Seit Tagen steigen Erinnerungen hoch. Zum Beispiel an die Sache mit Ostern. Wie war das gleich gewesen, früher? Eier suchen gabs bei uns nicht. Meine Mutter hat uns ja auch nie Märchen erzählt. Das sind doch Märchen, ich erzähl euch doch keine Lügengeschichten. Ab und zu las sie eine Kindergeschichte aus einer Zeitschrift vor. Das wars schon. Gut, dass ich schon sehr früh lesen konnte. Und alles zu lesen begann, was mir in die Finger kam.
Karfreitag habe ich während meiner Ausbildungszeit gerne meditativ und auch gerne alleine verbracht. Ich fuhr zum Beispiel mit meinem bordeauxroten Rennrad an den Hallwylersee – hin und zurück dreißig Kilometer. Womit wir bei meinem Fahrrädern wären …
Hach, mein rotes Rad, mein erstes eigenes Rad! Meine Räder waren nicht einfach Fahrräder. Nicht einfach nützliche Dinge, mit denen man von A nach B fuhr. Nein, so wie auch meine Autos Persönlichkeiten sind und waren, waren und sind das auch meine Räder. Jedes schrieb mit mir ein Stück Lebensgeschichte.
Fahren lernte ich auf dem roten Kindervelo meiner Schwester. Ich war wohl sieben oder acht. Unsere Straße war dazu wie geschaffen, ein wahres Kinderparadies. Samt Wald. Ein Biotop für Kinder. Radfahren, Rollschuhlaufen, Federballspielen, im Wald Baumhütten bauen … ja, das war alles wirklich gut und schön. [Neben allem andern Scheiß.]
Mit zwölf kam ich in die Oberstufe. In die Bezirksschule im Nachbarort. Wohin ich mit dem alten Rad meiner Mutter fuhr. Als ich es zu benutzen begann, war das gute Teil schon über zwanzig Jahre alt. Es hatte eine Sturmey Archer-Dreigang-Schaltung, einen zweifarbigen Ledersattel und einen schweren, dunkelgrünen Rahmen. Altmodisch wie sonst was. Für eine Zwölfjährige war so ein Teil unglaublich peinlich. Andererseits (und wenn ich ganz ehrlich bin) habe ich das Teil geliebt. Ich trug es auf wie eins jener alten Kleidungsstücke, die wie angegossen sitzen und trotzdem längst von allen andern in die Kleidersammlung geworfen worden wären. Natürlich moserte ich rum und wünschte mir ein eigenes neues Fahrrad. Was aber nicht so einfach war, weil das Geld fehlte.
Schließlich begann meine Schwester nach ihrer Konfirmation mit der Lehre und kaufte sich vom ersten Lehrlingslohn und dem Konf-Geld ein Mofa. Ich besuchte nun bereits das zweite Jahr der Bezirksschule und durfte ab sofort ihr vier Jahre altes Fahrrad auftragen. Ein Durchschnittsmodell, wie auch meine Mitschülerinnen sie trugen fuhren. Goldmetallic der Rahmen. Warum sie damals nicht das alte Mutterrad hatte benutzen müssen, frage ich mich heute zum ersten Mal. Vermutlich hatte sie sich erfolgreicher als ich dagegen gewehrt? Das konnte sie nämlich viel besser als ich. Doch ich, ich träumte – trotz hübschem goldenem – noch immer vom eigenen neuen Fahrrad.
Ein Jahr später wurde mein Traum wahr, denn ich gewann bei einem Wettbewerb ein nigelnagelneues Velo. Dumm nur, dass ich inzwischen erfolgreich meine Mofaprüfung abgelegt und sich mein Traum vom eigenen neuen Fahrrad in den vom blauen Mofa gewandelt hatte. Längst hatte ich auch auf Mofas von Kollegen und Kolleginnen einschlägige Erfahrungen gesammelt. Mein Vater half mir, meinen Traum zu verwirklichen. Er verhandelte mit dem Zweirad-Händler im Nachbardorf, der schließlich mein gewonnenes Fahrrad in Zahlung nahm und mir gegen einen Aufpreis ein quietschblaues Mofa, ein Puch Maxi, verkaufte. Das gleiche wie meine Freundin U.. Fast alle aus meiner Klasse kamen inzwischen mit dem Mofa in die Schule. Nach der Schule fuhren wir ab und zu in die nahen Hügel und kurvten herum. Ein Mofa war für uns das Synonym für Freiheit.
Viele Jahre, auch als ich schon in A.und noch später in B. zur Schule ging, fuhr ich mit meinem Maxi durch die Welt. Treu und zuverlässig brachte es mich ans Ziel. Doch auf einmal erwachte der Traum vom Fahrrad wieder. Freundin D. hatte sich beim Fahrradhändler W. im Oberdorf einen pinken Renner spritzen lassen. Boah, so ein geiles Teil! Zwar nicht in pink, aber so ein Renner war doch genau das, was ich mir immer gewünscht hatte! Außerdem jobbte ich ja in den Schulferien immer und hatte mir inzwischen etwas zusammengespart. Für gute Noten kam auch immer was dazu und so konnte ich bald zum Velo-W. gehen und mir mein eigenes Traum-Velo zusammenstellen. Bordeauxrot musste er sein, der Rahmen meines „Halbrenners“ – damals meine Lieblingsfarbe. Dazu hatte er einen schwarz ummantelten Rennlenker, feine Spritzschutzbleche und einen feinen Gepäckträger, auf den ich einen ebenso feinen Gitterkorb – ein Geburtstagsgeschenk meines Bruders M. – klemmte. Okay, so ein Korb auf einem Renner mag ein Stilbruch sein, doch ich musste und wollte mit dem Rad ja zur Schule und hatte immer viel zu schleppen. Oder ich fuhr mit meinem Rad an Karfreitag an den Hallwylersee oder mit der Jugendgruppe an die Aare. Das Mofa stand nun hinten in der Garage, nicht mehr vorne, und wurde immer seltener gebraucht.
Als ich nach meinem ersten Arbeitsjahr – als sozialpädagogische Praktikantin – als Zweiundzwanzigjährige für ein weiteres Praktikum ein Jahr ins Tessin fuhr, nahm ich nur das rote Fahrrad mit. Auch später, als ich nach Bern zog, um Buchhändlerin zu werden, kam mein rotes Rad mit und erkundete mit mir diese Stadt, die mir viele Jahre später wieder Heimat wurde.
Irgendwann kam der Tag, da mein rotes Rad starb. Die genauen Umstände habe ich vergessen. Es war, so meine ich mich zu erinnern, geklaut und kaputtet worden und wurde später wiedergefunden. Die Reparaturen hätten mehr gekostet als ein neues Rad, doch weil ich als Buchhändlerin nur wenig verdiente und das Wenige für eine Reise sparte, konnte ich mir kein teures Markenrad kaufen. Also musste ein günstiges Stadtfahrrad her. Das Teil hielt nicht lange, ich erinnere mich kaum an seine Farbe und es war oft kaputt. Wenige Jahre später wurde es von einem schönen neuen türkisfarbenen Citybike mit breiten Reifen, die auch auf ungeteerten Wegen und im Wald etwas taugten, abgelöst. Inzwischen war ich das erste Mal verheiratet, lebte in der gleichen Gegend wie heute und arbeitete zuerst im Kinderheim und später in der örtlichen Buchhandlung. Das Bike war damals mein Alltags- und Freizeitmobil. K. und ich verbrachten unsere Freizeit oft auf den Sätteln unserer Stahlrosse. Daran hat sich bei mir bis heute nichts geändert. Nur dass auch mein türkisses Pferdchen eines Tages seinen Dienst aufgab. Ich vererbte es einer Organisation, die ausrangierte Räder reanimiert und nach Afrika schickt. Der Gedanke, dass mein altes Rad noch immer irgendwo lebt, macht mich noch heute froh.
Mein aktuelles (Marken-)Fahrrad habe ich vor elf oder zwölf Jahren in T. gekauft, als ich mit meinem zweiten Mann im Berner Oberland gewohnt hatte. Dieses silberfarbene Rad mit blauen Teilen da und dort hat längst seine Marke überlebt. Zugegeben, es ist in die Jahre gekommen und längst trägt und fährt es nicht mehr nur Originalteile. Noch nie war ein Rad so lange bei mir. Dem Liebsten-sei-Dank, der es immer wieder zum Laufen bringt.
Heute Nachmittag – nach einem regionalen GeocacherInnentreffen in der Nähe meiner Wohnung – radelten wir beide noch ein wenig an die nahe Reuss.
Einfach drauflos.
Über Stock und Stein. Waldwege.
Ab und zu schieben, wo der Weg zu schmal, der Wald zu dicht ist.
Bei jeder Verzweigung entscheiden, wo lang wir fahren wollen.
Wie im richtigen Leben.
Kopfkino
Kino in meinem Kopf. Zurzeit laufen zwei Filme, die Wort für Wort das Leben schrieb.
Der eine ist der ARD-Film Der Preis der Blue-Jeans aus der Doku-Reihe Billigprodukte und ihre Folgen, den ich vor einigen Tagen gesehen habe. Es geht darin um Jeans und wie diese zum Beispiel im Billigland China produziert werden. Die ersten Eindrücke, die das Filmteam in der ersten chinesischen Fabrik, sind noch knapp erträglich. Obwohl das Stoffzuschneiden und -nähen im Akkord nur unter bedingt menschenwürdigen Bedingungen abläuft. Doch je länger der Film und die Recherchen dauern, desto schlimmer wird es. Die genähten Jeans werden nun mit chemisch fragwürdigen Bleichmitteln behandelt, mit Fräsen kaputtet und mit Sandstrahlern bearbeitet, damit sie auch schön grunge aussehen. Und das in den meisten Fällen mit nur geringem oder gar keinem Schutz für Haut, Lungen und Ohren der Arbeiter und Arbeiterinnen. Bestialischer Lärm. Die befragten Arbeiter und Arbeiterinnen, wobei die Männer bei gleicher Arbeit mehr verdienen als die Frauen, zucken die Achseln. Es könnte schlimmer sein. Ich fühle mich gesund. Man gewöhnt sich daran. Sie bewohnen Löcher, Massenunterkünfte ohne jegliche Privatsphäre. Immer brennt Licht in den Unterkünften, wegen der Schichtwechsel. Dusche? Vergiss es! Zwei Eimer Wasser müssen reichen, um die ganzen Chemikalien abzuwaschen.
Dafür wird jede Jeans im Laufe des ganzen Prozesses ungefähr zwanzig Mal – mit starkem Waschmittel – gewaschen, damit auch ja alle Gifte ausgespült werden. Sonst kann man die Hosen nämlich nicht nach Deutschland liefern. Obwohl Deutschland das bessere Abwassersystem hätte. Das bessere? China hat nicht das schlechtere, China hat gar keins. Die ganzen Färbe- und Bleichmittel fließen, bestensfalls von ein paar Gittern gefiltert, von der Fabrik ins Abwasser. Und von dort ins Meer.
Die Leute wollen nicht mehr viel zahlen für ihre Jeans. Sagt der deutsche Händler. Sagt der chinesische Zwischenhändler. Die Leute wechseln ihre Jeans nach einer Saison. Dennoch muss die Qualität stimmen. Die Konkurrenz ist groß. Der deutsche Händler sagt, dass China handeln müsste. Bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Gewässerschutz veranlassen. Wir, sagt er, wir können nichts dafür. Wir richten uns nach dem Markt. Und selbst wenn wir mehr für die Jeans verlangen und China bezahlen, bekommen nicht die FabrikarbeiterInnen mehr Geld. Das verschwindet im Zwischenhandel. Später sagt er, dass, falls China zukünftig mehr Geld wolle, sie halt nach Afrika wechseln müssten. Doppelmoralischer und zynischer geht’s nicht.
Wenn Menschen und Gewässer so schlecht behandelt werden wie in China, wie werden da wohl Tiere gehalten? Ich mag gar nicht dran denken.
Während ich den Film schaue, fällt mir jener Film ein, den Irgendlink neulich geschaut hat – auch auf ARD. Über Amazon, das wir alle kennen und lieben, weil es so schön billig ist, zuverlässig auch, und uns alles liefert, was das Herz begehrt. Wir erfuhren, wie auch in Deutschland und Frankreich Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und leben. Von Zeitarbeitfirmen aus Spanien und andern „armen Ländern“ geködert, um in großen Hallen Material zu verpacken. Bewacht von Sicherheitsdiensten. Untergebracht in Massenunterkünften. So weit weg ist China gar nicht …
Müßig zu sagen, dass wir nichts mehr bei Amazon bestellen.
***
Der zweite Kopfkinofilm ist ein selbst gedrehter, selbst erlebter. Nachdem ich gestern Freundin M. (2) zum Bahnhof begleitet hatte, fuhr ich – weil es draußen für ein paar Stunden wie Frühling war – mit dem Rad eine kleine Runde. Ich fühlte mich wohl, ahnte den kommenden Lenz und genoss die Sonne.
Doch wie ich mich auf dem letzten Stück meines Heimweges dem Dorfkindergarten näherte, fielen mir schon von weitem Menschen auf, die dort standen … Und Blumen, die an den Zaun gelehnt waren. Kerzen. Je näher ich kam, desto schrecklicheres schwante mir. Eine Gedenkstätte. Errichtet von Menschen, die eines gestorbenen Menschen gedachten. Kinderschrift auf Briefen und Karten. Mein Herz trommelte wie wild. Ein Kind, hier verunglückt? Eine Frau, die ich um Auskunft bat, bestätigte meinen Verdacht. Ein 5 jähriger Bub sei hier unter den Muldenlastwagen gekommen. Im Krankenhaus sei er einige Stunden später gestorben.
Zehn Sekunden früher über die Straße und er würde noch leben, denke ich. Seine zwei Gschpänli vor ihm hätten es geschafft. Er nicht mehr. Sagt sie.
Ich schiebe das Fahrrad nach Hause. Tränen in den Augen.
aufgelöst
Liebe Leserinnen und Leser
Ihr seid einfach wunderbar. Dass ich euch so einen langen Artikel wie den letzten zugemutet habe, ist ja eins, doch dass ihr auch noch so angeregt mitdiskutiert und mitgerätselt habt, freut mich echt total.
Vier Leserinnen und Leser haben mir die richtige Lösung gemailt:

Der Autor heißt Philip Roth und das Buch Nemesis*
Gewusst haben dies
– Karin Träumerleswelt, die das Buch ihrer Tochter geschenkt hat (und – wer weiß? – das Buch vielleicht und hoffentlich auch noch lesen wird?),
– Uwe Heckmann, der das Buch gleich nach Erscheinen gelesen hat,
– mb aka Frau Haushundhirsch, die das Buch vor einer Weile gelesen hat und last but not least,
– Anhora, die das Buch lesen will, wenn sie meine doch etwas detailreiche Buchbesprechung vergessen haben wird …
++++++++++++++++++++++
Erster und zweiter Preis:
Signierter Kurzgeschichtenband „Nachtfalter“, worin ich mit zwei Kurzgeschichten vertreten bin (auch drei Jahre nach Erscheinen noch knackig und gruselig).
Dritter und vierter Preis:
Eine Touchnote-Kunstpostkarte, die von A-Z auf dem iPhone gestaltet worden ist und direkt von dort aus zu euch nach Hause flattern wird.
Ich werde jetzt alle vier Namen auf Zettel schreiben – noch mehr Trommelwirbel bitte! – und ziehen ….

(leider ist der Fokusmotor meines iPhones kaputt (Wackelkontakt) – drum die Unschärfe, nix für ungut)
And the Winners are …
1. Preis: Anhora
2. Preis: Karin Träumerleswelt
3. Preis: Frau Haushundhirsch mb
4. Preis: Uwe Heckmann
Nochmals großes Dankeschön fürs Mitmachen und eure Lesetreue!
Herzliche Grüße, Sofasophia
_________________________
* weitere Rezensionen auf …
text-und-zeit.de
egotrip.de
Damals, im Sommer …
Endlich ist es Frühling. Hier jedenfalls. Zögerlich erst. Der kühle Wind und die trotz Sonne kühlen Temperaturen verstärken meine Sommersehnsucht nur umso mehr.
Sommer ist für mich draußen sein. Ist Wald, ist schwimmen im See, ist Sonne am blauen Himmel, ist abends am Feuer sitzen und viel weniger Textilien auf dem Leib (keine Schals, Mützen, Stirnbänder, Handschuhe, keine warmen Schuhe, keine langen Unterhosen …). Sommer ist Salate, ist unterwegs sein, ist Lachen … Wieso im Sommer mehr gelacht wird? Bestimmt hat das mit der Sonne zu tun, die sich doch sehr direkt auf die Laune auswirkt.
Teil 1 meiner heutigen Buchbesprechung
Sommer kann aber auch ganz anders sein. Im jüdischen Viertel in Newark, es war im Sommer 1944, war die Hitze schier unerträglich. Seit Wochen über dreißig Grad und auch nachts kaum Abkühlung. Und genau hier fängt das Buch, das ich vorstelle an. Es wird in erster Person Singular erzählt. Die Erzählstimme gehört einem der zwölfjährigen Jungs, die ihren Sommer, mangels Ferienhaus am Meer, in der Stadt verbringen. Zwei Monate Schulferien. Was kann man da schon anderes tun, als, sich mit den andern Jungs täglich auf dem Sportplatz zu treffen und Baseball zu spielen? Trotz der Hitze. Dass es dafür eine Aufsicht braucht, ist den Schulen und der Stadtregierung klar. Der Junglehrer Bucky, 23 Jahre alt und wegen seiner starken Kurzsichtigkeit ausgemustert, übernimmt den Job gerne und mit größter Hingabe – er ist außerdem auf jeden Cent angewiesen. Aus armem Haus stammend lebt er mit seiner Großmutter, seiner letzten Verwandten, in einer winzigen alten Wohnung und spart für einen neuen Ofen. Auf dem Sportplatz bringt er den Jungs Werte wie Zähigkeit, Fairness, Ausdauer, Technik und die Notwendigkeit. Immer wieder Pausen einzulegen bei. Seine Freundin Marcia, Tochter eines Arztes und aus besserem Haus stammend, verbringt ihrem Sommer in einem Camp außerhalb der Stadt. in den Bergen Pennsylvanias. Die beiden vermissen sich sehr und telefonieren regelmäßig.
Die Geschichte beginnt damit, dass wir von vereinzelten Poliofällen in andern Quartieren Newarks erfahren, doch schon bald rückt die Epidemie näher. Da damals die Ursachen für Kinderlähmung noch weitestgehend unbekannt waren, konnte nicht wirklich effizient gegen diese schreckliche Krankheit und ihre Ursachen vorgegangen werden. Und natürlich gab auch gerade diese Unwissenheit allen möglichen Theorien zu Ansteckungswegen Vorschub. Als die ersten beiden Buben aus seiner Gruppe sterben, erträgt Bucky es kaum. Er besucht die Hinterbliebenen und fängt bei der Trauerfeier damit an, seinen Gott der Liebe zu hassen. Wie kann ein guter Gott so etwas schreckliches wie Krankheiten, wie diese Krankheit im speziellen, die Kinder umbringt oder zu Krüppeln macht, zulassen, erschaffen gar? Seine Fragen und Zweifel wachsen stetig, auch die Selbstvorwürfe, die vagen Schuldgefühle, die Frage, was er ändern, verbessern könnte.
Teil 2
Je weiter der Sommer fortschreitet, desto mehr Jungs werden krank. Bucky fühlt sich zusehends hilfloser, und als ihn Marcia überredet, den Job zu schmeißen und zu ihr ins Camp zu kommen, weil einer der Leiter in den Krieg eingezogen worden ist, lässt er sich – zwar gegen seine Gefühle – überreden, zu ihr zu fahren. Seine Großmutter überlässt er der Obhut lieber Nachbarn. Trotzdem fühlt er sich sehr gespalten. Seine Kündigung erscheint ihm wie Fahnenflucht und er fühlt sich wie der größte Feigling dieser Welt.
[Darf ein Mensch sein eigenes Glück, sein eigenes Leben über das Wohlergehen seiner Gesellschaft stellen?, frage ich mich im Fahrwasser von Buckys Gedanken zu seinem Aufbruch in die Berge. Als wäre das Wohlergehen der Gesellschaft von ihm allein abhängig? Ist das denn nicht maßlose Selbstüberschätzung? Und wie sieht es mit der Verantwortung für die allfälligen Konsequenzen aus, wenn wir uns für unser Glück entscheiden?]
Bucky schämt sich seiner Tat. Schon in der ersten Nacht beschließt er, zurückzufahren, sich der Stadt und den Aufgaben, vor denen er davongelaufen zu sein glaubt, zu stellen.
Er muss dorthin, wo er gebraucht wird. Er muss zurück, um sich wieder in die Augen schauen zu können.
[Ich frage mich, ob nicht beides einzig der Aufrechterhaltung des eigenen Selbstbildes – nenn es Egoismus – dient, oder könnte gar Altruismus so aussehen?]
Bucky bleibt im Camp und genießt mit äußerst ambivalenten Gefühlen die Arbeit mit den Jungs, den Schwimmunterricht, die nächtlichen Ausflüge im Kanu mit Marcia auf eine kleine lauschige Insel … Er genießt vordergründig diese beinahe paradiesische Welt, die er noch nie zuvor erlebt hat, derweil in seinem Kopf Peiniger am Werk sind, Ankläger, die aufs Gröbste auf sein Gewissen einreden.
Nach einer Woche erkrankt ein junger Betreuer an Polio. Das Paradies wird zerstört und Bucky ahnt schreckliches. Er lässt sich auf Polio untersuchen und trägt den Erreger tatsächlich mit sich herum. Wie lange schon, lässt sich nicht feststellen. Die Krankheit bricht bei Bucky allerdings erst nach einer Weile aus. Inzwischen sind auch andere, unter anderem Marcias kleine Schwester, im Camp erkrankt und es wird umgehend geschlossen.
Teil 3
1971 | Arnie, einer der jungen Baseballspieler, die damals an Polio erkrankt sind, ist inzwischen Architekt, glücklich verheiratet und hat Kinder. Er hat sich mit dem Leben versöhnt und baut behindertengerechte Häuser – eine boomende Branche in den frühen Siebzigern. Eines Tages erkennt er seinen ehemaligen Lehrer Bucky auf der Straße, woraus sich ein angeregter Austausch entspinnt. Bucky erzählt Arnie seine Geschichte so schonungslos es nur geht. Er lässt nichts aus. Nicht, dass er seine geliebte Marcia nicht geheiratet hat, obwohl sie ihn unbedingt und auch als Krüppel als ihren Mann wollte. Wie naiv! Das hatte er ihr doch nicht antun dürfen. Sie gehörte an die Seite eines gesunden Mannes.
So versagte Bucky sich damals, aus Liebe zu ihr, die Liebe seines Lebens. Glück gibt es in Buckys Welt nur für die andern, schließlich war er doch schuld am Tod seiner Jungs, er war schuld daran, dass sich viele angesteckt und reversible Schäden davongetragen hatten. Er allein …
Die Hölle ist in seinem Kopf. In unseren Köpfen.
Doch Arnie, der Atheist, fordert Bucky, den Gotthasser heraus:
Ist nun Gott schuld oder Sie?, fragt er ihn zum Beispiel sinngemäß. Manchmal klagen Sie darüber, dass Gott nicht Liebe sein kann, wenn er diese Krankheit geschaffen hat. Er habe an allem Schuld, sagen Sie. Dann wieder, dass allein Sie schuldig sind …
Buckys Verhalten – sein Hader, seine Fragen, seine Anklagen, seinen Blick auf das Leid der Welt und die Bürde, die er sich aufgeladen hat, um alle andern reinzuwaschen – ist mir nicht fremd. Seine Bitterkeit macht mich betroffen und ich kann sie nachvollziehen.
Selbstanklage entspringt einer Allmachtsphantasie, blitzt es durch mein Hirn. Die Schuld, das Leid, den Schmerz der Welt zu tragen, kann niemand (nein, auch Jesus nicht). Weil alles ganz anders zusammenhängt, anders als wir denken, ahnen, spüren, wissen, zu wissen meinen. Und ich, nein, ich weiß es natürlich auch nicht. Und nein, ich wage keine Spekulationen. Aber an Gerechtigkeit glauben, nein, das kann ich schon lange nicht mehr – nicht an die von uns definierte und erhoffte jedenfalls. Doch ob der Weg, für den sich Bucky entschieden hat, dieser Weg der Selbstbestrafung, wirklich das Wahre ist? Und wie ist das gleich mit Schuld? Ist eigentlich – um mal die „real-fassbare Schuldfrage“ abhaken zu können – die Ansteckung dieser vielen erkrankten und gestorbenen Menschen wirklich auf den noch nicht ausgebrochenen Virus in Buckys Körper zurückzuführen? War er nicht einfach einer der vielen, die infiziert worden sind? Die Inkubationszeit ist ja bei Polio sehr unterschiedlich und es gibt immer wieder Träger ohne Symptome – er ist also gewiss nicht der Einzige, bei dem die Krankheit erst verzögert ausgebrochen ist. Für Argumente wie diese ist Bucky allerdings nicht empfänglich. Wie auch, es hätte ja sein destruktives Selbstbild zerstört. Und sein ganzes Selbstbestrafungskonzept wäre sinnlos geworden …
Wie gesagt, an Gerechtigkeit mag ich nicht mehr glauben. Nicht an menschliche jedenfalls, nicht an irdische. Aber wer weiß …? Ob wohl deshalb das von mir vorgestellte Buch den Namen einer griechischen Göttin trägt, jener, die für Gerechtigkeit und Rache verantwortlich ist? Und der Autor, wer kennt ihn?
>>> Bitte im Kommentar nur Andeutungen auf die Antworten machen. Lösungen gerne per Mail an mich, damit möglichst viele mitraten können … Ich verlose mal wieder eine kleine Überraschung … <<<
Hinter dem Vorhang
Ein Stück für zwei.
Der Vorhang öffnet sich. Auf der Bühne, gut ausgeleuchtet, Sofasophias Wohnzimmer. Nichts Böses ahnend hängt die Protagonistin auf dem Sofa und tippt in ihre externe iPhone-Tastatur. Xenö* betritt von rechts das Zimmer, schielt dreist auf das Display und liest mit. Erst nach einigen Minuten erwacht Sofasophia aus ihrer Schreibtrance und schaut Xenö verwundert an. Sprachlos. Xenö ist wieder da. Und sie ahnt es bereits: Kein Weg führt an ihm vorbei, wenn er auftaucht. Wer ihn kennt, weiß, wovon ich rede. Nur Unkraut ist zäher.
Sofasophia: Du?
Xenö: Wenn’s erlaubt ist!
Sofasophia: Ist es zwar nicht …
Xenö: Das (er zeigt aufs iPhone) willst du bloggen?
Sofasophia: Warum denn nicht?
Xenö: Viel zu zynisch ist das, böse, gemein … passt doch nicht zu dir. Du bist doch viel zu nett …
Sofasophia: Das sagt ja der Richtige! Außerdem: Das ist schließlich eine Satire!
Xenö: Wirklich?
Sofasophia (wird ein bisschen rosa im Gesicht): Hm … Glaub schon. Was geht’s dich an?
Xenö (schnappt sich das iPhone, das Sofasophia aufs Sofa gelegt hat und liest vor):
Täglich lese und kommentiere ich mich durch zig Blogs, durch zig literarische und künstlerische Stoffwechselprodukte toller Menschen. Täglich lese ich unzählige tolle und weniger tolle fremde Gedanken. Und täglich füge ich da und dort einige meiner Gedanken dazu, als Ermutigung, als Rückmeldung, als Dankeschön. Ich lasse mich von andern Texten und Bildern inspirieren, doch vor allem lenke ich mich damit ab. Von mir weg. Ablenkung betäubt so schön. Ich muss, während ich bei andern bin und von Blog zu Blog reise, nicht selbst denken, ich muss nicht meinen eigenen Mist karren, sondern darf mich mit den Themen anderer befassen. Maßvoll nur, denn es sind ja immerhin die Gedanken anderer.
Kommt mir nicht zu nahe! Lasst mich mit eurem Mist in Ruhe! Ich will es gar nicht so genau wissen.
Nein, so sage ich das natürlich nicht. Ich bin ja nett. Ich bin freundlich. Und ich schreibe freundliche Kommentare. Ich verhalte mich moderat, adäquat, angepasst und unauffällig. Schließlich will ich gemocht werden. Schließlich will ich auch nette Kommentare erhalten, wenn ich schon so viele nette Kommentare schreibe. Schließlich will ich viele Like-its, denn ich verteile ja auch viele.
Obwohl. Wenn ich ehrlich bin, wächst mir die Kommentarmoderation so langsam über den Kopf. Da gibt es nämlich noch die besonders lieben Leute, die einen Kommentar gleich nochmals kommentieren. Und darauf muss doch auch reagiert werden. Oderrr? Ich will doch niemandem das Gefühl geben, dass ich seine Mühe nicht wertschätze. Honorieren. Reagieren. Danken. Eine Hampelpuppe ist nichts gegen mich.
Ob ich die Kommentarfunktion wieder ausmachen soll? Obwohl ich doch im Grunde gerne diskutiere?
Wie viel ist echt von dem ganzen Karsumpel in der Blogosphäre? Diese ganze Nettigkeit – wie ehrlich ist sie? Wie viele Mitleid-Kommentare und -like-its verteile ich, verteilen wir, statt dem Blogger oder der Bloggerin zu sagen, dass ihr heutiger Text eigentlich, na ja, doch ziemlich langweilig geschrieben ist? Wie kritisch sind wir und wie manipulierbar? Wie nett sind wir wirklich?
Xenö: Und so was willst du bloggen? Damit verlierst du doch alle deine Stammleserinnen und -leser!
Sofasophia: Und? Wahrheit hat ihren Preis – heißt es doch so schön. Und darum bin ich jetzt ganz ehrlich zu dir, Xenö. Hau ab!
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* Mehr zu Xenö in meinem alten Blog „Sofasophien“: bitte hier klicken (von unten nach oben zu lesen).
Lenz im Prisma
Was so eine Gruppen-Ausstellungseröffnung alles zu tun gibt, ist nicht zu unterschätzen. Gestern haben wir den ganzen Tag an den Feinheiten gearbeitet wie Rahmung, Verpackung und Präsentation der kleinen Bilder für den „Offenverkauf“, Etikettierung und dergleichen Kleinkram mehr.
Im Prisma herrschte reger Betrieb, als wir kurz nach 17 Uhr eintrafen. Die Stunden der letzten Dinge. Da wird noch ein bisschen Hand angelegt und dort noch ein wenig gerade gerückt. Doro rennt mit ihren schön glasierten Raku-Kugeln herum, um den besten Platz zu finden. Irgendlink klebt die Etiketten an die Wand, während ich bei Optiker F. meine neue Brille hole. Und schließlich kommen die ersten Gäste.
Hier ein paar (leider nicht sehr gute) Schnappschüsse. Mein iPhone kommt bei wenig Licht deutlich an seine Grenzen …
Blooß kään Stress – besser noch eine Tasse Kaffee trinken! -> Bild: unterste Reihe, zweites von rechts. | Irgendlink mit Interessierten im Kunstgespräch -> Bilder: zweitoberste Reihe, zweites von rechts und erstes unten links

Artur verrät uns sein Geheimnis: zwei seiner Bilder passen zusammen. Psst, nicht weitersagen. -> Bilder: zweites von links in der obersten Reihe und erstes unten links. | Irgendlinks Bilderwand -> Bild: ganz rechts in der obersten Reihe.

Erst danach, wieder zuhause, merken wir, wie müde wir sind. Wie viel Energie wir für die Ausstellung aufgewendet haben. Wie anstrengend das alles war. Endlich vom Tisch … Puh …
Und doch, es war angenehm … und schön, dass soo viele Leute gekommen sind.
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Bilder und Montage:
Appspressionismen (iPhoneArt)
katzenweise …
… oder das erste Bild zu meinem neuen Katzenblog? 😉

Warum Mietze unsere Hausschuhe mag, ist mir ein Rätsel. Ob es als Kompliment zu verstehen ist? Verstehe einer die Katzen – verstehe einer die Menschen!
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Bilder und Montage:
Appspressionismen (iPhoneArt)
Habemus papam oder falls ich Papst werden sollte
Habemus papam!, sagt Irgendlink, der die Nachrichten aus dem Netz fischt.
Und – wer ist es denn? Eine Frau oder ein Mann?, frage ich, kurz vom Krimi aufschauend, den ich lese.
+++
Im heutigen Newsletter von SPUREN lese ich:
Eines von Adolf Holls schönsten Büchern heisst: FALLS ICH PAPST WERDEN SOLLTE.
Diese ungemein witzig und fein erzählte Geschichte handelt von einem sanften Umbau der katholischen Kirche unter einem altersmilden Papst, wie wir ihn uns nur wünschen können.
Im Rahmen eines kurzen, überaus freundlichen Gesprächs wurde ich mit dem Autor einig, dass dieses schöne, leider vergriffene Buch dringend wieder aufgelegt werden sollte. Und so darf ich Ihnen heute zurufen:
Habemus Holl!
Edition Spuren lässt weissen Rauch in den Himmel steigen und lädt Sie ein, sich dieses Leservergnügen zu gönnen.
Adolf Holl: Falls ich Papst werden sollte
Taschenbuch, 176 Seiten, Fr. 14.50
Mehr zum Buch und eine Leseprobe finden Sie unter
http://www.spuren.ch/edition_comments/1425_0_23_0_C/
Unter der Decke
Wieder hat sich die Welt um mich herum in einen weißen Pelz gehüllt, einen nassen, kalten Pelz, der sie isoliert und vor Eisschmerz schützt. Ich gestehe dennoch, dass ich genug von Kälte und weißem Einerlei habe. Täglich schiele ich auf die Prognosen und zähle die Tage, bis nachts wieder Plusgrade sein werden und wir hier, auf dem einsamen Gehöft, die Wasserleitungen erneut öffnen können. Fließend Wasser ist nicht zu unterschätzen!
Sonntags, im Oberwürzbacher Wald auf Geocachingtour*, haben wir uns diese angekündigten Schneefälle ja kaum vorstellen können, doch gestern, in Saarbrücken unterwegs, war der kurze Frühlingseinbruch von letzter Woche nur noch eine Mär.
Jetzt leben solle der Mensch … Stimmt ja, zumal es jetzt viel zu tun gibt. Irgendlink trifft Vorbereitungen für die Ausstellung LENZ, an der er mit seiner Kunstgruppe Prisma beteiligt ist (Flyer großklickbar).
Wer weiß, vielleicht hast du Zeit und Lust, bei der Vernissage mit uns anzustoßen? Herzliche Einladung!
Und wenn ich schon am Verbreiten guter Nachrichten bin: Auf Sofasophia appt die Welt zeige ich heute ein Bild, das ich zu meinen eigenen Favoriten zähle: Love Your Shadows (und gestern das Rohbild dazu).

Habe ich eigentlich hier mal vom neuen Zyklus auf pixartix_dAS bilderblog erzählt? Strassen & Wege lautet das aktuelle Thema. Wieder beteiligen sich bereits ganz unterschiedliche FotokünstlerInnen, die sich täglich abwechseln. Andere werden später dazustoßen.
Viel Spaß beim Reinschauen!
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* Geocaching ist eine Outdoor-Schatzsuche in der realen Welt. SpielerInnen dieses Spieles versuchen, versteckte Behälter, Geocaches genannt, mithilfe eines Smartphone oder GPS-Gerätes zu finden, um anschließend ihre Erfahrungen online zu teilen. Mehr auf www.geocaching.com.
In Teufels Küche und zurück
Kennst du eigentlich Hinterweidenthal?, fragt der Liebste beim Spätstück. Er schmiert sich genüßlich ein Brot, sein Appetit kehrt offensichtlich zurück.
Hinterweidenthal? Ich runzle die Stirn. Joke oder wahr?, überlege ich, gewohnt daran, dass Irgendlink zuweilen schräg denkt und gerne mit Wörtern spielt. Hinterweidenthal klingt definitiv gut erfunden. Befinde ich. Schüttle den Kopf. Warte, was nachkommt.
Da könnten wir geocachen* heute, sagt er nun. Wenn du magst.
Ich zücke mein iPhone, öffne die Geocaching-App* und weiß zehn Sekunden später, dass es diesen Ort tatsächlich gibt – mitten im Pfälzerwald – und dass er eine ziemliche Cachedichte hat. Was für Sehenswürdigkeiten spricht. Der Teufelstisch – klingt das nicht mirakulös?
Ist es auch!, bestätigt Irgendlink. Ich lade mir auch gleich noch den Cache „Tunnelblick“ aufs iPhone und ein paar weitere. Mal schauen, wie wir mögen. Beide sind wir noch auf Halbmast, doch es zieht uns mächtig raus in die Natur, raus in den Wald.
Die Anfahrt beschert uns den Blick auf eine Großbaustelle namens B 10. Neue Straßen werden gebaut, ganze Waldabschnitte wurden dazu gerodet. Rote Erde liegt offen. Mondlandschaften. Unterwegs in Teufels Küche? Da geht es heiß her, wie man sieht. Kalte Küche wäre hier undenkbar.

Wir wandern vom Parkplatz zur Tischplatte des Teufels und staunen über dieses Kunstwerk der Natur. Uralt. Verwittert. Roter Buntsandstein. Erodiert. Magisch.

Anschließend wandern wir zum Geocache „Tunnelblick“, den Irgendlink aka Pfaelzer vor vielen Jahren versteckt hat. Eine wunderschöne Ecke, trotz naher Bundesstraße. Wir hören nichts außer Vogelgezwitscher und unsere Echos, die wir im Tunnel klingen lassen.
Friedlich und still ist es hier. Zuerst zaghafte Regentropfen, kurz nur, dann Frühlingssonne vom Feinsten.

Unterwegs schießen wir das eine oder andere Bild, ein Regenbogen guckt kurz zwischen den Wolken hervor und wir zwei kommen langsam wieder zu Kräften.
Betreten auf eigene Gefahr – müsste das nicht überall im Wald stehen? Im ganzen Lebensdschungel? An jeder Hausecke, sage ich, als ich diese Tafel hier sehe. Das ganze Leben ist Betreten-auf-eigene-Gefahr!

Unterwegs bunter Kleinkram …

Und zu guter Letzt auf dem Rückweg noch ein Abstecher in Blinkyblankys Atelier.
Wie bunt Leben doch sein kann!
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Bilder:
undogmatische Appspressionismen (iPhoneArt mit Gimpunterstützung).
* Geocaching ist eine Outdoor-Schatzsuche in der realen Welt. SpielerInnen dieses Spieles versuchen, versteckte Behälter, Geocaches genannt, mithilfe eines Smartphone oder GPS-Gerätes zu finden, um anschließend ihre Erfahrungen online zu teilen. Mehr auf www.geocaching.com.

