Blogbuchcover mit Blogtitel und Jahreszahl. Im Hintergrund blaue Kennzeichnungen auf dem rauh gesägten Holz eines gefälltem Baumstammes
Auch wenn ich nicht blogge, schreibe ich, denn Schreiben ist für mich wie Atmen: überlebenswichtig.
Obwohl ich die Kommentarfunktion fast immer ausgeschaltet habe, nehme ich euch wahr. Ich danke euch dafür, dass ihr in eurem Leben eine kleine Nische für mich freigeräumt, in welcher ich meine Gedanken ausbreiten kann.
Mal kürzer, mal länger, die runden ebenso wie die kantigen. Die halbgaren Ideen ebenso wie manche Geschichten, die mir durch den Kopf und von da aus in die Tasten gehen. Aus meinen Blogtexten des vergangenen Jahres ist erneut ein Buch geworden, ein Blogbuch.
Ich bin dankbar für jede und jeden einzelne*n von euch. Auch für all jene Leserinnen und Lesern, die ich weder persönlich noch virtuell kenne. Danke für all die vielen stillen Mitlesenden. Danke, dass ihr an meinem Leben teilnehmt. Danke, dass ihr da seid.
Herzliche Grüße aus meiner Wörterwebstube Sofasophia
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Diese Bücher dienen mir zur Erinnerung für das, was ich gedacht, gefühlt, erlebt und in Worte gefasst habe. Wider das Vergessen. Wenn ich sie euch hier zur Verfügung stelle, dann in der Hoffnung, dass ihr das Copyright respektiert und sie nur zum Eigengebrauch nutzt. Die Tippfehler gibts gratis obendrauf.
Ihr könnt das aktuelle Buch (2019) unter folgenden Links downloaden.
Ich verstehe, warum wir uns Halstücher und Mützen anziehen. Krawatten werden mir wohl immer ein Rätsel bleiben.
Ich mag Barfußgehen auf der Erde und durch nasses Gras. Gehen in Stöckelschuhen tut mir nur schon beim Zuschauen weh.
Ich verstehe mich auf Schönheit und Ästethik. Nicht auf Effekthascherei.
Ich kann Stimmungen hinter der Schminke lesen. Von Maskeraden und Make-Up verstehe ich nichts.
Ich verstehe etwas von der Sprache der Liebe. Nichts aber von jener der Image- und Machtsymbole.
Ich erkenne, wenn jemand Hilfe braucht. Von Intrigen und Powergames habe ich keine Ahnung.
Ich liebe es, spontane Geschenke zu machen, aber mit Schenken-auf-Befehl kann man mich weit weg jagen.
Ich verstehe etwas von Gefühlen, mit dem Missbrauch derselben bin ich allerdings immer wieder überfordert.
Ich mag es, mir eine eigene Meinung zu bilden, sie aber als die einzig richtige zu betrachten, geht mir gegen den Strich.
Ich freue mich über Rückmeldungen für mein Tun. Auf Lob zu warten mag ich dennoch nicht.
Ich mag es, Herzblut und Zeit an Freundinnen und Freunden zu verschenken. Mich aber von Menschen ausnutzen und klein machen zu lassen ist überflüssige Kraft- und Zeitverschwendung.
Ich echauffiere mich immer mal wieder über Dinge, die andere tun oder lassen. Hasskommentare und Hassaktionen* gehen dennoch absolut nicht.
Ich verhalte mich solidarisch. Ausgrenzung und Ausbeutung toleriere ich nicht.
Ich stehe für Würde. Sie ist weder freiwillig noch ein Konjunktiv, sondern ein Menschenrecht.
Bereits vier Jahre und elf Monate ist es her, seit ich die Ochsen das letzte Mal in der Kupferschmiede Langnau spielen hörte. Natürlich war das nicht das letzte Konzert von Patent Ochsner, das ich seither gehört habe, doch gehe ich im Gegensatz zu früher aktuell nur noch selten an Konzerte. Den Ochsen und Ochsinnen aber halte ich die Treue. Jahr um Jahr. Wann immer es geht.
Letztes Jahr tourte die Band leider nicht, darum besuchten wir, um das Leck zu füllen, vor elf Monaten ein Konzert, das Mimmo Locasciulli zusammen mit Büne Huber, dem Kopf von Patent Ochsner, ausgerichtet hatte (ich habe berichtet).
Langnau und Kupferschmiede? Das heißt endlich mal wieder Freundin B. (2) zu sehen. Vermutlich habe ich die meisten Ochsner-Konzerte mit ihr besucht. Mit ihr und immer wieder anderen Begleitungen. Auch Irgendlink war jetzt schon das xste Mal mit dabei – in über zehn gemeinsamen Jahren kommt da ja schon so einiges zusammen.
Nun ja, mit B. geht es irgendwie nicht anders als ganz vorne an der Bühne zu stehen. Und obwohl ich in den letzten Jahren deutlich lärmempfindlicher geworden bin, war es auch diesmal nicht zu laut. Vorne ist zudem am wenigsten Ablenkung durch tuschelnde Menschen, durch Unruhe im Publikum; und maximale Fokussierung auf die Musik ist möglich. Neben der tollen Musik ist man vorne einfach irgendwie ganz anders mitten drin. Die Menschen, die für uns ihre Tasten, Blechinstrumente, Saiten und Felle in Aufruhr versetzen, die uns mit ihrem Lachen, mit ihrer Kreativität, Übermut, Lebensfreude und Musikalität verzaubern, sind vorne ganz nah. Unmittelbar erlebbar.
Die Band hat eine Bühnenpräsenz, die mich jedes Mal mitreißt. Das hier ist nicht einfach nur eine tolle Show, das hier sind Menschen, die sehr präsent sind, sehr begeistert von dem, was sie tun, sehr lebendig und stark. Büne schiebt da und dort ein paar Worte ein. Zur Weltlage zum Beispiel. Über das Gute, das wir dem Hass entgegenhalten sollen. Er bezieht Stellung, er hat eine klare Haltung. Das Publikum, Jung und Alt, Kinder und Seniorinnen, hört aufmerksam zu. Es geht uns alle an. Wir alle können die Welt, unsere Umwelt, lebenswerter machen.
Eine Pause gibt es keine. Nach zwei Stunden ist das saugut zusammengestellte Konzert zu Ende gespielt und meine Füße sind müde vom Stehen und Tanzen. In mir drin diese Jetzt-Freude, wie ich sie bis jetzt an jedem Ochsen-Konzert erlebt habe. Eine Energie- und Akkuladung der ganz besonderen Art. Ich liebe diese Verbundenheit mit allem. Mit den Klängen, mit den lieben Menschen neben mir, mit den Musiker*innen auf der Bühne, mit mir selbst. Glück? Ja. Nennen wir es Glück.
Natürlich gibt es eine Zugabe. Und dann kommt er, dieser Moment, den ich jedes Mal habe, wann immer ich das Lied Für immer uf di höre. Ich löse mich auf. Ein Lied, das buchstäblich so schön ist, dass es weh tut. Dass mir jedes Mal, wenn ich es höre, von neuem die Tränen über die Backen rinnen lässt.
Vor der letzten Zugabe gibt es noch so einen Gänsehautmoment, einen, wie ich ihn noch an keinem einzigen meiner unzähligen Ochsner-Konzerte erlebt habe: Um die Ochsen und Ochsinnen wieder auf die Bühne zu locken singt der Saal den Refrain von Scharlachrot:
I boue mir myni tröim uuf rund um di
& male se scharlachrot a
I brönne mir di name z mitts i mys härz
chönnt schwöre dass I ewig blybe we üs nüt
drzwüsche chunnt.
(Lyrics)
Und jetzt passiert es: Auf einmal singt der ganze Saal mit. Kein Zugabe-Klatschen mehr. Kein Getuschel. Keine andere Geräuschen außer die singenden Stimmen. A cappella und saalfüllend.
Und natürlich kommt die Band nochmals. Und natürlich singt sie zum Abschluss Scharlachrot für uns. Eins der Lieder, die mir auch nach über zwanzig Jahren noch unter die Haut fährt.
Ich glaube, das war das berührendste und beste Oxenkonzert ever, sagte Irgendlink am Schluss.
Sonja Ott, Alex Hendriksen, René Mosele, Estefania Campaña
Brantschen, Büne, Andi Hug, Monique, Diesel
Und jetzt noch zwei Screenshots aus den Stories* des Patent Ochsner-Accounts auf Instagram. Gescreenshotet, weil wir da drauf sind. Und weil ich mich so freue, dabeigewesen zu sein. (Die Pfeilchen zeigen, wo wir standen.)
EDIT: *Die Filmsequenz, aus welcher ich den ersten Shot geklaut habe, ist jetzt, 11.11.19, in den Ochsen-Highlights zu sehen.
Screenshot der Instagram-Stories von Patent Ochsner
Screenshot der Instagram-Stories von Patent Ochsner
Ich habe da schon lange so ein Ideal vom Menschen und vom Menschsein in mir drin. Mein Ideal, wie wir sein könnten. Wie wir sein sollten. Wie ich gern wäre.
So ist mein idealer Mensch liebevoll und geht sowohl mit sich selbst als auch mit seinen Mitmenschen achtsam um. Selbstliebe und Liebe sind seine innere Haltung, die sein Handeln steuert. Ungekünstelte Liebe, die aus dem Selbstverständnis und dem Verständnis vom eigenen Wert und dem Wert jedes anderen Wesens gewachsen ist.
Mein idealer Mensch handelt respektvoll, kreativ, reflektierend und auch wenn er Fehler macht – denn die macht er, und nicht zu knapp! –, bleibt er den anderen und sich selbst gegenüber liebevoll. Er verzeiht sich selbst.
Je nachdem, was mein idealer Mensch für ein Temperament und für einen Charakter hat, arbeitet er eher still vor sich hin oder macht sich sichtbar. Er setzt sich für eine lebenswertere Welt ein, im Bewusstsein, dass alles vergänglich ist. Er ist gegenwärtig, ist sich aber sein Vor- und sein Nachher jederzeit bewusst. Mein idealer Mensch ist in der Lage, jetzt aus Überzeugung zu agieren und auf Umstände zu reagieren.
Dieser ideale Mensch ist sich nicht zu schade, den Dreck aufzuwischen, den andere verursacht haben – zum Wohl aller. Er tut es ohne jede Servilität, weil er weiß, dass alle zusammen im gleichen Boot sitzen. Aber er tut es auch in einer kritischen Haltung, denn er lässt sich nicht ausnützen. Er hat Rückgrat und eine klare innere Haltung.
(Ja, ich weiß, ich habe sehr hohe Ideale. Geht das auch in kleiner?, fragen manche. Nö, geht nicht.)
Ein solcher Mensch gedeiht natürlich nicht von allein und das ideale Umfeld um darin ideal aufzuwachsen gibt es natürlich auch nicht, so wie es auch die ideale Kindheit nicht gibt. Und auch die idealen Lebensbedingungen gibt es nicht.
Außerdem haben manche mehr Glück als andere. Und manche haben tauglichere Krücken als andere. Manche können mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen besser umgehen als andere. Manche haben von Natur aus ein sonnigeres Gemüt als andere. Und vergessen wir nicht: Ganz viel, was geschieht, mit uns geschieht, können wir nicht beeinflussen. Und alle erleiden wir im Laufe des Lebens Verletzungen, die uns beeinflussen. Unser Denken, unser Handeln.
Kurz: Wir alle leben nicht unter idealen Bedingungen und unsere Befindlichkeiten sind selten ideal. Darum können wir oft nicht unseren Idealen gemäß denken und handeln. Ich jedenfalls bin von meinem Ideal weit entfernt. Dennoch und vielleicht auch darum bin ich froh, dass ich ein paar Vorbilder habe, die Selbstliebe, Schwachseindürfen, Empathie leben. Ja, ich weiß, Vergleiche sind müßig und ja, auch diese Menschen sind nicht ideal. Dennoch denke ich, dass wir alle Vorbilder und Ideale brauchen, um uns vorwärts zu entwickeln.
Es braucht Menschen wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer. Oder auch wie die neuseeländische Präsidentin und viele andere, die im Stillen handeln. Es braucht Menschen, die nicht aus Profiliersucht Gutes tun, denen es egal ist, was die andern von ihnen denken, die ihr Handeln am Nutzen für andere messen, nicht am Nutzen fürs eigene Ego.
Es braucht einen Wertewandel. In allen Lebensbereichen. Je länger je dringender.
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Apropos Wertewandel: Gestern habe ich das neue Asterix-Heft – Die Tochter des Vercingetorix – verschlungen. Ich kann es nur herzlich empfehlen.
Hier gibts einen kleinen Happen zum Anfixen:
Halbe Seite aus dem neuen Asterix-Band (Bildbeschreibung im Quelltext)
Früher war das Internet – die Blogosphäre insbesondere, und ja, auch Twitter – eine Spielwiese; wie Frisbees flogen unter den Blog- und Twitterparkbäumen Texte und wohlwollende Kommentare durch die Luft das Netz, man begleitete sich gegenseitig , man besuchte sich, diskutierte miteinander, hatte Spaß.
Und nein, das wird jetzt kein ’Früher war alles besser’-Text. Denn das stimmt so nicht. Früher war es nicht besser, früher war es anders. Der Kontext ist schwieriger geworden, der Wind rauher und die Temperatur ist gestiegen. Die Welt hat Fieber. Wir sind immer mehr geworden, wir sind so viele geworden. Unüberschaubar viele. Dieses Wachstum hat uns maßlos werden lassen, hat unseren Glauben an Grenzen und Gebote getilgt und uns respektlos zu sein ermöglicht. Wir sind ein unorganischer Dreckhaufen geworden.
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’Einisch im Jahr’, so sang Hanery Ammann auf seiner schon bald zwanzig Jahre alten Solo-Platte Solitaire, exakt einmal im Jahr durften die Mönche im Kloster, hoch oben im Himalaya, etwas sagen. Genau einmal im Jahr hatten sie die großartige Gelegenheit, zu sagen, was sie dachten, fühlten, sahen, erlebten. Und das taten sie auch. Einmal im Jahr kritisierten oder lobten sie dann auch den Brei, der ihnen tagtäglich vorgesetzt wurde.
Warum bloß schwirrt mir zurzeit dieser Song mit dieser seiner bizarren Metapher immer mal wieder durch den Kopf?
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Ich denke, dass die meisten von uns sich – trotz allmöglicher Selbstzweifel – unter dem Strich doch eher als guten denn als bösen Menschen denken. Ich jedenfalls denke mich als ’nicht in der Lage, schreckliche Dinge zu tun’.
Ziemlich sicher hocken jedoch all die schrecklichen Dinge ebenso in mir wie die guten. (Und in dir und in dir.) Bestimmt hockt das Glück neben der Scheiße und das Gut neben dem Böse.
Ist Glück in uns drin angelegt oder besucht es uns eher von außerhalb? Ist Glück etwas Seiendes oder etwas Geschehendes?
[Notiert, nachdem ich das Buch ’Der dunkle Garten’ (2019) von Tana French fertiggelesen hatte.]
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Heute hat fast alles einen politischen Subtext, ein politisches Vorzeichen. Alles, was wir tun und sagen und machen, ist eine Aussage. Steht in einem Zusammenhang zu. Ist Teil von. Daran lässt sich nichts ändern. Eine Nicht-Aussage, eine Nicht-Haltung gibt es nicht, denn mit allem, was wir tun-sagen-denken, bewirken wir etwas.
Und ja, das war früher auch schon so. Das war immer so. Darin ist sich der Mensch gleichgeblieben. Geändert hat sich nur die Menge an freischwirrenden Gedanken; sie ist mitgewachsen.
Die größte Herausforderung unserer Zeit scheint mir, mit dieser unübersichtlichen Masse umgehen zu lernen. Mit der Masse an Mitmenschen. Mit der Masse an Meinungen. Mit der Masse an Befindlichkeiten. Mit der Masse an Kaputtheit. Mit der Masse an Dreck, den wir hinterlassen.
Alledem etwas Lebensbejahendes entgegenzuhalten ist die eigentliche Herausforderung unserer Zeit.
Am meisten unter die Haut ist mir jene Szene, wo Sonja ihre Tochter Femke sucht – in der Leichenhalle eines Krankenhauses unter vielen toten, mit weißen Laken zugedeckten Kindern, welche die Überschwemmung der holländischen Küstenregion nicht überstanden haben. Und ja, sie findet Femke.
Überhaupt: In den ersten drei Folgen der niederländisch-belgischen Mini-Serie Wenn die Deiche brechen gibt es viele sehr dramatische Szenen (2017, aktuell in der NDR-Mediathek), während die Folgen 4-6 vor allem davon erzählen, wie das Leben nach der Überschwemmung weitergeht.
Ganz am Anfang der Serie begleiten wir die junge Mutter Sonja und ihre Kinder Femke und Kevin, auf dem Weg ins Gefängnis, wo Ronnie, Sonjas Mann, eine Strafe abbüsst. Sonja und ihre Kinder sind bereits auf dem Weg dorthin in die Vorboten eines gewaltigen Sturms geraten und verunfallen auf dem Heimweg beinahe.
Nicht nur Sonja, auch Ronnie, treffen wir im Laufe der sechs Folgen immer wieder. Und Samir, einen Gefängnismitarbeiter, der bleibt, als längst alle anderen gegangen sind. Weiter treffen wir das wohlsituierte Ehepaar Wienesse samt ihren zwei Teenietöchtern und einem Haufen Eheprobleme; und wir beobachten den niederländischen Premierminister Kreuger, der mit seiner Regierung und jener Belgiens die folgenschwere Entscheidung trifft, die Küste noch nicht sofort zu evakuieren. Eine Entscheidung, die er später sehr bereut. Später, als ein Drittel der Niederlande unter Wasser steht und unzählige Menschen gestorben sind und noch mehr vermisst werden.
Weitere Leidtragende sind Kimmy, die – weil ihre Mutter es von ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus aus nicht schafft, ihre Tochter von der Schule abzuholen – bei Herr Stein, einem alten Mann, der eigentlich mit dem Leben abgeschlossen hat, Unterschlupf findet. Auf ihrer Flucht treffen sie Samir und Ronnie und landen Tage später halberfroren in einem Flüchtlingslager.
Geschichten und Gesichter. Menschen. Menschen auf der Flucht. Flüchtlinge im eigenen Land.
Zu heftig? Zu dick aufgetragen? Ich glaube nicht. Ich bin fast sicher, dass sich solche Dramen bald auch in Europa abspielen werden. Sie geschehen so ähnlich bereits, doch bis jetzt noch so weit weg, dass wir weggucken können, wenn wir wollen.
Seit ich das Buch Szenen aus dem Herzen gelesen habe, das die Mutter von Greta Thunberg vor anderthalb Jahren, also noch vor Gretas erstem Schulstreik für das Klima, geschrieben hat, bin ich sicher, dass uns nur noch ein sehr radikales Umdenken und Andershandeln helfen kann. Ich las zwischen diesen Buchdeckeln gründliche Recherchen, Fakten und Zahlen, von Gesprächen mit Expert*innen, vor allem aber auch die turbulente Geschichte einer Familie, die sich dem Klima verschrieben hat.
Buchcover | Szenen aus dem Herzen
Es gibt Menschen, welche die ganzen wissenschaftlichen Fakten zur Klimakatastrophe, die inzwischen weltweit und von unabhängigen Stellen benannt werden, als Weltverschwörung, als Klimahype, als Klimahysterie abtun. Sogar Medien wie die Weltwoche – na ja, wirklich wundern tut es mich natürlich nicht – machen bei diesen Schmutzkampagnen mit und teilen in ihren Medien Artikel von Klimaleugne-Lobbyisten. Mich gruselt.
Die Argumente der Leugnenden sind so populistisch wie polemisch und gleichen im Prinzip jenen, die in der rechtsradikalen Politik verwendet werden. Was mich ebenfalls nicht wirklich wundert. Die Antwort auf die Frage, wessen Interessen da mit welchen Mitteln bedient werden, entlarvt. Wo es um die kurzfristige Wohlstandsmehrung einiger weniger geht, wurden Fakten schon immer nach Belieben zurechtgebogen.
Für mich und für immer mehr Menschen aus allen Generationen aber geht es um alles. Es geht uns um die langfristige Verbesserung der Lebensqualität all jener, die auf dieser Erde leben.
Darum auch teile ich die Anliegen der internationale #FridaysforFuture-Bewegung. Heute und in den nächsten Tagen- in der Schweiz zum Beispiel am 28. September – gehen so viele Menschen wie noch nie für einen grundsätzlichen Systemwechsel auf die Straßen; für ein globales Umdenken, nicht nur wie bisher im Kleinen, sondern eben auch im Großen.
Doch wer nicht auf die Straße kann, muss nicht untätig bleiben. Solidarität und Flagge zeigen gehen auch anders. Zum Beispiel mit einem Like für Frau Traumspruchs CybDemo-Aktion Alles fürs Klima auf Blog und Twitter:
Die junge Französin Pauline Delabroy-Allard schreibt als ginge es um Leben und Tod. Und letztlich tut es das auf temporeiche, geradezu schwindligmachende Weise auch.
Das hier ist eine Liebesgeschichte, wie ich sie so noch nie gelesen habe. Eine Amour fou, die je länger je mehr weh tut. Die zwei bis dahin heterosexuellen jungen Frauen – Sarah und die Ich-Erzählerin – begehren und lieben sich schon bald mit einer Raserei, die einem Flächenbrand ähnelt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Sarah, klassische Musikerin und Künstlerin, lebt zudem so ganz anders als die Ich-Erzählerin, die als Lehrerin arbeitet. Schon bald können die beiden nicht mehr ohne einander sein. Doch auch miteinander wird es immer schwieriger. So schwierig, dass die Ich-Erzählerin sich immer wieder krankschreiben lassen muss. Als Alleinerziehende mit einer kleinen Tochter und bis dahin immer zuverlässig Agierende steht ihre Welt auf einmal Kopf. Sie verliert ihre innere Mitte immer mehr, und der Boden unter ihren Füßen beginnt zu schrumpfen.
Es kommt wie es muss. Die beiden trennen sich. Das heißt, Sarah trennt sich von der Erzählerin. Doch nur, um immer wieder zu ihr zurückzukommen. Bis Sarah eines Tages ihrer Partnerin etwas erzählt, das das Leben der beiden noch grundlegender verändert als alles Bisherige.
Nach und nach wird Es ist Sarah auch zur Geschichte einer Depression, ja, es ist nicht zuletzt eine Geschichte zweier depressiver Frauen. Eine Geschichte von Verlassen und Verlassen werden. Eine Geschichte von Krankheit und der Sehnsucht nach Ganzheit. Eine Geschichte von der leisen Hoffnung, beim Versuch eines Tages wieder ein überschaubares, aushaltbares Leben zu führen, nicht kaputt zu gehen. Denn ja, dieses früher so normale, so alltägliche Leben ist für die Erzählerin inzwischen unvorstellbar geworden.
Pauline Delabroy-Allard hat mich mit ihrer eindringlichen Sprache und der allumfassenden Sinnlichkeit ihrer Erzählung buchstäblich aus den Socken gehauen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, bis ich es fertig hatte. Weil es mitreißt. Weil es so rasant, so intensiv, so berührend, so erschöpfend, so aufwühlend geschrieben ist. Und so traurig. Es nicht gelesen zu haben, wäre allerdings keine Option.
Ich bedanke mich herzlich bei der Frankfurter Verlagsanstalt und der Autorin, die mir mit diesem Rezensionsexemplar aufwühlende Lesestunden geschenkt haben.
Frankfurter Verlagsanstalt FVA
Übersetzt von Sina de Malafosse
192 Seiten
Hardcover
Ca. € 22,– (Print, D), € 14,99 (eBook, D)
ISBN 978-3-627-00266-4 (Print), 978-3-627-02276-1 (eBook) FVA
Neulich las ich Andreas Altmanns philosophischen Lebensreisebericht ’Triffst du Buddha, töte ihn’. Ein Buch, das mir unter die Haut gegangen ist wie schon lange keins mehr. Ausgerechnet Altmann also, den ich immer ein klein bisschen für abgehoben und zynisch gehalten hatte. Doch schon nach den ersten Seiten revidierte ich mein Vorurteil. Da schreibt einer, der sucht, einer, der finden will. Der schon vieles probiert hat und schon vieles gesehen. Und viel gelitten. Einer, der sich kein A für ein U vormachen lässt und keine seichten Antworten will. Und vor allem aber einer, der radikal ehrlich mit sich selbst ist und sich nicht schont.
Auch ist er, wie ich, mit dem Christentum fertig, fertig mit dem ganzen Monotheismus. Mit dem ganzen Götterkram.
Mit diesem Lebensrucksack macht er sich auf den Weg nach Indien, um endlich jemanden zu finden, der ihm sich selbst zeigt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Über Umwege findet er in ein buddhistisches Meditationszentrum, denn die buddhistische Philosophie – nicht zu verwechseln mit jener Buddhaverehrung, die manche buddhistische Lehrrichtungen als Religionssynonym erschaffen haben – hat ihn bis jetzt von allen erlebten Lehren über das Leben am meisten überzeugt.
Die Themen, die ihn – ähnlich wie mich – immer wieder bewegen:
Radikale Selbstverantwortung
Praxis der Achtsamkeit
Hoffnung auf mehr Herzweitung, Warmherzigkeit und Freundlichkeit
Nicht urteilen: Umgang mit anderen Menschen, vor allem mit mir Unangenehmen
Innere Ruhe und Frieden finden
Meditation für den Alltag
Solchen Dingen spürt er nach, während er sich mit sich selbst auseinandersetzt und ein zehntägiges Schweigeretreat absolviert. Eins, das ihn an seine Grenzen bringt.
Immer wieder dachte ich beim Lesen seiner Erfahrungen an unsere Fernwanderungen, ans Pilgern an sich. Natürlich kann man gesammelte Erfahrungen letztlich nie vergleichen. Wir haben zum Beispiel auf unseren Wanderungen weder geschwiegen noch bewusst meditiert. Dennoch: manches, was er erlebt, durfte auch mir im Unterwegssein in der Natur passieren: Diese Herzöffnung zum Beispiel. Achtsames und bewusstes Sein in Selbstverantwortung … Dinge, die in unserer Welt je länger je weniger Raum haben.
Eigenverantwortliches Handeln, Denken und Verhalten – ich habe manchmal Angst, dass es uns als Gesellschaft immer mehr abhanden kommt. Dabei ist es ja letztlich nur ein kleiner Teil der Menschheit, der sich schei**e verhält. Leider aber vergiftet diese Schei**e – wie Öl das Wasser – das soziale Klima auch in kleinen Dosen nachhaltig.
Wie können wir das verhindern?
Wenn ich so über die Zukunft unserer Gesellschaft nachdenke, spiele ich zuweilen mit dem Gedanken, wie eine Gesellschaft aussähe, die keine Nachwuchslehrkräfte mehr hätte, keine Nachwuchspflegepersonal, niemanden mehr, der putzt und keine Polizei mehr – weil diese Jobs niemand mehr machen will. Weil diese Jobs immer unzumutbarer geworden sind. Weil jene pensioniert werden und aussterben, die noch mit Leidenschaft in diesen Berufen gearbeitet haben. Gedankenspiele, wie gesagt.
Ein weiteres Gedankenspiel ist mein Nachdenken über die Zukunft, global ebenso wie persönlich und auf uns als Einzelne bezogen. Wie wir denken, wie wir uns verhalten, was wir mit unserem Verhalten auslösen (Massenphänomene, wie kleine Steintürmchen, die, wenn sie in Massen auftreten, ganze Strände, ganze Ökosysteme zerstören). Wir hinterlassen vorsätzlich Spuren, weil wir uns unserer Anwesenheit auf dieser Welt vergewissern wollen.
Schnitt.
Womöglich – nein, ziemlich sicher sogar – ist ’Gott’ vor allem ein Synonym, ein Sammelbegriff für all das, was unseren Verstand übersteigt, für all das, was wir mit unseren Sinnen und Unsinnen nicht erfassen können.
»Eigentlich ist es ja verrückt mit diesem Christentum. Wir sagen ja in unserer aufgeklärten Gesellschaft gerne über Menschen aus nativen Völkern, dass sie an Mythen glauben. An Märchen. Aber schauen wir uns doch mal die Basis des Christentums an: Etwas anderes als ein Mythos sind Jungfrauengeburt und Auferstehung ja auch nicht.« So irgendwie brachte es neulich eine Freundin auf den Punkt.
Und wo wir grad beim Glauben sind: Meditieren soll ja zu Gleichmut empfundenem Unrecht und Leid gegenüber verhelfen und dabei eben auch Leid reduzieren. Ist aber Leid und Ungerechtigkeit empfinden zu können nicht eigentlich total wichtig, wenn wir etwas zum Besseren wenden wollen – persönlich, lokal und global?
Ach, und warum man Buddha töten soll, wenn man ihn gefunden hat, verrät Altmann am Ende des Buches.
»Buddha soll dir Hebamme sein, Guru und Mentor. Um das in dir schlummernde Potential zu wecken, es zur Welt zu bringen. Aber wenn es geweckt ist, dann musst du dich verabschieden, ihn von dir weisen, ihn ’töten’. Selbstverständlich nicht durch einen mörderischen Akt […], sondern mit der symbolischen Geste eines definitiven Abschieds.«
Oder wie Goenka sagt: »Der spirituelle Lehrer ist nur Wegweiser. Du musst dein eigener Meister werden.« Und deine eigene Meisterin auch.
Endlich bin ich doch wieder eingedöst, als es leise zu tröpfeln beginnt. Man weiß ja nie, was aus so einem Tröpfeln wird, überlegt Irgendlink, kriecht aus dem Zelt und baut das Außenzelt, das ich Stunden vorher wegen der Hitze abgebaut habe, wieder auf. Der Regen ist schnell vorbei und fast ebenso schnell ist es Morgen. Gut schlafen geht anders, doch da wir uns mit Monika um halb sieben Uhr zum Frühstück verabredet haben, stehen wir auf. Auch die Morgenkühle will ja ausgekostet werden
Das wird jetzt schwierig!, sage ich zu Irgendlink, da ich im Alltag ziemlich morgenmufflig bin und am Morgen reden und zuhören so gar nicht mein Ding sind. Dazu setzt sich langsam Kopfschmerz im Hinterkopf fest. Trotz allem ist es dann aber doch gemütlich mit unserer Gastgeberin. Wir tauschen Adressen und verabschieden uns herzlich.
Zurück an der Aare müssen wir erst ein kleines Stück aareaufwärts gehen, bis wir die Brücke entdecken, die uns auf die rechte Aareseite bringt, denn auf der linken endet der Wanderweg vorläufig. Auf einmal fällt mir ein, dass ich mitten in der halb schlaflosen Nacht in meiner Achselhöhle eine Zecke ertastet habe. Irgendlink versucht, das Mistvieh herauszuziehen, doch es will mich nicht ganz loslassen. Nun denn … besser halb als gar nicht.
Auf der anderen Aareseite ist der Weg bis Jaberg, wie uns Monika prophezeit hat, richtig schön und wir fühlen uns wie in eine Zwischenwelt Eingetauchte. Einmal tröpfelt es sogar ein wenig und die Temperatur ist am Vormittag sehr angenehm. Wir sehnen uns, als es gegen Mittag heißer wird, nach einem erfrischenden Bad und überlegen, den Gerzensee, mit dem wir schon die ganze Zeit liebäugeln, in die heutige Tagesetappe einzubauen. Aus dem Gedankenspiel wird schließlich eine konkrete Aktion, denn so weit ist es ja nun auch wieder nicht. Allerdings geht es steil bergan, denn der zu in einem Naturschutzgebiet gehörende See liegt auf einem Hügel.
So wechseln wir nach Jaberg irgendwo wieder die Aareseite und entscheiden uns für jenen Wanderweg, der uns am längsten der Aare entlang gehen lässt. Es ist inzwischen wieder brutal heiß als wir den waldigen Aarewanderweg verlassen und den Hügel aufwärts wandern. An einem Bauernhofbrunnen füllen wir die leergetrunkenen Wasserflaschen. Durch Felder, über Wiesen und fast ohne Schatten gehen wir, bis wir schließlich erschöpft und verschwitzt am Badeplatz des Gerzensees anlangen. Es ist heiß, so heiß. (Und ja, wir wissen, dass der See eigentlich nur für die Einheimischen ist. Wegen Naturschutz und so.) Bedingt nachvollziehbar; doch da wir ja sorgsam sind, nichts liegenlassen und keinen Lärm machen, erlauben wir uns, wann immer wir hier in der Gegend sind, dem See einen Besuch abzustatten.
Das Schwimmen tut einfach sooo gut. Später picknicken wir und erfreuen uns an diesem friedlichen Platz. Einzig ein einzelner Junge, der Kopfsprünge übt, ist da, als wir eintreffen. Später kommen seine Kumpels und die vier Buben spielen sehr friedlich miteinander. Eine später eintreffende, sehr sympathische Frau – keine Einheimische, wie sie uns zuflüstert – lädt uns im Laufe eines angeregten Gesprächs ein, am Abend bei ihr und ihrer Familie zu übernachten. Wie lieb! Wir nehmen ihre Adresse dankbar mit. Wer weiß, vielleicht sind wir ja später froh drum?
Nach einer Weile packen wir unsere Sachen wieder und kehren zurück an die Aare. So jedenfalls der Plan. Auf dem Weg dorthin stellt sich uns allerdings eine Schattenbank in den Weg, eine mit wunderschöner Aussicht auf den Gerzensee. Hm. Ein Nickerchen, das wäre doch was?, sagen wir und legen uns auf die Wiese. Ich bin leider zu aufgekratzt zum Schlafen, doch die Ruhe tut trotzdem gut, das Dösen entspannt ein wenig.
Zurück an der Aare wechseln wir wieder auf die rechte Seite. Der Weg ist mal waldig, mal schattenlos und je näher wir Münsingen kommen, desto mehr Leute sind unterwegs. Mit Fahrrädern oder zu Fuß oder badend. Die Dichte der Bänklein steigt im Gleichschritt mit meiner Müdigkeit.
Also so richtig-richtig. Nicht nur müde wegen zu wenig Schlaf, sondern auch so richtig in den Beinen. Teer gabs heute mehr als auch schon, dazu die Hitze, das Bergaufwandern zum Gerzensee. Dazu das Dauerrauschen der Autobahn.
Müde, so müde … doch da ist kein möglicher Lagerplatz in Sicht. Im Naturschutzgebiet wollen wir eher nicht lagern, außerhalb des Naturschutzgebiets sind überall Siedlungen. Vielleicht dann doch zur See-Bekanntschaft? Aber dann müssten wir ein Stück zurück und durch ein feierabendverkehrlautes Dorf wandern. Hm. Nein. Machen wir nicht. Aber, so schlägt Irgendlinkr vor, er könne ja mit dem Zug nach Thun fahren und unser Auto holen. Finito Wanderung. Weil ich so erschöpft bin.
Ich lasse den Gedanken zu. Aber ich merke, dass es sich nicht richtig anfühlt. Es wäre wie ein Aufgeben. Ein Scheitern.
Wir reden über Aufgebendürfen, über Scheiterndürfen. Wir sitzen auf einer Bank ohne Schatten. Ich habe die Schuhe ausgezogen, bade zum zigsten Mal meine heißen Füße. Spiele mit den Steinen, ziehen einen besonders prächtigen, großen, roten Stein aus dem Wasser. Wie schön er ist! Selbst als er trocken ist, ist er noch rot. Er fühlt sich so angenehm an. So kühl. Schon immer liebte ich Steine und schon immer habe ich Steine gesammelt. Mich von ihnen getröstet und gehalten gefühlt. Dieser hier macht mir irgendwie Mut, weiterzugehen. Ich lege ihn auf einen anderen Stein, einen noch größeren, und wir wandern weiter, denn auf einmal ist da wieder ein bisschen Kraft.
Schließlich erreichen wir die Badi Münsingen, wo ich – wie mir auf einmal wieder einfällt – damals fast ertrunken bin. I’m just kidding. Ich hatte einmal wegen der starken Strömung den Ausstieg* verpasst oder nicht rechtzeitig zu fassen bekommen und musste mich deshalb am Gestrüpp ans Ufer ziehen. Lange her.
Wir gehen über die Brücke und sehen am Brückenpfeiler ein kaputtes, wie zusammengefaltet aussehendes Boot. Eins, das es nicht geschafft hat. Hoffentlich ist bei diesem Unfall niemand ertrunken, sagen wir zueinander. Die Strömung ist durch die hitzebedingt riesigen Schmelzwassermengen sehr stark. So stark, dass ich bisher keine Lust auf einen Aareschwumm habe. Jedenfalls gab es bisher noch keine Stelle, an der ich mich sicher genug gefühlt hätte, unbeschadet wieder herauszukommen.
Auf der anderen Aareseite bin ich oft mit dem Rad lang gefahren. Vieles kommt mir bekannt vor. Wieder so ein Tag voller Erinnerungen. Und wieder spüre ich meine Grenzen. Diese unglaubliche Müdigkeit. Erschöpfung. Ich-mag-nicht-mehr.
Unser aktuelles Wegstück hat verschiedene Parallelwege, Rad- und Wanderwege, Bänklein, ein dichter Wald zur Linken … Und Mücken. Soo viele Mücken wie bisher noch nie. Innert kürzester Zeit habe ich mindestens zehn neue Mückenstiche. Schnell sprühen wir uns mit Mückenschutz ein.
Bei einem Holzlagerplatz überlegen wir, ob wir überhaupt noch im Naturschutzgebiet sind und ob es hier nicht vielleicht irgendwo doch ein Plätzchen für uns gäbe. Tut es. Ein kleiner Sackgasse-Weg ist wie geschaffen für uns. Es ist vielleicht nicht der schönste aller Lagerplätze, aber es ist hier sehr ruhig. Nur Kuhgebimmel und leises Autobahnrauschen. So bauen wir, vom Hauptweg unsichtbar, unser Zelt auf. Der Boden ist hart. Irgendlink zaubert einen Stein aus seinem Rucksack.
»Wie jetzt? Du hast meinen roten Stein mitgenommen? Boah, der ist doch so schwer! Daanke!« Wieder einmal fehlen mir die Worte.
Als das Zelt steht, holen wir mit dem Wassersack Wasser aus der Aare und kochen uns müde unser Abendessen. Pilzrisotto und Tomatensalat.
Beim Feierabendbier stelle ich fest, wie stolz ich bin, meinen Erschöpfungstiefpunkt überwunden zu haben. Aber das war vermutlich nur möglich, weil ich die Möglichkeit des Aufgebens hatte in Betracht ziehen und mir zu scheitern hatte erlauben können.
Heute schlafe ich tief und fest.
Bilder von Tag 11
Die Eisenbahn- und Wandernde-Brücke, die wir überqueren müssen, um weiter Richtung Bern wandern zu können
Nochmals die Brücke, vom einen bis zum andern Ende fotografiert
Ein Blick in den wirklich sehr schönen Wanderweg zwischen Uttigen und Jaberg: Waldboden, Wald rechts und links
Und natürlich ist da immer unsere Freundin, die Aare, die uns nach Bern begleitet
Ein Pilz, von unten fotografiert
Ich bade einmal mehr die Füße in der Aare. Das wievielte Mal wohl schon auf dieser Reise?
Irgendlink hat Johanniskraut entdeckt
Am Gerzensee, den wir fast für uns haben
Blick von der Siestabank aus auf den Gerzensee hinunter
Der rote Stein, den ich nach der kleinen Pause auf einem großen Stein zurücklassen werde
Boah, was bin ich müde. Ich setze mich auf eine Absperrstange
Hier wäre ein schöner Lagerplatz, aber die Mücken vertreiben uns
Dieser Platz hier passt doch super. Sogar die Mückenplage ist hier halbwegs erträglich. MückensprayseiDank!
4. + 5. Juli 2019
Wir erwachen wie gewohnt früh und freuen uns, dass die Mücken offenbar weniger morgenaktiv sind als wir. Nach einem kleinen Frühstück wandern wir weiter Richtung Bern. Die Rucksäcke waren auch mal schwerer, sagen wir. Wie jeden Morgen. Überhaupt: Wie wir uns jeden Morgen neu das Gewicht des Rucksacks leichtreden. Gewichtleichtrederei muss die Schönfärberei unter Wandernden sein.
Es ist unklar, wie und wo wir die nächsten Tage verbringen. Sollen wir unsere Wanderung in Bern beenden oder aber durch Bern hindurch weiter der Aare entlang wandern? Es ist erst Donnerstag und wir haben theoretisch bis Samstag Zeit.
Ich stelle fest, dass ich – bei aller Liebe zu Bern – keine Lust auf Stadt habe. Nicht mit dem schweren Rucksack jedenfalls. Aare plus Bern bedeutet nämlich viele Menschen, viele Badestellen, viel Gewusel. Von Berns südlichen Ausläufern bis zum nächsten Campingplatz am Wohlensee wären es bestimmt zwei Tagesetappen, überlegen wir.
Screenshot, der eine Karte von Bern zeigt. Der Aaarewanderweg von Berns Süden durch die Stadt bis zum nordwestlich der Stadt gelegegen Wohlensee wird mit fast 29 km angegeben.
Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es da diesen einen Punkt in Bern gibt, an dem wir unsere Fernwanderung elegant abrunden könnten. Im Eichholz, diesem Ort, an dem wir uns vor fast genau zehn Jahren das erste Mal im echten Leben begegnet sind. Perfekt als Finale dieser Wanderung.
Wieder machen wir viele Pausen. Hundegassigänger*innen und Wandergruppen kreuzen unseren Weg und seit wir entschieden haben, die Tour im Eichholz zu beenden, fühlt sich alles wieder richtig, gut und leicht an. Die Stadt macht mir keine Angst mehr. Fast beiläufig klärt sich auch die Frage nach der Rückkehr nach Hause, denn mein Bruder lädt uns für den Abend auf einen Campingplatz am Neuenburgersee ein, wo er heute Nachmittag seinen kleinen Segelkatamaran ausladen wird. Die Freunde, die unser Auto hüten, schreiben, wo sie den Schlüssel deponieren, da sie unterwegs sind, und so geht auf einmal alles auf.
Bald erreichen wir das Ende das Waldes. Vor uns ein Wanderweg unter freiem Himmel, ohne Schatten, nur da und dort ein Baum. Wir rasten am Wegrand. Ein Passant sagt, dass es nur etwa ein Kilometer so weiter gehe. Oke, einen Kilometer, das schaffen wir, sprechen wir uns Mut zu. Doch der Kilometer ist etwa drei Kilometer lang und der Weg – ohne Zweifel ein schöner – führt durch ein weiteres sehr schönes Naturschutzgebiet namens Dammknick. Ein Knick führt uns dann auch in einem Bogen ein Stück weg von der Aare, durch eine künstlich angelegte Auenlandschaft. Leider sind die Bäume darin noch zu klein zum Schattenspenden. Wir kriechen buchstäblich durch die Hitze und genießen jeden noch so kleinen Schattenpunkt.
Später, auf einer schattigen Bank kurz vor Bern-Eichholz, picknicken wir unsere letzten Vorräte und schauen den hier zahlreichen Aareschwimmenden zu. Wir fantasieren, wie sie in ihren wasserdichten Schwimm-Taschen ihre Buisnessklamotten mitnehmen und per Aareschwumm zum nächsten Geschäftstermin am anderen Stadtende gelangen. Oder wie sie in der Aare Geschäfte abschließen. Oder wie Liebesgeschichten beim Schwimmen ihren Anfang nehmen. Die Aare als Verbindung von Mensch zu Mensch sozusagen.
Und dann sind wir da. Im Eichholz. Viele Menschen auf Wiesen. Frisbees. Gummiboote. Kinderlachen. Sonnenmilch in der Luft. Unter schattigen Bäumen unmittelbar an der Aare, einen Steinwurf vom Campingplatz entfernt, ziehen wir unsere schweren Rucksäcke aus.
Unser Plan ist einfach: Irgendlink fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Thun-Steffisburg und holt das Auto. Sodann holt er mich, die ich derweil das Gepäck hüte, hier ab, und gemeinsam fahren wir zu meinem Bruder an den Neuenburgersee.
Ich kaufe Irgendlinks Ticket online, da das günstiger ist, als wenn er Tram, Zug und Bus einzeln lösen müsste. Doch auch so ist es immer wieder erstaunlich, wie viel so eine kleine Zugfahrt kostet. Dank guter Verbindungen hat Irgenlink nur eine knappe Stunde bis zum Auto und etwas mehr als eine halbe Stunde bis zurück ins Eichholz. Was wir ins zweieinhalb Tagen gewandert sind, lässt sich in vierzig Autominuten fahren. Keine Pointe.
»Als wir hier vor zehn Jahren unser kleines Bloggerkennenlerntreffen hatten – Irgendlink war auf Schweiz-Radtour – legten wir unwissentlich den Grundstein für all die tollen Wanderungen und Reisen der letzten Jahre.
Der beste Weggefährte ever, « twittere ich, als Irgendlink sich auf den Weg gemacht hat.
Und: »Krähen spazieren vorbei, der Bagger schweigt und der Schatten wandert statt meiner.
Aareschwimmende juchzen vorbei.
Im Kopf ein Song von Züri West und A hard day‘s night (vo Aafang aa).«
Zwei junge Frauen bitten mich, ihre Sachen zu hüten, während sie ein Stück aareaufwärts spazieren und zurückschwimmen wollen. Aber klar, mach ich doch gerne. Überhaupt ist es ziemlich angenehm hier, obwohl es viele Leute hat. Ein rücksichtsvolles Miteinander. Sogar der Baustellenlärm vis-à-vis beim Dählhölzi-Tierpark ist moderat. Lärm und Pausen wechseln sich ab.
Bald ist Irgendlink wieder da und wir wandern zum Parkplatz, den er in einer kleinen Quartierstraße in der Nähe gefunden hat. Merkwürdig, auf einmal wieder in einem Auto zu fahren. Durch die Stadt zuerst, aus der Stadt hinaus, auf die Autobahn, dann über Landstraßen.
Schön ist es mit meinem Bruder. Fürs Segeln reicht der Wind zwar nicht, doch Seebaden, eine kleine eBiketour zum Strandkneipchen, leckeres Essen und die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes runden unseren letzten Wandertag ab.
Wären da nicht die lauten Nachbarn, die bis in die Nacht hinein plappern und lachen, könnte ich mich direkt daran gewöhnen, auf Campingplätzen zu zelten. Andererseits ist es deutlich unruhiger als im Wald, ich schlafe weniger gut als in der Natur und erwache mit sehr starkem Kopfweh und Übelkeit. Darum gönne ich mir am Freitagmorgen die erste Warmdusche seit zwölf Tagen. Sie tut gut. Kopfweh und Übelkeit sind danach fast weg.
Wir dürfen nochmals die Leih-eBikes benutzen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Mit Freier-Eintritt-Karten für die kulturelle Aktionen in der ganzen Region, die wir an der Campingkasse bekommen haben, gönnen wir uns zwei Museumsbesuche in Le Locle. Zum einen gehen wir in die Unterirdischen Mühlen, zum anderen ins Kunstmuseum. Ein gelungener Ferienabschluss!
Auf der Rückfahrt nach Hause realisere ich, dass für mich immer wieder diese Wechsel, diese Übergänge – dieses Auflösen des einen Aggregatzustandes zugunsten eines anderen – sehr schwierig sind. Dieses kleine ständige Loslassen des eben noch Seienden. Es bereits als Gewesenes betrachten. Als Echo. Wie ein Pflaster, das entfernt wird. Übergangsschmerz.
Bilder von Tag 12 (und ++)
Wir haben fertig gepackt. Irgendlink posiert neben seinem Rucksack, meiner steht ein Stück weiter vorne auf dem Waldboden
Die wievielte Brücke wir da wohl überqueren? Diese hier hat ein tolles Holzgebälk und wäre bei Regen ein guter Unterstand
Ab hier sind wir der gnadenlos brennenden Sonne ausgesetzt im Naturschutzgebiet Dammnknick
Durch die Auenlandschaft ohne Schatten
Gleich sind wir im Eichholz. Wir haben auf einer Schattenbank gerastet und wandern jetzt wieder weiter. Irgendlink lehnt an einem Betonblock, hinter ihm ein Wanderwegweiser
Irgendlink verlässt im Zug die Stadt. Blick aus dem fahrenden Zug auf die Schienen und die Stadt zwischen den Bäumen
Sofasophia hütet im Eichholz die Rucksäcke und betrachtet die Menschen in der Aare
Die Aare am Eichholz. Am Ufer gegenüber die Baustelle vom Tierpark Dählhölzli
Jetzt sind wir am Neuenburgersee und haben gebadet. Danach bauen wir zu dritt Steintürmchen
Steintürme, die miteinander zu kommunizieren scheinen
Abends, vor dem Schlafen, ein kleiner Abstecher an den Seestrand
Die deutsche Übersetzung der französischen Aufforderung, die Türe während des Duschens zu schließen, klingt ziemlich unbeholfen: Danke die Tür zu schließen, daraus die auch hervorgeht.
Am nächsten Morgen radeln wir mit den eBikes durch die Weinberge und Sonnenblumenfelder. Hier begrüßen uns viele Sonnenblumenköpfe
Am Bootshafen: Weiße Boote unter Blauhimmel
Da segelt er davon, mein Bruder auf seinem kleinen Segelkatamaran, denn endlich ist doch noch ein wenig Wind aufgekommen
Wir fahren derweil nach Le Locle in die Unterirdischen Mühlen. Hier sieht man die Berge rechts und links. Unten eingeklemmt die Gebäude des Museums
Später besuchen wir das Kunstmuseum Le Locle und genießen die abswechslungsreiche Ausstellung. Auf jeder Treppenstufe steht der Name einer*s anderen Kunstschaffenden
Hier ein Blick auf eine Rauminstallation: Ein filigranes Labyrinth aus hellen Holzbalken füllt einen ganzen Raum
Der Tag beginnt mit einer wunderbaren Weitsicht auf die frisch gewaschenen Berge am anderen Ufer. Wie gewohnt wandern wir früh los, weiter Richtung Hünibach und Thun, um möglichst viel von dieser angenehmen Morgenkühle erhaschen zu können.
»Die spinnen doch, diese Schweizer*innen mit diesem elenden Auf und Ab. Echt jetzt: 26%! Ich meine: 26%! Aber geschafft haben wirs. Im Kriechgang,« twittere ich noch vor neun, als der Weg so steil bergauf oberhalb des Dorfes an Oberhofen vorbei führt. Vorbei auch am Holzatelier, das M. leitet, doch es ist noch früh und er vermutlich noch gar nicht da. Wir versuchen allerdings auch gar nicht, das herauszufinden. Mit den Rucksäcken sind spontanen Besuche eher suboptimal.
Bald sind wir wieder am See. In Hünibach. Nach einem kleinen Einkauf sitzen wir einfach nur da, auf einer Bank, und genießen den letzten Seemorgen. Von hier aus sehen wir bereits das Ende des Sees und den Aareabfluss. Keine Stunde später betreten wir in Begleitung der Aare die kleine Stadt Thun, die in einem vergangenen Leben mein Dreh- und Angelpunkt war.
Alles bekannt. Da, die Brücke, wo wir damals. Die Fähre über die Aare ist heute außer Betrieb, zu viel Wasser, zu stark die Strömung. Wir setzen uns schon wieder auf eine Bank. Das hier will behutsam angegangen werden. Erinnerungen wollen gesehen werden. Erinnerungen brauchen Zeit.
Später. Wir spazieren durchs Bälliz, die Marktstraße Thuns, das Herz der Stadt. Emsiges Treiben. Vieles ist noch wie früher, manches anders. Hier habe ich – und dort drüben war doch – ach, wie war das damals?
Es ist schön, diesen Weg heute mit Irgendlink zu gehen, Vergangenes zu teilen und die Stadt neu zu erleben. Im großen M tanken wir die Handys, trinken und essen etwas und schließlich verlassen wir die Stadt wieder. Aareabwärts. Am Aarebad vorbei.
Es gibt verschiedene Wege, auf beiden Aareseiten, für Menschen mit uns ohne Räder. Wir tüfteln ein wenig, bis wir endlich einen finden, der uns schattig genug ist. Schön geht anders, wir sind ein wenig verwöhnt nach den letzten Wandertagen.
Es ist jedenfalls ein krasser Unterschied zwischen heute Morgen und jetzt: vor Thun diese beinah illusorisch ruhige, fast heile Welt, Hügel, Seen und Natur, nach Thun an der begradigten Aare eingeklemmt zwischen Straße, Kieswerk und Naturschutzgebiet und ohne unmittelbaren Aarezugang. Es ist laut auf diesem reizlosen, schnurgeraden Weg, der einzig als Verbindung von Punkt A nach Punkt B gedacht ist.
Naturschutzgebiet, ha! Sind Naturschutzgebiete womöglich sichtbar und materiell gewordene Ablasshandlungen einer industriellen Hochleistungsgesellschaft?, orakle ich. Ich fühle mich jedenfalls nach den friedlichen Tagen in den Bergen bereits wieder gehetzt und bin froh, dass wir im Laufe des Nachmittags endlich ein kleines Seelein finden, in welchem wir uns abkühlen können. Die Aare wäre natürlich auch badbar, doch wir haben keine wirklich geeignete Stelle gefunden. Manche Stellen waren zwar schön, boten aber keinen Schatten. Aarebaden, zumal mit so viel Strömung und ohne Übung, darf außerdem nicht unterschätzt werden.
Das Baden tut gut. Im Wasser schwimmt Gras und erst da wird uns klar, dass der See Hochwasser hat. Nach dieser Erfrischung überlegen wir so langsam, wo und wie wir heute Nacht lagern könnten. Einkaufen müssten wir ja auch noch. Unser täglich Bier zum Beispiel, ein frisches Brot und sonst noch das eine oder andere.
Irgendlink findet auf der Karte einen Weg nach Uttigen und lotst uns durch den Aarewald ins nahe Dorf. Wir fragen uns bis zum Volg durch und kaufen ein. Wie wir uns vom Volg aus wieder Richtung Aare wenden, spricht uns eine freundliche ältere Dame an. Ob wir Pilgernde seien und wohin und woher und dass sie vor zig Jahren nach Santiago gepilgert sei. Wir kommen ins Gespräch, trotz der Rucksäcke auf dem Rücken, und schon bald sitzen wir an ihrem Gartentisch und trinken selbstgemachten Sirup. Köstlicher Schatten. Wohltuendes Sitzen. Wir plaudern über das Woher und Wohin und über die Gewitter der letzten zwei Nächte und dass diese Nacht auch wieder welche gemeldet seien.
Irgendwann lädt uns Monika, die wir inzwischen von Pilgerin zu Pilgerin duzen, ein, in ihrem Garten zu zelten. Ein Angebot, das wir gerne annehmen, auch wenn es doch eine rechte Umstellung wird, inmitten von Häusern und dem Gewusel eines Dorfes statt in der Natur zu schlafen.Doch vorher gehen wir mit unserer Gastgeberin noch ein wenig spazieren. An die Aare natürlich. Und danach gibt es Coupe Danemark, mit hausgemachter Schoggisauce.
Es wird für mich die am wenigsten erholsame Nacht dieser Reise. Vor allem ist es die Hitze, die mich nicht schlafen lässt. Wegen der Gewitterwarnung haben wir nämlich wieder einmal auch das Außenzelt aufgebaut. Ein Zwei-Sekunden-Regen ist aber alles, was es heute Nacht gibt, darum stehe ich mitten in der Nacht auf und baue das Außenzelt ab.
Als ich endlich doch noch ein wenig schlafen kann, fährt beim nahen Volg der Lieferant vor und entlädt seine Waren. Willkommen zurück in der Zivilisation.
Bilder von Tag 10
Ein Bächlein findet von den Bergen seinen Weg in den See
Eine Art Staumauer mit Graffiti am Weg
Sofasophia wandert an einem Haus neben der Staumauer vorbei
Wald, Wald, Wald
Sofasophia fotografiert die Tafel, welche eine Steigung von 26% ankündigt
Ein gut gefüllter Schaukasten vor dem Holzatelier, wo M. arbeitet
Ein Blick in den Atelierschaukasten: Holztiere, Schmuck und Handschmeichler sind zu kaufen
Panorama von Oberhofen über den See. Vorne Wiese und Siedlungen, in der Mitte der See, im Hintergrund die Alpenkette vom andern Ufer, mit Niesen und Stockhorn
Wanderwegweiser, der in alle Richtungen zeigt
An der Schiffländte in Hünibach: See, Bäume, Berge gegenüber, darüber Blauhimmel
Blick in den See
Panorama von der Schiffländte Hünibach aus: Links der See, vorne das Ufer, rechts bereits die Aare
An der Aare Richtung Thun. Rechts im Bild Stufen bis ans Wasser, vorne Bäume und erste Häuser
Da vorne ist die Stadt schon gut sichtbar. In der Bildmitte eine gedeckte Holzbrücke, über der Stadt das Schloss, darüber Blauhimmel
Die Holzbrücke über die Aare unter Blauhimmel
Thun, eine Stadt am Fluss und Häuser unter Blauhimmel
Sofasophia geht der Aare entlang auf die Stadt zu, rechts und links Häuser
Ein Platz im Bälliz, rechts und links Häuser, Sonnenschirme
Im großen M ein Ladekabelwunder: vier Kabel aus einer Steckdose
Wir sind wieder an der Aare, im Hintergrund zwei große Brücken
Die Aare mit Wald rechts und links, im Wasser ein Surfer an einem Seil
Am andern Ufer sieht man Leute baden. Bäume. Fluss.
Unter einer Brücke finden wir tolle Graffiti
Ebenfalls unter der Brücke finden wir diese Sammlung von Hundekotbeutel.
Ein kleiner See, der zum Verweilen und Baden einlädt
Am kleinen Badesee: Bäume, sandiges Ufer
Das Zelt ist aufgebaut. Sofasophia schließt den Rucksack neben dem Zelt
Abendspaziergang ohne Rucksack dafür zusammen mit unserer Gastgeberin an die Aare: Abendstimmung bei Gegenlicht