Suppenkochereien

Eigentlich wollte ich hier ja mal wieder etwas Geistreiches schreiben, von meinem Buchprojekt erzählen und von der Schwierigkeit, sich auf eine Geschichte einzulassen ohne dabei den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren. Doch weil ich dazu jetzt zu müde bin – ich habe heute bei meinem neuen Buchprojekt die 10’000 Wörter-Grenze geknackt – gibt’s heute eins der vielen Bildchen, die in der letzten Woche entstanden sind. Das hier habe ich gestern auf dem Handy gebastelt habe.

Zwei ziemlich ungewöhnlich geformte Karotten mit Armen und einmontierten Gesichtern reden miteinander: Lass uns baden gehen, sagt die eine, die andere: Du Suppenkoch du.

Und jetzt lese ich weiter im Buch des Norwegers Atle Naess: Die Riemannsche Vermutung. Nein, es geht dabei nur sekundär um Mathematik, primär geht es um einen Mathematiker, der versucht eine Biografie über Riemann zu schreiben und dabei zufällig über das Leben und die Liebe stolpert. Ein literarischer, mathematik-philosophischer Genuss.

Nichtstun oder nicht Nichtstun, das ist hier die Frage

Ich gestehe, dass mir Nichtstun nicht leicht fällt. Immer hockt da der leise Innere Zensor, der mich antreibt, etwas Sinnvolles zu tun. Jetzt, mit dem neuen Buchprojekt, würde ich allerdings und sowieso am liebsten immer nur an der Kiste hocken und schreiben. Geht natürlich nicht, weil ich ja auch noch anderes tun muss, soll, will. Oder eben auch mal nichts tun.

Gestern hat mir Irgendlink gezeigt, wie das geht. Und was tue ich, derweil er auf dem Nichtstu-Sofa nichts tut? Ich zeichne. Ihn. Beim Nichtstun.

Skizze. Jürgen mit unter den Kopf gelegten Armen. Gescannt und eingefärbt.
Irgendlink beim Nichtstun. Skizze gescannt, digital nachbearbeitet und eingefärbt.

Heute habe ich den Vorsatz gefasst, jeden Tag mindestens eine Stunde zu schreiben. Am Buch. (Inzwischen habe ich schon mehr als 2000 Wörter.) Oder etwas anderes Kreatives zu tun.

Wenn ich schon nicht Nichtstun kann, dann will ich wenigstens etwas tun, das mir Freude macht und mir ein gutes Gefühl gibt. Ich habe viel zu lange nichts Kreatives mehr getan – weder sinnlos noch absichtlich. Höchste Zeit also, wieder mit Farben und Buchstaben rumzuwerkeln.

[Aber nun gehen wir raus, ziehen dem Autochen die Winterschuhe an und genießen den sonnigen Tag.]

Schreibenmüssen

Wenn ich eine Weile nicht schreiben kann, geht es mir bald nicht mehr wirklich gut. Schreiben heißt für mich aber nicht Bewerbungen schreiben, heißt nicht Einkaufszettel, nicht Auftragsartikel, nicht Twitter schreiben, und heißt noch nicht mal Blog oder Tagebuch schreiben. Wobei die zwei letzten gerade noch so taugen, damit ich überleben kann. Schreiben im Reservetank-Modus sozusagen.

Schreiben, wirklich schreiben können-wollen-müssen, heißt bei mir, dass ich an einem längeren Text arbeiten kann-will-muss. An einer fortlaufenden fiktiven Geschichte, an einem zusammenhängenden Etwas. Das kann auch, wie vor zwei Jahren, ein biografischer, noch unvollendeter Text sein; damals ein etwa 200 Seiten umfassendes Essay mit dem Arbeitstitel „Weiterleben“.

Kurz: Ein längerfristiges Projekt ist es, das ich zum Leben brauche. Solche Schreibarbeit ist für mich gleichsam das Atmen der Seele, des Herzens, die Verdauung von Gedanken, von Lebenserfahrungen. Es ist das, was mich mich lebendig fühlen lässt. Seit Monaten – was sage ich da? –, seit einem Jahr ungefähr, habe ich nichts Zusammenhängendes mehr geschrieben. Vielleicht ist das also einer der Gründe, warum es mir nicht gut geht? War es der äußere Stress im Brotjob, der mich am kreativen Schreiben hinderte oder hörte ich mit Schreiben auf und löste damit erst ein stetig wachsendes Stressempfinden aus, das mich schließlich ausbremste? Teufelkreis und eigentlich egal. Fakt ist, dass ich unter Stress nicht kreativ arbeiten, nicht schreiben, nicht sprudeln, nicht aus dem Inneren schöpfen kann. Es ist, als wären dann die Schleusen geschlossen, durch welche ich bei Nicht-Stress zu den Quellen paddeln kann.

Seit zweieinhalb Monaten, also seit ich stellenlos bin, suchte ich immer wieder nach Nischen, um endlich wieder in diesen Schreibflow zurückzufinden, der dazu beiträgt, dass es mir gutgeht. Doch seit zweieinhalb Monaten habe ich ständig so viele Dinge in mein Leben gelassen, haben sich ständig so viele Dinge in mein Leben gedrängt, dass ich keine Kraft hatte, darin nach Nischen zu suchen. Noch ein Zu-Tun mehr – denn das Schreiben wäre ja ein Zu-Tun, auch wenn es eins ist, dass ich will – war einfach nicht zu schaffen. Und so blieben die Schleusen zu.

Was aber, wenn sich eine Romanidee, die unbedingt von mir geschrieben werden will, auf einmal, nachts, im Zustand zwischen Wachsein und Traum, in meine Gedanken schleicht und mich füttert? Eine Idee, die auch im Tageslicht bestehen bleibt und dazu eine Art Synthese all meiner auf Halde liegender Romanentwürfe darstellt? Ich heiße sie herzlich willkommen und bitte sie, mich an der Hand zu nehmen. Und ich verspreche ihr Nischen, ja, ich schaffe ihr sogar Nischen und ich höre ihr zu, wenn sie souffliert.

Ausgelesen #7 − Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk

Dichtung ist immer eine Expedition nach der Wahrheit, sagte Franz Kafka.

Vielleicht ist das der Grund, warum ich Fiktion der sogenannten Realität vorziehe. Und nein, ich glaube nicht, dass dies eine Flucht vor der Wirklichkeit ist oder dass ich vor mir selbst weglaufe, wenn ich Bücher lese, eher ist es für mich so, dass ich zuweilen über die Fiktion näher an die Wirklichkeit herankomme als auf dem sachlichen Weg. Näher und besser. So wie sich Eisentabletten mit Orangensaft besser im Körper auflösen können, gelingt es mir vielleicht eher, die Wirklichkeit über Dichtung zu verstehen. Ein erfundener, gedichteter Text, aus der Phantasie heraus entstanden, ist ebenso wahr wie die Realität. Die Wirklichkeit, wie wir sie sehen, bildet außerdem niemals das Ganze, die ’ganze Wahrheit’ ab, ist immer nur ein Ausschnitt. So heißt ’wahr’ hier also nicht ’nicht erfunden’, wahr heißt hier ’dem Leben nachgebildet oder abgeschaut’. So ist Fiktion, so ist Dichtung also eine Parabel der Wirklichkeit, ein Gleichnis der Welt.

Lese ich ein gutes Buch, begebe ich mich gleichsam, wie Kafka sagt, auf eine Forschungsreise in ein neues Land. Ich tauche in die Erkenntnisse, Hirngespinste und Herzgewebe eines anderen Menschen ein und nähere mich so seiner Wahrheit.

Buchcover Die hellen TageDie hellen Tage von Zsuzsa Bánk ist genau eins dieser Bücher, eins dieser Forschungsreisen. Mein persönliches ’Buch des Jahres’ – jedenfalls bis jetzt.

Seri, die eigentlich Therese heißt, erzählt von den hellen Tagen ihrer Kindheit in der Nähe von Heidelberg, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt. Aja ist ein Zirkuskind, stammt aus einer ungarischen Artistenfamilie und lebt mit ihrer Mutter Évi in einem Gartenhaus am Rand der Kleinstadt. Bald gesellt sich Karl zu den beiden Freundinnen und fortan leben die drei Kinder ein glückliches Dreieck. Karl hat kürzlich seinen jüngeren Bruder Ben verloren. An einem Frühlingstag ist er – innert zweier Sekunden – in ein fremdes Auto eingestiegen und nie wiedergekommen ist. Zwei Sekunden werden von jetzt an die Zeiteinheit, in der Karl alles misst. Wenn er Elfen und Schatten fotografiert, wenn er durch die Wälder streift. Zwei Sekunden, in denen sich alles verändern kann.

Die Welt der späten Sechsziger, als die Kinder noch Kinder sind und über die Zsuzsa Bánk im ersten Buchteil schreibt, ist allerdings nur scheinbar heil. Nicht nur in Karls, auch in Seris und Ajas Leben gibt es eine Leerstelle. Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt und Ajas Vater Zigi, Trapezkünstler in einem Zirkus, besucht die Familie nur einmal im Jahr für ein paar Wochen und ist die restliche Zeit des Jahres nur durch seine Abwesenheit anwesend.

Évi sorgt mir ihrer Herzlichkeit und Beharrlichkeit dafür, dass es den drei Kindern trotz all der Leerstellen an nichts fehlt. Maria, Seris Mutter, bringt Évi das Lesen bei und sorgt dafür, dass sie im Städtchen Arbeit finden und Fuß fassen kann. Évi hilft mit der ihr typischen Geduld Karls Eltern – Ellen und dem vornamenlosen Vater – zurück ins Leben. Beide haben nach dem Verlust ihres kleinen Sohnes den Halt verloren.

Als die drei Kinder, inzwischen erwachsen geworden, ihre Studien in Rom fortsetzen, kommt nach und nach die eine und andere Lebenslüge ans Licht. Wahrheiten, die alle nicht aus Bosheit bis dahin verschwiegen worden sind. Niemand wird verschont. Zum Glück haben die Kinder von ihren Müttern gelernt, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und können so den Erschütterungen – nicht ohne Narben, aber mit neu gewonnener Kraft – trotzen.

Fast möchte ich die Geschichte ein Heldenepos nennen, oder nein: eigentlich werden hier gleich mehrere Heldenepen erzählt. Es sind Geschichten von Menschen, die alle ein wenig mehr wahrnehmen, ein bisschen deutlicher hinter den Vorhang blicken können als die meisten anderen Menschen. Hochsensible Kinder und hochsensible Mütter, die die Welt auf eine ganz persönliche, ganz eigene Art sehen und auf sie zugehen.

Bánks Sprache hat mich von der ersten Seite an begeistert. Sie leiht Seri eine Stimme, die leise und eindringlich beschreibt, wie die Dinge wirklich sind und wie sie von ihnen allen wahrgenommen werden. Ich rieche Évis Küche, in der sie ihre Kuchen bäckt, die dann Karls Vater zu den Kundinnen nach Hause fährt. Ich spüre die klamme Kälte im winterlichen Gartenhaus und ich spüre das Schaukeln der Hängematten zwischen den Linden in Evis Garten. Und ich höre auch das Klackern in Karls Kopf, das ihn noch immer an die Murmeln erinnert, mit denen sein Bruder Ben und er gespielt haben. Trotz Bánks sinnlicher, beinahe poetischer Sprache sehen wir auch die Dramen, denen die Menschen in dieser Geschichte ausgesetzt sind. Alle je getroffenen Entscheidungen haben Konsequenzen, mit denen neu gelebt werden will. Dass das gelingt, verdanken alle nicht zuletzt der Liebe, dem Vertrauen, der Freundschaft – gewoben und gewachsen in all den hellen Tage. Dank ihnen lassen sich auch dunkle Tage besser ertragen.

Herzliche Leseempfehlung!

Auf den Baum klettern

Alle gleich zu behandeln verlangt zwar das Gesetz, doch wie sieht das in der Praxis aus? Ich bezweifle, dass Standardisierungen und Normisierungen wirklich so hilfreich sind. Welche Parameter taugen für Vergleiche zwischen Menschen wirklich? Wie misst man Toleranz und nach welchen Kriterien werden Belastbarkeit und Lebensmut ausgelotet?

Was zählt wirklich?

Albert Einstein sagte: Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

Ein Cartoon der verschiedene Tiere in einer Reihe stehend zeigt. Folgende Tiere sind anwesend: Affe, Pinguin, Elefant, Goldfisch im Glas, Seehund und Hund. Dahinter ein Baum. Davor ein Lehrer an einem Tisch mit einer Sprechblase darüber, in der auf Englisch folgender auf deutsch übersetzter Text steht: Für eine faire Auswahl muss jeder die gleiche Prüfung ablegen: Bitte klettert auf diesen Baum.

Bildquelle: Internet (by Hans Traxler)


* Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid.
– Albert Einstein

Im Reisebus

Alle sind sie da. Die Müllers, Mijatovićs, Kellers samt Enkelkindern sogar, Von Halters, Azikiwes, Singhs mit ihren zwei Töchtern, Gomez‘, Meiers, Jeffersons, Larssons, Schneiders, O’Sullivans und wie sie alle heißen, haben sich auf dem großen Busbahnhof der kleinen Großstadt eingefunden. Eine Reise ins Grüne haben sie gebucht. Nun ja, manche haben sich den Gutschein für die Reise mit Sammelpunkten aus dem Supermarkt erarbeitet, weil … so eine Reise ins Grüne ist doch wirklich genau das, was sie brauchen. Immer nur an der Kasse sitzen oder die Klos anderer zu putzen ist nämlich ganz schön anstrengend.

Nun steigen sie ein. Was für ein Gerangel! »Wir haben erste Klasse gebucht!«, sagt Frau von Halter, spitzt ihre Ellbogen und sichert sich einen Platz ganz vorne. Den Gemahl zieht sie am Sakko neben sich auf den Sitz. Einem Thron mit viel Platz für die Beine und mit einem frisch gebügelten Tuch für den Kopf. In der zweiten Klasse werden die nämlich nur einmal im Monat gewechselt.

Endlich haben alle Platz gefunden. Die Reisebegleiterin klopft kurz aufs Mic und begrüßt mit smarter Stimme alle Mitreisenden. Sie freut sich über alle, die da sind, sagt sie. Ihre Freude blubbert durch die Lautsprecher in die Ohren der Reisenden. Und schon plappert sie munter weiter und erklärt, dass auf den Fernsehern über den Sitzen gleich ein Programm mit sanfter Unterhaltung beginnen werde und bittet darum, dass alle ganz besonders den Werbespots ihre volle Aufmerksamkeit schenken mögen.

Die Busfahrerin hat inzwischen ausgeparkt und manövriert den vollen Reisebus durch die Straßen der Stadt. Vorbei an roten und grünen Ampeln, Wohnquartieren und Industriegebieten. Schließlich schaukelt der Reisebus Richtung Autobahn.

Musik tönt aus den Lautsprechern, Werbung trieft aus den Bildschirmen und draußen flitzt die Welt vorbei. Ein bisschen Grün sieht man da ja tatsächlich. Allerdings nur, wenn man raus sieht. Kaum jemand tut das. Manche beschäftigen sich damit, über den schlechten Platz, den sie bekommen haben, zu schimpfen, während andere denen, die jammern, erklären, dass erste Klasse eben ein Privileg sei, das man sich erst einmal verdienen müsse. Und dass sie gefälligst froh sein sollen, dass sie überhaupt mitfahren dürfen.

Erster Halt. Kaffeepause. Ein Restaurant in einem Industriegebiet neben der Autobahn. Es gibt Gratiskaffee für alle. Für die Erste-Klasse-Gäste gibt es obendrein Croissants oder wahlweise ein Stück Torte. Alle andern müssen dafür zahlen. Als es sich alle halbwegs gemütlich gemacht haben, erzählt die Reisebegleiterin etwas über Heizdecken, später begeistert sie sich für Wohnzimmerlampen und gleich danach erzählt sie von den Reisen, die sie verkaufen – all inclusive – und die man natürlich auch gewinnen könne. Wenn man denn eine Decke oder eine Lampe kaufe. Und ja, es gibt natürlich auch Lose für jene, die kein Geld für eine Decke haben. Dass das alles Nieten sind, verschweigt sie.

Weiter geht’s. Über Land. Über Hügel. Vorbei an Flüssen. Ja, wirklich schön ist es da draußen. Doch sie alle sitzen drin. Kaum jemand schaut aus dem Fenster in diese Welt hinaus, die da draußen vor sich hin ist.

Mittagsrast. Obwohl das Restaurant nur einen Steinwurf von der Autobahnausfahrt entfernt liegt und von außen eher ungemütlich aussieht, gibt es für die Erste-Klasse-Gäste Stoffservietten und ein Fünf-Gänge-Menü. Die anderen bedienen sich am Büffet, wo ein paar labbrige Salate, keine vegetarische Alternativen neben seltsam trocken aussehenden Burgern und ein paar lieblos zubereitete Beilagen und Saucen das Auge der Betrachtenden beleidigen. Und die Mägen zwar füllen, aber den Seelenhunger ungestillt lassen.

Während des abschließenden Gratiskaffees – diesmal wieder für alle – gibt es erneut eine Präsentation der neuesten Produkte. Diesmal demonstriert die Reisebegleiterin eine Maschine, die offenbar alle negativen Gedanken in positive verwandeln und aus erfolglosen Menschen erfolgreiche machen kann. Freiwillige werden gesucht. Herr Gomez, seit drei Monaten arbeitslos, setzt sich neben die Maschine, stülpt sich, wie geheißen, den Helm über und sagt laut, was er gerade denkt. Auf einmal sprudeln höchst positive Sätze aus seinem Mund, obwohl er doch vorhin, im Bus, noch gelästert hat über die von Halters in der ersten Klasse und dass die doch nur so reich seien, weil sie Leute wie ihn ausquetschten. Nun aber lobpreist er den Kapitalismus und seine Segnungen in den höchsten Tönen. Und er hat auf einmal wieder Mut, sieht von jetzt auf gleich nicht mehr schwarz und kann sich ein Leben in Hülle und Fülle plötzlich sehr bildhaft vorstellen.

Dass selbst jene, die eigentlich kein Geld haben, diese Maschine unbedingt brauchen, versteht sich von selbst. Fast alle unterschreiben den Kaufvertrag, denn man kann das Teil auch auf Pump kaufen. Erhalten tut man sie allerdings erst, wenn man sie abbezahlt hat. Und jetzt sind sie alle glücklich. Glücklich darüber, endlich die Antwort auf alle ihre Probleme gefunden zu haben. Klar, dass die von Halters die Maschine nicht gekauft haben. Schließlich haben sie sie ja erfunden und entwickelt.

Weiter geht’s. Die Fahrt durch die grüne Landschaft zieht sich hin. Manche schlafen ein. Manche testen ihre neue Maschine, doch weil sie am Stromnetz besser arbeite als über den Akku, halten sich ihre neuen positiven Gedanken eher bedeckt. »Macht ja nichts. Daheim haben wir genug Strom«, sagen sie zueinander. Manche fangen kurz zu zweifeln an, sagen sich aber: »Wenn ich nur erst immer positive Gedanken habe, wird alles gut. Und dann werde ich reich und dann bin ich glücklich.«

Ein paar wenige, nämlich jene, die den Vertrag nicht unterzeichnet haben, fühlen sich vom Rest der Gruppe ausgeschlossen. Außerdem, diese ganze Fahrt ins Grüne, die hatten sie sich eh anders vorgestellt. Das Grün ist ja nur da draußen, aber sie sitzen hier drin und können es zwar sehen, anfassen geht jedoch nicht. Und sehen können sie es auch nur dann, wenn sie ihre Augen vom Bildschirm heben und den Blick nach außen richten. Das ist ganz schön anstrengend, wo sich doch hier drin so vieles bewegt. Ständig tröpfeln Filme und Musik und muntere Geschichten über Lautsprecher auf die Reisenden herunter. Unentrinnbar sind sie alle diesen Einflüssen ausgeliefert. Nein, so haben sie es sich nicht vorgestellt. Aber das will ja wieder keiner hören.

Am Nachmittag dann eine weitere Kaffeepause. Gratiskaffee gibt es diesmal für all jene, die den Vertrag unterzeichnet haben, die anderen müssen zahlen. Diesmal werden Produkte, die einen guten Schlaf garantieren, vorgestellt. Darunter ein wunderhübscher knuffiger Sandmann, der einem so lange volltextet, bis man eingeschlafen ist. Den kennt sogar Frau von Halter noch nicht und kauft ihn für sich und ihren Mann. Dieser ist allerdings weit weniger begeistert als sie. Denn bisher hatte ihn seine Frau allabendlich vollgetextet. Kostenlos. Wozu also Geld ausgeben?

Endlich parkt der Bus wieder auf dem großen Busbahnhof der kleinen Großstadt und spuckt seine Gäste aus. Erschöpft packen die Reisenden ihre neuen Schätze und stapfen durch die einsetzende Dunkelheit davon.

Dass Herr Gomez beim Abschied von der Reiseleiterin einen fetten Umschlag in die Hand gedrückt bekommt, sieht vermutlich niemand. Außer mir.

Zettelzöix

Ich verzettle mich in der vielen Zeit, die wie eine große Leere und wie eine große Fülle zugleich um mich herum Platz genommen hat. Ich verzettle mich auf Zetteln. In Büchern. Draußen ebenso wie drinnen. Wie zum Beispiel vorhin, als ich auf der Suche nach dem Namen einer Person, mit der ich vor zwölf Jahren Kontakt hatte, ein, zwei Stunden in alten Tagebüchern gelesen habe.

Verzettelung ist auf den Punkt gebracht mein großes Problem auf dem Weg des Vorankommens. Sagte meine Kursleiterin im Schlussgespräch letzten Freitag zu mir.

Aber was wäre, frage ich, aber was wäre, wenn sich zu verzetteln eine Gabe wäre? (Gibt es keinen Beruf, in dem sich zu verzetteln die gefragteste aller gefragten Fähigkeiten ist?) Was wäre, wenn Vorankommen, Ziel, Erfolg, wie sie unsere Gesellschaft anbetet, vielleicht gar nicht Dasjenigewelches ist, dass wir so dringend brauchen. Wenn alles anderes wäre? Und wie würde es sich wohl anfühlen, das Leben, ohne voranzukommen?

Ich versuche es mir vorzustellen, aber es geht irgendwie nicht. Voranzukommen steckt uns in den Genen, behaupte ich mal.

Aber irgendwann kommt der Wendepunkt und das Vorankommen kippt und verwandelt sich in ein Zurückkommen. Kippt es dort, wo wir uns auf dem Lebensweg zurück in die Mitte zu bewegen anfangen? Bin ich schon dort? Darf ich mich aufs Zurückkommen konzentrieren oder muss ich noch vorankommen? Und was genau ist dieses Zurückkommen?

Vor langer Zeit, in einem Vortrag, erzählte ein weiser Mensch, dass das Leben einem Labyrinth gleiche. Die erste Lebenshälfte gehen wir den Weg von der Mitte nach außen, in der zweiten gehen wir den Weg wieder zurück ins Zentrum.

Wir kommen aus der Mitte, wir gehen in die Mitte. Dazwischen ist Leben.

Zurückkommen in die Mitte scheint mir zurzeit weit erstrebenswerter als das Vorankommen.

Vielleicht ist es doch gar nicht so wichtig, was wir tun, sondern wie wir uns dabei verhalten, in welcher Haltung wir tun was wir tun. Vielleicht ist es ja so, dass das Leben eine Art Geduldsspiel ist, ein lebenslängliches Experiment womöglich, bei dem es nicht darum geht, dass wir es möglichst schnell und möglichst fehlerfrei lösen, sondern in einer friedlichen Haltung.

Nein, soweit bin ich noch nicht. Obwohl ich mit dem einen oder anderen umständlichen Umstand Frieden geschlossen habe. Und ja, mit meiner Tendenz zur Verzettelung, die mir schon von Kind auf attestiert wurde – mit hübschen Umschreibungen wie ’sie hat viel Phantasie‘ und ’sie träumt gerne‘ garniert –, hadere ich zuweilen immer noch. Wie gerne würde ich klarer priorisieren können. Klarer durchblicken. Nicht alles nebeneinander, nicht alles gleich schwer, gleich bunt, gleich wichtig wahrnehmen, sondern … ja, wie? Ich hadere aber eigentlich, wenn ich ehrlich bin, damit nicht wirklich, oder möglicherweise nur darum, weil mich meine Verzettelung daran hindert, ein nützliches, wertvolles und arbeitssames Mitglied der Leistungsgesellschaft zu sein, an die ich nicht wirklich glauben kann.

Hm. Und jetzt?

Meine Gedanken bündeln und mich auf etwas konzentrieren, im Flow sein kann ich natürlich schon. Gut sogar. Wenn ich auf der Kür- statt auf der Pflichtstraße gehe besonders gut. Wenn ich wählen könnte, was ich tun wollte. Wenn ich tun könnte, was ich gewählt hätte. Wenn ich …

Ach Konjunktiv, du wieder, du Verzettler erster Güte du!

Dabei wollte ich ja bloß erzählen, dass unser Rheinwanderundradelprojekt Flussnoten seit letztem Mittwoch abgeschlossen ist, Irgendlink mich überraschenderweise danach direkt von der Rheinmündung in Holland aus heimgesucht hat und mich das Zusammensein mit ihm – wie immer – total inspiriert.

Alle unsere Gummibänder

Es ist mir, als wäre in mir ein Gummiband, das ich viele Jahre lang überdehnt habe, gerissen, dachte ich gestern, als ich am Nachmittag, nach einem kleinen Spaziergang in die Dorfbäckerei, total kaputt war und unterwegs auf einer Bank Pause machen musste. Mein Gummiband steht einerseits für Leistungsdruck, andererseits aber für meine bisherige Unfähigkeit, Nein sagen, Stopp sagen zu können.

Heute denke ich, dass mein Gummiband nicht wirklich gerissen ist, sondern dermaßen überdehnt, dass es mich nicht mehr zusammenhalten kann. Und so ausgeleiert kann es mich auch nicht mehr auf Kurs halten. Ob uns unsere Gummibänder wirklich so gut tun, wie die Wirtschaft uns weismacht? Was wären wir ohne sie? Und warum sind sie – jedenfalls die, die ich kenne – so verdammt eng und drückend in ihrer angeblichen Elastizität?

Dass wir etwas brauchen, das uns zusammenhält, stelle ich nicht grundsätzlich in Frage. Und dass ich mir jetzt ein neues Band weben soll, dass mich irgendwie zusammenhält, erkenne ich ebenfalls. Ich hoffe darum um Weisheit bei der Auswahl des Materials und der Farben.

Auf einmal stelle ich mir aber auch einige ungemütlichen Fragen. Und ich denke über all diese Bänder um all diese Menschen nach, die uns alle irgendwie in Form halten. Und warum wir sie tragen. Warum wir sie brauchen. Was sie mit uns machen. Und ob und wenn ja, wie bewusst wir sie selbst gewählt haben.

Artgerecht und eigen-artig

»Dürfen Depressive lachen?«, fragte neulich jemand auf Twitter. Und wie sieht das Leben Hochsensibler aus?  »… konstante Leistung – was ist das?«, fragt die Bloggerin Julia, die ich auf Twitter kennengelernt habe in einem ihrer Blogartikel zum Thema Hochsensibilität. Weiter schreibt sie, dass viele Hochsensible sehr leistungsstark sein können. » … aber diese Leistungsstärke konstant zu halten, das geht bei manchen HSP nicht bzw. ist sehr schwierig. Wenn es denn so scheint, dann setzen HSP eine Maske auf – denn sie wissen ganz genau, wer was von ihnen erwartet … Nur dann besteht die Gefahr, seine eigenen Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren und somit sich selbst.«

Quelle: hochsensibel1753.wordpress.com

Sie spricht mir aus dem Herzen. Ein Kommentator schreibt: »Sollte es einen guten Trick geben, das zu regulieren, wäre ich mehr als dankbar.«

Dazu seufze ich. Weil. Eigentlich finde ich selbst es ja nicht wirklich schlimm, dass ich mal so mal so bin. Nur so für mich und meine Nächsten ist das nicht schlimm. Schlimm daran ist, dass unsere Gesellschaft auf konstante Leistungsfähigkeit aufgebaut ist. So gehen wir, andere ebenso wie ich, immer wieder an unsere Grenzen. Äußerlich sieht man uns die Überstimulation und die Reizüberflutung nicht an. Wir haben unsere Masken früh zu tragen gelernt. Fast sind sie mit uns verwachsen, aber sie jucken und sie drücken zum Glück.

Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich feststelle, dass ich nicht die Kraft für mehrere Dinge habe. Mehrere größere, mehrere wichtige Dinge meine ich. Die Kraft reicht nicht für mehr. Weil ich nicht einfach ohne großen Energieaufwand vom einen zum anderen großen Thema mir-nichts-dir-nichts wechseln kann. Nun ja, mit der Maske auf kann ich es natürlich schon, aber es kostet mich unglaublich viel Kraft. Kraft, die mir dann fehlt für anderes, das mich wieder aufbauen würde.

Dazu schreibt Julia: »… warum fällt es uns Hochsensiblen denn (manchmal) so schwer, eine – für Muggels (Normalsensible) – vermeintlich einfache und schnell abzuarbeitende Arbeit zu erledigen?

Ursache: Unser (HSP-)Fokus ist gerade ganz woanders. Ein Muggel würde sagen: „Dann lenk den doch einfach auf das, was gerade ist und mach einfach. Machs doch einfach!“

Danke – das würde ich ja gerne tun. […]

Eindrücke bleiben bei Hochsensiblen länger bestehen. Man stelle sich einen gewöhnlichen Knautschball vor – auch bekannt als „Anti-Stress-Ball“ oder Knetball – den manche Kollegen ab und an tatsächlich durchwalken – weil gerade zu viel los ist – oder anderen Kollegen an den Kopf werfen *Spaß*

Diese Knetbälle benötigen ein bisschen Zeit, sobald sie zerknautscht wurden, bis sie sich wieder in ihrem Ursprungszustand befinden.

Also: Wenn EinDRÜCKE von außen (oder innen!, z.B. Hunger) kommen, wird der Knetball von Hochsensiblen und Muggels ein-ge-drückt… Nur: Bei Hochsensiblen wird er oft tiefer eingedrückt, weil einfach mehr Informationen bei ihm ankommen – und das Zurückverformen in den Ursprungszustand dauert unter Umständen auch länger. Was bedeutet das genau? Wenn man mit zu vielen Eindrücken und Gedanken beladen ist – egal ob hochsensibel oder nicht – kann man nur schlecht etwas Neues aufnehmen bzw. mit etwas Neuem beginnen oder das Bestehende weiterführen bzw. auf bestehendes Wissen zugreifen. Der Fokus ist in diesem Moment nur schwer steuerbar.«

Quelle: hochsensibel1753.wordpress.com

Hochsensibilität, die eigentlich eine Gabe, eine Ressouce sein könnte, ist mir zurzeit Last und Fluch. Ich möchte oft einfach nicht so viel fühlen, doch fühlen kann man nicht abstellen. Mir hilft es, mich durch Julias Blog zu lesen und mich in Ihren Berichten und den Kommentaren anderer wiederzufinden.

Oder in diesem Comic hier (bitte aufs Bild klicken)

hsp-comic

Zu früheren Zeiten und in anderen Kulturen waren wir Hochsensiblen die HeilerInnen, TänzerInnen, WandlerInnen, KünstlerInnen einer Gesellschaft und ihre Gaben waren selbstverständlich. Und heute?

Fazit: Ja, auch Hochsensible können feiern und schuften, genauso wie auch Depressive lachen und sich freuen können. Und genauso, wie Normalsensible zuweilen reizüberflutet sein können und sich zurückziehen müssen.

Wir alle können fast alles. Wichtig ist es aber doch, dass wir genau hinfühlen. Und unsere persönliche Art nicht verleugnen. Und dass wir den Mut haben, uns so zu verhalten, wie es unserer Art entspricht. Artgerecht. Und respektvoll dem Anderssein anderer gegenüber.

Halb oder ganz und unsere Interpretationen

Sehen wir etwas Halbes, denken wir es uns ganz. Fehlende Buchstaben in der Leuchtschrift sind ein typisches Beispiel. Unbewusst folgen wir einem inneren Gesetz der Ergänzung.

Sehen wir einen Menschen und seine offensichtlichen Eigenschaften, denken wir ihn uns ganz. Ergänzen ihn. Unbewusst folgen wir auch hier einem inneren Gesetz der Ergänzung, das auf unserer Erfahrung mit anderen Menschen beruht. Auf Erfahrungen, auch Menschenkenntnis und vor allem auf eins: Auf Interpretation.

Sehe ich einen Menschen, der schuftet wie ein Wahnsinniger, halte ich ihn für besonders leistungsfähig.

So gesehen müssen mich die anderen Menschen, drehe ich das Ganze hier einmal um, für klug, stark und fit halten – wenn ich die Rückmeldungen meiner GruppenkollegInnen so höre.

Und ich begreife, dass wir auf Menschen das Gesetz der Ergänzung nicht anwenden dürfen. Zu viele Unbekannten!

Natürlich bin ich relativ gebildet, und manchmal bin ich stark. Und manchmal bin ich sogar ziemlich fit. Aber. Wie habe ich neulich doch Herrn Bock zitiert? ’Als depressiver Mensch kannst du alles, nur nicht einfach so. Und schon gar nicht immer. Und manchmal gar nicht.’

Unter gewissen Vorzeichen gehe ich leider und noch immer regelmäßig über meine Grenzen. Bin auf Adrenalin und Cortisol sozusagen, unruhig, ruhelos. In Kontexten wie Arbeit oder dem Kurs, den ich aktuell besuche, spüre ich das gleich doppelt. In zeitlich absehbaren Situationen kann ich noch weniger als im Arbeitsalltag halbe Sachen machen. Entweder blende ich mich aus und halte ich mich heraus (wie das geht, weiß ich aber allerdings nicht wirklich) oder ich gebe alles. Normalerweise gebe ich alles. Und danach bin ich kaputt.

Ich kann meine Kräfte nicht wirklich einteilen, gehe immer an die Grenzen und darüber. Und so bin ich entsprechend dauerausgelaugt. Anders, als wenn ich vom Wandern, vom Kunsten, vom Kreativsein müde oder erschöpft bin. Dort baut mich das Tun auf, auch wenn ich müde bin. Es kommt aus meiner Mitte und nährt mich, während ich etwas erschaffe.

Es ist wohl der Fokus, der den Unterschied macht zwischen diesem auslaugenden, erschöpfenden, anstrengenden, ich-gebe-alles-haften Tun und dem kreativen, nährenden Schaffen bei dem ich ebenfalls alles gebe, oder wenigstens so viel, wie ich noch habe.

Beim kreativen Schaffen synchronisiere ich innen und außen, beim auslaugenden Tun stehe ich gleichsam neben mir, sehe mir beim Hampeln, beim Leisten zu und kippe das Adrenalin und Cortisol-Füllhorn über mir aus, damit ich es durchstehen kann. Okay, ich übertreibe ein wenig. Und es ist ja auch nicht immer gleich. Aber während mich das eine aufbaut und beruhigt (sogar das Kritzeln und Zeichnen in den Kursstunden), macht mich das andere hibbelig.

Nun überlege ich, wie ich dem Adrenalin und Cortisol beikommen könnte?


Zur Information

Bei Hochsensibilität werden »in akuten Stresssituationen die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ins Blut ausgeschüttet. Ersteres bereitet den Körper auf eine Flucht- oder Kampfsituation vor, zweiteres ist ein Neurotransmitter, der das Gleiche mit dem Gehirn macht – es wird für schnelle Bewertungen und Entscheidungen in Schwung gebracht. Erfährt der Metabolismus innerhalb einer gewissen Zeitspanne mehrere Adrenalinstöße, so wird das für Dauerstress zuständige Hormon Cortisol ausgeschüttet, was Körper und Geist in nachhaltige Alarmbereitschaft versetzt. Wie viele bzw. wie starke Aufregungen oder Störungen dafür notwendig sind variiert von Mensch zu Mensch, bei manchen hochsensiblen Personen (HSP) können jedoch schon drei relativ geringfügige Unterbrechungen der Konzentration innerhalb einer halben Stunde dazu führen. Untersuchungen an einer amerikanischen Universität haben gezeigt, dass hochempfindliche Kleinkinder schon bei einer einzigen Konfrontation mit etwas Unbekanntem in den Cortisolzustand wechseln, wenn sie davor zwei Stunden lang mit einer nur mäßig aufmerksamen Betreuungsperson verbracht haben, war die Betreuungsperson jedoch sehr aufmerksam, sind die Kinder viel belastbarer.«

Quelle: www.zartbesaitet.net