Was gut tut

Die Buddenbohms fragten jüngst in ihrem Blog nach unseren Rettungsschirmchen, die uns durch diese Tage helfen. Tage, die für viele schwierig, für manche sehr schwierig und für fast niemanden, den ich kenne, leicht sind.

Mein Rettungsschirmchen ist neben Chats mit lieben Menschen alles, was den Sinnen gut tut. Die Stille der Natur. Spaziergänge, am liebsten durch den nahen Wald. Bärlauch ernten. Daheim helfen mir Malen. Nähen. Lesen. Und Kochen, ja, definitiv auch Kochen. Leider zurzeit ohne den Liebsten, die Grenzen sind noch immer geschlossen.

Gestern habe ich den Rest meiner Bärlauchernte vom Wochenende verarbeitet. Eine grüne Lasagne kam dabei heraus.

Meine Lasagnen werden immer wieder anders, denn ich koche sie nie nach Rezept, probiere immer wieder aus, was als Füllung auch noch funktionieren könnte, variiere bei den Zutaten und nehme das, was gerade im Haus ist. Gestern hatte ich Lust auf Zucchini, eins meiner Immer-da-Gemüse schlechthin.

Im folgenden Rezept stehen keine Mengenangaben. Aber vielleicht ist das ja umso inspirerender für jene, die auch mal etwas Neues ausprobieren wollen?

Mein Rezept ist vegetarisch, nicht vegan. Meine Béchamel habe ich zwar mit Reismilch, aber mit Käse gemacht. Eine vegane Version herauszufinden, stelle ich mir spannend vor.

Bildbeschreibung für Sehbeeinträchtigte: Auf den folgenden Bildern ist immer das zu sehen, was im Rezept steht, inklusive des jeweiligen Textes im Bild.

Hier nun mein Rezept ohne Mengenangaben

1.) Gratinform einfetten
2.) Mit wenig Salzwasser blanchierten Bärlauch in die Form geben

3.) Lasagneblätter auf den Bärlauch geben
(ja, das könnte Irgendlink schöner, nein, das schmeckt man nicht)

4.) Längs gehobelte und vorher kurz in Salzwasser gedämpfte Zucchini einschichten
(ja, das darfst du gerne schöner machen, natürlich!)

5.) Die Hälfte der vorbereiteten Béchamelsauce auf die Zucchini verteilen
(ja, es hat Klümpchen, nein, die schmeckt man nachher nicht)

6.) Lasagneblätter auf die Zucchini-Béchamel-Schicht geben

7.) Mit wenig Salzwasser blanchierten Bärlauch auf die Lasagneblätter geben und mit Lasagneblättern zudecken (ohne Bild)

+ Hier sich ein Bild denken +

8.) Längs gehobelte und vorher kurz in Salzwasser gedämpfte Zucchini einschichten
(ja, schöner ist natürlich schöner, schmeckt aber auch so sehr lecker)

9.) Letzte Schicht Lasagneblätter auf die Zucchini legen
(ja, da hab ich mir ein bisschen mehr Mühe gegeben, aber es waren ja auch nur noch zwei Lasagneblätter)

10.) Zweite Hälfte der Béchamelsauce darauf verteilen und mit Sbrinz oder Parmesan bestreuen
(na, Lust bekommen?)

11.) Im vorgeheizten Ofen gemäß Verpackungsangaben backen (bei mir 20 Minuten bei 220°)

Guten Appetit!


Gewidmet dem Liebsten, auf das wir schon bald wieder durch Wälder streifen können … und zusammen kochen!


EDIT:
Vegan wäre das hier dann zum Beispiel so realisierbar:

(Twitter ist manchmal schon wunderbar!)

Moment mal

Ist es egoistisch, besonders in Krisenzeiten gut zu sich zu schauen? Sich Gutes zu tun, sich kreativ zu betätigen, lesen, lachen, spielen und sich nicht ständig mit den neuesten Infos zur Krise auf dem Laufenden zu halten?

Zum einen ist da die zurzeit alle Kanäle erfüllende globale Krise, doch zum anderen sind da die ganz vielen, ganz persönlichen (und dennoch kollektiven) Krisenherde. Manche köcheln zum Glück nur auf kleiner Flamme, doch manche brodeln über. Die Isolation, die Quarantäne, die erzwungene Ruhe überfordert viele. Ruhe? Ja gern, aber dann lieber nicht mit solchen Vorzeichen und nicht unter diesen Umständen der Unfreiwilligkeit. Ich kenne niemanden, den oder die das alles kalt lässt, doch ich sehe je länger je mehr unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Virus und dem, was es anrichtet, umzugehen.

Über die Trauerphasen, die wir kollektiv durchschreiten, schrieb ich neulich schon. Selbst switche ich zwischen Wut und Akzeptanz. Und manchmal stampfe ich innerlich mit dem Fuß auf und will, dass alles wieder ist, wie …

Nein, Halt, vor der Krise war ja auch schon große Krise. Klimakrise. Die ist auch. Die ist nicht einfach weg, auch wenn Corona dem Klima gut tut. Auch sind da noch ein paar andere Krisen am Brodeln. Also bitte, nein, so wie vorher will ich es auch nicht, ich will es ’wie nachher’, ich will es anders, ich will es besser – für alle, nicht nur für ein paar wenige.

Ich will, dass wir als Gesellschaft aus dem, was jetzt unbefriedigend oder schlecht funktioniert – allem voran das Gesundheitswesen –, Lehren ziehen und die dann auch wirklich umsetzen. Im Großen ebenso wie im Kleinen. Ich will, dass man nicht nur jetzt auf Fachleute hört, sondern auch bei anderen Themen. Besonders in Sachen Klima.

Dass man jetzt, mitten in der Corona-Krise auf wissenschaftliche Fachleute hört, ihnen glaubt und ihren Rat befolgt, obwohl zu diesem Wissensbereich viel mehr Unsicherheit besteht als bei der viel besser erforschten Klimathematik, ist eigentlich verrückt. Denn das hier ist – jedenfalls in dieser Dimension – für die meisten Menschen Neuland.

Ich habe vor etwa einer Woche praktisch aufgehört, mich mit Zahlen und Statistiken verrückt zu machen. Alle paar Tage mal, das muss reichen. Ich will nicht abstumpfen, vor allem aber will ich nicht in Zahlen, sondern an Menschen denken und fühlen. Und daran ändern kann ich nichts.

Ich versuche besonnen zu bleiben. Manchmal kann ich der Angst in meiner Brust mit bewusstem Atmen punktuell Raum geben, sie anschauen, ihr zuhören, wenn sie mir mal wieder die Kehle zudrücken will. Ja, ich will ihr ins Gesicht schauen, aber Wohnrecht bekommt sie nicht. Auch versuche ich, die Verantwortung für die ganze Welt nicht allein zu tragen. (Wer ähnlich tickt wie ich, weiß, was ich meine.) Und ich versuche, aufrecht stehen zu bleiben. Mit beiden Füßen. Wie auf einem Seil. Auf einem Grat.

Uns fehle es an Visionen und Utopien, lese ich, wir lebten inmitten von Dystopien. Ja, ist wohl so.

Andere Frage: Wann hatten wir je eine bessere Gelegenheit dazu die Gesellschaft neu erfinden, wenn nicht jetzt? Ob wir sie nützen?

Schon vor wenigen Wochen, als sich die Corona-Krise gerade erst wie eine kleine Regenwolke vor die Sonne zu schieben begonnen hatte, dachte ich: Wann, wenn nicht jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gekommen, das Grundeinkommen einzuführen und – schwupp! –  sind fast über Nacht Initiativen dafür gestartet worden. Wie wunderbar das doch wäre, denn viele Menschen fallen zwischen die Stühle. Leider decken die Hilfspakete nicht alle Nischen ab. Grundeinkommen wäre also DIE Lösung.

Mir fällt auf, dass existentielle Themen auf einmal nicht mehr nur solche Menschen wie mich beschäftigen, die eh immer viel über das Leben und die Welt nachdenken.

Auf einmal wird deutlich, wie existentiell wichtig bildende Kunst, Kunsthandwerk, Handwerk, Literatur, Musik, Tanz, Sport und alles was wir für unsere Gemüter tun und um den Druck in uns zu regulieren. (Was bin ich froh über meine seit zwanzig Jahren (fast) tägliche Yogaroutine, die ich aktuell um einige physiotherapeutische Übungen ergänzt habe, damit mein Fersensporn sich erholt.) Existentiell ist all das, was mir beim Existieren hilft, beim Überleben, beim Leben. Und dazu gehört definitiv  auch die Radreise des liebsten Irgendlink, der aktuell vom Schreibtisch aus höchst velosophisch* von Zweibrücken nach Andorra radelt. Er hat übrigens noch Platz auf dem Gepäckträger, falls du mitradeln willst. Vor zwanzig Jahren das erste Mal, vor zehn Jahren das zweite Mal und heuer das dritte Mal betrachtet er den Weg, die Landschaft, die Orte, die Menschen vom Sattel – respektive vom Bürostuhl –  aus und schreibt sehr anschaulich über die Welt, wie er sie sieht.

Gerade hilft mir diese seine Reise, ihn nicht allzu sehr zu vermissen. Nicht zu wissen, wann wir uns wiedersehen können, ist diesmal allerdings deutlich schwerer auszuhalten als wenn er tatsächlich auf dem Radel unterwegs wäre. Natürlich ist da immer Ungewissheit, weil das Leben überall und immer lebensgefährlich ist, doch diesmal die Ungewissheit anders. Die Dauer des Nicht-Sehen-Könnens ist ungewiss und unfreiwillig, der Verlauf der ganzen Quarantäne ist ungewiss. Außerdem ist Irgendlink für mich systemrelevant und diese Geschlossene-Landesgrenzen-Ungewissheit bindet viel Energie (auch wenn ich das natürlich akzeptieren muss).

Ich weiß inzwischen, dass es aus mentalgesundheitlicher Sicht hilfreicher ist, mir solche Ängste, Unsicherheiten und Ungewissheiten einzugestehen und sie zuzulassen als sie zu unterdrücken. Und ich weiß auch, dass es normal und menschlich ist, an die eigenen Grenzen zu kommen, besonders unter solchen Umständen.

Zusammenreissen erzeugt Überdruck, der in Unterdruck münden kann – Depression und anderes –, und nein, das ist nicht nur ein lustiges Wortspiel. Ich weiß, wovon ich rede.

Was ich sagen wollte? Nein, im Gegenteil! Es ist überlebenswichtig, dass ihr alle gut zu euch schaut. Bitte-bitte tut es. Und ja, ich weiß, manche haben dafür keine Zeit. Vielleicht ist es darum gut, wenn die, die ein bisschen mehr Zeit haben, auch ein bisschen mehr für andere mitschauen. Oder so.

—-

*velosophisch = Ich bin Emil ewig dankbar für dieses wunderbar treffende Wort.

Gemeinsam kunsten trotz Corona

Eine Grafik mit drei Icons. Eine Pinsel auf Leinwand, ein Fotoapparat und ein Briefsymbol.
Col-Art Info

  1. Male ein Bild auf ein Stück Leinwand (offenes Thema: Gemeinsam trotz Corona). Die Leinwand sollte 22×22 cm groß sein. Lasse bitte einen Rand von 1 cm ringsum unbemalt. Alle Bilder des gemeinsamen Kunstprojekts werden später zu einem großen Col-Art Gemälde zusammengenäht oder geklebt. Deshalb der Rand. Signiere dein Bild und schreibe auf die Rückseite: Name, Adresse, Telefonnummer und/oder Mailadresse, deine Webseitenadresse.
  2. Fotografiere Dein Kunstwerk und sende es an Jürgen und Marc per Mail. Die Bilder werden hier im Blog in einer Galerie gezeigt. Wenn Du Deine Webseite angibst, wird dahin verlinkt. Über das Fortschreiten des Projekts informieren wir in der Kategorie Col-Art.
  3. Sende die Leinwand ohne Rahmen per Brief an Marc (M. Kuhn | J. Sesslerstr. 7 | CH-2502 Biel-Bienne). Er wird die Einzelbilder zu einem Gesamtkunstwerk fügen.

In diesem GIF zeige ich, wie du dir eine Leinwand vorbereiten kannst. 

Das animierte Bild zeigt, wie man ein Stück Stoff über Pappe spannt, hinten verklebt und mit weißer Farbe grundiert.
Eine Leinwand auf Pappe kleben, um sie besser bemalen zu können.

Weitere Informationen über die Kunstrichtung Col-Art, die 1968 vom Schweizer Maler Marc Kuhn ins Leben gerufen wurde, findest Du auf dieser Seite. Wir freuen uns auf viele Teilnehmende, Laien wie Profis, Alt und Jung. Wenn mehr als Hundert Menschen mitmachen wird es das größte Col-Art Kunstwerk aller Zeiten.

Das hier ist eine Col-Art-Kunstaktion von Jürgen Rinck, Deutschland, Rossana Duran, Mexico und Marc Kuhn, Schweiz. (Ich teile es hier nur.)

Marc Kuhn schreibt in seinem gestern verschickten Rundbrief: »Unsere Idee: Jede und Jeder – von alt bis Jung – mit Lust mitzumachen malt auf ein kleines Stück Leinwand bei sich zu Hause ein Acrylbild, mit dem offenen Titel: Gemeinsam trotz Corona. […] Wir in Biel stellen dann auf einer Fläche von 100×100 cm die ersten 25 eingesandten Bilder zu einer ‚Col-lage‘ so zusammen, dass die entstandene Komposition optimal stimmt.

Jürgen seinerseits in Zweibrücken stellt die neu entstehenden Col-Collagen ins Netz (https:irgendlink.de/col-art), wo auch Du und andere sie besichtigen können. […] Gerne kannst Du dieses Projekt auch weiteren Bekannten weitersagen, die womöglich Freude hätten, beim Projekt mit dabei zu sein.

Sollten über 100 Menschen bei dieser Riesencollage mitmachen – und wir wünschen es natürlich von Herzen – so wäre es in der über 50-jährigen Geschichte von Col-Art die Realisation mit den meisten Teilnehmern ever.

In der Hoffnung, bald von Dir Post mit Bild zu kriegen und zuvor am besten ein Foto Deines Werkes per Mail, grüssen wir Dich herzlich.«

Sei dabei!

Neue Wirklichkeiten

Über Sollbruchstellen nachgedacht. Denn:

»Es sind merkwürdige Zeiten, in denen alles unglaublich beschleunigt passiert aber gleichzeitig auch alles in einer unglaublichen Klarheit reduziert ist, alle Sterne brillieren, alle Sollbruchstellen brechen, es gibt sehr wenig ’dazwischen’ im Moment«,

schreibt Frau Novemberregen.

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Wo breche ich, wo brichst du?
Wo setzen wir uns neu zusammen, wenn der Sturm vorbei ist?

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Viele verhalten sich so normal, als könnten sie mit ihrem Ignorieren der Maßnahmen, die Veränderungen aufhalten.

Andererseits brauchen wir Normalität und Rituale. Nutzen wir doch die Chance, diese zu überdenken.

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Verhalte dich so, als hättest du das Virus.
Oder verhalte dich wenigstens so, als würdest du lieben. Als würdest du jemanden sehr lieben, dem das Virus voraussichtlich sehr schaden könnte.

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Fast fünf Jahre her. Irgendlink und ich hatten für eine Woche ein Häuschen in Falun gemietet. Ich flog nach Stockholm und traf ihn, der mitten in seiner Live-Kunst-Rad-Tour ans Nordkap unterwegs war, für eine kleine Auszeit in Örebro, von wo aus wir uns mit zwei Campingplatz-Zwischenstopps Richtung Falun durchschlugen, ich mit ÖV, er mit dem Radel.

Wir überlegten damals auf unseren kleinen und größeren Touren durch die schwedische Pampa, wie es wäre, wenn seine Reise statt mit Muskelkraft auf seinem Fahrrad nur in seinem Kopf stattfände. Wenn er sich mit dem Blick auf Karten und virtuellen Weltbetrachtungstools seine Reise zusammenfantasieren würde. Wenn er aus den tiefen seiner Erfahrungen schöpfen und eine Reise rein virtuell rein fiktiv erzählen würde. Täglich. Als wäre er unterwegs.

Diese Phantasie hat uns eingeholt. Diese Phantasie ist seit drei Tagen Wirklichkeit geworden. Andorra, das Irgendlink in diesen Tagen mit dem Rad hatte anpeilen wollen, ist weiter weg denn je. Die Grenzen sind geschlossen. Die äußeren Grenzen ja … vergessen wir nicht die inneren Grenzen. Kraft unserer Phantasie können wir um die Welt reisen. Oder nach Andorra. Mit Irgendlink. Täglich neu. Täglich ein bisschen weiter. Hier.

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Gestern war ich im Wald. Es waren mehr Menschen unterwegs als auch schon. Und alle in respektvollem Abstand.

Ich pflückte Bärlauch und begriff, wie alles zusammenhängt.
Obwohl es letztlich unbegreiflich ist.

(Über die Natur der Natur schrieb Ulli heute hier.)

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Leben, so gut es geht.
Es jeden Tag üben, dieses Leben.
Jeden Tag von neuem.

Das fleissige Huhn und der gute Apfelbaum

Wie ich gestern mit Irgendlink einen Freund besuchte, der schon länger gesundheitlich sehr eingeschränkt ist, sprachen wir zwangsläufig einmal mehr über all die ganz und gar überflüssigen Behinderungen durch die Gesellschaft, die sich vordergründig sozial nennt, doch vor allem eins will: wirtschaftlich sein.

Irgendlinks Huhn beim Eierlegen

Heute las ich im Internet von einem Antrag jener deutschen Partei, deren Namen ich in meinem Blog nicht nennen will. Sie will Kosten bei der Förderung kranker Kinder sparen.

Ach, und da ist ja auch noch dieser unsägliche deutsche Politiker, dessen Namen fast wie Wahn klingt und der Menschen, die einen Großteil ihrer Lebensqualität dem Zuhausewohnen trotz Beatmungsmaschinen verdanken, in Heime stecken will. Ebenfalls um Kosten zu sparen.

Ja, kranke Menschen kosten viel.

Dieser Satz ist je länger je mehr negativ statt wertfrei mit der Botschaft konnotiert, dass  kranke Menschen auf Kosten anderer leben und dass dass eben nicht gut sei. Denn die Andern, die Gesunden, die Normalen, die Guten wollen schließlich nicht ihr ganzes Geld den Kranken in den Rachen werfen. Die können schließlich nichts dafür, dass die Kranken krank sind und die Andern anders.

Sozial und solidarisch war gestern, heute ist Profit und Geiz.

Ohne zu übertreiben könnte ich aus dem Stehgreif ziemlich viele sehr persönliche Geschichten aus erster Hand erzählen, Geschichten von Menschen, denen der politisch verordnete Spardruck die Lebensqualität immer weiter in den Keller schraubt. Menschen, die sich darum unwert fühlen. Menschen, die über Suizid nachdenken. Die ihres Lebens im Kampf gegen die Windmühlen des Sozialstaats müde geworden sind. Die sich diesen Schuh angezogen haben und sich, obwohl sie für ihre Krankheit – körperlich oder mental – nichts können, als Schmarotzer fühlen. Nein, gesund wird davon niemand.

Druck. Überdruck. Spardruck. In den reichsten Ländern, die Überschüsse wie noch nie erwirtschaften. Für wen da Geld gespart wird, ist doch die große Frage. Ein Schelm, wer sich hier Übles denkt. Nicht.

Gestern, vorm Einschlafen, fiel mir auf einmal ein Song ein, den ich vor vielen Jahren kannte, als ich noch jung war und an den lieben Gott aus jenem Märchenbuch namens Bibel glaubte. Das Lied besang eine Bibelstelle worin dieser liebe Gott wie ein Gärtner seine Bäume pflegte und die schlechten Bäume, also jene, die keine Früchte bringen, abschneidet und ins Feuer wirft. So weit so schlecht. Als ich über das mir inzwischen ganz und gar fremdgewordene biblische Menschenbild nachdachte, realisierte ich wieder einmal, wie ableistisch es im Grunde ist.

In der Bibel kommen behinderte oder sonst wie andere zum Beispiel queere Menschen eigentlich nur darum vor, um vom lieben Gott oder seinen Jungs repariert zu werden. Aber nur, falls sie oder ihre Mitmenschen genug glauben.

Der Sprung zu den sogenannt christlichen und/oder noch mehr rechts angesiedelten Parteien, die behinderten und anderswie aus dem Raster fallenden Menschen ans Eingemachte gehen, ist klein. Kapitalismus wächst auf dem Boden von Christentum und Nationalismus bestens. Und umgekehrt. Einer der Gründe, warum ich letztlich diesem Weltbild den Rücken gekehrt habe.

Folgendes schrieb ich neulich auf Twitter:

»Ein kleiner Rant über Scheinheiligkeit:
Gucken wir uns doch mal die sehr bibelgläubigen Freikirchler*innen oder auch die sogenannt christliche Politiker*innen an. Menschen halt, die sich den ’Richtlinien der Bibel’ verschrieben haben. Diese Menschen bezeichnen Homosexualität des Teufels. Gleichzeitig aber häufen viele von ihnen Reichtum auf ihre Konten an. Ich bin zwar nicht bibelfest, meine mich aber zu erinnern, dass Jes^s im Neuen Testament sagt, dass kein*e Reiche*r in den Himmel kommt. Ob er etwas über Homosexuelle sagte, weiß ich grad nicht, aber vor allem redete er über Liebe und Selbstliebe. Nicht, dass ich an solche Überlieferungen noch glaube, aber an Liebe glaube ich. Dennoch. An bedingungslose Liebe. Götter, die dieses ’Bedingungslos’ nicht können, kann ich nicht ernstnehmen.«

Ach, und was war da gleich noch mit dem fleißigen Huhn im Titel? Es legt noch immer fast jeden Tag ein Ei, obwohl es schon recht betagt ist. Als einziges von Irgendlinks drei Hühnern. Futter bekommt es nicht mehr als die beiden anderen. Für alle gleich viel. Denn solange sie leben, sollen sie es gut haben. So gut wie möglich. Sie sind es wert.

Lebenswege

Zwölf Tage her, bereits, dass Irgendlink und ich uns endlich wieder einmal mit Frau Lakritze zusammen auf den Weg gemacht haben. Die Pfalz erkunden war unser Ziel. Einen kleinen Ausschnitt derselben jedenfalls.

Und zwar wollten wir dort anfangen, wo die Alsenz entspringt: in Alsenborn. Dass es diesmal keine Winterwanderung werden würde, ahnten wir bereits im Voraus. Eher noch würde es regnen denn schneien. Das als trocken angekündigte Zeitfenster war nicht allzu groß und so machten wir uns schon bald auf den Weg, nachdem wir Frau Lakritze am Enkenbach-Alsenborner Bahnhof eingeladen hatten.

Den Alsenborner Lebenspfad hatten wir zu gehen beschlossen, da selbiger sich auf einer Wanderwebseite in Irgendlinks Blickfeld geschoben hatte; eine nur paar Kilometer lange Wanderung, die meiner aktuellen Befindlichkeit – Fersensporn und Knieschmerzen – sehr entgegen kam.

Unterwegs gab es ein paar Stationen wie beispielsweise ’Unfalltod’ nahe der Autobahn oder ’Familienbaum’, die zum Innehalten und Nachdenken einluden. Natürlich waren wir eh gemütlich unterwegs, denn es gab so viel zu sehen und zu fotografieren, so viel zu erzählen und zu erfahren. Mittendrin, am langen Tisch der Gemeinsamkeit, teilten wir Speis und Trank.

Höhepunkt der Wanderung war für mich definitiv das wunderschöne Labyrinth – gelegt aus Rindenmulch mit roten Sandsteinkanten – das wir still von außen nach innen gehend abschritten. Einen Kilometer Weg lege man zurück, wenn man ihn gehe, las ich eben auf der verlinkten Webseite. Hoppla, soo weit? Dieses Im-Kreis-Gehen hat echt was und beruhigt sehr.

Zurück im Ort besuchten wir das kleinste mir bekannte Museum. Es ist den früher hier ansäßigen Zirkusfamilien gewidmet und erzählt unter anderem die Geschichte vom Ackerelefanten, den wir auf einem Kreisel im Ort bereits gesehen haben. Lakritze berichtet.

Nach einer kleinen Stärkung mit Torte und Heißgetränken fanden wir beim Spazieren eine Kathedrale, die mich – obwohl ich sonst so gar nicht mit Kirchen und sakralen Dingen kann – sehr anrührte. Diese Stille tat einfach gut.

Wie Lakritze so schön schreibt: Ja, so was dürfte ruhig öfter mal stattfinden, so ein pfälzisches Wandertreffen! Und das nicht erst wieder im nächsten Winter.

(Mit Bildbeschreibungen)

Auch Frau Lakritze hat hier und hier über unsern Wandertag berichtet und gebildert.

Lesenswert, unbedingt!

Spielen #2 | Die vergessene Pointe

Betriebsblindheit nennt sich das wohl, wenn wir das Wichtigste zu erwähnen vergessen. Weil es so selbstverständlich für uns ist, das wir es schlicht und einfach als gegeben voraussetzen.

Erst vorhin, als ich mit einem Von-außen-Blick nochmals meinen gestrigen Blogartikel mit den Spielregeln unseres Würfelspiels Erben durchlas, erkannte ich mein Versäumnis. Asche auf mein Haupt. Bitte verzeiht.

Erben heißt nämlich Erben, weil du dabei die Punktzahl deiner Vorwürflerin, deines Vorwürflers erben kannst.

Und das geht so:
Erwürfelt die Person vor dir nämlich eine bestimmtes Punkteguthaben und beschließt mit Würfeln aufzuhören und ihr Guthaben aufzuschreiben, kannst du als nächste Person ihre leeren Würfel erben und, wenn du Glück hast, mit dem richtigen Wurf ihr Guthaben erben.

Zum Beispiel liegen von ihrem  letzten Wurf einige 1en und 5en auf dem Tisch, die anderen übrigen Würfel sind leer, das heißt sie zählen nicht.

Du kannst nun diese leeren Würfel nehmen und dein Glück versuchen: Gelingt es dir eine oder mehrere 1 oder 5 zu würfeln, erbst du das Guthaben und kannst genau dort weiterzumachen, wo die Person vor dir aufgehört hat. Fliegender Wechsel sozusagen. Oder eben: Erben.

Und auch hier gilt die 6er-Regel. Die 6 gilt als Auffüll- oder Pufferwürfel.

Auf diese Weise könnt ihr euch reihum weiter im Kreis beerben – daher auch der Name des Spiels:

Wichtig: Jede*r kann jederzeit aufhören und entscheiden mit allen Würfeln wieder bei Null anzufangen. Oft entscheidet das Schicksal und jemand würfelt einen leeren Wurf und alles fängt wieder von vorne an.

+++

Ich mag das ja: Manchmal kann man mit allen fünf Würfeln einen leeren Wurf würfeln, und manchmal kann man mit einem einzigen Würfel eine 1, eine 5 oder eine 6 würfeln und das erwürfelte Guthaben der*s Vorspieler*in eben erben.

Manchmal hast du eben einfach Glück und manchmal ich.


Spielregeln als PDF

Spielen #1

Zwischen den Jahren haben der Liebste und ich ab und zu gewürfelt. Ein Würfelspiel, das ich vor vielen Jahren gelernt, aber längst vergessen geglaubt hatte. Doch es war noch da, irgendwo in meinen Herzkammern, und ich habe es wieder zum Leben erweckt.

Erben heißt es. So jedenfalls habe ich das Ganze damals – vor nahezu dreißig Jahren – überliefert bekommen. Zwar ist Erben ein Glücksspiel, aber es müssen doch immer wieder Entscheidungen getroffen werden: Will ich mit einem oder zwei mir gebliebenen Würfeln die hohe Punktzahl, die Irgendlink erwürfelt hat, versuchen zu erben, oder fange ich mit allen fünf Würfeln wieder bei Null an?

Zugegeben, ich spiele nicht mehr so viel wie früher. Schade eigentlich, denn Spielen ist wichtig. In einer Welt, in der unsere Lebenszeit genau verplant ist, wo kaum mehr Freiraum für eigenes ist, wo alles verdichtet und reglementiert ist, in einer Welt des Konsumierens warum nicht einfach wieder einmal spielen? Nur um des Spielens willen.

Für unser Würfelspiel Erben braucht es zwei oder mehr Spielfreudige und gerade mal fünf Würfel, einen Block und einen Stift.

Würfelspiel mit Block und Stift, Bild posterisiert
Würfelspiel mit Block und Stift

Hier sind die Spielregeln:

(Diese Regeln bekam ich mündlich überliefert. „Erben“ ist eine Variation des Würfelspiels „Zehntausend“)

Erben ist ein Spiel für 2 und mehr Spieler*innen. Es braucht für dieses Spiel fünf Würfel, einen Stift und einen Block. Wer zuerst 15’000 Punkte erreicht, hat gewonnen.

  • Es wird reihum gewürfelt. Lediglich die Zahlen 1 und 5 erzielen Punkte, wenn sie einzeln gewürfelt vorkommen. Alle anderen Zahlen zählen nur ab Dreierpasch. (Siehe unten)

  • Die 1 ergibt 100 Punkte, die 5 ergibt 50 Punkte. (Päsche ab Dreierpasch siehe unten)

  • Nach jedem Wurf addierst du alle zählenden Würfel, lässt diese auf dem Tisch liegen und würfelst mit den übrigen Würfeln weiter.

  • Die Zahl 6 ist ein Pufferwürfel. Würfelst du zum Beispiel 1, 1, 5, 5 und 6 berechtigt dich die 6, dass du alle Würfel wieder aufnehmen kannst. Desgleichen bei 2x 6, wenn die anderen gewürfelten Zahlen ’etwas zählen’. (z. B. 2, 2, 2 und 6, 6). Kurz: Die 6 berechtigt dich dazu, wieder mit allen Würfeln weiterzuwürfeln, wenn alle andern Würfel gezählt werden können.

  • Solange du mindestens eine 1 oder eine 5 würfelst, kannst du immer weitermachen und deine Punkte laufend addieren. Du kannst deine Runde aber auch jederzeit beenden und die erwürfelten Punkte aufschreiben.

  • Sobald du aber einen Wurf ohne 1 oder 5 machst, sind alle in dieser Runde erzielten Punkte verloren und der oder die Nächste ist dran.

  • Wer zuerst 15’000 oder mehr Punkte hat, hat gewonnen.

Straßen

Würfelt jemand eine 1, 2, 3, 4 und 5 ODER eine 2, 3, 4, 5 und 6 hat er 700 Punkte erwürfelt und darf mit allen Würfeln weiterwürfeln, wahlweise aber natürlich auch aufschreiben und seine fünf Würfel weitervererben.

Feldwege (ganz neu in unsere bestehenden Regeln eingefügt)

Würfelt jemand eine 2, 3 und 4 kann er sie wahlweise als Feldweg zählen ODER aber die Würfelpunktzahlen anders verwerten. Ein Feldweg zählt 200 Punkte

Punktetabelle von Päschen

  • 2, 2, 2: 200 Punkte
  • 3, 3, 3: 300 Punkte
  • 4, 4, 4: 400 Punkte
  • 5, 5, 5: 500 Punkte
  • 6, 6, 6: 600 Punkte
  • 1, 1, 1: 1000 Punkte
  • 2, 2, 2, 2: 2000 Punkte
  • 3, 3, 3, 3: 3000 Punkte
  • 4, 4, 4, 4: 4000 Punkte
  • 5, 5, 5, 5: 5000 Punkte
  • 6, 6, 6, 6: 6000 Punkte
  • Pasch aus allen fünf Würfeln: Automatischer Sieg

Zur noch fehlenden Pointe und warum das Spiel Erben heißt, geht es ⇒ hier lang!

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Wann hast du das letzte Mal gespielt?


Spielregeln als PDF

#flussnoten19 | Tag 11, Tag 12 und Tag plusplus

3. Juli 2019

Endlich bin ich doch wieder eingedöst, als es leise zu tröpfeln beginnt. Man weiß ja nie, was aus so einem Tröpfeln wird, überlegt Irgendlink, kriecht aus dem Zelt und baut das Außenzelt, das ich Stunden vorher wegen der Hitze abgebaut habe, wieder auf. Der Regen ist schnell vorbei und fast ebenso schnell ist es Morgen. Gut schlafen geht anders, doch da wir uns mit Monika um halb sieben Uhr zum Frühstück verabredet haben, stehen wir auf. Auch die Morgenkühle will ja ausgekostet werden

Das wird jetzt schwierig!, sage ich zu Irgendlink, da ich im Alltag ziemlich morgenmufflig bin und am Morgen reden und zuhören so gar nicht mein Ding sind. Dazu setzt sich langsam Kopfschmerz im Hinterkopf fest. Trotz allem ist es dann aber doch gemütlich mit unserer Gastgeberin. Wir tauschen Adressen und verabschieden uns herzlich.

Zurück an der Aare müssen wir erst ein kleines Stück aareaufwärts gehen, bis wir die Brücke entdecken, die uns auf die rechte Aareseite bringt, denn auf der linken endet der Wanderweg vorläufig. Auf einmal fällt mir ein, dass ich mitten in der halb schlaflosen Nacht in meiner Achselhöhle eine Zecke ertastet habe. Irgendlink versucht, das Mistvieh herauszuziehen, doch es will mich nicht ganz loslassen. Nun denn … besser halb als gar nicht.

Auf der anderen Aareseite ist der Weg bis Jaberg, wie uns Monika prophezeit hat, richtig schön und wir fühlen uns wie in eine Zwischenwelt Eingetauchte. Einmal tröpfelt es sogar ein wenig und die Temperatur ist am Vormittag sehr angenehm. Wir sehnen uns, als es gegen Mittag heißer wird, nach einem erfrischenden Bad und überlegen, den Gerzensee, mit dem wir schon die ganze Zeit liebäugeln, in die heutige Tagesetappe einzubauen. Aus dem Gedankenspiel wird schließlich eine konkrete Aktion, denn so weit ist es ja nun auch wieder nicht. Allerdings geht es steil bergan, denn der zu in einem Naturschutzgebiet gehörende See liegt auf einem Hügel.

So wechseln wir nach Jaberg irgendwo wieder die Aareseite und entscheiden uns für jenen Wanderweg, der uns am längsten der Aare entlang gehen lässt. Es ist inzwischen wieder brutal heiß als wir den waldigen Aarewanderweg verlassen und den Hügel aufwärts wandern. An einem Bauernhofbrunnen füllen wir die leergetrunkenen Wasserflaschen. Durch Felder, über Wiesen und fast ohne Schatten gehen wir, bis wir schließlich erschöpft und verschwitzt am Badeplatz des Gerzensees anlangen. Es ist heiß, so heiß. (Und ja, wir wissen, dass der See eigentlich nur für die Einheimischen ist. Wegen Naturschutz und so.) Bedingt nachvollziehbar; doch da wir ja sorgsam sind, nichts liegenlassen und keinen Lärm machen, erlauben wir uns, wann immer wir hier in der Gegend sind, dem See einen Besuch abzustatten.

Das Schwimmen tut einfach sooo gut. Später picknicken wir und erfreuen uns an diesem friedlichen Platz. Einzig ein einzelner Junge, der Kopfsprünge übt, ist da, als wir eintreffen. Später kommen seine Kumpels und die vier Buben spielen sehr friedlich miteinander. Eine später eintreffende, sehr sympathische Frau – keine Einheimische, wie sie uns zuflüstert – lädt uns im Laufe eines angeregten Gesprächs ein, am Abend bei ihr und ihrer Familie zu übernachten. Wie lieb! Wir nehmen ihre Adresse dankbar mit. Wer weiß, vielleicht sind wir ja später froh drum?

Nach einer Weile packen wir unsere Sachen wieder und kehren zurück an die Aare. So jedenfalls der Plan. Auf dem Weg dorthin stellt sich uns allerdings eine Schattenbank in den Weg, eine mit wunderschöner Aussicht auf den Gerzensee. Hm. Ein Nickerchen, das wäre doch was?, sagen wir und legen uns auf die Wiese. Ich bin leider zu aufgekratzt zum Schlafen, doch die Ruhe tut trotzdem gut, das Dösen entspannt ein wenig.

Zurück an der Aare wechseln wir wieder auf die rechte Seite. Der Weg ist mal waldig, mal schattenlos und je näher wir Münsingen kommen, desto mehr Leute sind unterwegs. Mit Fahrrädern oder zu Fuß oder badend. Die Dichte der Bänklein steigt im Gleichschritt mit meiner Müdigkeit.

Also so richtig-richtig. Nicht nur müde wegen zu wenig Schlaf, sondern auch so richtig in den Beinen. Teer gabs heute mehr als auch schon, dazu die Hitze, das Bergaufwandern zum Gerzensee. Dazu das Dauerrauschen der Autobahn.

Müde, so müde … doch da ist kein möglicher Lagerplatz in Sicht. Im Naturschutzgebiet wollen wir eher nicht lagern, außerhalb des Naturschutzgebiets sind überall Siedlungen. Vielleicht dann doch zur See-Bekanntschaft? Aber dann müssten wir ein Stück zurück und durch ein feierabendverkehrlautes Dorf wandern. Hm. Nein. Machen wir nicht. Aber, so schlägt Irgendlinkr vor, er könne ja mit dem Zug nach Thun fahren und unser Auto holen. Finito Wanderung. Weil ich so erschöpft bin.

Ich lasse den Gedanken zu. Aber ich merke, dass es sich nicht richtig anfühlt. Es wäre wie ein Aufgeben. Ein Scheitern.

Wir reden über Aufgebendürfen, über Scheiterndürfen. Wir sitzen auf einer Bank ohne Schatten. Ich habe die Schuhe ausgezogen, bade zum zigsten Mal meine heißen Füße. Spiele mit den Steinen, ziehen einen besonders prächtigen, großen, roten Stein aus dem Wasser. Wie schön er ist! Selbst als er trocken ist, ist er noch rot. Er fühlt sich so angenehm an. So kühl. Schon immer liebte ich Steine und schon immer habe ich Steine gesammelt. Mich von ihnen getröstet und gehalten gefühlt. Dieser hier macht mir irgendwie Mut, weiterzugehen. Ich lege ihn auf einen anderen Stein, einen noch größeren, und wir wandern weiter, denn auf einmal ist da wieder ein bisschen Kraft.

Schließlich erreichen wir die Badi Münsingen, wo ich – wie mir auf einmal wieder einfällt – damals fast ertrunken bin. I’m just kidding. Ich hatte einmal wegen der starken Strömung den Ausstieg* verpasst oder nicht rechtzeitig zu fassen bekommen und musste mich deshalb am Gestrüpp ans Ufer ziehen. Lange her.

Wir gehen über die Brücke und sehen am Brückenpfeiler ein kaputtes, wie zusammengefaltet aussehendes Boot. Eins, das es nicht geschafft hat. Hoffentlich ist bei diesem Unfall niemand ertrunken, sagen wir zueinander. Die Strömung ist durch die hitzebedingt riesigen Schmelzwassermengen sehr stark. So stark, dass ich bisher keine Lust auf einen Aareschwumm habe. Jedenfalls gab es bisher noch keine Stelle, an der ich mich sicher genug gefühlt hätte, unbeschadet wieder herauszukommen.

Auf der anderen Aareseite bin ich oft mit dem Rad lang gefahren. Vieles kommt mir bekannt vor. Wieder so ein Tag voller Erinnerungen. Und wieder spüre ich meine Grenzen. Diese unglaubliche Müdigkeit. Erschöpfung. Ich-mag-nicht-mehr.

Unser aktuelles Wegstück hat verschiedene Parallelwege, Rad- und Wanderwege, Bänklein, ein dichter Wald zur Linken … Und Mücken. Soo viele Mücken wie bisher noch nie. Innert kürzester Zeit habe ich mindestens zehn neue Mückenstiche. Schnell sprühen wir uns mit Mückenschutz ein.

Bei einem Holzlagerplatz überlegen wir, ob wir überhaupt noch im Naturschutzgebiet sind und ob es hier nicht vielleicht irgendwo doch ein Plätzchen für uns gäbe. Tut es. Ein kleiner Sackgasse-Weg ist wie geschaffen für uns. Es ist vielleicht nicht der schönste aller Lagerplätze, aber es ist hier sehr ruhig. Nur Kuhgebimmel und leises Autobahnrauschen. So bauen wir, vom Hauptweg unsichtbar, unser Zelt auf. Der Boden ist hart. Irgendlink zaubert einen Stein aus seinem Rucksack.
»Wie jetzt? Du hast meinen roten Stein mitgenommen? Boah, der ist doch so schwer! Daanke!« Wieder einmal fehlen mir die Worte.

Als das Zelt steht, holen wir mit dem Wassersack Wasser aus der Aare und kochen uns müde unser Abendessen. Pilzrisotto und Tomatensalat.

Beim Feierabendbier stelle ich fest, wie stolz ich bin, meinen Erschöpfungstiefpunkt überwunden zu haben. Aber das war vermutlich nur möglich, weil ich die Möglichkeit des Aufgebens hatte in Betracht ziehen und mir zu scheitern hatte erlauben können.

Heute schlafe ich tief und fest.

Bilder von Tag 11

4. + 5. Juli 2019

Wir erwachen wie gewohnt früh und freuen uns, dass die Mücken offenbar weniger morgenaktiv sind als wir. Nach einem kleinen Frühstück wandern wir weiter Richtung Bern. Die Rucksäcke waren auch mal schwerer, sagen wir. Wie jeden Morgen. Überhaupt: Wie wir uns jeden Morgen neu das Gewicht des Rucksacks leichtreden. Gewichtleichtrederei muss die Schönfärberei unter Wandernden sein.

Es ist unklar, wie und wo wir die nächsten Tage verbringen. Sollen wir unsere Wanderung in Bern beenden oder aber durch Bern hindurch weiter der Aare entlang wandern? Es ist erst Donnerstag und wir haben theoretisch bis Samstag Zeit.

Ich stelle fest, dass ich – bei aller Liebe zu Bern – keine Lust auf Stadt habe. Nicht mit dem schweren Rucksack jedenfalls. Aare plus Bern bedeutet nämlich viele Menschen, viele Badestellen, viel Gewusel. Von Berns südlichen Ausläufern bis zum nächsten Campingplatz am Wohlensee wären es bestimmt zwei Tagesetappen, überlegen wir.

Screenshot, der eine Karte von Bern zeigt. Der Aaarewanderweg von Berns Süden durch die Stadt bis zum nordwestlich der Stadt gelegegen Wohlensee wird mit fast 29 km angegeben.

Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es da diesen einen Punkt in Bern gibt, an dem wir unsere Fernwanderung elegant abrunden könnten. Im Eichholz, diesem Ort, an dem wir uns vor fast genau zehn Jahren das erste Mal im echten Leben begegnet sind. Perfekt als Finale dieser Wanderung.

»Eichholz, Eichholz, schpick mi furt vo hie!«, dichten wir einen der berühmtesten Songs von Patent Ochsner um, als wir an Bälpmoos (Flugplatz Belpmoos, Ausgangsort besagten Songs) vorbei wandern.

Wieder machen wir viele Pausen. Hundegassigänger*innen und Wandergruppen kreuzen unseren Weg und seit wir entschieden haben, die Tour im Eichholz zu beenden, fühlt sich alles wieder richtig, gut und leicht an. Die Stadt macht mir keine Angst mehr. Fast beiläufig klärt sich auch die Frage nach der Rückkehr nach Hause, denn mein Bruder lädt uns für den Abend auf einen Campingplatz am Neuenburgersee ein, wo er heute Nachmittag seinen kleinen Segelkatamaran ausladen wird. Die Freunde, die unser Auto hüten, schreiben, wo sie den Schlüssel deponieren, da sie unterwegs sind, und so geht auf einmal alles auf.

Bald erreichen wir das Ende das Waldes. Vor uns ein Wanderweg unter freiem Himmel, ohne Schatten, nur da und dort ein Baum. Wir rasten am Wegrand. Ein Passant sagt, dass es nur etwa ein Kilometer so weiter gehe. Oke, einen Kilometer, das schaffen wir, sprechen wir uns Mut zu. Doch der Kilometer ist etwa drei Kilometer lang und der Weg – ohne Zweifel ein schöner – führt durch ein weiteres sehr schönes Naturschutzgebiet namens Dammknick. Ein Knick führt uns dann auch in einem Bogen ein Stück weg von der Aare, durch eine künstlich angelegte Auenlandschaft. Leider sind die Bäume darin noch zu klein zum Schattenspenden. Wir kriechen buchstäblich durch die Hitze und genießen jeden noch so kleinen Schattenpunkt.

Später, auf einer schattigen Bank kurz vor Bern-Eichholz, picknicken wir unsere letzten Vorräte und schauen den hier zahlreichen Aareschwimmenden zu. Wir fantasieren, wie sie in ihren wasserdichten Schwimm-Taschen ihre Buisnessklamotten mitnehmen und per Aareschwumm zum nächsten Geschäftstermin am anderen Stadtende gelangen. Oder wie sie in der Aare Geschäfte abschließen. Oder wie Liebesgeschichten beim Schwimmen ihren Anfang nehmen. Die Aare als Verbindung von Mensch zu Mensch sozusagen.

Und dann sind wir da. Im Eichholz. Viele Menschen auf Wiesen. Frisbees. Gummiboote. Kinderlachen. Sonnenmilch in der Luft. Unter schattigen Bäumen unmittelbar an der Aare, einen Steinwurf vom Campingplatz entfernt, ziehen wir unsere schweren Rucksäcke aus.

Unser Plan ist einfach: Irgendlink fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Thun-Steffisburg und holt das Auto. Sodann holt er mich, die ich derweil das Gepäck hüte, hier ab, und gemeinsam fahren wir zu meinem Bruder an den Neuenburgersee.

Ich kaufe Irgendlinks Ticket online, da das günstiger ist, als wenn er Tram, Zug und Bus einzeln lösen müsste. Doch auch so ist es immer wieder erstaunlich, wie viel so eine kleine Zugfahrt kostet. Dank guter Verbindungen hat Irgenlink nur eine knappe Stunde bis zum Auto und etwas mehr als eine halbe Stunde bis zurück ins Eichholz. Was wir ins zweieinhalb Tagen gewandert sind, lässt sich in vierzig Autominuten fahren. Keine Pointe.

»Als wir hier vor zehn Jahren unser kleines Bloggerkennenlerntreffen hatten – Irgendlink war auf Schweiz-Radtour – legten wir unwissentlich den Grundstein für all die tollen Wanderungen und Reisen der letzten Jahre.
Der beste Weggefährte ever, « twittere ich, als Irgendlink sich auf den Weg gemacht hat.

Und: »Krähen spazieren vorbei, der Bagger schweigt und der Schatten wandert statt meiner.
Aareschwimmende juchzen vorbei.
Im Kopf ein Song von Züri West und A hard day‘s night (vo Aafang aa).«

Zwei junge Frauen bitten mich, ihre Sachen zu hüten, während sie ein Stück aareaufwärts spazieren und zurückschwimmen wollen. Aber klar, mach ich doch gerne. Überhaupt ist es ziemlich angenehm hier, obwohl es viele Leute hat. Ein rücksichtsvolles Miteinander. Sogar der Baustellenlärm vis-à-vis beim Dählhölzi-Tierpark ist moderat. Lärm und Pausen wechseln sich ab.

Bald ist Irgendlink wieder da und wir wandern zum Parkplatz, den er in einer kleinen Quartierstraße in der Nähe gefunden hat. Merkwürdig, auf einmal wieder in einem Auto zu fahren. Durch die Stadt zuerst, aus der Stadt hinaus, auf die Autobahn, dann über Landstraßen.

Schön ist es mit meinem Bruder. Fürs Segeln reicht der Wind zwar nicht, doch Seebaden, eine kleine eBiketour zum Strandkneipchen, leckeres Essen und die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes runden unseren letzten Wandertag ab.

Wären da nicht die lauten Nachbarn, die bis in die Nacht hinein plappern und lachen, könnte ich mich direkt daran gewöhnen, auf Campingplätzen zu zelten. Andererseits ist es deutlich unruhiger als im Wald, ich schlafe weniger gut als in der Natur und erwache mit sehr starkem Kopfweh und Übelkeit. Darum gönne ich mir am Freitagmorgen die erste Warmdusche seit zwölf Tagen. Sie tut gut. Kopfweh und Übelkeit sind danach fast weg.

Wir dürfen nochmals die Leih-eBikes benutzen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Mit Freier-Eintritt-Karten für die kulturelle Aktionen in der ganzen Region, die wir an der Campingkasse bekommen haben, gönnen wir uns zwei Museumsbesuche in Le Locle. Zum einen gehen wir in die Unterirdischen Mühlen, zum anderen ins Kunstmuseum. Ein gelungener Ferienabschluss!

Auf der Rückfahrt nach Hause realisere ich, dass für mich immer wieder diese Wechsel, diese Übergänge – dieses Auflösen des einen Aggregatzustandes zugunsten eines anderen – sehr schwierig sind. Dieses kleine ständige Loslassen des eben noch Seienden. Es bereits als Gewesenes betrachten. Als Echo. Wie ein Pflaster, das entfernt wird. Übergangsschmerz.

Bilder von Tag 12 (und ++)

Lest gerne auch Irgendlink über Tag 11 und über Tag 12 unserer Wanderung (Texte folgen)


Kartenlink Tag 11
+
Kartenlink Tag 12

Zur Karte der letzten drei Tage:

[googlemaps https://www.google.com/maps/d/embed?mid=1rE8pHFFgtQRkSOewN_JNsOp3T9aG7zY2&w=640&h=480]


*An den klassischen Badestrecken gibt es für Aareschwimmer*innen alle zehn, zwanzig Meter Bügel, Haken oder Stufen, um sich an Land ziehen zu können

#flussnoten19 | Tag 10

2. Juli 2019

Der Tag beginnt mit einer wunderbaren Weitsicht auf die frisch gewaschenen Berge am anderen Ufer. Wie gewohnt wandern wir früh los, weiter Richtung Hünibach und Thun, um möglichst viel von dieser angenehmen Morgenkühle erhaschen zu können.

»Die spinnen doch, diese Schweizer*innen mit diesem elenden Auf und Ab. Echt jetzt: 26%! Ich meine: 26%! Aber geschafft haben wirs. Im Kriechgang,« twittere ich noch vor neun, als der Weg so steil bergauf oberhalb des Dorfes an Oberhofen vorbei führt. Vorbei auch am Holzatelier, das M. leitet, doch es ist noch früh und er vermutlich noch gar nicht da. Wir versuchen allerdings auch gar nicht, das herauszufinden. Mit den Rucksäcken sind spontanen Besuche eher suboptimal.

Bald sind wir wieder am See. In Hünibach. Nach einem kleinen Einkauf sitzen wir einfach nur da, auf einer Bank, und genießen den letzten Seemorgen. Von hier aus sehen wir bereits das Ende des Sees und den Aareabfluss. Keine Stunde später betreten wir in Begleitung der Aare die kleine Stadt Thun, die in einem vergangenen Leben mein Dreh- und Angelpunkt war.

Alles bekannt. Da, die Brücke, wo wir damals. Die Fähre über die Aare ist heute außer Betrieb, zu viel Wasser, zu stark die Strömung. Wir setzen uns schon wieder auf eine Bank. Das hier will behutsam angegangen werden. Erinnerungen wollen gesehen werden. Erinnerungen brauchen Zeit.

Später. Wir spazieren durchs Bälliz, die Marktstraße Thuns, das Herz der Stadt. Emsiges Treiben. Vieles ist noch wie früher, manches anders. Hier habe ich – und dort drüben war doch – ach, wie war das damals?

Es ist schön, diesen Weg heute mit Irgendlink zu gehen, Vergangenes zu teilen und die Stadt neu zu erleben. Im großen M tanken wir die Handys, trinken und essen etwas und schließlich verlassen wir die Stadt wieder. Aareabwärts. Am Aarebad vorbei.

Es gibt verschiedene Wege, auf beiden Aareseiten, für Menschen mit uns ohne Räder. Wir tüfteln ein wenig, bis wir endlich einen finden, der uns schattig genug ist. Schön geht anders, wir sind ein wenig verwöhnt nach den letzten Wandertagen.

Es ist jedenfalls ein krasser Unterschied zwischen heute Morgen und jetzt: vor Thun diese beinah illusorisch ruhige, fast heile Welt, Hügel, Seen und Natur, nach Thun an der begradigten Aare eingeklemmt zwischen Straße, Kieswerk und Naturschutzgebiet und ohne unmittelbaren Aarezugang. Es ist laut auf diesem reizlosen, schnurgeraden Weg, der einzig als Verbindung von Punkt A nach Punkt B gedacht ist.

Naturschutzgebiet, ha! Sind Naturschutzgebiete womöglich sichtbar und materiell gewordene Ablasshandlungen einer industriellen Hochleistungsgesellschaft?, orakle ich. Ich fühle mich jedenfalls nach den friedlichen Tagen in den Bergen bereits wieder gehetzt und bin froh, dass wir im Laufe des Nachmittags endlich ein kleines Seelein finden, in welchem wir uns abkühlen können. Die Aare wäre natürlich auch badbar, doch wir haben keine wirklich geeignete Stelle gefunden. Manche Stellen waren zwar schön, boten aber keinen Schatten. Aarebaden, zumal mit so viel Strömung und ohne Übung, darf außerdem nicht unterschätzt werden.

Das Baden tut gut. Im Wasser schwimmt Gras und erst da wird uns klar, dass der See Hochwasser hat. Nach dieser Erfrischung überlegen wir so langsam, wo und wie wir heute Nacht lagern könnten. Einkaufen müssten wir ja auch noch. Unser täglich Bier zum Beispiel, ein frisches Brot und sonst noch das eine oder andere.

Irgendlink findet auf der Karte einen Weg nach Uttigen und lotst uns durch den Aarewald ins nahe Dorf. Wir fragen uns bis zum Volg durch und kaufen ein. Wie wir uns vom Volg aus wieder Richtung Aare wenden, spricht uns eine freundliche ältere Dame an. Ob wir Pilgernde seien und wohin und woher und dass sie vor zig Jahren nach Santiago gepilgert sei. Wir kommen ins Gespräch, trotz der Rucksäcke auf dem Rücken, und schon bald sitzen wir an ihrem Gartentisch und trinken selbstgemachten Sirup. Köstlicher Schatten. Wohltuendes Sitzen. Wir plaudern über das Woher und Wohin und über die Gewitter der letzten zwei Nächte und dass diese Nacht auch wieder welche gemeldet seien.

Irgendwann lädt uns Monika, die wir inzwischen von Pilgerin zu Pilgerin duzen, ein, in ihrem Garten zu zelten. Ein Angebot, das wir gerne annehmen, auch wenn es doch eine rechte Umstellung wird, inmitten von Häusern und dem Gewusel eines Dorfes statt in der Natur zu schlafen.Doch vorher gehen wir mit unserer Gastgeberin noch ein wenig spazieren. An die Aare natürlich. Und danach gibt es Coupe Danemark, mit hausgemachter Schoggisauce.

Es wird für mich die am wenigsten erholsame Nacht dieser Reise. Vor allem ist es die Hitze, die mich nicht schlafen lässt. Wegen der Gewitterwarnung haben wir nämlich wieder einmal auch das Außenzelt aufgebaut. Ein Zwei-Sekunden-Regen ist aber alles, was es heute Nacht gibt, darum stehe ich mitten in der Nacht auf und baue das Außenzelt ab.

Als ich endlich doch noch ein wenig schlafen kann, fährt beim nahen Volg der Lieferant vor und entlädt seine Waren. Willkommen zurück in der Zivilisation.

Bilder von Tag 10

Lest gerne auch Irgendlink über Tag 10 unserer Wanderung (Text folgt)


Kartenlink Tag 10

Zur Karte der letzten drei Tage:

[googlemaps https://www.google.com/maps/d/embed?mid=1rE8pHFFgtQRkSOewN_JNsOp3T9aG7zY2&w=640&h=480]