Les murs et maisons frescesques de Laudun

Geradezu freskesk, murmle ich immer wieder vor mich hin, während wir durch Laudun streifen. Drei Geocaches haben wir bereits gefunden. Das Wetter kippt allmählich. Die Sonne hat sich verzogen. Zaghafte Regentropfen pünkteln den Teer unter unsern Füssen.

Keine Wand gleicht einer andern. Die eine hat Runzeln, die andere Löcher. Die da drüben besteht aus vielen Schichten, die mich an Jahresringe von Bäumen denken lassen.

Ich lese Runzeln und Risse statt Wolkenbilder. Fratzen und Fresken.

Draufklick für groß …

____________________________________

Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert & montiert). Geschrieben &  hochgeladen ab Laptop

Silvester in Gaujac

Eine weitere Geocache-Wanderung führte uns heute in die Römersiedlung, Oppidum genannt, bei Gaujac.

Ein hübsches Dorf und eine faszinierende Ruinen-„Landschaft“ auf dem waldigen Hügel.

20131231-203950.jpg

20131231-204027.jpg

20131231-204056.jpg

____________________________________

Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert, montiert, geschrieben, hochgeladen)

Sur le pont d’avignon …

Wir pfeifen es vor uns hin und kichern zwischendurch wie die Schulkinder.
Das ist bestimmt das Lied, woran in dieser Stadt am meisten gedacht wird, behauptet Irgendlink und wir beschließen, es den ganzen Weg durch die Stadt vor uns hin zu summen. Vielleicht wird ja ein riesiger städtischer Flashmob draus?

Eine Stadt voller Kontraste, bunt und laut, schrill, still, dreckig, sauber. Kinder, Alte, Behinderte, Leute wie du und ich, TouristInnen aller Nationen, Einheimische, ein schwarzer Reggae-Troubadour, ein kinderliebender Riesenseifenblasenzauberer auf dem Place du Palais.

Pulsierendes buntes Leben: C’est Avignon!

Heute Nacht 😉

Avignon_im Knast gelandet____________________________________

Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert & montiert). Geschrieben &  hochgeladen ab Laptop

It’s a beautiful day …

Was hat dir im 2013 am besten gefallen?, frage ich beim Frühstück den Liebsten – denn allüberall wird Rückblick gehalten. Irgendlink zuckt die Schultern. Keine Ahnung. Alles. Vieles. Hier sein. Und du?

Damals in Berlin, dieser Spaziergang durch den Tiergarten. Oder in Dänemark auf der kleinen Insel. Natur. Stille. Wenn ichs mir so recht überlege, sind die schönsten Momente jene, wenn es rundum still ist und ich – mit dir oder allein – Schönheit wahrnehmen kann. Natur. Sonne. Luft.

Später, ich komme von der Toilette, sage ich:
Ich bin froh, dass ich dieses Jahr immer genug Toilettenpapier hatte. Ich wasche mir die Hände. Und ja, sage ich, dass ich immer genug Wasser hatte. Immer duschen konnte, wenn ich wollte. Immer genug zu essen. Immer genug warm. Immer ein Dach über dem Kopf und dass ich dich an meiner Seite habe. Das war schön dieses Jahr und ist es schon lange und ist es hoffentlich noch lange.

Heute fahren wir nach Collias. Irgendlink kennt die Gegend, denn er hat früher wiederholt hier Ferien gemacht und Radtouren hierher unternommen. Auf unsere Phones haben wir einige Geocaches geladen, die zu einer mehrere Kilometer langen Runde gehören. Einer balade, die sich eher als Wanderung oder Bergtour entpuppt denn als Spaziergang. Beginnen tut sie an der Gardon, dem Fluss, den die Römer mit einem bis heute erhaltenen Aquaedukt überspannt haben. Ein Monument übrigens, das wir vorgestern besucht und bestaunt haben.

pont du gard

Bei bestem, sonnigstem Wetter wandern wir dem Fluss entlang, machen Bilder und suchen nach den Geocaches. Gar nicht so einfach, denn es sind heute viele Muggel, viele Nicht-CacherInnen, unterwegs. Später gehts bergan. Schon bald sind wir auf halber Berghöhe und genießen es, über schmale Steinwege zu klettern und zwischen wildem Thymian und Salbei zu rasten.

Da muss irgendwo ein Durchgang sein, wo wir auf die andere Seite des Berges können, sage ich und deute auf die geladene Wanderkarte auf dem Display meines Telefons. Da drüben liegt der nächste Cache.

Schon ist es nach vier. In einer Stunde wird es dunkel. Wir haben so lange gebummelt, dass der zweite Teil der Runde, der Rückweg, in die Zeit der Dämmerung fallen könnte. Noch aber ist es hell und wir steigen weiter bergan. Haben wir uns verirrt? Aber die Karte sagt doch … Vielleicht ist der Weg nicht mehr da? Irgendlink findet einen weiteren Pfad und auf einmal sind wir eine Ebene höher. Oben auf dem Berg sozusagen. Und da, genau wie die Karte sagt, ist der Durchgang. Nur eben eine Ebene höher.
Was für eine Parabel!, keuche ist, denn es geht noch höher. Auf einmal sind wir auf einer Steinpiste, an deren Ende ein Geocache lauert. Ganz schön gefährlich. Wir lassen ihn links liegen, denn die Dunkelheit schleicht sich an. Sich für Geocaches Beine zu brechen muss ja nicht sein.

Oben auf dem Hauptweg finden wir nun auch den richtigen Übergang zum Hauptwanderweg zurück Richtung Collias. Die restlichen Caches pflücken wir bei immer schwächer werdendem Tageslicht.

Und schließlich das Finale: Meine GPS-App zeigt den letzten Cache der Tour auf einem letzten schmalen Weg an, der direkt zurück nach Collias führt. Wir finden den Weg nicht auf Anhieb, denn die Hecken und Sträucher sehen im Halbdunkel alle halb nach Weg und halb undurchläßig aus. Zurück auf den letzten breiten Weg? Also gut, vielleicht gibt es ja den Weg nicht mehr, vielleicht ist er zugewachsen? Fast sind wir wieder oben bei der letzten Verzweigung angelangt, da entdecke ich eine Art Schneise in den mannshohen Büschen.
Guck, hier!, sage ich und nun gibt es kein Halten mehr. Wir tauchen ein in eine mystische Halbwelt. Ein dunkler Gang tut sich vor uns auf. Ein Finale erster Güte. Dank der Taschenlampen an den Telefonen kommen wir gut vorwärts, doch den letzten Cache finden wir trotzdem nicht. Muss ja nicht. Der Tag war auch so perfekt.

Solche Tage betrachte ich als Geschenk. Sogar die kleine Irrfahrt auf dem Rückweg kann das Gefühl nicht trüben, das ich heute, hier und jetzt in mir trage: Dankbarkeit.

____________________________________

Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert, montiert, geschrieben, hochgeladen)

Die Heimrunde

An jedem Ort, an dem ich lebe, entdecke und entwickle ich meist schon nach kurzer Zeit ein paar Standard-Spaziergänge und Varianten, die ich für mich Heimrunden nenne. Eine der hiesigen Heimrunden führt durchs Dorf, weil ich dabei nicht nur spazieren, sondern auch das eine oder andere besorgen kann. Einkaufen, Post, Apotheke. Eine andere geht den Hügel aufwärts durch den Wald, an der grossen Aussichtslinde vorbei und wieder ein anderer führt mich zu den Flüssen. Natürlich gibt es zig Varianten, doch ich mag es auch, die immer wieder gleichen Wege zu gehen, unterwegs Veränderungen – jahreszeitliche und architektonische zum Beispiel – zu beobachten, nicht über das Ziel nachdenken zu müssen, sondern mich meinen Gedanken hinzugeben, das Gehen und Schauen in den Mittelpunkt zu stellen. Gehen weil ich gehen will. Schauen. Staunen.

Heute sind Irgendlink und ich auf der Besorgungsheimrunde unterwegs, denn der Kühlschrank ist fast leer. Unsere Handykameras kommen unterwegs kaum zur Ruhe.

Ich habe heute Lust auf schwarz-weiss und fokussiere Zerfall und Wandlung.

Irgendlinks Bildertafel zum ArtWalk findet sich hier: Link.

20131221-182149.jpg

(Während ich diese Zeilen schreibe, schnippelt der Liebste alles, was auf eine leckere selbstgemachte Pizza gehört, deren Teig er sogar selbst gemacht hat.)
____________________________________

Appspressionismus: von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert, montiert, geschrieben, hochgeladen)

Streicheln erlaubt

Bitte streichelnWenn der Bostich keine Klammern mehr ausspuckt.
Wenn die Schublade klemmt.
Wenn die Nerven flattern.
Wenn die Zahlen einfach nicht stimmen wollen.
Wenn die Datenbank einfriert.
Wenn alle etwas von dir wollen und gleichzeitig noch das Telefon klingelt.
Wenn du am liebsten einfach den ganzen Zirkus namens Büro hinter dir lassen nur eins willst: Raus an die Sonne!

Dann gibts nur eins …

Am Meer und anderswo

Eigentlich hatte ich erst ein paar Tage vor unserer Reise in den Norden Muße, mir die Unterlagen zu unserm Feriendomizil, das wir beinahe beiläufig gebucht hatten, anzuschauen. Ein kleines nordisches Holzhaus in direkter Meernähe. Wie sich herausstellen sollte eine gute Wahl!

Zwei Wochen sind leider immer viel zu schnell vorbei. Zwei Wochen mit ausschlafen, Strandspaziergängen, Fahrradtouren, Geocaching, Fotografieren, Philosophieren, Städte erforschen, meinen Cousin und seine Familie in Svendborg besuchen und dort, ganz nebenbei, das beste Bier der Welt entdecken. Kopenhagen erleben. Zwei Wochen ohne Blog. Zwei Wochen nach der eigenen inneren Uhr leben. An den Abenden die zweite und dritte Sarah Lund-Staffel auf DVD genießen. Einen Fernseher zu haben und seinen Freuden und Leiden zu erliegen (z.B. beim ersten Horrorfilm meines Lebens).

Ferien wie im Bilderbuch, wenn ich es mir so recht überlege …

Hier eine kleine optische Zusammenfassung für jene unter euch, die ein bisschen Ostsee-Nordwind um die Ohren mögen …

____________________________________

Bilder:
Nikon/Gimp &
Appspressionismen (iPhoneArt)

Was Bloggerinnen tun, wenn sie nicht bloggen

Große Fragen stellen. Kleine Antworten finden. Spazieren gehen. Nachdenken. Schlafen. Lesen. Nichts. Wieder schlafen. Arbeiten. Zähne putzen. Zähne nicht putzen. Bier trinken. Kein Bier trinken, dafür Tee.

Sich mit den tollen Menschen der AutorInnengruppe treffen und über das Leben, die Liebe und die Literatur philospieren. Spinnen. Lachen. Kichern. Zugfahren. Und erneut ins Bett kriechen, um zu schlafen.

Am Wochenende am liebsten mit dem Liebsten die Zeit verbringen. Zusammen an ein afrikanisches Trommelkonzert gehen. Sich hinterher mit feinen Menschen treffen. Im Pastis über die Kunst spinnen.

Sonntags mit dem Liebsten „Urban Artwalken“ und dabei Bilder sammeln. Heute in Bitche (Frankreich), hier gleich hier um die Ecke. Über Zerfall nachdenken und dessen Schönheit.

Am Tisch sitzen. Kochen. Essen.

Urban Artwalk Bitch 5-Collage-sm Urban Artwalk Bitch 6-Collage-sm

Zu Irgendlinks Collage unseres Artwalkes: bitte hier klicken.

__________________________

Bilder:
Appspressionismen (iPhoneArt)

Urlaub im Lazarett

Wie wir gestern auf dem Seeuferweg zurück zum Wasserschloss Hallwil wandern, entdecken wir immer noch mehr Badeplätze, die zu immer noch mehr Seebädern einladen. Die bald ablaufende Parkuhr im Hinterkopf ticken zu hören ist das eine, ein anderes sie zu ignorieren und dem lockenden Baderuf des Hallwilersees nachzugeben.

Wann, wenn nicht jetzt?, zitiert Irgendlink ein bekanntes philosophisches Bonmot.
Wer, wenn nicht ich?, sage ich.
Wo, wenn nicht hier?, sagt er und setzt sich auf die sonnengewärmten Treppenstufen. Warum, wenn nicht darum?, spinnt er weiter, während er sich aus den Kleidern schält.
Wie, wenn nicht so?, vollende ich unser philosophisches Meisterwerk und stürze mich ins Wasser.

Es ist das vierte Seebad an einem Tag, doch auf der andern Seeseite kam mir das Wasser deutlich wärmer vor. Mag sein, dass ich drüben aufgeheizter war, denn jetzt sind wir ja vor allem im Schatten der Bäume gewandert und die Seefahrt vorhin hatte auch eher eine abkühlende Wirkung. Lange bleiben können wir eh nicht, auf Parkbuße haben wir keine Lust.
Die letzten drei Tage waren wie eine Woche Urlaub, schwärme ich. Heute ganz besonders. Man soll ja immer aus allem das beste machen, auch aus der Tatsache, dass ich erst im September richtig Urlaub machen kann.

Beim Auto angelangt, sind die Haare schon fast wieder trocken. Mit offenen Fenstern fahren wir nach Hause.

Dort macht sich bald ein erstes Kratzen im Hals bemerkbar. Irgendlink sagt, dass er es auch spürt, seit dem Morgen schon. Vielleicht vom gestrigen Reussbad? Oder vom Freitagsbad in der Aare? Wie auch immer … den Rest des Abends verbringen wir mit dem Lutschen von Halsbonbons und in der netten Gesellschaft von Tröpfchen und Halswehspray.

Heute Morgen nun habe ich fast kein Halsweh mehr, dafür ein bisschen Fieber. Matt fühle ich mich und bin froh, dass ich erst morgen wieder ins Büro muss. Hoffe, dass das geht. Irgendlink hat schlecher geschlafen als ich, hat einen rauhen Hals, hustet und fühlt sich mies. Erholung ist angesagt. Keine Bäder heute. Ruhe.

Dennoch, ich bereue nichts. Es gibt nicht viel, das ich mehr liebe, als ruhig auf dem Rücken im Wasser zu liegen, die Ohren untergetaucht, den Blick in den Wolken. Solche Inseln im Leben geben mir Kraft. Die Schönheit dieser Stille, dieses Innehalten, dieses nach Innen-Lauschen – ich liebe es; und nein, ich bereue nichts.

EDIT: Irgendlinks „Wort zum Sonntag“ gibts hier zu lesen: Fleisch so weit das Auge reisch …

hallwilerseecollage__________________________

Bilder und Montage:
Appspressionismen (iPhoneArt)