsere persönliche Art nicht verleugnen. Und dass wir den Mut haben, uns so zu verhalten, wie es unserer Art entspricht. Artgerecht. Und respektvoll dem Anderssein anderer gegenüber.

Next Exit

Ich bin ja bekennende Fanin von Liz Ritschard, der Luzerner Tatortkommissarin. Gestern habe ich mir darum die neue, am Sonntag verpasste Folge Freitod* angeguckt.

Ich bekenne außerdem, dass ich seit vielen Jahren Mitglied von EXIT bin, einer Schweizer Freitodvereinigung, ähnlich jener, die im Tatort von den FundamentalistInnen bekämpft wird. Im Laufe meines Lebens habe ich mich schon umfassend mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Fragen, die Liz Ritschard ihrem Teamkollegen Reto Flückiger stellt, sind mir daher nicht neu. Sie versucht wiederholt, seine Meinung zum selbstgewählten Freitod zu erfahren. Seine pragmatischen Antworten sprechen von der Angst vor dem heiklen Thema und vor dem Tod selbst.

Ausnahmsweise habe ich mir die anschließende Gesprächsrunde im Schweizer Fernsehen, Sternstunde Philosophie, angeschaut.

Ein Teilnehmer der Runde war richtig gruselig. Ich leide sehr darunter, wenn und wie Menschen, die keinen persönlichen Bezug zum Thema Suizid haben, darüber urteilen, was Menschen, die sie nicht verstehen, entschieden haben. Die anderen drei GesprächspartnerInnen diskutierten fair und offen, teils kontrovers, teils sich treffend, nur der eine, ein österreichischer Philosoph mit Hang zum Missionieren (K. P. Liessmann), hat sich extrem dagegen gewehrt, dem Menschen die freie Wahl zuzugestehen. Er hat damit sich und seine sozialen Kompetenzen meines Erachtens selbst disqualifiziert.

Ja, es verletzt mich, wenn ich höre, wie andere Suizid (pauschal) interpretieren und verurteilen. Wer keinen persönlichen Bezug zum Thema hat, sollte, finde ich, den Mund halten. Oder nachdenken darüber, wie es wäre, falls.

Wer selbst noch nie daran gedacht hat, sich das Leben zu nehmen, nicht mehr leben zu wollen und/oder wer niemanden kennt, der das getan hat, weiß nicht wirklich, oder jedenfalls nur theoretisch, was es heißt. Und was es alles umfasst.

Es gibt ja Leid, das als Begründung für eine Sterbebegleitung nachvollziehbarer ist als anderes. Finale Krankheiten zum Beispiel. Dafür hat fast jede/r Verständnis. Anders ist es schon mit dem Bilanzsuizid (»ich habe genug und gut gelebt, jetzt will ich sterben«) und nochmals anders ist es mit dem Suizid aus Verzweiflung/im Affekt bei dem die Angehörigen aus allen Wolken fallen. (»Aber man hätte doch sicher eine Lösung gefunden …«, »Warum tut er uns das an?«)

Lange Rede, kurzer Sinn: Welche Alternativen hat ein Mensch, der dieses Leben, diese Umwelt, seine Umstände etc. aus welchen Gründen auch immer nicht mehr erträgt? Welche würdevolle Alternative gibt es zum begleiteten Suizid? Ich kenne keine und finde es daher sehr gut, dass sich EXIT und andere darum Organisationen in der Schweiz darum kümmern, dass Menschen, die sterben möchten, würdevoll und selbstbestimmt sterben können.

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Ihr sagt, wir seien undankbar,
weil wir das Leben, das wir schier nicht ertragen,
wegwerfen wollen.

Ihr sagt, wir seien feig,
weil wir das Leben, nicht mögen und es lieber
gegen den Tod eintauschen möchten.

(9-2016)

+++

Eigentlich geht es hier ja um die eine grundsätzliche Frage: Was ist das Leben für uns? Und die kann jeder und jede ausschließlich für sich selbst beantworten und bitteschön akzeptieren, dass andere es anders sehen.


* Plot: Eine deutsche Staatsangehörige reist mit ihrer Tochter in die Schweiz, um hier zu sterben. In einem Wohnblock am Rande der Stadt wird sie von einem Team empfangen und würdevoll in den Tod begleitet. Am nächsten Tag wird eine der Sterbehelferinnen tot aufgefunden, brutal erschlagen.

Und manchmal eben gar nicht.

Dumm ist sie wirklich, diese Scham darüber, nicht so zu sein wie man glaubt, dass einen andere haben wollen, oder wie man nützlich, nutzbar, benutzbar wäre. In meinem Fall zum Beispiel hieße das belastbarer, leistungsfähiger, stärker zu sein als ich bin. Dumm, wirklich dumm, dass ich mich dafür schäme. Und ja, klar kann ich zuweilen belastbarer sein. Und ich kann auch immer mal wieder mehr leisten, sehr viel sogar. Es ist, wie Herr Bock auf Instagram mal in einem Textbild geschrieben hat: ’Als depressiver Mensch kannst du alles, nur nicht einfach so. Und schon gar nicht immer. Und manchmal gar nicht.’

Textbild. "Als depressiver Mensch kannst du alles, nur nicht einfach so. Und schon gar nicht immer. Und manchmal gar nicht."

Nicht alle haben eine gleich große Decke zur Verfügung, die sie schützt. Wenn ich mich auf der einen Seite meines Lebens bedecke, entblöße ich dafür eine andere Ecke meines Lebens, weil meine Decke nicht für alles reicht. (Sind womöglich alle Decken dieser Welt zu klein oder ist es nur Einbildung, dass meine zu klein ist? Habe ich womöglich einfach die ’falsche Einstellung’ oder glaube ich das Falsche oder zu wenig? Außerdem wissen die andern ja sicher besser, warum meine Decke nie reicht.) Und ja, ich finde das zuweilen auch ungerecht vom Leben.

Gebe ich meine Energie in etwas, das mir eigentlich nur halb am Herzen liegt, fehlt sie mir für jene Dinge, die mir wirklich am Herzen liegen. Dazu gesellt sich natürlich sofort ein Gefühl der Unzufriedenheit, weil ich statt gut zu mir geschaut, meine Kraft für etwas eingesetzt habe, an das ich nicht wirklich glaube. Konkret: Statt kreativ zu arbeiten, zu schreiben, zu kunsten, schufte ich an Bewerbungen für Stellen, die ich nicht haben möchte.

Sehe ich uns Menschen an, sehe ich unsere immense Angst davor rauszufallen. Es gibt viele Arten herauszufallen. Am berüchtigsten ist jene, wenn wir nicht die von uns geforderte Leistung erbringen. Und wir fallen nicht nur aus der Arbeitswelt heraus, wir fallen zugleich auch heraus aus dem Gesellschaftsgefüge, aus dem Konsumkarussell. (Darüber hat Irgendlink heute auf Flussnoten.de sehr weise gebloggt.)

Wie viel besser es uns allen doch gehen würde, wenn wir nicht immer rennen, schuften, leisten müssten. Vor allem dann, nicht, wenn wir es tun, weil wir immer noch mehr haben, immer noch mehr konsumieren wollen. Konsum ist oft genug Kompensation. Weil wir erschöpft sind, kaufen wir uns zur Belohnung für den Stress Dinge, die wir nicht wirklich brauchen würden, wenn wir das Leben stressfreier leben würden. Nun ja, wir müssen schließlich die Wirtschaftsspirale ankurbeln, wir müssen ja weiter wachsen, weiter und weiter. Leisten. Noch mehr leisten.

Es war einmal ein Krug, er zerbrach am Brunnen, weil man ihn, trotz seines feinen Materials, zu sehr gefüllt hatte. Die Scherben liegen noch heute da. Für die einen sind sie ein Denkmal, für die anderen der Beweis für schlechtes Material.

Es kann doch nicht wirklich sein, dass wir immer ans Limit und am Limit gehen und immer öfter über unser Limit heraus. Dass wir immer wieder in diese Falle geraten. Und sie dabei immer seltener als Gefahr erkennen und als Falle. Aber wie könnten wir anders, wo wir doch gar keine Zeit haben, nachzudenken?

Weiter. Weiter. Unterschwellig lauert der ständige Vergleich, dieser Druck, dieses Ich-muss-doch. Dieses Leistungs- und Konkurrenzdenken hält uns vom bewussten Leben ab und manövriert uns in einen chronischen Überlebensmodus hinein. Ich sage wir und uns? Ja, denn ich kenne genug Menschen, die betroffen sind, um den Plural Wir verwenden zu können.

Wenn ich Bücher oder Blogs lese, fällt mir auf, dass ich mich dort am meisten berührt und angesprochen fühle, wenn Menschen menschlich handeln, verrückt vielleicht, aber menschlich, freundschaftlich, engagiert, emotional. Wenn sie nicht wie maschinengewordene Menschen handeln.  Wenn sie etwas begeistert, beherzt und mit Leidenschaft tun.

Vielleicht ist es genau diese Leidenschaft, die wir fürchten. Wir und jene, die an den Hebeln der Macht sitzen. Leidenschaft ist unberechenbar. Darum halten wir sie, zumindest im Berufsumfeld, an der kurzen Leine. Doch die Erfahrung zeigt: was immer unterdrückt wird und keinen Raum bekommt, weil es schwierig im Alltag intergrierbar ist, schlägt irgendwann Löcher in die Kerkerwände. Leidenschaft kann, ist sie erst entfesselt, zu Verbrechen, zu Kriegen, zu was-immer-noch-Schlimmem führen; doch wenn sie nach oben ausschlägt, kommen Schätze zu Tage. Ich denke dabei an alle Formen der Kunst, an Wissenschaft, Forschung etc. Was wäre unsere Welt ohne all die QuerdenkerInnen aller Zeiten und aller Sparten, die ungeachtet der Umstände beherzt ihr Ding machen (wie zum Beispiel Luisa Francia oder auch Irgendlink). Begeisterung und Leidenschaft aber brauchen Raum, brauchen eine Umgebung, die das fördert, die das möglich macht.

Und sie brauchen nicht nur Raum, sie brauchen auch Mut, Mut und Kraft. Und Weisheit. Hinter allem die Fähigkeit, zu spüren, was wir wirklich brauchen – als Einzelne, als Kollektiv. Bedürfnisspürigkeit* jenseits von Marktforschung und Kaufoptimierung. Diese essentielle Fähigkeit, die den meisten von uns abhanden gekommen ist. Zumal für viele Menschen Bedürfnisse zu haben, sich zu spüren und seine Grenzen zu spüren, suspekt ist. Da drückt das Weltbild des Patriarchats, in dem wir noch immer leben, voll durch. Bedürfnis riecht nach Bedürftigkeit, riecht nach Schwäche, riecht nach Leistungsunfähigkeit. Und das in einer Welt, in der Schwäche und Leistungsunfähigkeit mit Hartz IV (D) resp. Sozialamt (CH) geahndet werden.

Dabei ist es genau das, was unserer Welt fehlt: Beherztes, begeistertes, leidenschaftliches Denken und Handeln. Dazu der Mut, zu sein, wie man ist und zu handeln, wie man fühlt. Und das können wir nur, wenn wir, die wir schwächer als die Norm oder sonst wie anders sind, nicht mehr stigmatisiert werden.


* Dieses Wort hat Frau Rebis neulich gebloggt.

So oder anders, aber immer irgendwie

Was wäre, wenn … ja, ich weiß es: Fragen, die so anfangen, sind müßig. Dennoch beflügeln sie die Phantasie. In beide Richtungen, zum schlimmsten und zum besten Fall hin. Der Marktwirtschaft, dem Bildungswesen würde ein bisschen mehr Phantasie im Dienste des Menschen gut tun.

Gestern, in meinem Kurs, den mir das Amt zur besseren Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt aufgedrückt hat, gingen wir der Frage nach, wie der Arbeitsmarkt in 10 Jahren, also am 16. September 2026, aussehen könnte.

In einer Kleingruppe untersuchten wir den Aspekt Arbeitswelt, während eine andere Gruppe das Einkaufsverhalten 2026 und eine dritte das Leben in Familien – beim Feste feiern zum Beispiel – versuchten zu skizzieren. In unserer Gruppe diskutierten wir sehr kontrovers. Würde die Technik überhand werden, wäre ein gewisser Teil unserer Arbeit, den wir heute von Hand erledigen, überflüssig, denn Maschinen würden ihn erledigen. Wir müssen also weniger arbeiten. Sind wir deswegen zufriedener? Was tun mir mit unserer freien Zeit?

Glück, sagt R., zumindest Glücksgefühle, können bereits heute durch Impulse in den entsprechenden Hirnzentren erzeugt werden. Für alles gibt es Generika. Imitate. Implantate. Ersatz. Wir diskutieren, während R. unsere Gedanken in eine kleine Powerpointgeschichte einfließen lässt, über alternative Währungen und Tauschsysteme – Zeit gegen Zeit zum Beispiel – über ein Grundeinkommen für alle, über die bereits heute aktive Bewegung des Umdenkens (zum Beispiel in Bezug auf biologischen Anbau und gegen Tierfabriken) und über Selbstversorgung, wir sprechen über Alternativen in der Stromerzeugung (mit einem Chemiker und einem Stromfachmann in der Gruppe naheliegend) … Ich frage uns, wie wir unser Alter erleben werden, wir Über-Fünfzig-Jährigen? In Mehrgenerationenhäusern?

Eigentlich zeichnen wir in unserer kleinen Gruppenvision eher das auf, was wir uns wünschen, als das, was vermutlich sein wird. Und ehrlich: es macht mir Angst. Ich freue mich wenig auf die Zukunft. Bestenfalls auf die persönliche, auf die globale kaum. Die macht mir Angst. Macht mich traurig. Wütend auch.

Wird die Empathie verschwinden?

Wie werden wir mit Sinnlichkeit umgehen, mit Bedürfnissen wie jenem nach Nähe, nach persönlichen Gesprächen, und wie mit Bedürftigkeiten, mit sozialen Problemen, mit Stimulanzien?

Ein animierter Film über die Arbeitswelt 4.0 zeigt uns schließlich, dass bald alles hier völlig sauber, übersichtlich und geordnet verlaufen wird und für alles und alle gesorgt wird. Wir werden alle gechipt sein. Für Kinder, für Alte, für alles gibt es eigens dafür organisierten Bereiche. Wir sind jederzeit über Clouds mit allen vernetzt und kommen jederzeit an alle Informationen. Gesprochen wird in diesem Film von Freiheit und Selbstbestimmung, aber, ähm, wieso muss ich denn immer an den Frosch im Wasserbad denken, der nicht merkt, dass sein Badewasser erhitzt wird, bis er schließlich an der Hitze verreckt? Und selbst wenn es sich bei der Geschichte mit dem Frosch nur um eine Metapher handeln sollte, bei uns Menschen greift sie.

Selbstbestimmung in einem total kontrollierten System, das natürlich nur zur Sicherheit überwacht wird. Der schwarze Schimmel reitet durch die Welt.

Stopp. Ich will das nicht. Nicht so. Ich will Raum für Absichtslosigkeit, Wildheit, Übermut, Kunst, Ausdruck, ich will Raum für unkontrolliertes Dasein in der Natur. Ich will Sinnlichkeit erlebt, riechen, schmecken, fühlen, tasten, erleben, erfahren. Auch wenn es zuweilen weh tut. Aber nichts zu fühlen, alles in vollkommen geordneten Bahnen zu erleben, wäre mein Tod.

Was wäre, wenn ich weder Synästhetikerin noch Hochsensible wäre? Wie würde ich die Welt wahrnehmen; wie hätte ich die Welt als Kind wahrgenommen und wäre ich dann ebenfalls depressiv geworden? Oder hat – umgekehrt – eher die Veranlagung zur Depression meiner Synästhesie und Hochsensibilität die Türen geöffnet? Ich vermute ersteres. Meine Fähigkeit – Gabe oder Fluch –, Dinge hinter den Dingen wahrzunehmen, führt zuweilen dazu, die Welt nicht so – nicht so optimistisch zum Beispiel, so positiv – zu sehen, wie es die Mehrheit der Menschen tut. Auch in der Kursgruppe erlebe ich unterschiedliche Nuancen, sensibler wahrgenommene und eher sehr einfache Weltbilder. Neben den MacherInnen gibt es Zaudernde wie ich, Zweifelnde, Ängstliche. Menschen, die in dieser Gesellschaft – zumal in der Welt der Arbeit – keine Perspektiven mehr ahnen.

Heute Morgen erinnerte ich mich an einen Satz, den eine Kurskollegin, die ebenfalls immer wieder depressive Episoden hat, vor einer Woche zu mir gesagt hat: »Das Schöne am Älterwerden ist doch auch, dass wir uns nicht mehr dagegen wehren müssen, so zu sein, wie wir sind. Sondern einfach zu sagen: Das und das gehört zu mir.«

Richtig. Ja. Aber. Klar gibt’s ein Aber. Denn schnell betrete ich, wenn ich auf dieser Schiene fahre, die Falle der Resignation, der Stagnation. Oft sogar fahre ich in die Sackgasse, doch manchmal kann ich rechtzeitig die Weichen stellen, damit ich auf jener Spur bleiben kann, die mich weiterbringt. Akzeptanz kann ich nicht umgehen. Gerade bei Charaktereigenschaften, die letztlich mich ausmachen, kann ich letztlich nur Ja sagen, weil ich mich sonst über kurz oder lang kaputt machen würde. Dass ich zum Beispiel eher die Tüftlerin und Denkerin bin als die Macherin sollte mich nicht kümmern. Es ist so. Gut. Also. Ja, das bin ich.

Zum Abschluss des gestrigen Kurstages haben wir uns einen Youtube-Film angeschaut, der mich echt zu Tränen gerührt hat. Leider finde ich ihn trotz schon fast stundenlanger Suche über die Suchmaschinen nicht, darum erzähle ich ihn kurz:

Gezeigt wird ein kleines Kind, außer einer Windel nackt, das ein ungefährliches Wohnzimmer erforscht. Einen Karton ausräumt. Aufs Sofa klettert. Beim Runterfallen umpurzelt. Wieder aufsteht. Das klingelnde Telefon berühren will. Einen Hund, der sich aufs Sofa legt, begrüßt. Ganz und gar angstfrei, neugierig und wertfrei geht es auf alles zu, was es begreifen möchte. Der Off-Text spricht mich in Du-Form an. »Du hast die Welt entdeckt. Du hast dir alles angeschaut. Du warst so neugierig. Du hattest keine Angst. …« Gegen Schluss dann ungefähr so: »Meinst du, dass das alles verloren gegangen ist?« (Ich zitiere nicht exakt, nur den ungefähren Wortsinn/Inhalt). Unterlegt war das Video mit Musik, die für mich nach Ragtime klang.

Hier -> lang geht’s zum Film. Danke, liebe Silvia Kling für den Link!

Eigentlich einfach

Wenn ich mir wegen eines gemachten Fehlers oder was immer die Haare raufte, sagte mein kleiner weiser Sohn zuweilen, dass das hier doch eigentlich einfach so sein dürfe. Eigentlich und einfach – diese beiden Wörter hatten es ihm ganz besonders angetan. Na ja, Wörter überhaupt.

Kein Kind überlegt sich, ob es etwas darf oder nicht, wenn etwas Spaß macht und gut tut. Nicht jedenfalls, wenn es das erste Mal ist und nicht gegen bereits verinnerlichten Regeln verstöß oder etwas ist, das jemanden gefährdet. Ein Kind ermächtigt sich selbst, zu tun, was es will. Eigentlich. Einfach. Jedenfalls wenn wir es lassen.

Wann verlieren wir diese gesunde Fähigkeit, der Selbstermächtigung? Wann fangen wir an uns zu verbiegen, zu tun und zu sein, wie wir glauben handeln oder leben zu müssen? Wann hört das Dürfen auf und fängt das Müssen an? (Und ja, bestimmt gibt es sowas wie ein gesundes Sowohl-als auch. Dennoch klingt in meinen Ohren Dürfen seltsam suspekt und Müssen wichtig und richtig. Pflichtbewusst. Gesellschaftlich anerkannt.

Und genau da kommt die Kunst ins Spiel. Lebenskunst. Darstellende Kunst. Schreibkunst. Egal. Kunst als Medium des Ausdrucks.

Kunst ist Dürfen, ist Bedürfnisstillung, ist Wollen, ist inneres Müssen, ist  ununterdrückbares Drängen, ist dieses Innen-und-Außen-verbinden-wollen-Ding.

Kunst ist auch dieser Akt des gewollten, gesuchten, gefundenen, essentiellen Eigentlichen, Einfachen, Seienden.

Dieses Ich-kann-nicht-anders, das jedem wirklichen Kunstwerk anhaftet. Dieses nicht bloß Hobby Seiende, dieses zutiefst Lebendige, Sprudelnde.

(Lebens-)Kunst ist, dass etwas eigentlich einfach so sein darf.