Es kommt gut!, sagten wir gleichzeitig. Sie nickte. Ich bin sehr zuversichtlich. Wir umarmten uns und ich fuhr nach Hause.
C. ist eine meiner ältesten Freundinnen. Zwar nicht die langjährigste, doch an Jahren beinahe die älteste. Eine weise, humorvolle Frau Anfang sechzig. Immer wieder genieße ich es, mit ihr über das Leben zu philosophieren. Zumal sie mich in ganz schwierigen Zeiten begleitet hat. Und ich sie. Das verbindet.
Auf einer kleinen Wanderung mit ihrer Hündin Shanta erfahre ich von ihren neuen Plänen. Ins Tessin will sie umziehen. Einfach so. Seit ich sie kenne, hat sie sich immer wieder an einem anderen Ort – allerdings meist hier in der Nähe – angesiedelt. Ihre Lust auf neue Erfahrungen ist ungebrochen, obwohl sie gesundheitlich nicht auf der Höhe ist. Ihr Optimismus ist ansteckend und ihre Lebensfreude springt wie ein Funke auf mich über.
Auf dem Heimweg hallt jener letzte Satz nach: Es kommt gut. Ein Glaubenssatz höchster Güte. Ein Satz, an dessen Inhalt ich glaube, weil ich ihn glauben will. Doch wer oder was erfüllt diesen Satz, wenn nicht ich selber? Die den Gedanken und Worten innewohnende Schöpfungskraft manifestiert, während ich den Satz denke, fühle, wirken lasse, den Inhalt desselben in der Materie. Glaube ich jedenfalls. Denn zwar sehe ich mich als das Geschöpf meiner Eltern und als das Geschöpf unsichtbaren, göttlichen Ursprungs, doch andererseits sehe ich mich eben auch als Schöpferin. Biologisch gesprochen bin ich eine Gebärende, aber ich bin auch die Schöpferin meiner Gedanken, meiner Umstände, meiner Wirkung auf mein Umfeld. Und ich bin die Schöpferin meiner Befindlichkeit … Ich kreiere – vereinfacht gesagt – alles selber. Bis eben auf jene Dinge, die ich nicht beeinflussen kann …
Doch auch an dieses Unerklärliche, dieses für uns nicht nachvollziehbare Schicksal, auch daran glaube ich. Will heißen, ich glaube, dass es existiert. Ob es blind oder sehend, mitfühlend oder taub, liebevoll oder neutral ist oder gar böse, hängt für mich von der Tagesform ab. Meistens denke ich, dass es alles gleichzeitig ist. Weil sich ja das Gegenteil im Gegenteil zeigt – doch dieses Allesgleichzeitige hat natürlich keine Polare. Glaube ich. Jetzt. Und so.
Ich gestehe: Es ist mir egal, ob das, was ich glaube, wahr ist. Wahr im absoluten Sinn. Falls es denn Absolutes gibt. Da ich lieber an das Vorläufige als an das Absolute glaube, genügt es mir, zu glauben, was ich glaube. Da doch eh alles gleichzeitig und wahr ist, meine ich. Was ist glaube, ist solange wahr, wie ich daran glaube. Und weil ich daran glaube, wirkt es. Doch das hatten wir schon. 🙂
Is Glaube wischtisch, Alta! Uns hält am Leben trotz Böse un Folter. Wer nix glaubt, nix hat su verlieren, guckst du.
@moslem
will heissen: wer glaubt, hat was zu verlieren? hm. ich glaube an die vergänglichkeit. würde ich den glauben an diese verlieren, hätte ich da theoretisch nicht gewonnen? ob ich das wirklich will? nochmals hm.
😉
Naturlich, Alta. Vergänglichkeit is Widerspruch su Religion, guckst du. Ketzerei man sagte fruher in Mittelalta un hat gebrannt auf Scheiterhaufen.
auf deinem blog kannst du ganz gut deutsch. warum hier nicht? diskussion ja, plumpe provokation nein. okay?
zwei sätze für groß übern schreibtisch:
es kommt gut!
und
ich verzeihe mir alles!
gruß von sonia
@wildgans
jederzeit! jawoll!!!