Der alte Mann

Mit M., meinem früheren WG-Gefährten, auszugehen, macht mir auch heute noch Spaß, kommt nur leider zu selten vor. Zürich liegt leider ziemlich abgelegen. Ab und zu treffen wir uns in der Mitte. Wie letztes Jahr in Brugg. Im Salzhaus gaben sich Pippo Pollina & Konstantin Wecker ein Stelldichein. Tempi passati.

Gestern, vor dem Putzen, überkam mich ein unstillbares Verlangen, in jenes Gefühl eines ganz bestimmten Abends mit M. im Zürcher Volkshaus einzutauchen. Lang ist’s her …  1998 oder so. Ein Verlangen, eine Sehnsucht nach eben jener damals empfundenen Begeisterung, nach genau jenem Genuss überkam mich unversehens. Offenbar lassen sich solche Gefühle konservieren, komprimieren und bei Bedarf wieder hervorholen.

Habe ich in meiner Karriere als Konzertbesucherin je ein leidenschaftlicheres Spiel erlebt? Der alte Mann auf der Bühne: Er war eins mit jedem einzelnen Ton, den er seinem Instrument entlockte. Ein Erlebnis, das mich zu Tränen rührte, mir eine Gänsehaut verursachte , mir unter die Haut ging …  Ein musikalischer Orgasmus, der jede meiner Zellen erschütterte …

Was von jenem Abend zurück geblieben ist? Neben einer Musikkonserve, die ich seit Jahren nicht mehr gehört habe? Die Erinnerung an meinen damaligen Wunsch, eines Tages mein eigenes Ding mit der gleichen Begeisterung, mit der gleichen Leidenschaft wie Giora Feidman zu vollbringen, und dabei – en passant – meine Brötchen zu verdienen.

Siehe da: Die Vision hat überlebt … Während ich Giora Feidman lausche, erwacht sie und räkelt sich ein bisschen. Vielleicht sollte ich dem alten Mann ein bisschen öfters zuhören?

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(kein) Zuckerschlecken

… allerdings nur für Schweizerinnne und Schweizer (inkl. Lichtenstein)

Kurzgeschichten-Wettbewerb 2010

Für die Teilnahme sind folgende Wettbewerbs-Bedingungen zu beachten:

Die Kurzgeschichte muss das (ganze) Wort
Zuckerschlecken
enthalten.

Das Genre ist frei wählbar.
Anzahl Zeichen (inkl. Leerschläge): 1000 bis 5000 Zeichen
Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (inkl. Liechtenstein), ab 18 Jahren.
Es darf nur ein Text pro Teilnehmer/in eingereicht werden.

Einsendeschluss ist der 28. Februar 2010.

mehr …

Halbmast

„… heute wurde L., die Tochter meiner Freundin L., am Herz operiert …“, hatte ich vorgestern geschrieben. Shame on me! Die zweite Herz-OP von L. ist – falls überhaupt notwendig – noch irgendwo in weiter Ferne! Missverständnisse sind zwar menschlich, aber dieses hier auch ziemlich peinlich. Sorry.
Doch immerhin wurden L. am Donnerstag zwei dramatisch verwachsene Weisheitszähne raus gebaggert. Auch nicht schön, wenn auch weit weniger dramatisch. Ein ambulanter Eingriff. Die junge Lady war zwar gestern noch angeschlagen und aß Schmerzmedis, außerdem tat ihr Lachen, unsere gemeinsame Lieblingsbeschäftigung, ziemlich weh, doch ansonsten war sie bereits wieder auf Halbmast.

Im Gymer, den sie seit Sommer besucht, habe sie im Literaturunterricht einen Text von mir vorgelesen, erzählte sie mir. Aus dem Buch Feier-Tage (Anthologie). Die SchülerInnen sollten Gegenwartsliteratur und -autorInnen vorstellen, die sie mögen. Mit meiner Geschichte Jenseits des Nebels stellte sie ihrer Klasse also – öhm, hüstel – eine von ihr gemochte aktuelle Gegenwartsautorin vor: Mich. Gopf. Die kleine große L.! Hach. Was kann frau mit einer 17jährigen bereits toll diskutieren! Dabei war sie erst noch ein Baby. Genau so eins wie Little-B., der auf den Tag genau 17 Jahre nach L. geschlüpft ist, am 28.9.09. Und den ich am Donnerstagabend und am Freitagmorgen geschösselt habe. Süßer Bursche, der mich zur Begrüßung gleich angelacht hat, als würde er mich schon immer kennen.

Hach, wie schön es doch bei meinem Freundinnen B. und L. war! Was für ein Geschenk!

sprachlos?

Küsse sind das, was von der Sprache des Paradieses übriggeblieben ist.

Joseph Conrad , polnisch-britischer Schriftsteller
(1857 – 1924)

Bin heute Morgen im Büro auf der Suche nach einem schönen Zitat für unsere Geschäftsweihnachtspost über diesen Satz gestolpert …
… und dabei beinahe im Paradies gelandet.

Beinahe nur, leider. Denn heute wurde L., die Tochter meiner Freundin L., am Herz operiert. Nicht im Paradies, bloß im Krankenhaus. Ich bin wie auf Nadeln wegen des Bescheids und schon fast auf dem Sprung nach Winthi, wo ich B. besuche, ihren zwei Monate jungen Sohn Little-B. und dessen Papa … Voller Vorfreude.

Hach, alles ist immer so nahe beieinander …

Ob wir die Sprache des Paradieses wohl alle noch irgendwo auf der Bio-Festplatte haben?

eigentlich #1

Eigentlich müsste ich jetzt gar nichts mehr. Eigentlich sollte ich tun, was ich mir heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit vorgenommen habe. Nicht zu bloggen nämlich. Den Abend lesend – ohne Internet und Mail – zu verbringen. Zumal ich die nächsten Tage wenig Muße dazu finden werde. Eigentlich. Oder jedenfalls nur kurz. Später crossen. Und vielleicht ein Bad nehmen. Vor allem mal wieder einfach nur lesen. Herausfinden, ob Fidelma schon mehr weiß.

Wären da bloß nicht diese vielen Fragmente in mir drin, diese Gedankenbrösel. Sie wollen aufgeschrieben werden, denn in meinem Kopf drin ist es ihnen zu eng.

Ab halb vier Uhr lag ich wach. Vollmond? Nicht Sorgen waren es, die mich wachhielten. Vorfreude auf die baldigen Ferien? Ja, das auch. Doch vor allem musste ich mich wohl mal wieder synchronisieren. So nannte es J., als ich ihm neulich dieses Phänomen erklärte. Wenn ich überlastet bin, bleibt die Verdauung all der vielen alltäglichen Eindrücke auf der Strecke. Und wenn ich nicht wieder (r)ausdrücken kann, was sich bei mir tagsüber eingedrückt hat. Logisch irgendwie. Stau! Bis zu jenem Moment, wo ich zur Ruhe komme und es fließen lasse. Selbst wenn es halb vier Uhr nachts ist. Da hilft nur eins: In Ruhe den Gedanken zuhören. Mich von ihnen einholen lassen. Mich wieder auf Echtzeit tarieren. Synchronisieren eben.

Schreiben ist übrigens eine gute Möglichkeit, mich zu synchronisieren. Malend geht es ebenfalls. Hauptsache keine Ablenkung. Denn ich bin die Weltmeisterin in der Fähigkeit, mich ablenken zu lassen! Wie viele Minuten Arbeitszeit ich wohl täglich verbrate, weil ich ständig abgelenkt werde und mich ablenken lasse? *Flüstermodusein* Wie gerne ich mich doch ablenken lasse! Ich liebe es! *Flüstermodusaus* Ständig latscht jemand daher und will was von mir. Oder dann klingeln Mailbox oder Telefon. Ständig muss ich reagieren. Muss ich?

Das Gegenteil tut Not. Und gut. Zu- statt Ablenkung! Einmittung, KonZENTRation.

Multitasking kann ich zwar, aber wozu? Ich kann nicht gleichzeitig im Internet einen schönen Text für unseren Weihnachtskartenversand finden und mit dem Webmaster unserer Bude telefonieren. Geht nicht! Und ich kann nicht gleichzeitig meiner Arbeitskollegin erklären, welche Infos ich von ihr brauche und gleichzeitig Mails schreiben. Geht nicht!

Wie Beppo, Momos Straßenkehrer, eine meiner Lieblingsgestalten aus der Literatur, will ich Schritt für Schritt vorwärts gehen. Einatmen. Wischen. Ausatmen. Oder auch mal rückwärts. Und ab und zu mal Nein! sagen. So lässt es sich leben.

Und so auch:

Das einzige Mittel, das Leben zu ertragen ist, es schön zu finden.
Rudolf Leonhard (27.10.1889 – 19.12.1953)

Durchatmen

Reizüberflutung pur. Von der Arbeit fast direkt, mit kurzem Boxenstop, zu meiner Freundin C.; ihr wisst schon, meiner Lieblingshofcoiffeuse und so. Bisschen mich verwöhnen lassen. Echt wahr, niemand wäscht mir die Haare so toll wie sie! Wir tauschen aus. Teilen, was uns bewegt.
Dann ab die Post. Auf die Post. Dann Einkaufen. Dann nach Hause, Einkäufe wegräumen. Schon kommt K. und wir arbeiten ein paar Stunden am PC, scannen seine Papiere ein. Plaudern. Essen. Die Zeit vergeht im Nu. Ich freue mich bereits auf die Massage, die ich dafür bekomme.
Dabei wollte ich doch noch so viel! Mailschulden abtragen, zum Beispiel. Und einfach ein bisschen Nichtstun. Abhängen.

Verdoppeln können möchte ich mich zuweilen. Während mein einer Teil sich erholt, tut der andere, was zu tun ist. Abwaschen und so Sachen halt. Und bloggen … Denn die, die hier grad ein paar Zeilen in die Tastatur hackt, ist jener zweite Teil. Der erste erholt sich grad. Auf dem Sofa. Und hört sich dazu die neue Scheibe von Animal Collective an. Ganz großes Kino!

Bye, bye November!

Lieber November

Nein, ich mag dich nicht sehr, bilde dir bloß nix auf diesen Brief hier ein! Dennoch will ich dir danken.

Was ich an dir mag, ist schnell gesagt: Während deiner dreißig Tage gelingt es mir meistens, ziemlich viel zu schreiben. Novemberschreibend habe ich es dieses Jahr immerhin auf ein paar Wörterkilometer gebracht. Wären sie alle plattgewalzt, meine ich. Wie ich mit J. neulich philosophiert habe. Wären alle meine Wörter eine lange, dünne Schnur, wäre ich schreibenderweise vielleicht einmal um die Welt gereist. Und wäre die Schnur elastisch, vielleicht sogar bis zum Mond.

Unzerreißbar müssten sie sein, meine Wörterschnüre, die ich spinne. Dünner als ein Haar. Und wasserfest. Winddicht. Wetterresistent.

Doch was sind schon 10383 Wörter im Vergleich zu all den ungesagten? Zu all den ungeschriebenen? Was sind schon ein paar halbgare Geschichten? Fragmente. Bruchstücke. Eine Datei auf einer Festplatte. Irgendwo. Keine Ahnung heißt es noch immer, dieses Dokument.

Warum? Warum nicht!

Lieber November, lass dir danken! Auch wenn ich dich nicht wirklich mag, bist du irgendwie schon okay.
Bye bye!

Grüße aus Bern
Sofasophia

Quo vadis, Matrona Helvetia?

Gopf. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. 57% der stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer fürchten sich vor Fremden! Denn dass es die bloße Furcht vor den Minaretten sein soll, mag ich nicht glauben.

Unsere Diskussion am heutigen Pausentisch war heftig. Jene Angst zu ergründen, waren wir bestrebt, die Menschen dazu verleitet, unsachliches, kackebraunes Gelaber zu glauben. Eine Art nationale Scham breitete sich wie ein Fleck Rotwein auf einem weißen Tischtuch in mir aus.

Kaum je zuvor hatte eine Initiative schweizweit für so viel Wirbel gesorgt. Kein Werbeplakat in der Stadt Bern war verschont geblieben, um Initiative-Befürworterinnen und –Befürwortern oder auch jenen, die gegen die Minarett-Initiative zu stimmen gedachten, eine Plattform zu bieten. Sätze wie Keine Minarette! wurden von Sätzen wie Keine Toleranz! erwidert. Zu Recht, finde ich. Denn bei der ganzen Debatte geht es in erster Linie genau darum. Okay, das vielzitierte Argument, dass in der Türkei oder in anderen islamischen Ländern ja schließlich auch keine christlichen Kirchen gebaut werden dürften, mag stimmen. Doch diese Argumentation ist doch einfach kindisch und erinnert an die Ausrede eines fünfjährigen Kindes, das beim Naschen erwischt wurde:
Ich nicht, die anderen auch! Wir müssen uns nicht an anderen orientieren. Wir sollen nicht. Wir dürfen nicht. Wir tragen Verantwortung für das, was wir tun. Als Gesellschaft ebenso wie als einzelne. Hier geht es um in der Verfassung definierte Menschenrechte. Es geht um Respekt und es geht, wie gesagt, um Toleranz.

In meiner geschäftlichen Mailbox fanden sich einige Mails von unserem Hilfswerk verbundenen Stellen, die ebenfalls wie unser Werk die Nein-Parole verbreitet hatten. Stellungsnahmen, Wie geht’s-weiter?-Memos und dergleichen mehr. Ja. Gute Frage! Eine Frage, die ich mir in diesem Kontext lieber nie gestellt hätte.

Okay, ich gebe es ja zu: Ich mag kein Kirchenglockengebimmel. Und ich mag bestimmt auch keine Muezzins, die Gebete ausrufen. Ich mag überhaupt keinen Lärm. Aber noch weniger mag ich kleinkarierte, angstschürende Argumentierende.

Angst vor Überfremdung? Ha! Hey, Leute, da hilft Segregation am allerwenigsten! Im Gegenteil, damit wird alles nur schlimmer! Da hilft nur Integration und die geht nicht ohne Bereitschaft auf beiden Seiten … Aber genau da hapert es wohl …

Gestern, fern von Bern, hatte ich Politik ganz wunderbar ausblenden können. Doch hier und jetzt, zurück in der kalten Realität, kann ich einfach nicht wegschauen. Da ist noch immer Unglaube. Echt, damit hätte ich nicht gerechnet.

Schnittstellen

Ob wohl mal wieder ein Credo fällig wäre? Eine kleine Spinnerei zur Gretchenfrage und anderen weltbewegenden Themen wie dem Glück?
Also gut. Glauben tun wir ja eh alle irgendwas. Wie ich früher schon behauptet habe. Auch das Glauben an nichts, ans Nichts, heißt ja, an etwas zu glauben. Vielleicht ist die Fähigkeit zu glaube ja in den Genen angelegt und diente von alters her dem Überleben?

Bei mir geschieht glauben auf einer Ebene meiner Persönlichkeit, die sich meiner Vernunft entzieht. Und auch jener pragmatischen Stimme, die mich hin und wieder glauben machen will, dass da draußen – oder wo auch immer! – nix ist. Denn sie wird sofort übertönt, wenn es drauf ankommt. Wenn es um Leben und Tod geht, sozusagen. Wenn ich selber nicht mehr klarkomme, bitte ich sofort und ohne darüber nachzudenken, jene Instanzen – Singular oder Plural, je nach Fall –, die mehr als ich können, zu Hilfe. Irgendjemand hat bis jetzt immer geholfen. 🙂

Ich stelle mir ein Ding in meinem Innenraum vor, das gleichzeitig genau gleich irgendwo außerhalb meiner Selbst existiert. Auf meinem Innending sind sämtliche Infos über mich drauf. Auf dem Außending sogar alle Infos aller anderen Lebewesen. Mein Innending tauscht sich nun also ständig mit dem universellen Außending aus. Dieses Außending –, nenn es Göttin, wenn du magst, oder Gott, von mir aus auch Google – ist so etwas wie eine universelle externe Festplatte. Vielleicht. Und da sind eben alles Wissen und alle Eigenschaften drauf, die es gibt. Alle Wörter und ihre Inhalte, alles je Gefühlte, alles je Gedachte – einfach alles, was es gibt. Alles, was ist. Alles. Als Möglichkeit. Noch komprimiert. Und wertfrei.

Wenn ich also nicht mehr alleine klar komme, stellt mein Innending Kontakt zum Außending her. Möglicherweise ist aber auch ein laufender Austausch zwischen meiner Persönlichkeit und diesem Innending in Gange. Vielleicht werde ich sogar ferngesteuert? Ohne es zu merken?

Ooops. Wertfrei habe ich gesagt? Hm. Wahrscheinlich. Da sich doch alles irgendwie über sein Gegenteil definiert. Minus fünf plus fünf gibt null. Oder so.

Scheint wahr. Oder doch nicht ganz? Weil … ich glaube nämlich ziemlich fest an Schutzengel, doch ob deren Job wirklich so wertneutral ist? Deren Job besteht doch darin, Leben zu erhalten. Und das ist doch gut. Oder nicht?

Wie auch immer … Gestern – zwischen Haguenau und Bitche – glaubte ich schon, dass mein letztes Stündchen geschlagen hat. Es war bereits fast dunkel. Landstraße. Mitten auf gut überschaubarer, leicht gebogener Strecke war ich mit neunzig Sachen unterwegs, allein auf meiner Straßenseite. Da kommen mir ein Lastwagen und drei Personenwagen entgegen. Der zweithinterste Fahrer (bestimmt ein Mann!) will die beiden vor ihm fahrenden Fahrzeuge überholen und ist deswegen ausgeschert. Auf meine Seite. Wir beide reagieren blitzschnell.
Wozu gibt es Bremsen?, denke ich. Mit einem ‚Danke, Schutzengel!‘ auf den Lippen und laut klopfendem Herz fahre ich weiter durch die Dunkelheit. Nein, sterben möchte ich wirklich noch nicht. Dazu ist es noch zu früh, glaube ich.

Jetzt bin ich auf dem Berg. Zum Glück. Regen prasselt auf die Scheibe des Dachfensters über uns. Herbstwinde zupfen an den letzten Blättern an den Bäumen. Ich liege wach. Halb vier ist es, oder so. Bin zu glücklich, um schlafen zu können. Schlafen kann ich ja immer noch, wenn ich wieder zuhause bin. Ich liege wach und suche die Schnittstelle zwischen Realität und Illusion. Beide eins? Beide eingebildet? Beide real? Ebenso wie Schönheit und Hässlichkeit eins sind. Meine Dienstagmorgen-auf-dem-Arbeitsweg-Erkenntnis fällt mir wieder ein.
Es gibt keine schlimmen Tage, es gibt kein schlechtes Wetter!, lautet sie. Selbst wenn der Himmel verhangen ist und die Luftfeuchtigkeit knapp unter hundert, ist jeder Tag schön. Oder besser: Nichts. Er ist einfach. Wie sagt doch mein Patensohn immer?
Schlechtes Wetter gibt es nicht. Nur die falschen Kleider!

Alles ist immer das, was wir daraus machen. Punkt. Ausrufezeichen.

Und genau hier – alle herhören! – genau hier ist der Schlüssel, das Geheimnis vom Glück verborgen! Glück ist aus dem gleichen Material gewoben wie das Unglück.

Ich drehe mich auf die andere Seite, schmiege mich an seinen Rücken und bin, glaube ich, irgendwie einfach glücklich. Oder so.