A Winter’s Tale

Wunderbarer, zehn Kilometer langer Spaziergang mit dem Liebsten auf den Wülpelsberg zur Habsburg hoch.

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© by Sofasophia

 

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© by Sofasophia

Daheim erwartet uns das unerwartete Geschenk einer lieben Fee. Die Karte dazu kann ich euch nicht vorenthalten.

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© aller Pics: Sofasophia

A Winter’s Tale auf Youtube

Wem oder was?

Wem oder was verdanke ich wen oder was? Dativ trifft Akkusativ. Und mich. Dich auch.

Meine Mausmatte an der neuen Arbeitsstelle sagt, dass wir die besten Dinge dem Zufall verdanken …

Was meinst du? Stimmt das für dich? Oder anders gefragt: Was würde auf deiner Mausmatte stehen?

Mausmatte_was

  • Was ist es, was dich dankbar macht?
  • Wenn du dankbar bist, wann ist das? Und wem gehört dein Dank?
  • Sagst du oft Danke? Und wenn ja, wem?
  • Wie wirkt sich Danken auf dein Leben aus?

Ich freue mich schon sehr auf eure GEDANKEN zum Thema. Wenn ihr denn mögt!

Und ja, herzlichen Dank für all die lieben Kommentare und Likes zu meinem letzten Artikelchen. Es hat mich echt total gefreut, so viel Mitgefühl und Mitfreude von eurer Seite zu erleben.
Ihr seid wunderbare Menschen, ihr da draußen. Das darf ruhig auch mal gesagt werden.

Ich wundere mich

Kurz vor neun Uhr betrete ich das Schulhaus, das jetzt meins ist (mein Arbeitsplatz zumindest, mein neuer) und fühle mich wohl. Vertraut. Auf die Art, die nicht klemmt und leiert.

Das Lächeln jener Raumpflegerin, der ich mich am ersten Einarbeitungstag mit Vornamen vorgestellt habe, umfängt und empfängt mich warm. Ihr eher kantiges, abgehärmtes Gesicht, wird weich und leuchtet, als sie mich sieht. Ihr Lächeln erreicht nicht nur ihre Mundwinkel, es erreicht auch meine Zehenspitzen. Auch die andern vom Schulhaus-Putzteam, das die Schulferien für einen Grundputz nutzt, grüßen mich lächelnd. Zwei jobbende Schülerinnen, der junge Schulhausabwart, ein zweiter Angestellter und zwei Raumpflegerinnen kann ich ausmachen. Sie hören laut Musik. Mir egal, denn ich kann einfach die Türe zumachen und habe Ruhe.

Wie eine Königin setze ich mich auf meinen bequemen Bürostuhl und starte den Rechner.

Ich wundere mich, wie leicht mir das frühe Aufstehen in dieser neuen Lebensphase fällt. Nun ja, halb acht ist human.
Ich wundere mich, dass ich so fit bin. Und gut schlafen kann. Und keine Panikattacken mehr habe.
Ich wundere mich, wie wohl ich mich fühle, so wohl wie bei meiner letzten Arbeitsstelle weder am Anfang, noch mittendrin noch am Schluss, und ich bin einfach nur froh, dass ich dort gekündigt habe. Kein Vergleich dazu wie gut es mir jetzt geht.

Ich öffne das Mailprogramm und stelle fest, dass ich mich erst mal wieder an Outlook gewöhnen muss, ich Opensourcerin ich. Alles auf dem Rechner, außer das Betriebssystem, ist auf dem Mist meiner Vorgängerin gewachsen. Es ist, als würde ich in ihren, als würde ich in einen fremden Kopf hineingucken. Die Dateienstruktur ist zwar im Großen und Ganzen nachvollziehbar, aber die Ablage wenig konsequent und längst nicht so logisch wie die Idee, die ich dahinter ahne. Die Herausforderung an mich besteht nun darin, dass ich parallel die einzelnen Arbeitsabläufe meiner neuen Aufgaben kennenlernen sollte, aber, bevor ich mich an die verqueren von ihr gelegten Spuren allzu sehr gewöhne, neue Strukturen einführe. Nicht altes übernehmen, sondern erneuern, ist unser erklärtes Ziel. Vom Scheff und von mir.

Zumal ich – sagen wir es offen – ein wirklich exorbitantes Chaos erben durfte (siehe auch hier). Die Entflechtung zweier Sekretariate – welche meine Vorgängerin hätte bewerkstelligen sollen, um meiner Kollegin und mir die Einarbeitung möchlichst leicht zu machen – findet erst jetzt statt. In den Schubladen, in den Schränken und auf der Festplatte ist noch alles beim Alten. Alles, was ich in die Hand nehme, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen und Dinge zu finden, zieht einen Rattenschwanz von vorher zu lösenden Aufgaben nach sich. Wie im Märchen muss ich drei Rätsel lösen und so fange ich einfach mal irgendwo an. Ich reinige auch den Raum energetisch, mache ihn bereit für mich und für eine neue Zeit.

Für eine zweistündige Sitzung fahre ich um zehn Uhr ins Nachbardorf, wo unsere Musikschule ebenfalls Unterricht anbietet. Und wo der Scheff sein Büro hat. Wir besprechen die wichtigsten ToDos von heute und morgen und später holen wir auf der Gemeinde meinen neuen Büroschlüssel für das Schulhaus hier. Bei dieser Gelegenheit lerne ich gleich ein paar neue Ansprechpersonen kennen. Alle total nett.

Später kommt noch ein Kommissionsmitglied, der meine Ansprechperson in Bezug auf die Webseite der Schule sein wird. Ich frage ihn nach dem verwendeten Web-Programm und er sagt, dass die Seite zurzeit auf WordPress umgebaut werde. Ich bekomme große Augen.
Das kenne ich, sage ich, das unterrichte ich sogar. Nun bekommt er große Augen.
Was für ein Glück, sagt er, dann brauchst du ja kaum Einführung.

Noch so ein Zufall ist, dass meine private und meine neue geschäftliche Telefonnummer bis auf die drei Ziffern mittendrin, die für den Ort stehen, identisch sind. Das hatte ich wirklich noch nie.

Ich fahre ins Büro zurück, esse mein Picknick und räume weiter auf. Schritt für Schritt.

Auf meiner Mausmatte steht, dass wir dem Zufall vieles verdanken. Ob es wirklich Zufälle gibt? Mich dünkt fast, als hätte ich diese neue Arbeitsstelle selbst erfunden. Oder mir erzaubert? Oder erschrieben?

Wer weiß, vielleicht bin ich ja nur eine Romanfigur. Und nun endlich im richtigen Buch gelandet? In einem mit lächelnden Raumpflegerinnen und glücklichen Menschen.

Heimliche Flaschen

Ja, mich hat die Art und Weise auch gepackt, wie Karl Ove Knausgård schreibt. Und was und worüber er schreibt. Wie er hinschaut. Wie er Worte findet für Phänomene, die ich auch kenne. Ja, auch ich habe solche Gedanken in mir. So viel Ungesagtes, Ungeschriebenes, Unformatiertes, auch Hässliches, Verrücktes, Undenkbares, Unsägliches … Dinge womöglich, von denen ich noch nicht einmal weiß.

Hellsicht 1 Karl Ove Knausgård in STERBEN
Hellsicht 1
Karl Ove Knausgård in STERBEN
Hellsicht 2 Karl Ove Knausgård in STERBEN
Hellsicht 2
Karl Ove Knausgård in STERBEN

Zuweilen überlege ich deshalb, ob ich nicht ein neues anonymes Blog öffnen sollte, wo ich mit der gleichen mutigen Kompromisslosigkeit wie Knausgård über mein Leben schreiben kann. Schonungsloser und offener noch als hier.

Obwohl … im Grunde brauche ich dazu kein Publikum. Nur den Raum, diese Texte freizulassen. Manchmal ahne ich, dass da – wie der Korken in einer Schampus-Flasche – nur noch ganz wenig fehlt.  Dass ich den Deckel einfach mal wegmachen sollte und ausprobieren, was da, in dieser heimlichen Flasche, alles drin steckt.

Ich vermute, wir alle haben solche heimlichen Flaschen. Knausgård, über den Ulli und die Mützenfalterin schon oft geschrieben haben, schreibt mir in seiner Heimliche Flaschen-Sprache mitten aus dem Herzen. Und was dabei herauskommt, ist gar nicht so schlimm, so schrecklich, so obszön, wie man vielleicht glauben würde, es ist einfach echtes Leben. Ungeschönt. Ach, wie viele meiner heimlichen Gedanken finde ich – in anderen Worten – auch bei Knausgård!

Wie es bei mir wäre, bei andern, weiß ich natürlich nicht. Aber ich ahne, dass wir uns die eigene Dunkelheit, solange sie verborgen ist, viel dunkler denken als sie ist. Wenn wir ihr die Türen öffnen, unsere Flasche entkorken, kommen möglicherweise unerwartete Schätze zum Vorschein.

Wir meinen ja gerne, so was-auch-immer wie man selbst, sei bestimmt sonst niemand. Doch wir sind es alle. Das ist es übrigens, was mich an Twitter fasziniert und heilsam berührt: ich bin nicht verrückter als der ganze Rest. *lach*

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Wikipedia über Karl Ove Knausgård

Konjunktives Menschsein

Schwindel
Schwindel

Ich gucke täglich durch viele Fenster, durch reale, durch virtuelle. Ich schaue jedes Mal in Innenräume, wenn ich andere Blogs besuche. Lese ich Tweets, tue ich es. Surfe ich auf fb rauf und runter, tue ich es und wenn ich Bücher lese, ebenfalls. Schauen.

Hin meistens, weg manchmal, denn es kommt vor, dass ich, was ich sehe, kaum aushalte. Ja, oft bin ich betroffen von dem, was ich sehe, zuweilen schockiert. Ab und an traurig. Manchmal genervt. Oft freudig. Ja, zum Glück auch das. Ausblenden kann ich noch immer schlecht. Vor allem nicht, wenn es um Leid und Not geht. Und wenn, nur mit einem latent schlechten Gewissen.

Informationen. Gedanken anderer. Werbung auch. Kommentare. Massenhaft neue Eindrücke, die ich in mir aufnehme.

Wie war das eigentlich früher? Wie war es, als ich jung war, so jung, wie jene Leute, die heute über soziale Medien ihr ganzes Leben mit der anonymen und zum Teil bekannten Mitwelt teilen?

Nein, wer jetzt auf mein früher war alles besser! wartet, oder auf ein verzweifeltes Wo das wohl alles hinführt?, den oder die muss ich enttäuschen. Das wird kein Jammerartikel. Davon gibt’s genug. Abgesehen ist nicht wirklich alles besser gewesen.

Verdauung. Darum geht’s hier und heute. In mir drin passiert das Phänomen Verdauen ohne mein Dazutun. Das ist in mir so eingebaut (bei dir auch, vermute ich). Ebenso wie Magen und Darm zusammen arbeiten, arbeiten auch mein Kopf und mein Herz mit Augen und Ohren, Nase, Zunge, Haut und meinem sexten und siebten Sinn zusammen. Sie vermengen die Summe meiner Wahrnehmungsorgane zu etwas Eigenem.

Wie ich heute endlich mal wieder meine Wohnung putzte, mit Staubsauger und Schrubber fuhrwerkte und dabei nebenher und, wie gesagt, ohne mein Dazutun meine mentale Verdauung auf Hochtouren lief, wurde auf einmal eine Song von Patent Ochsner in mir drin immer lauter:

chum mir zünde hüt üsi wohnig a
eifach so zum luege wiesi brönnt
mir zwöi si iz scho gnue lang da
sgit nüt ds verlüre wome nüm gwinne chönnt

chum mir zünde hüt üsi wohnig a
u au das wo üs im wäg steit o
s paar sache würdi ganz gärn ds grund xe ga
u dr füürwehrmaa brucht gar nid ds cho

besser viu ds spät aus gar nie
schnide mir üs dr fluchtwäg ab
wemer iz nid gö simer morn no hie
u schuufle üs üses grab

us dere bousteu wird es fröidehus
usem schnee vo geschter e fluss
glichstrom wird wächsustrom
die wiiti wäut wartet voruss

d gruebe wird e garte
us dere knacknuss wachst e boum
u dä boum treit honigsüessi frücht
dert isch scho widr dr wurm drin

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=DOAhePdPNSY]

Ich verfüge über das zweifelhafte Talent eines ausgeprägten akustischen Gedächtnisses. Zwar vergesse ich viele Namen, Gesichter auch zuweilen, aber Stimmen und Songs bleiben haften, wenn ich sie einige Male gehört habe. Songs samt Melodien und Texten. Sie vorsingen könnte ich aber nicht. Ich kann sie nur innendrin abspielen, abrufen. Mit allen Synkopen und so. Ziemlich kuhl das.

Kurz bevor ich den Sauger und den Schrubber wieder wegräumte, tönte nur noch der Schwanz des Liedes in meiner inneren Endlosschlaufe.

… u dä boum treit honigsüessi frücht
dert isch scho widr dr wurm drin.

(Und dieser Baum trägt honig-süße Früchte.
Dort ist schon wieder der Wurm drin.)

Und die Moral von der Geschicht‘?
Gibt es heute leider nicht.
Oder vielleicht die hier: Akzeptieren, dass das Leben nichts liefert, ohne dass darin nicht schon dessen Zerfall mitgeliefert wäre.

Und doch: es wäre halt schon tammi schön, wenn es zumindest einen kleinen geschützten Ort für jede/n von uns gäbe, wo es einfach nur gut wäre. Nur honigsüße Früchte und genug von allem. Keine Würmer, Viren, Feinde, Quälgeister, Gefahren …

Was wäre wenn …? Nein, das gibt es nicht, sorry.

Alles ist.
Alles ist abschiedlich, vergänglich, ungefähr und vorläufig.
Alles ist immer nur jetzt so.
Gopf, das ist doch einfach normal, dass das Leben so ist. Wann check‘ ich es endlich?

Und doch: es wäre halt schon tammi schön …

Das echte Leben. Und du so?

Wäre sie die Figur in einem Film, würde ihre Rolle von jeder Filmkritikerin in der Luft zerrissen. Zu klischeehaft. Zu vorhersehbar. Zu … Schreibt jedoch das Leben selbst das Drehbuch, kommen dabei Figuren heraus, die man sich so nicht auszudenken trauen würde. Nicht als Drehbuchautorin, nicht als Plotlieferantin. Nie und nicht. Wie sich Herrchen und Frauchen im Laufe eines Lebens einander angleichen, ähm an ihre Hundchen meinte ich natürlich, so gleichen sich wohl auch Menschen im Laufe der Zeit an ihre Berufe, an ihre Arbeitsstellen an.* Und nun wird also ihre große Stelle entflochten und auf zwei Menschen verteilt. Und sie wird nach dreizehn Jahren eine neue Arbeitsstelle antreten.

Fakt ist, dass meine Stellenvorgängerin – hm, nun ja … nein, ich frage andersrum: Wie stellt ihr euch eine klassische, alle gängige Klischees bedienende Sekretärin an einer Schule vor? Ja, genau so ist sie. Nein, sie ist mir nicht wirklich unsympathisch, aber ich glaube, ich bin einfach froh, dass ich nicht mir ihr zusammenarbeiten muss. Nicht nur aber auch, weil wir ziemlich diametrale Ansichten zu so ziemlich allem haben.

Schicker, vermutlich auf Schlankmachung angelegter Schlabberschichtenlook, angetan mit lauten Klapperschuhen an den Füßen, die den hellhörigen Schulfluren noch genau das fehlende Etwas verleihen, das ich so was von überhaupt nicht ab kann (mit Klapperschuhen könnte man mich foltern: ich würde alles zugeben, sogar meine Unschuld). Außerdem ist sie unschlagbar genial organisiert (aus ihrer Perspektive), respektive ziemlich chaotisch im Vorgehen (aus meiner Perspektive), dazu sprunghaft, sehr leicht ablenkbar … Nun ja (bin ich ja selbst auch …).

Die einen reden über jene, der hat das, und die dies gesagt …

Ja, zugegeben, der neue Scheff hat mich vor ihr gewarnt. Doch halt, müsste mich dann nicht – genau genommen – auch jemand vor ihm warnen?

Wem soll ich vertrauen, zumal es deutlich zu fühlen ist, dass er die andere neue Sekretärin, die mir sehr sympathisch ist, ein bisschen zu tough findet? Und verdammt, wie kann ich mich vor Tratsch fernhalten, vor Tratsch und Klatsch, der nun wirklich niemandem dient? Sag es laut: NIEMANDEM!

Morgen um acht geht’s weiter mit der Stellenübergabe. Gut, dass ich bei so frühem Arbeitsbeginn nur eine knappe Viertelstunde Arbeitsweg habe. Und zum Glück ist so früh die Ausnahme.
Und nein, eingearbeitet bin ich morgen Abend natürlich noch lange nicht, doch vieles wird ja eh neu angedacht. Und wir haben Zeit. Stress ist vorläufig keiner zu erwarten. Dennoch jammern bereits die ersten Lehrpersonen, weil nachher alles anders wird. Alles. Anders.

Nein, ich nehme das nicht persönlich. Ich kenne uns Menschen. Wie wir es lieben, wenn das Frauchen zum Herrchen passt. Und zum Hundchen. Und zum Schreibtisch und zu den Vorhängen; und zu den Vorgängen auch noch. Niemand mag Wechsel. Alles soll einfach immer rund laufen. Funktionieren.

Das war mein Tag, Liebling. Danke gut, und du so? 😉

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(* Notiz an mich: Wie müsste ich dann sein, aussehen, mich verhalten, als pädagogisch ausgebildete Buchhändlerin-Betreuerin-kauffrauisch Angestellte? Oder ist das womöglich zu viel des Guten und ich darum unpassend für gängige Schubladen?)

Wie die Kinder

Heute, beim späten Frühstück, im neuen A-Bulletin geschmöckert, einem kleinen alternativen Inserate- und Info-Blatt, das ich schon sehrsehr lange abonniert habe. Handgestrickt noch immer, setzt es sich wie eh und je mit allen möglichen Themen, die auch mich beschäftigen, auseinander.

Heute las ich auf dem Titelbild dies hier:

A-Bulletin_Kinder1a

A-Bulletin_Kinder2a

Wer sich ebenfalls für das Thema interessiert, findet hier [→ KLICK] und hier [→ KLICK] mehr Infos über Daniel Hess und seine Glücksschule und auch bei Blinkyblanky habe ich heute unter dem schlichten Titel Schule etwas Seelenverwandtes gefunden.

Ich erinnere mich zum Glück nicht schmerzlich an meinen Schulunterricht. Obwohl es schon auch fragwürdiges, wie Schönschreibnachhilfestunden gab, hatte ich doch das Glück, recht moderne, eher junge Lehrkräfte gehabt zu haben. Fast immer. Außer im Französisch in den letzten Jahren. Im großen Ganzen also recht unschlimm. Dennoch: so viel Glück haben nicht alle. Ich bin überzeugt davon, dass die Glücksschule da einen wichtigen Gedankenanstoß gibt, denn Schule muss sich ständig weiterentwickeln. So wie wir Menschen es ja auch tun. Das Leben heute ist anders als vor zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, sechzig Jahren als wir, die wir heute den Großteil der Bevölkerung ausmachen, zur Schule gingen.

Damit die Kinder von heute morgen eine Welt gestalten können, in der man noch staunen und lachen und glücklich sein kann.

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Details zum Buch Glücksschule gibt es hier: → klicken

Infos zum A-Bulletin gibts auch hier: → klicken

Egal.

Ohne
Leidenschaft,
Begeisterung,
Liebe
wird alles nichts.
Mit
Leidenschaft,
Begeisterung,
Liebe
wird nichts alles.

Manchmal, ich gestehe es, manchmal
möchte ich alle Wesen
in Liebe baden und sie so
von allen ihren Wunden heilen.
Nenn es Größenwahn.
Im Grunde spielt es keine Rolle
wie viele
wie wenige
ich
mit meinem Herz,
mit meiner Liebe,
mit meinen Texten berühre.
Viel oder wenig
ist mehr oder weniger

egal.

Mitten im Yoga
zu begreifen,
dass, wenn doch
alles irgendwie
(hm, nun ja,)
göttlich
(oder so?)
ist, auch ich
es bin.
Ein Fünklein davon.
Ein Splitterchen.
Du auch.

Muss ich mich
erst fest stellen,
nur um festzustellen,
dass ich
nicht muss?
Und nichts.

Der Apfel, du und ich

ApfelIch bin. Du bist. Warum auch immer. Oder vielleicht, weil einzig ich tun kann, was nur ich tun kann. Und einzig du kannst tun, was nur du tun kannst. Mithilfe des in dir installierten Betriebssystems sozsagen.

Ich sehe es so, dass unsere Aufgabe in uns angelegt ist. Ebenso wie in einer Blume. Oder wie in einem Apfelbaum, dessen Aufgabe es ist, zu wachsen und eines Tages Äpfel zu tragen.

Ich muss deine Aufgabe nicht kennen, nur wissen, dass du wächst, weil es in deiner Natur liegt. Und ich weiß auch, dass du so wichtig bist wie alle andern. Ich auch. Und dass wir, wie alle andern, dennoch nur ein Pünktchen auf dieser Welt, in dieser Zeit sind. Vielleicht sind wir Doppelpunkte für die, die nach uns kommen? Wer weißt das schon.

Größe und Nichtigkeit schließen sich für mich nicht aus. Sie helfen uns dabei, uns in einer angemessenen Relation im großen Ganzen zu sehen und zu verstehen – oder auch nicht. Es geht darum, uns nicht zu wichtig zu nehmen aber wichtig genug. Verrückt eigentlich, dass wir, die wir Menschen, die wir schon so vieles erforscht und verstanden und erkannt haben, noch immer das Meiste nicht verstehen. Nicht im mindesten, wage ich sogar zu behaupten. Wir alle kratzen nur an der Oberfläche. Da wo der Schmerz, der menschliche Schmerz liegt. Da, wo das Herz klopft und das Blut fließt. Da wo wir materiell sind, körperlich. Da kratzen wir und da trauern wir und da leben wir. Und da hoffen und lieben wir.

Ich ahne, dass alles viel größer und unbegreiflicher ist, und dass das hier, das sogenannte Leben, möglicherweise nur eine Art Versuch oder Vorbereitung darauf ist, uns dem große Geheimnis des wirklichen Lebens anzunähern. In diesem großen Geheimnis drin (nein, ich werde es nicht göttlich und nicht Gott oder Göttin nennen) schläft und wacht die Liebe. Das ist ihr Raum, ein Raum allerdings, der durch nichts begrenzt ist.

Das mag jetzt alles womöglich ziemlich abgehoben klingen. Egal. Ich sehe und spüre dies alles ganz losgelöst von religiösen Dogmen, größer und ganzer. Ganz im Sinne von unbeschädigt und für immer unkaputtbar. Ohne Löcher. Wie eine unzerstörbare Atmosphäre. Wie Luft, die nicht verschmutzbar ist. Es ist all das, was zwischen allen Zeilen Platz hat. Und noch viel mehr. Es ist größer als alle Zerstörung und aller Hass, größer und heiler als aller Schmerz und jede Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Tiefer als jede Schlaflosigkeit und weiter als jede Sehnsucht.

Ich suche in mir nach Worten, stoße an Grenzen, stelle fest, wie wenig ich ausdrücken kann, was ich ahne, wahrnehme und erlebe, in mir trage. Tief in mir drin, wo ich kaum hinkomme. In den Räumen, die ich gut hüte vor jenen, die spotten und nicht verstehen können. Vor den Zynikerinnen und Hasspredigern. Vor den Menschen, die sich mit Oberflächen zufrieden geben. Und ich gestehe: ich lasse das, was ich ahne, meistens innen vor – nein, nicht außen vor –, weil es sehr anstrengend ist, mit diesen Ahnungen zu leben.

Was genau es ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht schlicht und einfach meine einzig wirkliche Wirklichkeit. Und dahinter, wenn es denn ein Dahinter gibt – eher wohl ist es wohl ein Darin? –, da gibt es die Wahrheit über den Tod und das Leben. Eine Ahnung wie eine Art Traumerinnerung. Paradies würde ich es nicht nennen, nein, bestenfalls ein anderes Paradies, anders als jenes, das uns Bibel, Koran und Co. beschreiben, denn mein geahntes Paradies ist nicht als Trost gedacht und ist weder Pokal noch Lohn für ein gescheitertes oder zerstörtes Leben. Nichts was sich verdienen ließe. Es ist das Leben an sich. Das, was Leben wirklich ist.

Ich sehe das alles heute aus einer andere Art Perspektive als bis anhin. Wie oft habe ich das Leben kaum ausgehalten. Ich spreche hier nicht explizit von persönlichem Leid. Mehr noch erschütterte und erschüttert mich immer wieder das Leid, das Unschuldigen angetan wird. Am allermeisten das Leid von Kindern und von jenen Menschen, die stellvertretend für Ängste oder im Zusammenhang mit von Menschen gemachten Dogmen gequält, gefoltert, ausgepeitscht werden. Krieg, Verfolgung, Naturkatastrophen, Hunger, Korruption, Machtmissbrauch, Gewalt, sexuellen Übergriffen … und ja, auch seelische Grenzüberschreitungen haben viele Gesichter. Wenn ich das alles aufzähle, verschwindet dieses Ahnen um das große Ganze, das ich oben beschrieben habe, beinahe; es wird blass und zieht sich zurück. Allerdings, und das ist der alles entscheidende Punkt, es zieht sich nur aus meinem Blickfeld zurück. Es bleibt da. Es ist stärker. Es durchdringt alles und verbindet alle und alles mit allem. Unabhängig von mir und meinem Blick und meiner Wahrnehmung. Glaube ich. Ahne ich.

Da wo einst keine Hoffnung mehr in mir war, ist wieder Hoffnung entstanden. Vielleicht darauf, dass das hier – gemeinhin Leben genannt – wie gesagt, nur eine Art Vorspann ist. Oder ist das alles nur eine Art tröstliche Illusion, die ich mir geschustert habe, um leben zu können? Und wenn?

Die Liebe, diese Hauptenergie meines Ahnens, ist auf alle Fälle real. Vielleicht die einzige Realität überhaupt. Größer als jeder Hass ist sie. Und als jede Wut und sogar als jede Trauer.

Dieser Tage

Während ich diese Zeilen schreibe,
während du diese Zeilen liest,
während sie über die Straße geht,
während er den Zug besteigt,
während sie im Büro sitzt,
während sie zu Mittag essen,
während sie sich zärtlich umarmen,
während er die Seite umschlägt,
während du die Tafel putzst,
während ihr um Hilfe ruft,
während ihnen dort Hilfe gewährt wird,
während euch hier Hilfe verweigert wird,
während man dir nicht zuhört,
während du den Vertrag unterschreibst,
während sie auf dem WC sitzt,
während er vom Jagdhochsitz aus Rehe beobachtet,
während ich huste,
während er schläft,
während sie die Wände neu streicht,
während es hinfällt und wieder aufsteht,
während sie ihn auslachen,
während alle Charlie sind,
während in Nigeria Menschenrechte ignoriert werden,
während in Köln oder in Berlin eine Asylbewerberin aufgenommen wird,
während in Dresden ein Mensch begreift, dass es auch anders geht,
während sie in Zürich den Kopf schüttelt,
während er in Bern auf die Uhr schaut,
und ich hier aus dem Fenster,

fällt hier kein Schnee. Möglicherweise woanders.

HochsitzAb Februar bin ich (offiziell wieder) nur noch teil-selbständig. Ich hoffe, meine neue Arbeitsstelle wird zu mir passen wie ein paar perfekte Schuhe, wie meine bequemste Jeans und wie mein Lieblingspulli.

Während du das liest,
unterschreibe ich vielleicht gerade den neuen Arbeitsvertrag.

Und du?