Meine Energiewende

Energie? Je nach dem, wie wir ticken und konditioniert sind, denken wir beim Wort Energie an AKW, an Solarstrom, an Handyakkus oder (warum auch nicht?) an Kreislaufkollapse und Burnouts, wie Erschöpfungsdepressionen ja seit Jahren genannt werden. Wo immer ich hinsehe: Ohne Energie geht nichts. Ohne Energie könnte ich weder diese Zeilen schreiben (meine Finger brauchen dazu Energie, mein Hirn auch, die Tastatur sowieso) noch ins Internet hochladen. Energie ist jenes Medium, das aus der Idee, nein, halt, aus der Idee von Idee, ein Ding macht. Der Funke, der Same, die Leitung, aber auch die Botschafterin. Energie ist im Grunde der Dinge nur sichtbar durch das, was sie materialisiert. Sie ist und sie tut zugleich. Ansonsten ist sie unsichtbar. Unsichtbar ist auch der Pegel der Energie, den ich in mir drin habe. Habe? Habe ich Energie, horte ich, produziere ich, verliere ich sie? Und wenn ja, wie kann ich sie eigentlich speichern, bei mir halten? Wie geht sie eigentlich verloren und wie kann ich sie finden oder mehren?

Wie genau das alles funktioniert – Psyche, Körper und so weiter –, weiß ich nicht, nur dass ich vor einem Monat keine Energie mehr hatte. Dagegen ist heute, nach viel Zeit in der Natur, nach viel Zeit und Stille in meinen Innenräumen, mein Energie-Reservoir wieder intakt und voll. Ich habe meine Quelle reaktiviert, meinen inneren durch Lebensumstände begradigten Flusslauf renaturiert, habe neue Hecken gepflanzt, Schlaufen, Tümpel und Umwege wieder zugelassen, dabei wilde Trampelpfade unter die Füße genommen und die ausgetretenen Straßen verlassen. Während die Solarzelle, am Rucksack angebunden, Strom von der Sonne bezogen und meine materiellen Energiespeicher aufgefüllt hat, habe ich selbst, wandernd, meine innere Mitte wiedergefunden. Meine Quelle. Mein Stromnetz.

Wie kann ich gegenwärtig und zukünftig leben, nicht nur mit mir und meiner Mitte, diesem inneren Stromnetz, verbunden, sondern diese Fülle und Kraft auch teilend?, frage ich mich dieser Tage oft, und ich ahne, dass es einiges an Selbstdisziplin von mir erfordern wird, nicht wieder in meine alten Muster des nichtsnutzigen Energie-Verschleißens zu kommen. Wie oft führe ich mir Dinge zu Gemüte, die mir Energie absaugen – im übertragenem Sinne Junkfood für die Seele. Ich will liebevoll reflektieren, was ich denke, was ich lese, was ich sehe, was ich höre, was ich spreche, was ich erfahre, denn wenn ich mich mit Dingen und Menschen umgebe, die mir gut tun, kann ich auch meiner Umgebung gut tun. Wenn ich mich mit Nahrung füttere, die mich nur oberflächlich nährt, werden meine Gedanken, meine Texte und meine Begegnungen mit Mitmenschen banal, oberflächlich und nutzlos sein.

Mir selbst Gutes zu tun ist meine konkrete Absicht für eine friedlichere Welt, für ein friedliches Miteinander.
Würde jeder Mensch gut für sich selbst sorgen, wäre für alle gut gesorgt, sagte mein Vater oft, schon als ich noch sehr jung war. Natürlich kann man über diesen Satz geteilter Meinung sein, da ja längst nicht alle in der Lage sind, gut für sich selbst zu sorgen, doch der Kern der Botschaft hat mir als Kind eingeleuchtet. Obwohl ich es leider lange selbst nicht geschafft habe, gut für mich zu sorgen. Tja, Theorie und Praxis … denn gut für sich zu sorgen setzt Selbstliebe und Selbstachtung voraus. Diese zu lernen, kann ein lebenslanger Prozess sein. Aber ich gebe nicht auf.

Womit wir wieder bei der Energie und ihrer Quelle wären, denn ich ahne, dass Energie und Liebe aus der selben Quelle fließen. Aus Liebe zu mir selbst achte ich hinfort besser auf mein Energie-Reservoir und darauf, was ich einlasse, was ich zu mir nehme, was ich weitergebe. Meine persönliche Energie-Wende. Nicht dogmatisch, nicht verkrampft, nicht verurteilend, nicht mit erhobenem Moralfinger, sondern einfach nur darum, weil uns langfristig nur Lebensbejahendes wirklich gut tut und nährt.

Was mich nährt und meinen Energie-Pegel steigen lässt? Mich am und im Wasser aufzuhalten, Stille, Aufenthalte im Wald, wandern in der Natur, Bewegung, innehalten, Gespräche mit feinen Menschen, Liebe, Geborgenheit & 6, gute Bücher, Filme und Blogs …

Und dich?

Stell dir vor, es ist Krieg und niemand schiesst

Ich träume davon, dass sich Menschen über Grenzen hinweg die Hände zur Versöhnung reichen. Dass sie nicht länger das tun, was die Befehlshaber befehlen – kämpfen und töten nämlich und sich hassen –, sondern zu wahren Menschen werden, die sie im Grunde sind, und sich die Hände reichen.

Versöhnung ist der einzige Weg zum Frieden. Krieg ist NIE eine Lösung, NIE!

Doch nur Menschen, viele einzelne Menschen, können das Perpetuum mobile des Krieges stoppen. Viele einzelne mutige Menschen.

Ich will nie aufhören, an den Mut von Menschen zu glauben, auch wenn man mich nun gewiss naiv oder illusorisch nennen wird. Warum auch immer glaube ich trotz allem noch an die verändernde und heilende Kraft von Mut und Versöhnung.

luisa in bayern – 25.07.2014 um 07:02:43

Vor den augen der welt werden in palästina frauen und kinder massakriert und niemand kann es scheinbar verhindern. Dabei ist es ein aussichtsloser krieg der erbittert geführt wird, immer von neuem, und der nie gewonnen werden kann. Schaut man sich die situation von gaza an: umschlossen von israel versteht man die angst. Schaut man sich aber die situation von israel, umschlossen von arabischen ländern an, versteht man auch, warum israel glaubt stärke zeigen zu müssen. Krieg funktioniert aber nie. Palästinensische und israelische polizei hätte die jugendlichen gemeinsam verfolgen müssen, die drei israelis entführt und umgebracht haben und dann auch die, die den palästinensischen jungen gefoltert und getötet haben.

all diese menschen sterben und nichts wird sich ändern. Wenn man schon so oft und so lang krieg geführt hat und nichts ist besser geworden – ist es da nicht zeit umzudenken?!

in diesen kriegskonflikten denkt aber anscheinend niemand und schon gar nicht um. Und weil am krieg kräftig verdient wird (auch von europa), männer anscheinend den ständigen kampf brauchen und frauen ihre männer und söhne in den krieg hinein hetzen wird’s halt so weitergehen. Ja klar, frauen sind genauso beteiligt. Kinder wachsen mit trauma und hass auf. Die situation wird perpetuiert. Ist es möglich, dass die verantwortlichen das nicht sehen wollen/können?!

Quelle: Luisa Francia auf salamadra.de

Minestrone alla Rinckenhofese

Hilfe – Foodporn nun auch auf Sofasophien?! Ähm, ja, oder … eher nein … denn so richtig Foodporn kann ich nicht. Und nein, auch zu einem Kochrezepteblog soll dieses Blog hier nicht mutieren – keine Angst.

Aber heute muss es einfach mal sein, dass ich was Essbares blogge. Nicht nur, weil wortwörtlich Saure Gurken-Zeit ist (und ja eh kaum jemand da ist und Blogs liest?) und wir heute den ganzen Tag Gemüse und Früchte geerntet und geschnippelt haben, sondern einfach weil es mir Spaß macht, eines meiner Lieblingsrezepte mit euch zu teilen.

Nach einem Nachmittag mit süß-sauren Zucchini einmachen und Johannisbeerkonfitüre kochen, meinte Irgendlink auf einmal:
Ich hätte heute Abend Lust auf Minestrone! Da läuft mir doch glatt das Wasser im Munde zusammen.

Minestrone hat viele Gesichter – jede Region und jede Köchin hat ihr eigenes Rezept. Diese „dicke Suppe“ aus Italien und der Südschweiz basiert auf kleingeschnittenem, nicht püriertem Gemüse. Bei mir sind Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Pasta und Karotten Pflicht. Die Kür machen jene Gemüse und Pilze, die es grad im Kühlschrank oder Garten hat. Die einen tun auch Bohnen und Erbsen rein, andere Fleisch. Als Vegi brauche ich letzteres nicht. Zumal die Suppe, mit Parmesan bestreut, eine vollwertige, gesunde Mahlzeit ist. Heute haben Kohlrabi und Zucchini die Kür gebildet.

Nein, hier gibt es kein Rezept, sorry!
Dies nur: Basis ist Gemüsebrühe, dazu Salz und Pfeffer und viel Gemüse.

Alle Zutaten, ausser dem Käse, den Penne und Gewürzen, stammten heute aus dem Irgendlinkschen Garten … 🙂

Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!

Ahnungen

Wenn man doch im Voraus wüsste, wie etwas wird!

Wenn ich, nur so als Beispiel, gewusst hätte, wie wunderbar die Wanderung wird, hätte ich bestimmt viel weniger Angst davor gehabt loszuziehen. Dennoch hatte ich zum Glück schlussendlich mehr Mut als Angst im Gepäck, sonst wäre ich ja daheim geblieben.

[Das Leben: Immer wieder liegen Angst und Mut in zwei Waagschalen. Wenn die Schale mit Mut/Übermut schwerer ist, gehen wir los. Ist die Angstschale schwerer, bleiben wir da.]

Das Leben ist ein einziges Pendeln, ein einziges Ebbe-und-Flut-Ding. Gedanken kommen und gehen. Wichtig werden sie zuweilen erst im Kontext mit anderen. Wie die Trockensteinmauern der Rustici im Tessin. Große Steine, dazwischen kleine. Beide brauchts. Das Dach kann nur gebaut werden, wenn die Mauer trägt. Alles was wir je gelernt haben, baut auf Vergangenes auf, wir sind nichts ohne unsere Vergangenheit und unsere Geschichte, auch wenn letztlich nur der Stein, den ich in diesem Augenblick aufhebe und in die Mauer einfüge, zählt.

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Rustico-Mauer
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Verlassenes Dorf bei Linescio

Wieder da

Da? Wo ist das? Bin ich denn nicht immer da, auch wenn ich nicht da bin?

Die letzten Tage, unsere Rückkehr in Betten, an Tische, in Räume, unter Dächer, gingen wir langsam an. Den schützenden Kokon, den ich mir auf der Wanderung aus Glückseligkeit, Stille und Zufriedenheit gewoben habe, gilt es nun, den Anforderungen des Alltags anzupassen, so dass er wie maßgeschneidert sitzt und mich vor Stürmen, Hitze und Kälte schützt. Damit ich das „Neue Leben“ artgerecht leben kann. Artgerecht – wie das geht, gilt es täglich neu herauszufinden. Klar aber ist, dass ich oft genug meine Art und Unart ignoriert habe.

Ich stelle mir neuerdings vor, dass ich diese neu angezogenen Kokonqualitäten aus einer Art Seelencloud downloade. Irgendwo in meiner ganz persönlichen Cloud liegen womöglich noch mehr Schätze, die nur darauf warten, gefunden zu werden.

Wir sitzen auf der Terrasse des einsamen Gehöfts und trinken Kaffee und Tee. Grad legt ein Huhn ihr heutiges Ei und gackert dabei lautstark drüben im Stall.

Irgendlinks Garten grünt und blüht. Ernte. Johannisbeeren, Karotten, erste Kartoffeln, Zwiebeln, Zucchini undundund. Heute ist Marmeladentag. Noch mehr Schätze, die warten. Absichtslos gewachsen, weil sie nicht anders können.

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Einfach sein

Reisefakten & -weisheiten

Seit einem Tag sind wir wieder in der Zivilisation meiner Wohnung. Zeit für einen kleinen Rückblick auf unsere 18-tägige Wanderung vom Wasserschloss der Reuss, wie der Zusammenfluss von Reuss, Aare und Limmat heißt, bis zu ihrer Quelle auf dem Gotthard …

0 Ahnung hatten wir, wohin die Reise führen wird, als wir loszogen

1 Brandblase nur gab es in 18 Wandertagen, von heißem Wasser
1 fettes Schweizer Messer mit Lupe, Schere und Säge wanderte mit
1 repariertes Loch in meiner Luftmatratze

2 Flussbäder nahmen wir im Durchschnitt pro Tag und Person
2 Zeltplatz-Paradiese haben wir entdeckt (mindestens!)
2 Wandernde waren wir, unterwegs von hier nach dort
2 Holzsplitter unter Fingernägeln gab es

3 Zeckenbisse
3 Hotelübernachtungen
3 Schifffahrten
3 Tuben Kondensmilch
3 x bei Bauern auf dem Land gezeltet

4 Füße unterwegs von Nord nach Süd
4 heiße Duschen in 18 Tagen

5 Bus-/Postautofahrten
5 x umsteigen von Linescio bis nach Hause

6 Kantone der Schweiz durch- und bewandert

7 Zwerge getroffen
7 abgebrochene Fingernägel (mindestens!)

8-tung Dung – in Kuhwiesen insbesondere!

9 – 11 war die Zeit, in der wir meistens frühstückten, unsere Tagebücher und Blogs fütterten und das Lager wieder verließen

12 x wild gezeltet

13 – 15 kg Gepäck pro Rucksack, je nach Menge des Proviants

16 und mehr Begegnungen, Kratzer, Brennnesselküsse, Mückenstiche …

1001 tolle Gespräche, Schweigeminuten, Lachsalven …

+++++++++++

Unterwegs-Gedanken

  • Wandern/Gehen ist wie Lesen.
    Du liest dir gehend/wandernd laufend deine eigene Lebensgeschichte vor.
  • Gut ist gut genug: Wenn es zwei Wege gibt – einen über den Berg und einen auf Zweidrittel Höhe des Berges und du hast 15 kg auf dem Rücken -, musst du nicht unbedingt ÜBER den Berg.
  • Wenn ich zu schnell gehe, bekommt es mir nicht gut. Auch zu langsam nicht. Vergleichen bringt nichts, wenn ich wandere. Einzig in meinem Tempo zu gehen tut mir gut.
  • Wenn ich Schritt für Schritt vorwärts gehe, komme ich auf den Berg, sogar bei Regen und knapp fünf Grad.
  • Auch nach dem Berg geht es weiter.
  • Tiefpunkte gehören zum Leben, denn das Leben ist nicht ideal.
  • Einmal Gelerntes habe ich zwar gelernt, aber das Wissen darum muss von Mal zu Mal neu aktiviert werden.
  • Stille ist für mich essentiell.
  • Mir selbst und meiner Intuition vertrauen, auch mal Grenzen mutig überschreiten, funktinoniert meist besser als zu viel denken und hinterfragen.
  • Es gibt immer noch neues und unerwartetes zu entdecken, auch wenn ich schon viel gesehen und erlebt habe.
  • Es finden sich immer wieder neue Wege und Lösungen, wenn wir sie brauchen und offen für sie sind.
  • Ich erlaube mir alles, was mir gut tut – in Verantwortung meiner Mitwelt gegenüber.
  • Niemand kann meinen Weg gehen, ich kann niemandes Weg gehen.
  • Nichttun tut nichts anderes als gut – ich will es auch in meinen Alltag integrieren.
  • Ich kann gut (eine Weile?) ohne andere Geschichten sein, ohne Bücher. Das erstaunt mich sehr.
  • Je wilder die Reuss wird, desto wilder fühle ich mich – wild, ursprünglich, der Natur verbunden.
  • Traditionen sind die Steine im Fluss unserer Gesellschaft. Vom Wasser der Zeit geschliffen.

Wort zum Tag #1

Unterwegs mit Irgendlink an der Reuss. Irgendwo im Nirgendwo. Und überall. Zeitlos wandernd.

Ich sammle Glücksmomente und Sonnenstrahlen zwischen Regenwolken.

Und Erkenntnisse.

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(Liebe Lesende, habt bitte Verständnis, wenn ich Kommentare nicht beantworte. Ich spare so Akku.)

Anfang und Ende

Letzte und erste Tage haben diesen ganz besonderen Geruch. Benennen kann ich ihn schwer. Auch ganz eigene Töne haben sie, diese Tage. Türen werden geschlossen, Fenster werden aufgerissen und Taschen oder Kisten gepackt. Und alles wird anders. Oder es bleibt, wie es ist.

Ich erwache nach der vorläufig letzten Nacht im weichen Bett in der gemütlichen Wohnung. Es ist spät geworden gestern Nacht. Letzte Dinge mussten getan werden, bevor …

Neinein, ich ziehe nicht um. Nicht schon wieder. Oder doch – ein bisschen … Ziehen auf jeden Fall. Und zwar täglich. Täglich ziehe ich, täglich ziehen wir beide ab heute woanders hin. Heute noch hier, morgen schon dort. Wo auch immer.

Wenn wir fertig gepackt und alles noch zu Erledigende erledigt haben – Pflanzen das letzte Mal gießen zum Beispiel –, verlassen wir zu Fuß mit unsern Rucksäcken das Haus, den Ort.

Omni mecum porto, flüstert meine interne Lateinschülerin, ich trage alles mit mir. Alles, was ich die nächsten zwei bis vier Wochen brauche. Alles was ich brauche. Verdichtung aufs Wesentliche. Matte, Schlafsack, Kocher, Zelt. Ein paar Kleider, Faserpelz, Regenjacke, Pelerine. Engelkarten. Und gut ist.

Reiseengel
Reiseengel

Kann ich das? Ja, weil ich es will. Das Leben als Pilgerreise zu meinem eigenen Tempel – ungefähr so sehe ich das. Außen und innen miteinander in Gleichklang bringen, ein Synchronisieren meiner verschiedenen Welten. Ganzer werden. Meinen Plan finden, die Schatzkarte, die Lebensvision (vielleicht). Vor allem aber die Gegenwärtigkeit. Entscheidungen treffen, wenn sie getroffen werden müssen – nicht vorher, nicht auf Vorrat.

Schritt für Schritt.

Ich schöne. Immer so schön, wie ich es mir wünsche, wird es wohl kaum sein. Der Wetterbericht kündigt Regentage an. Was immer kommt, es wird mich an meine Grenzen bringen. Wie es das Leben immer mal wieder zu tun beliebt. Wie werde ich reagieren? Wie gehe ich um mit Müdigkeit, mit Hunger, mit Nässe?

Nein, Sorgen mache ich mir jetzt keine, wozu auch? Sie können ja doch nichts ändern, meine Sorgen. Zumal ich weiß, dass ich auch scheitern darf. Ich werde vielleicht weinen vor Erschöpfung (das tue ich zuweilen und das hilft recht gut), ich werde vielleicht die Nase voll haben. So what?

Ein vorläufig letztes Mal Yoga im Zimmer. Eine vorläufig letzte Dusche in meinem gemütlichen Bad. Vorläufig – wie alles.

Wandern als Metapher für das Leben – die Pilger und Pilgerinnen aller Zeiten haben es uns vorgelebt. Ich wage es. Wir wagen es.

Livebloggen werde ich wohl eher nicht. Vielleicht ab und zu ein Bild einstellen? Mal schauen.

Mehr zu lesen über unsere Reise gibts bei mir allenfalls hinterher oder dann vermutlich live bei Irgendlink drüben.

Vorhang fällt.

Fragen

Wohin verschwinden die Dinge, die wir löschen?

Ist die Deletetaste der Schlüssel zum Datennirvana?

Wo ist das Nichts? Gibt es auch ein Alles?

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Stell dir vor, du bist Kunstmaler. Eines Tages kommt eine Kunstsammlerin in dein Atelier und will alle deine Bilder kaufen – sie hat genug Geld für alles.

Stell dir vor, du bist Fotografin. Eines Tages kommt ein Galerist und will alle deine Bilder für eine ständige Ausstellung kaufen. Er hat genug Geld dafür.

Stell dir vor, du bist Journalist. Eines Tages kommt die bekannteste Zeitschrift der Welt und will eine Nummer mit deinen besten Artikeln herausgeben und dich als Exklusiv-Journalisten haben. Dass sie genug Geld dafür haben, ist kein Thema.

Stell dir vor du bist Schriftstellerin. Eines Tages entdeckt ein Verleger zufällig dein Exposé und will alles von dir lesen, dann alles von dir drucken und macht aus dir eine Bestsellerautorin.

Wie würde das alles sich auf deine künstlerische Arbeit auswirken?