Gerne würde ich jetzt hier ein Bild posten, dass es in Pixels so gar nicht gibt. Hübsche junge Frau. Gut gebaut, würde mann sagen. Ziemlich 25 also. 😉 Schwarzes T-Shirt. Silberner Textbalken quer über die Brüste. Nothing is real. Da muss frau sogar hingucken. Kaum zu glauben. Seither laufen mir die Beatles nach. Strawberry fields forever?
Ich weiß es nicht genau. Ist ja auch egal, da ja eh nix real ist.
Here I am. Lidköping ist grösser als Karlsborg. Ist mondäner. Hat mehr Touris. Und einen Singleroom hatte es in der Jugi keinen einzigen mehr. So bekam ich – allerdings nur für eine Nacht – das letzte Zweibettzimmer – für mich ganz allein. Echt verwöhnt, diese Frau. Nothing is real. Außer meinem Bedürfnis nach Ruhe und gut schlafen. Und meiner Privatsphäre. Ha! Werd ich nun auch noch sozialphobisch? Oder ist das bloß jenes Bedürfnis nach Alleinsamkeit? Ich bin ja – außer da und dort smallzutalken – immer allein. Weshalb also soll ich nachts meinen Raum mit Kreti & Pleti zu teilen … nun ja …
Ansonsten habe ich, wie ich erleichtert feststellen konnte, meine alte, verloren geglaubte Unkompliziertheit zurückgefunden. So ziemlich jedenfalls. Na ja. Die Lidköpinger Jugi ist dennoch ein Fall für sich. Überaltert das Haus. Die Gäste ebenso. Beim Frühstück unter den Augen alter Damen Müesli löffeln – na ja – macht nicht wirklich Spaß. Irgendwie war ich deshalb froh, dass die keinen Platz mehr hatten. Außer in Vierbettzimmern. So wechselte ich ins Hotel Ciel. Und da ist es wirklich ziemlich himmlisch. Habe doch glatt eine Stunde geschlafen, nachdem ich mich heute morgen dort eingescheckt habe. Winzig das Zimmer, doch ruhig. Eigenes Bad. Verwöhnte Frau aber auch.
Gestern herrliches Wetter. Die Reise im Bus war auch sehr schön. Lidköping ist ein angenehmer Ort, wie gesagt, überschaubar. Schöne Plätze und Gebäude. Einkaufsmöglichkeiten auf internationalem Niveau. Zwei Tage werde ich noch hier sein, am Freitag dann nach Göteborg zurück gehen. Am Samstag der Rückflug. Zwei Tage … Hier in der Nähe locken Naturreservate. Eine Kunsthalle hat es auch. Ein Velo könnte ich mieten. Viele Möglichkeiten also, meine Zeit totzuschlagen zu verbringen. Vielleicht werde ich einfach ein bisschen rum-ICH-en. Ich will den Rest meiner Ferien ohne Ambition verbringen, ohne Absicht, möglichst viel noch sehen zu müssen. Einfach sein.
Inzwischen gleicht sich alles irgendwie. Alles scheint austauschbar zu sein. Die Menschen ebenso wie die Gebäude, Straßen, Geschäfte, die Natur sogar. Irgendwie geht es mir trotzdem gut. Habe den Flow wiedergefunden. Und wenn ich mich einklinke in dieses Nothing-is-real-Feeling kann ich mir von außen zuschauen und über mich selber lachen.
Wirklich wahr: Nothing is real – nichts ist real, das Nichts ist real. Die Illusion auch. „Wahrheit kann der Wahrheit nicht widersprechen!”, las ich gestern im historischen Roman Im Schatten des Granatapfelbaums (Granada, 15. Jahrhundert).
What else? Wirklich wahr! Ehrlich!