Weiterschreiben

Mag sein, dass es im Internet viel Mist hat, aber was ich in letzter Zeit an feinen Texten, genialen Gedankenimpulsen und neuen Ideen dort gefunden habe, wiegt für mich den Mist bei weitem auf.

Für alle, die schreiben, zitiere ich heute ein paar ermutigende Zeilen aus dem Blog von Ksenia, einer russisch-amerikanischen Autorin. (Übersetzung unten).

Dear writer, please stop beating yourself up. The thing is, there is always luck involved in any art making, books or whatever else. If your art is read (seen, heard, etc.) by the right person at the right time, it might just get the push it needs to be exposed to lots of people. It doesn’t mean YOU have done something wrong. It doesn’t mean YOU have to keep getting out of your skin to do EVERYTHING. Stop. Breathe in. Breathe out. And just keep writing more books. […] The more of them you write, the better your books will get. And while you’re writing them, luck will either find you, or it won’t. Be content with it. Be ready to be NEVER found. That’s not why you write, is it? You write for yourself. Because if you write for fame and riches, you better quit NOW.

You know how I know? I’ll tell you my story. I’m smack in the middle of this.

[…] I’m writing my 6th book and only now, note, ONLY NOW, after having written 5 other books over the period of about 4 years do I begin to feel like I know what I’m doing. Which is to say, I don’t know what I’m doing and I’m finally okay with it because I know I will know as I write it. There is tremendous freedom that comes with this knowledge of not knowing. It can’t be achieved any other way except by writing enough books for you to get there. Some of us are lucky and get there faster, and some get there slower. It’s no fault of ours. We’re all different. It will take as long as it will take. But it will take longer if you spend time on other shit instead of spending time on writing more books. You see what I’m saying? You can’t do more than you can physically do. And you can’t beat yourself up for not doing more and somehow not succeeding in your own eyes. You’re already succeeding by writing. And your luck will either come, or it won’t. So forget about doing EVERYTHING for the books you have already written and write more. […]

Fortsetzung und Quelle: Ksenia Anske

Liebe/r AutorIn, bitte höre damit auf, dich selbst zu verprügeln. Es ist ja so, dass immer auch Glück im Spiel ist, bei aller Kunst, die wir erschaffen, ob nun Bücher oder was auch immer. Wenn deine Artikel von der richtigen Person zur richtigen Zeit gelesen (gesehen, gehört, etc.) werden, braucht es womöglich nur einen kleinen Schubser, damit dein Werk viele Menschen erreichen kann. Es bedeutet nicht, dass DU etwas falsch gemacht hast. Es bedeutet, dass es nicht nur an DIR liegt, ALLES selbst zu tun. Stopp. Atme ein. Atme aus. Und nun schreibe weitere Bücher. […] Je mehr (von ihnen) du schreibst, desto besser werden deine Bücher werden. Und während du schreibst, wird dich das Glück zu finden oder auch nicht. Nimm es, wie es kommt. Sei bereit, NIE gefunden zu werden. Es ist ja nicht der Grund, warum du schreibst, nicht wahr? Du schreibst um deinetwillen. Wenn du nur für Ruhm und Reichtum schreibst, hör JETZT besser damit auf.

Weißt du, warum ich das weiß? Ich werde dir meine Geschichte erzählen. Ich bin genau in ihrer Mitte.
[…] Während ich also mein sechstes Buch schreibe, nach fünf anderen Büchern, die ich über den Zeitraum von ca. 4 Jahren geschrieben habe, fällt mir ERST JETZT auf, dass ich beginne zu fühlen, dass ich (endlich), was ich tue. Was soviel heißen soll, dass ich (zwar) nicht weiß, was ich tue, aber damit endlich einverstanden bin, weil ich weiß, dass ich es erfahren werde, wenn ich es schreibe. Mit dieser Erkenntnis nicht zu wissen (was wird), entsteht enorme Freiheit. Sie kann nicht anders erreicht werden als damit, dass ich genügend Bücher für dich schreibe, um dorthin zu gelangen. Einige von uns haben Glück und kommen schneller dorthin, bei anderen geht es langsamer. Es ist nicht unsere Schuld. Wir sind alle verschieden. Es dauert so lange, wie es dauern wird. Aber es wird länger dauern, wenn du Zeit für andere Scheiße verschwendest, anstatt deine Zeit damit verbringst mehr Bücher zu schreiben. Verstehst du, was ich sage? Du kannst nicht mehr tun, als du physisch tun kannst. Und du kannst dich verprügeln, weil du nicht mehr tust, um in deinen eigenen Augen erfolgreicher zu sein. Du bist bereits durch das Schreiben an sich erfolgreich. Und dein Glück wird entweder kommen oder nicht. Vergiss also ALLES zu tun für die Bücher, die du schon geschrieben hast und schreibe mehr.

Besondere Kinder in besonderen Büchern

Vielleicht wechsle ich mein Lieblingslesegenre. War ich früher eine Liebhaberin von Biografien, klassischen Entwicklungsromanen und Romanen mit philosophischem oder lebenshilfreichem Inhalt, bin und war ich nun schon seit einigen Jahren eine sehr leidenschaftliche Krimileserin und Krimiguckerin.

Weder Thrill noch Blut und Geballer aber sind es, die mich an Krimis faszinieren, eher faszinieren mich die psychologischen Komponenten. Wie Menschen ticken. Wie sie in Ausnahmesituationen reagieren, agieren, wie sie sich und andere Menschen behandeln. Dass es in den meisten Krimis eine Art Happyend gibt, mag ich ebenfalls. Doch das ist ja längst nicht mehr überall so. Und das muss es auch nicht. Weil die Welt … nun ja.

Doch jetzt wechsle ich vielleicht das Genre, denn in letzter Zeit stelle ich bei mir eine latente Krimiüberdrüssigkeit fest. Fast als hätte ich nun alles gesehen. Bin ich abgestumpft?

coverVor einigen Wochen hat mir eine Ello-Freundin die Bücher von Ransom Riggs empfohlen. Band 1 – Die Insel der besonderen Kinder – kommt im Herbst ins Kino und darauf freue ich mich schon sehr. Eben lese ich bereits Band 2: Die Stadt der besonderen Kinder.

Nicht erschrecken: Das hier ist Fantasy. Aber anders, als ich mir bisher Fantasy eben vorgestellt habe. Nun ja, ich kannte ja bisher nur Harry Potter und Narnia, falls man diese zwei Serien in ein Genre packen will und muss.

Aber eigentlich ist es mir egal, wie das Genre heißt. Ich mag die Geschichten, ich mag die Figuren, ich mag die Gedanken darin, die Dialoge, die Abenteuer und ich mag, was diese zwei Bücher mit mir machen. Ich werde wieder Kind, sogar wie ein eins dieser besonderen Kinder aus dem Buch.

Was sie so besonders macht, sind ihre Gaben. Emma kann mit ihren Händen Feuer schaffen, Millard ist unsichtbar, Jacob sieht die Hollows, die dunklen Mächte, Olive ist leichter als Luft … Gaben, die für die Welt da draußen nicht nachvollziehbar sind, magisch, unheimlich, unnütz, andererseits aber auch begehrenswert, besitzenswert, vermarktbar.

Verrückt und besonders_fW

Was ist dieses Anderssein, dieses Besonderssein? Keine Schwäche, wie es ihnen als kleine Kinder eingeredet wurde, bevor sie von ihrer Hüterin und Ziehmutter Miss Peregrine entdeckt und auf die Insel geholt wurden, wo sie – geschützt in einer Zeitschleife – ein wunderbares, glückliches Leben gelebt haben, bis …

Nein, ich will nicht über die Geschichten an sich schreiben, denn die lest ihr entweder selbst oder guckt euch auf den Links unten die Zusammenfassungen an. Schreiben will ich über das Faszinosum dieser Geschichten. Ich erkenne mich wieder in den Kindern, in ihren Sehnsüchten, in ihrem Kampf gegen die Welt da draußen, im erlebten Unverständnis, das ihnen und ihren Besonderheiten entgegengebracht wird. Ich erkenne mich wieder.

Die Sehnsucht, ein Problem lösen, ein Leben retten, ein Unheil abwenden zu können: es ist so unglaublich menschlich. So ganz anders menschlich als das, was um uns herum tagtäglich geschieht. All dieser Unmenschlichkeit und Tristesse trete ich mit diesen zwei Büchern, mit diesen Geschichten entgegen, die mich eine Zeitlang aus der Zeitschleife des Hier und Jetzt in eine andere Zeit, in eine andere Welt zaubern.

Und ja, darum liebe ich diese Bücher. Und ich freue mich schon auf Band 3. [Hoffentlich wird er bald auf Deutsch übersetzt, sonst muss ich ihn auf Englisch lesen.]

Ach, und nicht zu vergessen: Die beiden Bücher sind echte Augenweiden. Ob als eBook oder in Papier: Wunderbar gestaltet sind sie und mit antiken Fotos illustriert.

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Tönen, hören, verstehen.

Alle Begriffe, alle Wörter, die wir sprechen, sind gefüllt mit unseren Erfahrungen. Alles ist Interpretation. Neutrale Begriffe gibt es nicht. Und zum Begriff kommt der Kontext.

Das Wort normal zum Beispiel, wie ich neulich auf Twitter gemerkt habe, ist je nach unserer Herkunft, sehr unterschiedlich gefüllt. Für mich ist und war es immer eine latenter Sehnsuchtsbegriff. Normal zu sein, nicht anzuecken, nicht aufzufallen, hatte ich mir schon als Kind gewünscht. Einfach weil ich nicht gerne anders bin.

Auch das Wort anders hat viele Gesichter. Ich plädiere für Weitung des Begriffes Normalität. Und es fragt sich, ob es ihn im menschlichen Umfeld überhaupt braucht. Wenn Papiergrößen, Schraubenmuttern und Litermaße genormt sind, ist das etwas anderes, aber bei Menschen? Denn, seien wir ehrlich, jede und jeder von uns hat einen Bereich in dem sie oder er von der sogenannten Norm abweicht.

Und wie sagt Frau Lakritze so schön? »Die einzig normalen Menschen sind die, die man nicht besonders gut kennt.« Recht hat sie.

Was der einen arrogant vorkommt, empfindet der andere frustriert.
Was der eine so, findet die andere so. Und dabei spielen nicht nur persönliche Unterschiede und Prägungen eine Rollen, sondern oft auch kulturelle. Nehmen wir Kuchen.

In der Schweiz zum Beispiel bedeutet Kuchen je nach Region etwas anderes. Im Kanton Bern ist der Kuchen das, was im Kanton Zürich die Wähe. Nämlich so was ähnliches wie die Quiche in Frankreich. In Zürich ist Kuchen das, was in Bern ein Cake oder eine noch nicht gefüllte Torte. Und die Wähe des Zürchers und der Kuchen der Bernerin? Sie ist ein dünn ausgewallter Teig mit Früchten oder Gemüse gedeckt und mit süßem oder salzigem Eiermilchguss gebacken. Eben Wähe, Tünne, Kuchen.

Gehen wir einen Schritt weiter zum

KäsekuchenCH

ChäswäheKäsekuchen in der Schweiz? Logisch: salzig, aus Käse, ein herrliches Mittagessen.

 

 

KäsekuchenKäsekuchen in Deutschland? Das heimatlichste Gebäck ever, sagen viele. Logisch, dass es süß ist, aus Quark, ein köstlicher Nachttisch.

 

 

Als ich vor sechseinhalb Jahren, Irgendlinkseidank, meine deutschen Nachbarinnen und Nachbarn besser kennenzulernen begann, stießen wir auf mancherlei Wörter und Begriffe, die unterschiedliche Bedeutung haben.

Paprika nennen meine deutschen NachbarInnen das, was ich Peperoni nenne, und ihre Zucchini heißt bei uns im Laden Zucchetti.

Estrich ist in der Schweiz das, was den Deutschen der Dachboden.
Estrich ist in Deutschland das, was in der Schweiz der Fußboden (oderrr???) und wenn ihr Deutschen diesen kehrt, wischen wir ihn. Wenn wir wischen, kehrt ihr. Darüber stolpere ich auch nach heute noch zuweilen, über Besen und Schrubber sozusagen.

Mir ist heute, als ich mit einem vierzehnjährigen Eritreer, der seit sechs Monaten mit seiner Familie in der Schweiz lebt und an unserer Schule den Integrationskurs besucht, am Tisch saß, bewusst geworden, wie mächtig Gewohnheiten sind, wie stark Wörter wirken, wie unterschiedlich Musik verstanden wird und auch auf wie viele Arten sie klingen kann. Und wie sehr wir Geprägte sind, wir alle, Geprägte unserer Kultur.

KrarCeder400Im Werkunterricht, so erzählte er, baue er zurzeit sein Instrument, Krar, das er in Eritrea gespielt habe. Er zeichnete uns, die wir mit ihm am Tisch saßen, etwas auf Papier, das wir Zither nannten. Mit Saiten. Und ich hoffe so sehr, dass er, wenn er das Instrument fertig gebaut hat, darauf ein Stück Heimat finden wird.

Die Weltverbesserung wäre ein großes Tuch.

Die Weltverbesserung wäre ein großes Tuch. Eins, das gewoben wurde, um alle zu wärmen, alle einzuhüllen, alle zuzudecken und allen Geborgenheit und Heimat zu geben. Ein riesengroßes Tuch also und ganz viele Menschen haben es zusammen gewoben, gestrickt, gehäkelt, gesponnen, es zusammengenäht und ja, das sieht man auch. Homogen ist es nicht wirklich, eher ziemlich derb, und rau und die einen Zipfel sind ein bisschen ausgeleiert, während andere im Laufe der Zeit steif geworden sind, andere verfilzt und an einige Ecken haben sogar Motten ihre Spuren hinterlassen. Kurz und gut, unser großes Tuch ist ein bisschen wie wir Menschen, die wir ja nur ihr Bestes wollen, der Welt Bestes, das Beste für alle.

Und natürlich wissen wir alle – genau oder ungenau, was das ist. Nun ja, ich und du, wir wissen es natürlich ein bisschen besser als die da drüben, die unter dem steif gewordenen Stück der Decke stehen. Und die da drüben, wo es schön farbig ist, wissen es vielleicht genauso gut wie wir. Vielleicht. Oder sogar ein bisschen besser?

Und wie geht es wohl bei jenen vis-à-vis, die mit ihrer Wut auf alles? Eigentlich müsste deren Wut ja die Decke ausdehnen, weiten und noch reicher machen – zumindest wenn man all ihre Wut in Energie umrechnen könnte.

So stehen wir alles da, halten einen Zipfel der Decke, des riesigen Tuches, und wollen jenen Teil der Welt, der uns ganz besonders am Herzen liegt, ein bisschen fester zudecken. Wollen heilen. Wollen das Beste für.

Wir ziehen ein bisschen, damit auch wirklich alles gut zugedeckt ist. Aber halt, was ist das? Die da drüben ziehen ja auch an der Decke. In ihre Richtung. Dahin, wo sie es notwendig finden, dass.

Und da, da drüben, ruckeln die Wütenden. Auch sie finden, dass.

Wie jetzt? Ist unsere Decke doch nicht groß genug für alle?

Frühlingsgefühle

Ja, ich bin ein Frühlingskind. Es ist definitiv meine Lieblingsjahreszeit. Dieses Aufbrechen spüre ich fast körperlich, trotz der aktuellen Oft-Müdigkeit, nistet sich etwas, das nach Neuanfang riecht, in mir ein.

Der Wald hat mich gerufen, gestern schon. Heute auch. Ja, er ruft oft. Manchmal gehorche ich.

Dann horche ich. Höre. Schaue. Rieche.

Ich bin viele – du auch.

Jeder von uns ist mehrere, ist viele, ist ein Übermass an Selbsten. Deshalb ist, wer die Umgebung verachtet, nicht derselbe, der sich an ihr erfreut oder unter ihr leidet. In der weitläufigen Kolonie unseres Seins gibt es Leute von mancherlei Art, die auf  unterschiedliche Weise denken und fühlen.

aus: Fernando Pessoa, Livro do Desassossego, Aufzeichnung vom 20.12.1932

Wenn ich viele bin, warum soll ich nicht an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Anteile meiner Selbst leben? Manche im Stillen − nur für mich sichtbar oder sogar für mich selbst nicht nachvollziehbar −, manche im realen Leben, manche in den sozialen Medien, in meinen Blogs, auf Ello, auf Twitter … Und ja, das alles bin ich. Mehr noch bin ich mehr als die Summe aller dieser einzelnen Teile. Und du auch.

Ich entscheide mich – bis auf weiteres zumindest – dieses Blog hier für eher philosophische Artikel von allgemeinem Interesse zu verwenden.

Die Innenansichten gehören – bis auf weiteres zumindest – an andere Orte (privates Blog, Ello und Tagebuch).

Mal schauen, wie das so funktionieren wird. Und ja, die Kommentare lasse ich ausgeschaltet. Ich will lieber keine Kommentare-Beantworterin sein als eine nur oberflächliche.

Verborgene Formatierungen

Die meisten von uns wissen nichts von den verborgenen Formatierungen. Mit diesem geheimnisvollen Satz bin ich heute Morgen erwacht. Obwohl ich im Dunkel des frühen Morgen und der geschlossenen Fensterläden nicht wirklich viel sah, habe ich ihn auf meinen Block gekritzelt. So lesbar, dass ich ihn jetzt, Stunden später, noch immer entziffern kann.

Ich bin ja eine – wie man das wohl nennt? – eine, die nicht nur einen Satzzeichen- und Rechtschreibefimmel hat, ich bin auch eine, die einen währschaften Formatierungsfimmel ihr Eigen nennt. Will heißen, wenn ich einen Text fertig geschrieben habe (ob Geschäftsbrief oder Mail oder Blog oder Ello ist dabei einerlei), wird der nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch in eine Form gebracht, die meinem ästhetischen Empfinden so gut wie möglich entspricht. Da dürfen zum Beispiel keine zuviele Leerzeilen zwischen den Zeilen sein. Obwohl mir ja auch das, was zwischen den Zeilen steht, wichtig ist.

Je nach Format – Software, App oder Officeprogrammm – weiche ich zum Beispiel auf den harten Zeilenumbruch aus – CTRL plus Enter – um eine leere Zeile, resp. die Eröffnung eines neuen Absatzes, auszuschließen. Bei WordPress (wenn man im visuellen Modus arbeitet) bedeutet Enter beispielsweise immer einen neuen Absatz, was, gerade bei lyrischen Texten eine meist unerwünschte Zeile vor der nächsten Zeile bedeutet − und in meinen Augen hässlich aussieht, zerrissen, auseinandergerissen. Da hilft eben nur besagter harter Zeilenumbruch beim Vermeiden.

Bei den diversen von mir benutzen Office-Programmen arbeite ich übrigens immer im Modus namens „alle Zeichen sind sichtbar, auch Leerschläge und Zeilenschaltungen“. Weil ich damit mögliche überflüssige Leerschläge und leere Zeilen ausschließen kann. Die dafür notwenigerweise zu wählende Einstellung sieht fast überall gleich aus. Achtet auf das seitenverkehrte P mit einem Brett im Rücken (¶), wenn ihr die geheimen Zeichen sehen wollt.

(Noch da?) Ja, es gibt da eine Parallelwelt, eine Welt der verborgenen Formatierungen, von denen Normalsterbliche − nun ja, sagen wir NormalnutzerInnen − meist keine Ahnung haben. Auch mir sind noch längst nicht alles Schleichwege auf diesem gar nicht so fernen Planeten vertraut, dennoch gibt es sie, und dennoch funktionieren und wirken ihre Gesetzmäßigkeiten. Aber sie sind Geheimnisse für all jene, die ihre Naturgesetze nicht kennen und natürlich auch für alljene, denen diese Gesetzmäßigkeiten egal sind … Geheimnisse, die also nur für all jene zählen oder gar sichtbar sind, die ein bisschen mehr „sehen“, die bei einem Text auch nicht nur den eigentlichen Inhalt zu sich nehmen, sondern die, wie ich, mit dem Auge mitlesen. Mitessen hätte ich beinahe geschrieben.

Nein, natürlich ist das nicht wichtig. Von einem schön formatierten Text wird niemand satt (GrafikerInnen mal ausgenommen), und es gibt weiß Göttin wichtigere Dinge. Und ja, das hier ist natürlich nur ein Beispiel. Nennen wir es eine Metapher. Eine Metapher dafür, dass jedem von uns etwas anderes wichtig ist. Und jede von uns einen Blick für etwas hat, das andere nicht sehen, nicht sehen können. Und dass es doch schön ist, etwas zu sehen, zu verstehen und zu können, ohne sich deshalb besser als andere zu fühlen. Denn die andern sehen Dinge, die ich nicht sehen kann.

Und wenn sie mich darauf aufmerksam machen, sehe ich sie vielleicht auch.

Mehr und weniger

Wofür ich bin?

Für mehr lassen
und für weniger tun

Für weniger eilen
und für mehr stehenbleiben

Für mehr anteilnehmen
und für weniger zuschauen

Für weniger sharen
und für mehr still sein

Für mehr Jede-auf-ihre-Weise
und für weniger So-macht-man-das-Punkt

Für weniger Stress
und für mehr Atemholen

Für mehr Weniger-ist-mehr
und für weniger Immer-mehr

Für weniger leisten
und für mehr genießen

Für mehr dürfen
und für weniger müssen

Für weniger lärmen
und für mehr singen

Für mehr kreieren
und für weniger zerstören

Für weniger rennen
und für mehr tanzen

Kleine Tipps am Rande

Neuerdings macht WordPress (WP) nicht so, wie ich gerne will. Wenn ich einen neuen Artikel bloggen will, sieht es zwar oben links noch immer so aus (1. Grafik > durch Draufklicken vergrößern).

Mediendatei3Doch will ich nicht über die neue, für seriöses Bloggen unbrauchbaren Methode − die ich zwar auf dem Handy und Tablet nutze, und dafür ist sie auch okay − meine Artikel posten, sondern will ich eben über die klassische Blogmethode bloggen, muss ich seit den Neuerungen zuerst einen Umweg über die WP-Admin-Benutzeroberfläche machen, will heissen (siehe Grafik 1) den WP-Admin anklicken., und dort – über das Dashboard – das Menü „Beitrag erstellen“ öffnen.

Mit der neuen Methode kann ich Bilder nur rudimentär bearbeiten und so kommt es, dass Bilder standardmäßig, oder je nachdem wie die Blogeinstellungen sind, mit einer „Zwischenseite“ − genannt Anhang-Seite − verlinkt sind. Oder manchmal gar nicht.

Für Leserinnen und Leser, die Blogs auf dem Handy lesen, ist das nicht nur mehr Trafic, wenn sie ein Bild groß anschauen wollen, sie müssen auch einen Schritt mehr machen, bis sie endlich das gepostete Bild anschauen können. Kurz gesagt: Ziemlich lästig.

Warum es die einen Bloggenden es dennoch und bewusst so machen, ist mir ein Rätsel, aber bestimmt gibt es gute Gründe, Bilder über Anhang-Seite zu verlinken. Für alle anderen hier eine kleine Anleitung, wie ihr es ändern könnt. Du kannst es nämlich noch immer wählen, indem du nach dem Upload statt Anhang-Seite den Modus Bilddatei wählst.

Mediendatei

 

Bereits nach dem Upload kannst du das erste Mal wählen.

Siehe Grafik links: Unten rechts wirst du gefragt, wohin das Bild linken soll. Dort kannst du auch sagen, dass das Bild nicht linken oder auf eine externe Seite führen soll.

 

Mediendatei2

 

Du kannst es aber auch nachträglich ändern, in dem du das Bild im Artikel anklickst, den Stift wählst und dann das Bild bearbeitest – siehe Grafik links.

Viel Spaß beim Tüfteln und von mir, der Blog-auf-dem-Handy-Leserin, herzlichen Dank!