Schreib dich von A nach B und wie

Buchstaben sind nicht
viele da nur sechsundzwanzig um
genau zu sein (in unserer Sprache jedenfalls) und unzählige
Möglichkeiten sie zu verbinden mit oder ohne Lücken zwischen-
drin um aus ihnen Wörter zu formen unzählige Möglich-
keiten nur schon auf Deutsch und für Sätze erst unendlich viele Kombi-
nationsmöglichkeiten zu sinnvoller und sinnloser Kreativität
um sich von A nach B zu schreiben nicht
einfach linear sondern zyklisch von Punkt
zu Punkt tanzen und dazwischen der
leere Raum des Unausgesprochenen des Unbe-
schreiblichen das Netz das die Tautropfen der un-
fertigen Gedanken auffängt und verdichtet
oder auch nicht denn
nicht alles muss sichtbar gemacht nicht alles muss material-
isiert werden heute sind es die Satz-
zeichen die keine Lust haben sich
an dieses Geschreibsel hier zu
binden weshalb diese Worte hier sich zu
einem einzigen langen Satz
versammelt haben
Punkt

(Reblogged, Original in meinem Uraltblog: hier klicken)

satzzeichnen

Ich bin gar nicht mehr so sicher, ob ich wirklich einen bitterbösen Artikel über Satzzeichen und Leerschläge schreiben soll will. Ich meine, was soll das bringen? Jene, denen richtige Rechtschreibung wichtig ist, praktizieren sie eh schon mehr oder weniger (von Tippfehlern mal abgesehen) und die andern werden meinen Artikel sowieso ignorieren oder belächeln. Wie neulich auf fb. Da war eins dieser ach-so-weisen Textbilder, das sie darüber mokiert hat, dass sich gewisse Menschen gerne über Genitiv-Apostrophe auslassen um sich als gebildete Menschen zu profilieren. Okay, was immer jemandes Motivation für Kritik ist, sei dahingestellt. Und die Sache mit den Genitiv-Apostrophen lassen wir mal. Die habe ich früher schon diskutiert und ehrlich gesagt habe ich diesen Windmühlenkampf längst aufgegeben. Schreibt doch eure Apostrophe, wo immer sie nicht hingehören (bei Peter’s Salon und bei LKW’s und wo immer ihr wollt. Mir doch egal), aber nehmt bitte um Dudenswillen wenigstens den richtigen Apostroph (‚) und nicht einen armen unschuldigen Akzent (`oder ´). Bitte!

Womit wir schon beim nächsten Thema wären: die richtigen Akzente benützen. Sie sollten eigentlich heute – im Zeitalter freier digitaler Wörterbücher – auch in Unkenntnis einer Sprache nicht mehr Glückssache sein. Eigentlich. Denn wenn du nicht sicher bist, kannst du ja einfach Online-Leo, Google-Translater und Konsorten fragen. Die wissen es nämlich, auch wenn sie im Übersetzen ganzer Satzkonstrukte immer mal wieder ziemlich komisch sind.

Was ich sagen will: Für (fast) alles, was wir im Reich der Rechtschreibung NICHT selbst wissen, gibt es eine Antwort auf Duden oder auf Wikipedia. Sogar für die richtigen Satzzeichen. Und für Leerzeichen ebenfalls. In letzter Zeit entdecke ich die Sache mit den zu-vielen Leerschlägen immer häufiger. Als habe sich die englische Praxis nun (nach dem vermaledeiten Genitiv-S) auch die Unterwanderung der deutschen Leerschlag-Praxis vorgenommen. Vor und nach einem Slash/Schrägstrich kommt in der deutschen Sprachgebrauch nämlich kein Leerschlag, ebensowenig hat es nach einer Öffnungsklammer einen Leerschlag und ganz sicher nicht vor einem Punkt, Komma, Fragezeichen oder Ausrufezeichen. Nein. Weil Duden es so sagt. Natürlich kann man sich fragen, wozu Rechtschreibung überhaupt dient. Klar. Und warum Duden das Maß aller Dinge sein soll. Darf. Muss. Fragst du dich auch, warum du bei Rot nicht über die Straße solltest? Eben …

Damit wären wir nun bei der Sache mit der Freiheit. Natürlich kannst du schreiben wie du willst. Ich zum Beispiel schreibe in eher persönlichen Texten wie Mails und Blogkommentaren fast immer rein klein, wobei ich alle andern Rechtschreiberegeln beachte. Weil ich meine schnellen Gedanken so nackt und frei ins Netz werfen will, wie sie mir durch den Kopf gehen. Oft schreibe ich dabei eben so schnell, dass ich keine Zeit für die Großstelltaste habe.

Schreibe ich aber einen Text, mit dem ich vor mir oder andern Gedanken ausbreiten oder eine Geschichte erzählen will, einen Text also, der meine Ansprüche an einen guten Text erfüllen soll und/oder mit dem ich mich an ein Publikum wenden will, habe ich das innere Bedürfnis, damit ein gewisses ästhetisches Verlangen in mir zu nähren. Sprach- und Textharmonie sowie Sprachkomposition hängen bei mir mit möglichst richtig angewandter Rechtschreibung zusammen. Man mag das (oder gar mich?) kleingeistig nennen und Rechtschreibung als unkreativ verteufeln, doch dann übersieht man etwas für mich sehr Wesentliches: Ähnlich wie eine Kunstmalerin die Regeln der Farbenlehre intuitiv verinnerlicht hat, gelten für mich auch in der Sprache gewisse Gesetze – eben die „Gesetze der richtigen Schreibung“ – als Leitplanken, innerhalb derer ich mich umso freier tummeln kann, den Verkehrsregeln, wie gesagt, nicht unähnlich. In diesem meinem Sprachuniversum – meinem Sprachaquarium sozusagen – können bei mir alle möglichen bunten Fische schwimmen. Da hat es auch Platz für sprachliche Neuschöpfungen und andere übermütige Satzkonstruktionen und schrille Inhalte. Nur zu!

Leitplanken sind nicht mehr und nicht weniger als Leitplanken. Will ich möglichst genau verstanden werden, ist es an mir, mich möglichst verständlich auszudrücken und meine Leserinnen und Leser nicht noch mit seltsamer Interpunktion und sonstigem pseudokreativem Zugemüse interpunkuteller oder rechtschreiberischer Art zu verwirren. Ich brauche meine kreative Energie lieber für Inhalte als für neo-originelle Zeichensetzung.

NACHTRAG: In diesem Artikel über den Sinn der Rechtschreibung kritisiere ich keineswegs Menschen mit einer Rechtschreibeschwäche. Ich kritisiere auch nicht Menschen, die mit der Sprache kreativ arbeiten.

Back to topic: Leerschläge sind wichtig, keine Frage! Sie sind die Pausen im Satz, die Auftakte vor jedem neuen Wort. Sie sind in Geschichten ebenso wichtig wie in Melodien. Sie trennen, was nicht ein einziges Wort sein soll und fehlen dort, wo etwas zusammengehört. Sie geben der Sprache Rhythmus und Luft, sie sind das Atemholen in der Sprache.

Ebefalls ganz luftig sind die Gedankenstriche (Halbgeviertstriche), die länger sind als die kurzen Bindestriche (Details kennt Wikipedia). Richtig, meine geliebten Gedankenstriche sind von je einem Leerschlag flankiert und stellen eine Aussage frei, die als Ergänzung des restlichen Satzinhaltes zu verstehen ist. Diese Ergänzung könnte eigentlich genauso gut nicht da stehen, denn der Satz geht nachher so weiter wie er davor aufgehört hat. Wie bei Klammern. Und doch ist der Inhalt nicht unwesentlich, enthält er doch oft einen kleinen Blick hinter den Vorhang … Er ist das Flüstern im Satz, der Zwischenraum.

Sprache ist für mich so viel mehr als die Aneinanderreihung von Buchstaben, Wörtern, Zeichen, Sätzen und Abschnitten zu Artikeln oder Geschichten. Meine Beziehung zu Sprache ist eine Art Liebesgeschichte. Ich liebe Wörter. Und ich liebe den Raum zwischen den Zeilen. Ich liebe die Luft, die Wörter dann aufwirbeln, wenn sie etwas Wesentliches sagen oder etwas noch Verborgenes ist mir aufwecken. Ich liebe die Abenteuerreise, auf die mich Wörter mitnehmen, wenn ich ihnen genau und mit dem Herzen zuhöre. Ach, ich könnte euch noch so viel erzählen über die Feinheiten der Sprache. Doch wen interessiert das schon?

Nein, bitterböse ist mein Text nun wirklich nicht geworden. Doch vielleicht macht er ein bisschen Mut, sich auf die Welt hinter den Wörtern einzulassen und die Rechtschreibung als das anzusehen, was sie ist: als Hilfe für eine möglichst missverständliche Verständigung.

Wenn sie wieder Schlange stehen

Wenn die Wörter Schlangen stehen, muss ich alles fallenlassen, was ich tue. Ich muss mich hinsetzen und schreiben. Die Türe aufmachen, sie hereinlassen. Das heißt, ich müsste. Meistens kann ich es nämlich nicht. Was soll ich denn tun, wenn es mir zum Beispiel mitten im Yoga passiert? Wenn die Wörter genau dann, wenn ich im Hund stehe – den Po gen Himmel gereckt –, über mich kommen? Ist das nun Inspiration oder ist es profane Ablenkung, wenn ich genau dann ganze Sätze denke, die meine Protagonistin betreffen, Erkenntnisse mich heimsuchen oder irgendwelche Schreibideen um meine Aufmerksamkeit buhlen? [Ähm, und ist es allenfalls bloße Eitelkeit, die mich zum Schreiben nötigt?]

Kaum. Ich müsste nämlich platzen, könnte ich nicht schreiben. Sogar auf der einsamen Insel, ohne Schreibutensilien, würde ich mir neue Geschichten ausdenken müssen und sie in die Höhlenwände ritzen.

polaroid_00Schreiben als Sucht?! Lesen als Sucht!? Womöglich. Doch was weiß ich schon wirklich über Süchte, außer dass ich süchtig bin? Nach immer wieder andern Dingen und Mechanismen. Und oft haben meine Substanzen keine gesundheitsschädigenden Wirkungen im herkömmlichen Sinn, aber doch bin ich es: süchtig. Ganz besonders bin ich süchtig danach, meinem Denken und Grübeln und Sinnsuchen auf die eine oder andere Art entfliehen zu können.

In einem andern Leben war ich diszipliniert. Sehr diszipliniert. Und sehr kontrolliert. Zugegeben, zweites bin ich noch immer. Aber die Sache mit der Disziplin überzeugte mich je länger je weniger. Wozu soll ich mich abrackern und – nur so als banales Beispiel – jede Woche die Wohnung putzen, wenn es doch im Zwei- oder Dreiwochentakt reicht. Ich trage schließlich Sorge. So und anders argumentierte ich am Anfang noch, um mich selbst zu überzeugen. Heute bin ich es längst. Ja, ich bin überzeugt davon, dass ich Dinge nicht tun muss, wenn ich sie nicht einsehe. Heute brauche ich Gründe etwas zu tun, nicht etwas zu lassen. Aber alle machen es so und so!, reicht mir nicht mehr. Ich will, ich muss die Arbeit verstehen, ihre Verursacher, ihre Ursachen, um mich zu etwas motivieren zu können. Und ich will die Ursachen der Ursachen wissen. Und natürlich auch, warum sie die Ursache der Ursache ausgelöst haben. Doch genau hier scheitere ich ständig. Ich bleibe auf der Strecke, finde selten nahrhafte Antworten. Bestenfalls sind sie vorläufig, abschließend aber nie. Und das zermürbt mich Sucherin. Es ist unerträglich.

Darum brauche ich also jene Dinge, jene Handlungen, jene Suchtsubstanzen. Sie sollen mich ablenken. Sie sollen mich vom eigenen Denken ablenken. Vom Grübeln. Von den Anstrengungen, die das Leben ausmachen (und die mich aus meiner Wohlfühlzone herausschubsen könnten, die ich mir eingerichtet habe).

Auf einmal sind sie da. Sie finden mich immer, die Wörter. Und ich sie. Wir sind schon lange befreundet, doch ich weiß auch, wie verwirrend sie sein können. Eindeutig sind sie selten und fast alle sind ein klein bisschen stolz darauf, dass sie eine ganz eigene Bedeutung haben. Eine, die sie von allen andern unterscheidet. Außerdem spielt es auch immer eine Rolle, wie sie sich aufstellen und wo sie sich hinstellen. Sie spielen Rollenspiele, hat mir einst ein Wort verraten. [Welches verrate ich aber nicht.] Ständig wechseln sie Position, während ich schreibe. Sie lehren mich, genau hinzuschauen, denn die Reihefolge ist alles. Alles.

Figuren kreieren

Sie sitzen im Kreis. Mit offenen Mündern, die Augen weit aufgerissen, hören sie zu. Bei den einen glitzert es sogar ein wenig in den Augenwinkeln und als die Heldin die wackelige Brücke überquert hat, geht ein Aufatmen durch den Raum und die angespannten Glieder bewegen sich wieder. Die Kindergärtnerin klappt das Buch zu und auf einmal wird aus dem mäuschenstillen Menschenknäuel wieder ein wilder Haufen Piraten und Zauberinnen.

Die Heldin ist gerettet. Der Protagonist hat sein Ziel erreicht. Wir brauchen sie, diese Figuren aus den Geschichten, die wir lesen oder uns im Fernsehen oder Kino ansehen. Sie vertreten uns und helfen uns, zu leben. Gemäß eines Creative Writing Workshops in den USA – nein, ich habe keinen besucht und werde es höchstwahrscheinlich auch nie tun – soll unsere Heldenfigur innerhalb der ersten vier Seiten eines Romans eine sympathische Tat vollbringen. Weil sonst unsere Lesenden, so geht das Gerücht, das Buch zuklappen. (Hat mir ein Bekannter erzählt, der einen solchen Workshop besucht hat. Oder jemanden kennt, der einen besucht hat. Oder so.)

Na ja, solche Vorgaben finde ich stereotyp und nicht besonders kreativ, aber die Idee hat was. Die Figur, die ich für die nächsten hundert, ein-, zwei-, dreihundert Seiten begleiten werde, muss es wert sein. Sie muss mir also so weit sympathisch sein, dass ich mitgehen will. Selbst wenn diese Figur ein Schelm und ein Kunstdieb ist. Ich denke dabei an Martin Suters Figur Allmen oder Jo Nesbøs Headhunter.

Wir Schreibenden manipulieren. Immer. Bewusst oder unbewusst. Sobald wir an einem Text arbeiten, den wir nicht nur ausschließlich für uns selbst schreiben, angefangen beim Brief hin zum Artikel fürs Blog bis zur Romangeschichte, überlegen wir uns genauer, wie wir was sagen. Ich lese Sätze, die ich ins Tagebuch schreibe, selten durch, doch bereits Briefe und Mails lese ich (meistens) mindestens einmal durch. Ich formuliere manchmal kopfgesteuert oder ich lasse meine Gedanken einfach intuitiv aufs Papier oder in die Tasten fließen. Eins ist dabei klar, auch wenn ich nicht jedes Mal darüber nachdenke: ich will eine Aussage machen und mit dieser eine ganz bestimmte Wirkung erzielen. Ich will verstanden werden und darum unterstreiche ich meine Absicht mit möglichst passenden Worten. Wie es eine Kundenmalerin tut, wenn sie einen Raum neu streicht. Sie wählt jene Farbe aus, die den gewünschten Effekt erzielen soll. Oder der Koch: er hat die Zutaten und dazu eine Idee, wie das Ergebnis auf dem Teller aussehen und im Gaumen schmecken soll. Alle sind wir in irgendwas gut und darin wissen wir, wie wir die richtige, die von uns gewünschte Wirkung erzielen können.

Worte sind meine Gewürze, meine Farben, meine Klänge. Die Tastatur ist mein Instrument, mein Medium, mein Kochlöffel.

Zurzeit arbeite ich mehr oder weniger intensiv an der Fertigstellung eines Romanes, an dem ich schon seit Jahren brüte. Ich balanciere dieser Tage ständig zwischen innen und außen. Ich will die Geschichte um ihrer selbst willen erzählen (einzig das Wie ist noch nicht in jedem Detail klar). Ich will dieses Geschichte erzählen, weil ich sie erst dann wirklich loslassen kann. Und auch, weil ich sie erzählenswert finde. Ich erzähle sie, weil sie sich mir aufdrängt. Es gäbe nettere Geschichten zu erzählen, gewiss. Meine ist nicht nett. Es ist keine Mainstreamgeschichte, keine laute, schrille, die das Zeug zum Bestseller hat – nicht jedenfalls um ihres Inhalts willen. Meine Geschichte ist mein Stein, der sich mir zum Behauen in den Weg gestellt hat. Weil ich die Kenntnisse und das Werkzeug habe und weil ich die Form im Stein sehe, die ich freilegen soll, habe ich mich zur Dienerin des Steins gemacht.

Die Werkzeuge der Steinhauerin dienen der Manipulation des Steins. Hier zuckt niemand beim Wort Manipulation. Auch bei Bildbearbeitung mit Photoshop und Co. stolpert niemand allzu sehr über dieses Wort. Aber beim Schreiben, oh weh, da bekommt das Wort schnell einen negativen Beigeschmack und wir denken an Werbung, an Propaganda und an Diktaturen.

Sobald ich mit einem Text den Innenraum meiner Gedanken und den Innenraum meiner Festplatte verlassen und ihn einer Leserin oder einem Leser zeigen will, ist es nicht mehr egal, wie ich schreibe. Mir nicht, meiner Leserschaft nicht. Der Balanceakt beginnt. Ich schreibe so, dass ich möglichst so verstanden werden kann, wie ich verstanden werden will. Und doch bleibe ich mir treu. Mir und meinem Schreibstil. Meiner Denkart. Meinen Bildern.

Und genau hier wird es schwierig: Ich-du-er-sie-es-wir alle können nicht anders als von uns und unserer Bilderwelt auf jene der andern zu schließen. Weil wir nur diesen einen Einblick in ein menschliches Denk- und Wahrnehmungskonzept haben – dazu noch sehr lückenhaft. Was ich hartnäckig türkis nenne, nennt Freundin L. genau so hartnäckig grün, nur so als Beispiel.

Ist meine Figur A. für alle, die meinen Roman lesen, sympathisch? Und falls ja, verspielt sie sich diese Sympathie womöglich schon auf den ersten zehn Seiten, weil sie etwas auf eine bestimmte Weise macht, denkt, sagt, schreibt, die meine Lesenden doof finden? Sie für alle und um jeden Preis sympathisch machen zu wollen, kann also nicht funktionieren. Muss auch nicht.

Momentan lese ich ein eBook. Der Protagonist dieses Romans ist ein snobistischer Kotzbrocken. (Ich bin allerdings erst im ersten Viertel und lese das Buch weiter, weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass er mir vielleicht doch noch sympathisch wird). War es Absicht des Autors, seinen Protagonisten so unsympathisch zu erschaffen? Weil dem Autor die Leserinnenschaft völlig egal ist? Als Experiment? Oder, und das ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt, ist der Protagonist womöglich andern Lesenden durchaus sympathisch? Dass nicht alle allen sympathisch sind, wissen wir. Aber …

Für meine Schreibarbeit extrahiere ich aus meiner aktuellen Leseerfahrung folgende Frage: Kann und darf eine Figur, die wir uns als Schreibende auf eine bestimmte Art vorstellen, auf andere ganz anders oder sogar völlig gegenteilig wirken, als wir es uns vorgestellt hatten?

Ich folgere, dass unsere manipulativen Fähigkeiten nur bis dahin reichen, wo unsere Lesenden ihre Erfahrungsschätze und ihre Phantasie auspacken. Somit ist jede Geschichte immer mehr als das, was ich erzählen kann. Sie ist immer eine Synthese zwischen meinem Text und dem Lesegaumen meines Gegenübers.

Was eine Figur sympathisch oder unsympathisch macht? Obwohl sich diese Frage kaum abschließend und verallgemeinernd beantworten lässt und schon gar nicht befriedigend, gibt es wohl ein paar generelle Kriterien: Eine Hauptfigur muss menschlich sein und fehlerhaft . Sie soll ein paar nicht allzu schlimme Schwächen haben und weder darf sie zu schön noch zu hässlich sein, sonst macht sie uns Angst oder stößt uns ab. Hier betrete ich bereits wackeligen Boden. Denn es gibt durchaus hässliche Romanfiguren, die mir ans Herz wachsen können. Und sogar wunderschöne. Lassen wir es also einfach bei den erstgenannten: menschlich und unvollkommen.

Umgekehrt stellt sich die Frage, was eine Figur unsympathisch macht. Unsere Feindbilder sind so individuell wie unsere Geschichten. Als möglicherweise allgemein akzeptierte Kriterien nenne ich deshalb nur Arroganz, Korinthenkackerei, Besserwisserei, Hochnäsigkeit und Unsensibilität.

Stellt sich die Frage, ob solche Eigenschaften wirklich auch als solche wahrgenommen werden (siehe das erwähnte eBook). Womöglich wirken auf andere Leserinnen und Leser Besserwissertum und Arroganz ja als Gelehrtheit und Abgeklärtheit?

Sich gute Geschichten auszudenken ist eins, sie in lesbare Texte umzusetzen, damit andere Menschen sie lesen, mitgehen und im Idealfall etwas mitnehmen können, das ihr Leben bereichert, etwas anderes.

Ohne gute Geschichten wäre mein Leben grau. Eine gute Geschichte muss mich berühren. Ziemlich einfach eigentlich.

Und für dich?

Von Berlin ins Berner Oberland

Über zweitausend Autokilometer habe ich in den letzten sieben Tagen zurückgelegt (Guugl spricht von 2356 km). Nein, das ist nicht normal. Und nicht wirklich toll. Ich stehe ziemlich neben den Schuhen und bin sehr müde.
Absorbiert von zwei intensiven Schreibaufträgen (den einen aus Nächstenliebe, den andern gegen cash – wenn auch in ferner Zukunft) verbrachte ich meinen Donnerstag teilweise zu Recherchezwecken in meiner alten Heimat. Im Berner Oberland. In Thun. Ach, wie liebe ich diese Gegend! Die Berge. Die Täler.
Ein Hagelschauerfrühlingsgewitter hat meinen Plan, auf dem Rückweg im lieblichen Gerzensee zu baden (zumindest die Zehenspitzen) vereitelt. Zum Glück, denn zuhause wartete viel Arbeit auf mich. Aber das nächste Mal werde ich dort rasten … versprochen.
Und morgen (ähm heute, einfach später, nach dem Nachtschlaf) werde ich hier über Berlin und Halle resümieren – ebenfalls versprochen.
Nun aber gute Nacht – oder so …

Über das Schreiben

Es geht doch nichts über meine Berner Schreibgruppe. Dass wir damals, vor bald sieben Jahren, beschlossen haben, uns regelmäßig zur Textarbeit zu treffen, war etwas vom besten, das ich je mitentschieden habe. Von der Ur-Besetzung sind zwar nur noch S. und ich an Bord, aber egal …
Gestern Abend. Zu fünft sitzen wir im Wartsaal, unserer Lieblingskneipe im Berner Lorrainequartier, und essen etwas Kleines (schreibt man nach etwas groß oder klein weiter? Muss ich mal nachschauen …). Wir tauschen aus, diskutieren angeregt, lachen und scherzen. S., A. und ich setzen uns kurz draußen hin, um A. beim Rauchen Gesellschaft zu leisten.
R. liest seinen Text als erster vor, denn er muss heute früher gehen. Ich mache mir derweil Notizen und Kringel auf meinen Ausdruck seiner Kurzgeschichte. Schließlich ist er fertig und wartet gespannt auf unsere Rückmeldungen. Wir andern verständigen uns mit Blicken. Okay, dann fang ich eben an.
Zuerst sage ich, was mir am Text gut gefallen hat, was er in mir auslöst, wie ich ihn verstehe, um dann auch jene Stellen zu erwähnen, über die ich gestolpert bin oder die ich nicht ganz verstanden habe … Er fragt zurück, um alles richtig zu verstehen. Eine Formulierung, die ich seltsam finde, mag K. besonders gern. Das kommt zum Glück oft vor. Selten sind wir uns über alles einig und das ist hier gut und richtig so. Jeder Text wird, vom Handwerk einmal abgesehen, persönlich und individuell wahrgenommen und wirkt nie auf alle gleich. Für mich ist diese Runde deshalb so unentbehrlich. Sie ist ein Spiegel für meine Texte.
Als zweitletzte teile ich Ausdrucke eines bereits neu geschriebenen Ausschnittes aus Loch im Eis aus. Besonders bin ich auf die Feedbacks von S. und K. gespannt, die meine neue Figur noch nicht kennen, weil sie das letzte Mal nicht dabei waren, als ich das erste Kapitel vorstellte. Sie reagieren positiv, sehen auch schon, wie Alessa tickt und geben Tipps, wie meine Antiheldin noch mehr Profil bekommen könnte. S. stellt fest, dass er bei einem bereits gut geschriebenen, leicht überarbeiteten Text viel mehr ankritzle als bei einem rohen Text. Dort melde er eher gröbere Kanten, die ihm auffallen, zurück, hier jedoch seien es eher kleine, feine Dinge, die ihm auffielen.
Ich bin sehr dankbar über alle diese feinen, wohlwollend-kritischen Schleifspuren, die meine Schreibfreunde an meinem Text hinterlassen. Wie war das doch gleich, vorhin beim Essen? Wir hatten über Kritik und Kritikfähigkeit diskutiert und wie ein Mensch auch dadurch der geworden ist, der er ist, wie er im Laufe des Lebens mit seinen alltäglichen Schleifsteinen umgegangen ist. Solche haben wir alle immer und überall. Angefangen hatte diese hochspannende Diskussion mit der simplen Frage, ob wir jemandem sagen würden, dass er eine feuchte Aussprachen hat. Wem eher, wem gar nicht und wem unbedingt.
Als Schlussbouquet las A. das letzte Kapitel ihres ansonsten noch ungeschriebenen, philosophischen Märchens vor. Ich war hell begeistert, hatte ich den Plot doch das letzte Mal bereits gehört. K. und S. waren sich über die Kernstelle uneinig. S. fand sie unverzichtbar, K. zu stark und zu missverständlich. Ich überlegte, während die beiden diskutierten, wie man die Stelle für beide passend neu schreiben könnte, als ich begriff: Es muss nicht immer zum Kompromiss kommen. Bleib dir treu, A., denn wenn dieser Text schon bei uns solche Emotionen auslösen kann, dann ist der Text auf gutem Weg. Auch Kontroversen dürfen sein. Sollen sogar. Es muss nicht immer alles weichgespült und kantenlos geschliffen werden. Ein Text darf reiben.
Wie wir am Ende des Abends als letzte Gäste unsere Texte wegpacken und die Zeche bezahlen, richte ich liebe Grüße von Irgendlink aus. Erwähne dabei, dass er mir den Tipp gegeben habe, für einmal einen aus einem Buch abgeschriebenen Text mitzubringen. S. fand die Idee super, meinte jedoch, dass wir sicher auch bei einem fertig lektorierten Text Unstimmiges und zu Optimierendes fänden.
Was da manchmal zwischen zwei Buchdeckeln daher kommt …!, seufzt er.
Später auf der Autobahn, die Scheibenwischer auf der schnellsten Stufe, grinse ich wie blöd vor mich hin und bin einfach nur froh. Froh, so tolle Menschen zu kennen, die meine Schreibleidenschaft teilen.

immer weiterschreiben

Eignet sich Schreiben als Betäubungsmittel gegen Schmerz? Eignet sich Lesen als Stimulans*?
Genau genommen gibt es im Leben doch nur zweierlei: Lebenswichtige Notwendigkeiten und Stimulantia*. Doch selbst diese zwei sind eins, denn alles hängt mit allem zusammen.
Ohne atmen, essen, trinken, schlafen und ausscheiden würden wir physisch sterben. Körperpflege klammere ich hier mal aus. Oder ein. Sie ist bereits, wie alles andere, wie alles, was wir außerdem tun, Zugabe, die einzig und allein dazu dient, uns das Leben angenehmer und erträglicher zu machen, unser Lebenszeit zu füllen und uns, dank dieser Handlungen, die Lebensnotwendigkeiten zu ermöglichen. Puffer. Stimulanzia.
Darum bewegen wir uns, darum arbeiten wir an unsern Projekten und darum pflegen wir soziale Kontakte. Diese drei Stimulanzia stehen als Beispiele für grundlegende Stimulanzia. Jegliche Form des Selbstausdrucks – Kunst und Kultur aller Art wie Literatur oder Malerei – ist ebenfalls einzig Stimulans. Um nicht nur physisch zu überleben.
Selbst eine schlichte To-Do-Liste ist bereits ein Stimulans. Und falls es sich dabei um die Einkaufsliste für die lebenswichtigen Lebensmittel handelt, mischen sich hier Notwendigkeit und Stimulans, denn alles hängt zusammen.
Gestern Nacht, vor dem Einschlafen, im Briefsteller von Schischkindie Mützenfalterin hat das Buch hier wunderbar besprochen – schier unerträgliche Kriegsbeschreibungen gelesen.
Weit weniger als die Hälfte aller Menschen auf dieser Erde leben so behaglich wie ich, dachte ich, ins Dunkel starrend. Der größte Teil der Menschen meines Landes lebt luxuriöser als ich.
Je nachdem, in welche Richtung ich schaue, bin ich also reich oder arm.
Je nachdem wie ich denke, könnte ich verzweifeln ob meiner fragilen Lebensperspektiven oder könnte ich vor lauter Freude über den geplanten Neuanfang abheben. Sich selbständig zu machen, ist zwar ein leiser, alter Traum, doch daran kleben noch immer viele Ängste. Kann ich das? Werde ich mich im Wettbewerb behaupten können? Werde ich Aufträge bekommen? Werde ich davon leben können? Vor allem letztere Frage spukt durch meinen Kopf – und dann diese: Was brauche ich zum Leben wirklich? Werde ich von dem, was ich als Selbständige verdienen werde, meine Notwendigkeiten bezahlen können. Das Dach über dem Kopf, die Krankenversicherung und die sprichwörtliche Butter auf dem Brot und werde ich mir auch weiterhin meine Lieblingsatimulantia leisten können, als da wären zum Beispiel Schokolade (weniger die Menge als die Stückgröße der bitteren schwarzen Köstlichkeit, die langsam auf der Zunge zergeht, ist entscheidend) und Bücher?
Eins werde ich hoffentlich immer können: Schreiben. Auch eine Stimulans, natürlich. Und wohl nur eine andere Form von Denken – notwendig und stimulierend.
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* Ich verwende das Wort in Ein- und Mehrzahl hier bewusst losgelöst von seiner pharmazeutischen/medizinischen Bedeutung

Sonne, Mond und andere Fragen

1.)
Vermutlich würde ich noch einmal richtig intensiv leben wollen, sollte der Arzt eines Tages sagt, dass … Vielleicht würde ich mit dem Liebsten eine letzte Reise wagen? Nach Australien-Neuseeland zum Beispiel. Und Schreiben würde ich. Ganz viel. Und ganz still werden. Vielleicht sogar anfangen, das Leben zu lieben, zu genießen. Vielleicht dem Tod, der mich holen will, dankbar sein dafür, dass er mir das Leben doch noch lieb gemacht hat. Ob ich mich dagegen wehren würde? Ob ich versuchen würde, dem Tod zu entkommen? Ich lebe auf diesen einen Moment hin: Endlich möglichst unbeschadet am Ende ankommen, glücklich auf mein Leben zurückschauen, das Lebensbuch zuklappen und sagen: Well done!
Zuweilen beneide ich „Menschen ohne Phantasie“, wie sie Marlen Haushofer in der Wand nennt. Sie müssen nicht über solche Dinge nachdenken.
Gibt es dieses Lied in allen Dingen wirklich, das alles verbindet? Oder ist alles aus purem Zufall entstanden und nichts hat einen tieferen Sinn außer den des Augenblicks, wie das Marlen Haushofer hinter der Wand erkennt und ihre Protagonistin schreiben lässt ? Meine Sehnsucht danach, dass alles eine sinnvolle Ursache hat, ist sehr groß. Ein Leben ohne solche mag ich mir einfach nicht vorstellen. Und tue ich es ab und zu doch, erfüllt mich größte Abscheu dem Leben gegenüber. Alles Tun und Sein wäre vergeblich und würde uns von jeglicher Mitverantwortung für die Welt entbinden.
2.)
Ich lese, also bin ich. Und immer werde ich Teil der Geschichte, die ich lese. Ich identifiziere mich mit Figuren, werde selbst zur Figur, lebe andere Leben als nur meins. Das eigene Leben ist nicht begrenzbar. Alle andern Leben, reale und fiktive (so es diesen Unterschied denn gibt) fließen an mir vorbei und durch mich durch. Wie Jostein Gaarder sinngemäß in Der seltene Vogel schreibt: Jeder einzelne Wassertropfen, der ins Meer fließt, ist nicht nur und nicht länger ein einzelner Tropfen im Meer, er ist das Meer. Und er war immer schon das Meer. Auch.
Ich bin nicht nur Teil des ganzen, ich bin das Ganze. Auch. Selbst im Spektrum aller Kontraste und Dualitäten. Sie sind nur Facetten des Ganzen. Ebenso wie alle Rollen, die wir spielen. Doch jetzt, und jetzt, und jetzt, wo ich diese Gedankenfetzen und Ideen in Sätze umforme, den Formen Namen gebe, zeigen sie sich als Teile. Um anschließend ihre Form wieder zu verlassen und eins zu sein …
All das schreitet durch die Tür meiner Wahrnehmung, zieht dort die Schuhe aus und setzt sich hin. Ich schaue und nehme für wahr. Manchmal bin ich überfordert. Zu viele Eindrücke.
Ich lese Siri Hustvedt. Was ich liebte. In Worte gegossene differenzierte, detaillierte Beobachtungen. Bilder, die auf eigenen Füßen stehen. Einfach nur ihre Worte zu lesen, ist das pure Vergnügen – die Handlung in ihrer Dramatik mal ausgeblendet. Jedes Wort stimmt. Nie schwülstig, nie auf Effekt angelegt. Schlicht, aber nie billig. Zwar eine bewusste Sprache, aber keine raffinierte oder eitle. Authentisch und unexhibitionistisch. Die Sprache transportiert den Inhalt so, dass der Inhalt optimal gesehen werden kann. Die Form stellt den Inhalt dar, Inhalt und Form sind eins.
Dem Ich-Erzähler gelingt es mehrheitlich, sich – obwohl er wesentlicher Teil der ganzen Geschichte ist – auszublenden, die Rolle des Beobachters und Chronisten auszufüllen. Das Ziel, endlich die Geschichte zu erzählen, die erzählt werden soll, stellt er höher, als seine eigene Befindlichkeit, die trotz des Dramas, das er zu verarbeiten hatte, wenig Raum* einnimmt. Dennoch: Kein Roman ist ein objektiver Bericht. Ein Roman erzählt die Sichtweise von Dingen aus einem bestimmten Winkel. Wie der zehnjährige Matt es nach einem Basemallmatch sinngemäß sagt:
Nur schon, wenn ich da statt dort gesessen wäre, hätte ich alles ganz anders erlebt.
(((Lies zwei Zeitungsartikel zum gleichen Thema: In aller vorgeblichen Objektivität wird Subjektivität sichtbar: Wo setzen die verschiedenen AutorInnen ihre Schwerpunkte, wenn die Fakten abgehakt sind? Sind sie kritisch?)))
Schreiben ist das Übersetzen von persönlich gefärbter Wahrnehmung in Buchstaben. Schreiben ist die Wiedergabe von verdautem Geschautem. Ein Schauen, das nicht aufhört sehen zu wollen, was dahinter wirklich ist, was wirkt, was einwirkt, was bewirkt, was ursächlich ist. Und eher was hinter als vor dem Vorhang ist, wirkt bei den Lesenden nach. Wiedererkennen tun wir uns, wenn der Spiegel klar ist. Dann sehen wir mit dem Herzen. Der ganze Farbkreis steht uns zur Verfügung. Alle Farben. Deshalb ist jedes einzelne Bild, das wir mit Worten, Pixeln und Pinseln malen eine Synthese. Ist Ausschnitt und ist alles zugleich. Spezifisch, also alle Details mit der ihnen eigenen Struktur, wiederzugeben, ist die große Kunst jeder Kunst.
Schreiben ist Leben, ist Malen mit allen möglichen Farben und Techniken. Wir arbeiten am sich stetig wandelnden Bild. Dabei lassen wir immer weit mehr weg, als wir sagen und schreiben können. Doch selbst was wir weglassen, ist Teil des Bildes. Des ganzen …
3.)
Sonne und Mond zu sein
Ich lese.
Verdaue Geschriebenes.
Bin Mond.
Reflektiere.
Folge.
Ich schreibe.
Verdaue Wahrgenommenes.
Bin Sonne.
Strahle.
Denke.
Du liest.
Verdaust Geschriebenes.
Bist Mond.
Reflektierst.
Folgst.
Du schreibst.
Verdaust Wahrgenommenes.
Bist Sonne.
Strahlst.
Denkst.
_________________________________________
* EDIT: Vom zweiten Teil des Buches an wird der Autor in seiner Befindlichkeit sichtbarer. Er resümiert frühere Erkenntnisse und überträgt sie auf die Gesamtzusammenhänge und sein Leben.