Einmal Heldin sein

Wir liegen noch dösend im Bett, als es klingelt. Oh, das muss wohl das DHL-Paket sein, schießt es mir durch den Kopf. Ich habe denen gestern auf die Webseite geschrieben, dass sie es vor die Türe legen dürfen, falls ich nicht öffne. Im Halbschlaf murmle ich etwas von Juhu, der neue Schlafsack ist da! und wie gespannt ich auf die Matte bin.

Der Liebste bietet an, das Paket zu holen, zieht sich schnell was über und huscht auch schon aus dem Zimmer. Oh, der ist ja mindestens so gespannt und aufgeregt wie ich! Ich rapple mich auf, tappe in die Küche, wo er bereits Teewasser und Kaffee aufsetzt. Gleich darauf schlüpft er auch schon auf meinen Gartenschlappen auf die Terrasse und kommt gleich darauf mit einem großen Karton zurück. Weihnachten mag ich ja nicht. Ich finde es viel besser, sich mitten im Jahr zu beschenken. Den neuen Schlafsack kenne ich schon ein wenig, weil Jürgen den gleichen zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, die minim dünnere, rote Variante. Die Matte allerdings habe ich noch nie in echt gesehen. Nein, es ist keine selbstaufblasbare, sondern eine Art Luftmatratze, aber eine aus superdünnem Material, die sich so klein wie eine Literflasche zusammenrollen lässt. Wir blasen sie auf. Oh wie herrlich liegt es sich auf ihr!

meineheldinnenzutatenNein, das ist kein Werbespot und nein, du bist (hoffentlich) nicht im falschen Film und ja, du bist hier bei Sofasophia.

In etwas mehr als einem Monat werden wir uns mit einem Minimum an Gepäck, inklusive Zelt und Kocher, auf den Weg machen. Loswandern. Eine Pilgerreise ohne eigentliches Ziel soll es werden. Eine Pilgerreise, die das Unterwegssein feiert. Den Augenblick des Gehens. Das Sein.

Jaja, ich weiß, ich verkläre das Wandern im allgemeinen und unsern Plan im besonderen. Ich schöne es mir im Voraus zurecht. Anders könnte ich wohl den Mut zu diesem Abenteuer nicht aufbringen, das – ich gestehe es – auf meinem Mist gewachsen ist. Irgendlink musste ich dazu allerdings nicht überreden, schnell fing mein abenteuerlicher Liebster Feuer.

Wo die Reise losgehen wird? Vielleicht hier, vor meiner eigenen Haustür? Vielleicht wo anders. Alles ist möglich.

Was hat dich eigentlich geritten, dass du auf so etwas gekommen bist?, fragt Irgendlink heute Morgen, als ich den Schlafsack auf der Matte probeliege.
Hm, ich glaube, ich möchte mich wohl einfach mal als meine Heldin fühlen …, murmle ich und kuschle mich noch tiefer in das weiche, warme Material.

Lebenssinne, rote Fäden und eine grosse Bitte

In jedem Leben gibt es Themen, die eine Art roter Faden sind.
Bei mir sind dies

  • allgemeine Lebenssinnfragen
  • eine intensive Auseinandersetzung mit der immer schärfer schneidenden und weiter sich öffnenden Arm- und Reich-Schere und meine dabei gefühlte Hilf- und Machtlosigkeit
  • Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit, Wahrheit und Authentizität in meinem Leben, in dem meiner Mitmenschen sowie in meinem eigenen Ausdruck
  • eine Ablehnung allzu einfacher Lösungen
  • ein Kaumertragenkönnen von Leid im Leben anderer und in meinem Leben
  • Ästhetik in Kunst und Sprache

  • Metaphorik, Gleichnisse, Bilder als Brücken zum Verständnis des Lebens
  • sofasophische Gedankenspinnereien
  • Gedanken-, Herz- und Sprachspielereien

Wie ich heute Morgen erwachte und mich noch immer zu krank für die Arbeit fühlte, mich – nach einer SMS an meine Scheffin und den Bürokollegen – nochmals auf die Seite drehte, schlief ich mit dem Gedanken ein, was andere wohl als ihren Lebenssinn betrachten. Ob andere auch so sehr etwas brauchen, wofür es sich zu leben lohnt oder ob das nur Menschen wie ich kennen. Wie viel, wie wenig und vor allem was brauchen andere, um morgens aufstehen zu können?

Ich döste mit Gedanken an ein neues Kapitel meines entstehenden Romans Loch im Eis ein und erwachte später erneut. Diesmal mit der Idee zu einer Blog-Umfrage.

tobeornottobe

… alles Zufall, was du würfelst?

Ja, mir wurde klar, dass ich hierfür die Hilfe anderer brauche.

Bitte maile mir kurz, wenn du magst, dein Lebensmodell. Oder meinetwegen dein Lebens(un)sinnmodell.
Das, was dich motiviert zu leben.

Vermeide aber bitte Dogmen, Plattitüden und Klischees, sondern stell dir vor, es geht um Leben und Tod. Was hält den Stürmen stand? Was hilft dir in Krisen? Stell dir meinetwegen vor, du liegst auf dem Sterbebett und es geht dabei darum, mit dir selbst Frieden zu finden.

Ich bin mir sehr bewusst, dass das ein großes Thema ist. Fühl dich von meiner Bitte nicht unter Druck gesetzt, mach nur mit, wenn du das willst. Ich bin natürlich froh um jeden Beitrag, da es mir bei meiner schriftstellerischen Arbeit hilft, mehr über menschliche Vielseitigkeit zu verstehen. Natürlich wird alles streng anonym gehandhabt, es geht mir einfach um eine Erweiterung meines Horizonts.

Herzlichen Dank allen, die mitmachen. Und auch allen, die hier mitlesen. Längst kenne ich nicht mehr alle meine FollowerInnen, aber es ist schön, euch als Lesende zu haben. DANKE!
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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit Gimp wassergezeichnet. Das fotografierte Objekt ist ein Werk von Jürgen Rinck.

Alltagskurzfilme

Ich sitze halb gedreht zwischen meinen beiden Laptops. Irgendwie typisch für mein Lebensgefühl. Während der eine Rechner mein iPhone backuped, schreibe ich am andern diese Zeilen hier. Zwischendurch switche ich auf fb oder lese Blogs und Mails, weil es immer wieder irgendwo gebimmelt hat. Wie ablenkbar ich doch bin! (15.5.)

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Neben mir auf dem Tisch liegen einige Notizzettel. Dieser eine hier passt sehr gut zu dem hier. Und er ist auch ein Postskriptum zu meinem Blogartikel von neulich, als ich über Zerlegen und Zusammensetzen geschrieben habe. Die Notiz scheint sich auf einen Traumerkenntnis zu beziehen: Ich bin zersplittert, habe überall, wo ich je gewohnt habe, Teile von mir zurückgelassen. Nun liegen meine Einzelteile in der ganzen Schweiz verteilt herum, in Deutschland und Frankreich auch gleich ein paar. (15.5.)

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Wie soll das denn gehen, das Ganzwerden?, frage ich mich jetzt, wo ich den Zettel wieder lese. So wie man einen Rechner defragmentiert vielleicht? Kann man die Defragmentiertung metaphorisch auf den Seelenzustand des Menschen transportieren? [Womöglich könnte das Ritual der Rückholung von Seelenteilen eine Antwort sein?] (15.5.)

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Unser Weltbild spiegelt den mehr oder weniger erfolgreichen Versuch,  das lebenverbotenLeben irgendwie zu verstehen und auszuhalten, zu ertragen. Falls wir es nicht ertragen, könnte es sein, dass wir unser Weltbild irgendwie auf den Kopf stellen müssen, denn die Welt als solche können wir nicht grundsätzlich ändern. Nur das Bild von ihr. Resignation? Fatalismus? (15.5.)

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Später am gestrigen Nachmittag. Ich möchte die Erweiterung einer Bildbearbeitungsapp aufs Telefon laden, mit der ich schon länger liebäugle. Ich muss dies jedoch von meinem deutschen iTunes-Konto aus machen, da ich die App damals in Deutschland gekauft hatte. Dumm nur, dass ich auf dem deutschen Konto kaum mehr Guthaben habe. Noch genau 27 Cent. Darum versuche ich, bei den Kontoeinstellungen meine Schweizer Prepaid-Kreditkarte anzumelden. Geht nicht, weil es keine deutsche Karte ist. Also will ich meine Wohnadresse (es ist noch meine deutsche) endlich ändern. Geht auch nicht, weil ich ja noch Guthaben auf dem Konto habe. Okay, dann kauf ich halt irgendeine App, die 27 Cent kostet.  Dachte ich. Gibt es aber nicht. Alle kosten entweder nix oder mehr als das. Ergo: Ich kann das Land nicht verlassen, denn ich habe zu viel Guthaben. Hilfe, was geschieht hier – mit mir, mit der Welt!? Längst gehen meine Recherchen nicht mehr primär um das Laden der App-Erweiterung, sondern darum eine Lücke im System zu finden. Die grüne Grenze finde ich schließlich, als ich dank Suchmaschinen auf einer Seite lande, wo ich iTunes-Guthaben für Deutschland online kaufen kann und mit meiner Kreditkarte sogar zahlen darf. Voll krass irgendwie! (15.5.)

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Das Leben ist eigentlich ganz schön schizophren. Zum einen sollen wir uns nicht mit anderen vergleichen, zum anderen ist alles relativ. So verhält sich alles irgendwie zu allen Irgendwems und allen Irgendwassen da draußen – und natürlich auch irgendwie zu uns.  Irgendwie krass auch das … (16.5.)

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Die meisten Dinge tun wir, weil sie (oder wir) entweder vernünftig sind oder sie uns jemand aufgetragen, gezeigt oder vorgemacht hat. Zum Glück geht die Vernunft kurz vor zehn Uhr ins Bett. Ob ich darum die Nacht so mag? (16.5.)

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Vorhin bei Luisa Francia aufgeschnappt:
„’bleibe dir selbst treu‘ steht auf dem titel der neuen happinez, in der’s auch ein kleines gespräch mit mir gibt. wie ist das – sich selbst treu sein? auf den ersten moment fühlt es sich wohlig an, genau, sich selbst treu sein. allerdings heisst das sehr oft, mit anderen in konflikt sein. heisst vielleicht kontakt, zuwendung und alles andere zu verweigern, das eigene leben komplett umzukrempeln. heisst wissen lernen was man wirklich will, dem – oft unpraktischen – gefühl folgen. dann taucht das „aber“ auf, das von der vernunft diktiert wird, die vernunft, die sich jedem blödsinn beugt: sei doch vernünftig! schöne herausforderung, es vielleicht auch mal nicht zu sein.“
Quelle: salamandra.de, tagebuch vom 15.5.

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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit Gimp skaliert und wassergezeichnet .

Dies und das …

Bis die nächste Geschichte von unterwegs eintrifft, geht es hier weiter wie gehabt. Alltagszöix zum hingucken oder wegschauen.

Gestern, nach der Arbeit, war ich mit Freundin B. (2) zum Pizzaessen verabredet. Da ihre Jüngste sie, im Sockennotstand, bekniet hatte, ihr doch bittebiiitte endlich neue Socken zu kaufen, irrten wir kurz im Kinderkleiderwarenhaus herum bis wir eine Sockenwühlkiste vom Feinsten entdeckten.

Wie schwierig die Sockenwäsche in einem sechsköpfigen Patchworkhaushalt sei, erzählte Freundin B. eben, da fast alle schwarze Socken trügen und dazu noch sehr ähnliche Größen, als ich die hier entdeckte. Und kaufte. Zehn auf einen Streich.

antilottisocken

Endlich wieder mal neue Socken!, dachte ich. Erst zuhause begriff ich, wie kuhl die Dinger auch noch sind. Da kann ich wild drauflos kombinieren, denn alle passen zu allen. Sockenlotties gehören hiermit der Vergangenheit an … Yesss!

Beim Durchgucken meiner Wochenende-Bilder vorhin das hier entdeckt … Was die wohl über bunte Socken denken? 😉

Oldmansmeeting2

Old Man’s Meeting … oder?

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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit Gimp nachbearbeitet.

Von abgefahrenen Zügen

Leider erst gestern habe ich vom Geschichtenwettbewerb erfahren, den Fatima Vidals Verlag ausschreibt. Freund M. arbeitet bereits am Buchcover.

Als zugfahrende Frau hätte ich gewiss etwas zu erzählen gehabt. Ich denke an Pendlergeschichten à la Bänz Friedli, denke an die Zug-Anthologie Im Nachtzug nach Wien und ich denke an meine nicht wenigen Blogartikel, die ich bereits zum Zugfahren geschrieben habe.zug abgefahren Da hätte sich doch bestimmt etwas machen lassen, sinniere ich. Vielleicht hätte ich sogar mal wieder eine meiner Voller Einsatz-Geschichte schreiben können, wie ich sie früher eine Weile gesponnen habe? Oder gar ein dadaistisches Gedicht? Ich überlege vor mich hin und erzähle auch dem Liebsten vom Wettbewerb. Gib ihm ein paar Wörter und das Künstlerhirn fängt an zu arbeiten. Sofort entwickelt er vor meinen Augen und Ohren einen witzigen Plot.
Mach doch auch mit!, sage ich.
Mal schauen, sagt er.
Da wusste ich allerdings noch nicht, dass der Wettbewerb gestern Anmeldeschluss hatte.

Wettbewerben begegne ich ambivalent. Zum einen verdanke ich meine erste Veröffentlichung – und vielleicht indirekt auch alle nachfolgenden? – einem Wettbewerbspreis. Acht Jahre ist das nun her. Zum andern finde ich es immer sehr ambivalent, zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Gut, wenn ich einen Schreibauftrag bekomme, schreibe ich auch zu einem bestimmten Thema, doch da es sich dort immer um Sachartikel handelt, die mit Recherchearbeiten einhergehen, liegt der Fall anders. Das eine ist Handwerk, das andere ist Kunst. Und ja, eine gute Geschichte zu schreiben ist Kunst. Wer etwas anderes behauptet, hat noch nie eine gute Geschichte geschrieben und noch nie eine schlechte gelesen.

Die Frau im Zug also … Dass ich nicht mitmachen werde, hat diesmal nicht die Muse entschieden. Gut so, da kann ich ja wieder schreiben, was ich will …

still

Alltag ist Reizüberflutung. Ich aber sehne mich nach leeren Herzräumen. Nach leeren Sinnen, die ganz ohne Reize wahrnehmen dürfen, was ist. Was ist? Ist denn nicht alles, was ist, irgendwie ein Reiz für die Sinne oder wäre allenfalls eine weiße Wand die Lösung? Das Dunkel der Nacht oder ein leeres Notizbuch womöglich? Oder ein leerer Zug? Eine leere Straße? Nein, auch sie sind alle nicht ohne Reize. Und auch nicht ohne Reiz, aber wohl ohne Reizüberflutung. Die Dosis macht das Gift.

Leere Räume mag ich. Zumindest, wenn die Leere des Raumes meine Phantasie anregt. Aha, das haben wir es! Das ist es, was Leere und was Stille sollen: meine eigene Fülle wecken, den eigenen Schatz öffnen.

Einen Reiz nehme ich als wohltuend wahr, wenn er das, was ist, nicht überdeckt, sondern entwickelt, auspackt. Wenn beispielsweise ein Duft mich nicht abstößt, sondern in mir drin Türen öffnet.

Neulich hat Sherry über einen Duft geschrieben. So anschaulich, dass ich ihn mit meinen eigenen Sinnen wahrnehmen wollte. Und darum das erste Mal in meinem Leben eine Parfümerie betrat. Die Verkäuferin mittleren Alters überraschte mich positiv. Nicht nur wusste sie sofort, wo Rosabotanica steht, auch wusste sie vieles über die Wirkung von Düften, so dass wir bald in ein anregendes Gespräch über Farben und Gerüche vertieft waren. Sie füllte mir ein winziges Fläschchen mit Rosabotanica ab, damit ich herausfinden kann, ob es allenfalls mein Duft ist. Ja, ich mag den Duft. Ja, was Sherry über ihn geschrieben hat, kann ich nachvollziehen. Aber nein, ich glaube nicht, dass es mein Duft ist. Er löst bei mir zwar Vertrautheit und Geborgenheit aus. Neugier und vielerlei Wohlgefühle. Aber es ist nicht der Duft, der sagt: Da, riecht, das bin ich.

Ich stelle mir vor, dass es für jeden Menschen eine Art Heimatduft gibt. Im neulich hier vorgestellten Buch, Die Frau, die nie fror, findet Pirio, die Hauptfigur, etwa zwanzig Jahre nach dem Tod ihrer Mutter, die eine Meisterin der Düfte war, ein Fläschchen mit den einmaligen Duft ihrer Mutter, dessen Rezeptur mit ihrem Tod verschwunden war. Dieser Duft erweckt in Pirio vieles wieder zu neuem Leben: Erinnerungen, Farben, Erlebnisse.

Ich stelle mir also vor, dass auch ich einen Duft habe, der meine Identität prägt, meine Persönlichkeit ausdrückt. Vielleicht denke ich das, weil ich fast alle Menschen, die ich kenne, in Farben wahrnehme. Und weil für mich fast alle Farben einen eigenen Geschmack oder einen Geruch haben. So ähnlich stelle ich mir jetzt vor, dass eben auch jeder Mensch eine Art Duftidentität hat. Ob das nun ein Parfüm ist oder einfach der Duft der Haut, ist nicht entscheidend, nur, dass wir ihn zulassen. Dass wir uns zulassen.

Ich stelle mir vor, dass wir Menschen dieser doch recht exhibitionistischen Gesellschaft uns deshalb so sehr auf die eine oder andere Art auszudrücken bestrebt sind, weil wir mit unserer inneren Leere nicht klarkommen, will heißen, weil wir den Zugang zu unseren Sinnen und Schätzen verloren haben. Und ich ahne, dass wir deshalb so sehr dran sind, uns selbst zu finden, zu werden, zu sein, weil wir irgendwo unterwegs verlernt und vergessen haben, uns zu lieben, zu spüren und zu wissen, was wir brauchen. Und wie wir eigentlich wirklich sind.

So füllen wir diese Leere in uns, die der Raum für unsere eigenen Bilder wäre, diese Leere also füllen wir mit Schall und mit Rauch. Mit klugen Sätzen und mit hohlen Phrasen, mit Rollenspielen, mit käuflichen Dingen.

Einzig um die Stille in uns nicht zu hören und die Leere nicht zu sehen.

Hinterher

Endlich habe ich mal wieder einige unformatierte und unverplante Tage mit mir vor mir. Ja, ich bin mir wieder hinterher. Bin mir wieder auf der Spur. Finde langsam wieder zu meinem Rhythmus und meiner Ordnung zurück. Die Dinge fallen auf ihren Platz. Da, wo ich sie finde (meistens jedenfalls). Nicht dass die beiden letzten Wochenenden auf dem einsamen Gehöft irgendwie formatiert, unordentlich oder ohne Rhythmus gewesen wären, nein, dennoch sind sie voller gemeinsamer Unternehmungen, voller gemeinsamer Pausen, voller gemeinsamer Bewegungen und Entscheidungen. Es sind die Wellen des Wir, nicht des Ich, die diese Tage formen. Doch unsere gemeinsamen Tage und Stunden sind mir zu kostbar, um sie mit Bürokram, Wäschewaschen oder Putzen anzufüllen. Segen und Fluch von Fernbeziehungen. Geteilte Zeit schmeckt und riecht anders als persönliche. Die gemeinsame Farbe ist anders als die eigene, anders als seine. Es ist unsere Farbe.

Und nun habe ich also vier Tage für mich. Für Dinge, die ja doch eines Tages getan werden müssen. Für Dinge, die im westlichen Alltag normal sind. Zahlungen. Bürokram. Steuererklärung. Normaler Alltag also.

Normal? Du? Du bist doch nicht normal!, sagte unser Freund S. aus Paris am Ostersamstag, als wir zu sechst nach einem Waldspaziergang in einer Wanderhütte rasteten. Sonst wärst du nicht mit dem da zusammen, lacht er und deutet auf Irgendlink, der mir gegenüber sitzt. Und er nicht mit dir! Wir lachten, doch eigentlich war es kein Scherz, nein.

Es war und ist für mich nur eine weitere Bestätigung dafür, warum ich mich in meiner aktuellen beruflichen Umgebung so unwohl fühle. Und das hat noch nicht mal ausschließlich damit zu tun, dass ich mit den Leuten – selbst nach zehn Monaten – nicht wirklich warm geworden bin (eine fast neue Erfahrung für mich). Es hängt, wie ich erst vor kurzem begriffen habe, vor allem mit dem Inhalt und Ziel unserer Arbeit zusammen. Wir vermitteln Stellensuchenden temporäre Arbeitseinsätze oder Praktika und bieten ihnen Bewerbungsschulung an. Ziel ist, dass die Programmteilnehmenden nach unserer Arbeitsmarktlichen Maßnahme wieder fit für den Arbeitsmarkt sind. Fakt aber ist, dass unser Klientel in den letzten Jahren „komplizierter“ und zeitaufwändiger geworden ist. Es gibt, so sagen die BeraterInnen, immer mehr Menschen, die nicht mehr irgendwo hineinpassen, die aus dem Netz herausgefallen und die psychisch am Limit sind. Oder zu alt, zu ungebildet, zu ausländisch getauft, zu wenig sprachgewandt …

Zwei Dinge stoßen mir dabei immer wieder auf. Das eine ist eher eine globale oder westliche Entwicklung, die mir je länger je mehr missfällt: Die Standards für Berufe und Berufsausbildungen sind anspruchsvoller geworden. Kaum ein Berufsbild, das sich nicht gewaltig verändert hätte und früher Ausgebildete alt aussehen lässt. Diplome, Zeugnisse, Weiterbildungen und Titel sind alles. Dazu können die Vorgesetzten auswählen und nehmen natürlich Junge mit dreißig Jahren Erfahrung, die noch formbar sind. Und ja, trotz Mindestlöhnen gibt es auch in der Schweiz die Schere von billigen und teuren Arbeitskräften. Der Druck ist enorm. Das halten nicht alle aus. Human geht anders. Und ich bin Teil dieser Maschinerie … Und da wären wir auch schon beim zweiten Ding, das mich rülpsen lässt. Ich stelle fest, dass ich nicht in eine Umgebung passe, die einer Norm huldigt, die da sagt, dass ein Mensch nur wertvoll sei, wenn er arbeite. Soll heißen, wenn er eine feste Stelle hat. Wenn er ein geregeltes Einkommen hat. Wenn er angepasst, normal (!), kompatibel und nett ist.

Ich weiß wovon ich rede, denn ich war schon ein paar Mal als Stellensuchende unterwegs.  Ich war eine von ihnen sozusagen. Nicht lustig. Ich fühlte mich oft als Mensch zweiter Klasse. Obwohl, das ist natürlich auch meins: Es sitzt im Kopf, dieses Bild, dass Arbeit eine Art Synonym für Lebenssinn ist.

Bin ich also ein fauler Mensch? [Wohl schon. Ja gerne. Warum auch nicht?] Bin ich faul, weil ich Erholung und Regeneration mindestens so wichtig wie Arbeit finde? Und weil ich am liebsten jene Arbeiten tue, die ich am liebsten mache und am besten kann? Ja, ich arbeite gerne. Ich arbeite gerne an Projekten und mit Dingen, die das Leben lebenswerter machen. Schreiben. Garten. Putzen. Lektorieren. Dabei geht es mir um Werte. Um meine persönlichem Werte. Ich ahne eine Art Lebensrecht, das wohl nirgends definiert oder beschrieben ist … ein Lebensrecht auf jene Arbeit, die mir am meisten entspricht. Die jedem und jeder entspricht. Dir und dir auch.

Doch unsere Realität sieht anders aus. Viele von uns arbeiten primär für das Geld, das sie als Gegenwert für die investierte Zeit erhalten. Wir arbeiten nicht für die Befriedigung eines Tagwerks nach unserm Geschmack. Da stimmt doch was nicht in unsern Köpfen? Mit unserer Welt. Mit unsern Motivationen. (Und was ist das eigentlich für eine Welt, in der Gutmensch ein Böswort ist?)

Schnitt.

Wie es wohl sein wird, wenn ich ab Mitte Juni wieder frei bin? Gekündigt habe ich schon vor Wochen. Seither geht es mir viel besser. Die mühsame Zugfahrt zur Arbeit stresst mich ein bisschen weniger, denn ich weiß, dass meine Tage dort gezählt sind (nur noch etwa zwölf!).

Und dann? Ja, natürlich habe ich ein wenig Angst, denn meine Selbständigkeit ist noch nicht wirklich soo selbständig, dass ich davon leben könnte. Aber das kann ja noch werden, oder?

Was ich wirklich will? Von meinem Schreiben und Lektorieren und den andern Dingen, die ich anbiete, leben können. Ja. Das will ich.

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Dreihundertdreissig

Verrückt ist es nicht. Oder doch? Für mich schon. Auch wenn andere größere Zahlen haben.

Ich gratulierte mir gestern zu meinem 330. gefundenen Geocache und erinnerte mich an meine Anfänge. Meine ersten drei Caches habe ich, sagt das Logbuch, am 20. Dezember 2009 gesucht und gefunden – zusammen mit Irgendlink, der mich in dieses tolle Hobby eingeführt hat. 1579 Tage bin ich nun also schon Geocacherin. Im Durchschnitt habe ich ungefähr jeden fünften Tag einen Cache gefunden. Die meisten mit Irgendlink und/oder andern Cachern und Cacherinnen zusammen, ein paar auch allein.

regen_kommSuchen, finden … ja, das ist etwas, das ich mag. Die Philosophin und das Kind in mir jubeln gleichermaßen, wenn sie ein neues Erdversteck finden, ein weiteres Logbuch öffnen und den Namen erneut hineinkritzeln dürfen.

kaputtAuch nach Antworten suche ich immer wieder von neuem. Meist nur, um sie, wenn ich sie gefunden habe, wieder zu verwerfen. Die meisten taugen nur einen Augenblick. Aber das ist nicht schlimm. Das Leben findet immer im Augenblick statt.

Gestern, nachdem ich beim Liebsten auf dem einsamen Gehöft eingetroffen war um die Ostertage bei ihm zu verbringen, beschlossen wir schon bald, das schöne Wetter, das ich mitgebracht hatte, auszunützen und die Caches-Runde  beim nahen Flughafen Pottschütt zu machen. Alle zwölf Caches, davon zwei Mysteries und einen Bonus, haben wir gefunden und dabei eine wunderbare Gegend mit einem einmaligen Weitblick entdeckt.

Geocaching ist besser als jeder Wanderführer, sagte ich neulich, da kommt man an Orte, die sonst nirgends stehen.

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satzzeichnen

Ich bin gar nicht mehr so sicher, ob ich wirklich einen bitterbösen Artikel über Satzzeichen und Leerschläge schreiben soll will. Ich meine, was soll das bringen? Jene, denen richtige Rechtschreibung wichtig ist, praktizieren sie eh schon mehr oder weniger (von Tippfehlern mal abgesehen) und die andern werden meinen Artikel sowieso ignorieren oder belächeln. Wie neulich auf fb. Da war eins dieser ach-so-weisen Textbilder, das sie darüber mokiert hat, dass sich gewisse Menschen gerne über Genitiv-Apostrophe auslassen um sich als gebildete Menschen zu profilieren. Okay, was immer jemandes Motivation für Kritik ist, sei dahingestellt. Und die Sache mit den Genitiv-Apostrophen lassen wir mal. Die habe ich früher schon diskutiert und ehrlich gesagt habe ich diesen Windmühlenkampf längst aufgegeben. Schreibt doch eure Apostrophe, wo immer sie nicht hingehören (bei Peter’s Salon und bei LKW’s und wo immer ihr wollt. Mir doch egal), aber nehmt bitte um Dudenswillen wenigstens den richtigen Apostroph (‚) und nicht einen armen unschuldigen Akzent (`oder ´). Bitte!

Womit wir schon beim nächsten Thema wären: die richtigen Akzente benützen. Sie sollten eigentlich heute – im Zeitalter freier digitaler Wörterbücher – auch in Unkenntnis einer Sprache nicht mehr Glückssache sein. Eigentlich. Denn wenn du nicht sicher bist, kannst du ja einfach Online-Leo, Google-Translater und Konsorten fragen. Die wissen es nämlich, auch wenn sie im Übersetzen ganzer Satzkonstrukte immer mal wieder ziemlich komisch sind.

Was ich sagen will: Für (fast) alles, was wir im Reich der Rechtschreibung NICHT selbst wissen, gibt es eine Antwort auf Duden oder auf Wikipedia. Sogar für die richtigen Satzzeichen. Und für Leerzeichen ebenfalls. In letzter Zeit entdecke ich die Sache mit den zu-vielen Leerschlägen immer häufiger. Als habe sich die englische Praxis nun (nach dem vermaledeiten Genitiv-S) auch die Unterwanderung der deutschen Leerschlag-Praxis vorgenommen. Vor und nach einem Slash/Schrägstrich kommt in der deutschen Sprachgebrauch nämlich kein Leerschlag, ebensowenig hat es nach einer Öffnungsklammer einen Leerschlag und ganz sicher nicht vor einem Punkt, Komma, Fragezeichen oder Ausrufezeichen. Nein. Weil Duden es so sagt. Natürlich kann man sich fragen, wozu Rechtschreibung überhaupt dient. Klar. Und warum Duden das Maß aller Dinge sein soll. Darf. Muss. Fragst du dich auch, warum du bei Rot nicht über die Straße solltest? Eben …

Damit wären wir nun bei der Sache mit der Freiheit. Natürlich kannst du schreiben wie du willst. Ich zum Beispiel schreibe in eher persönlichen Texten wie Mails und Blogkommentaren fast immer rein klein, wobei ich alle andern Rechtschreiberegeln beachte. Weil ich meine schnellen Gedanken so nackt und frei ins Netz werfen will, wie sie mir durch den Kopf gehen. Oft schreibe ich dabei eben so schnell, dass ich keine Zeit für die Großstelltaste habe.

Schreibe ich aber einen Text, mit dem ich vor mir oder andern Gedanken ausbreiten oder eine Geschichte erzählen will, einen Text also, der meine Ansprüche an einen guten Text erfüllen soll und/oder mit dem ich mich an ein Publikum wenden will, habe ich das innere Bedürfnis, damit ein gewisses ästhetisches Verlangen in mir zu nähren. Sprach- und Textharmonie sowie Sprachkomposition hängen bei mir mit möglichst richtig angewandter Rechtschreibung zusammen. Man mag das (oder gar mich?) kleingeistig nennen und Rechtschreibung als unkreativ verteufeln, doch dann übersieht man etwas für mich sehr Wesentliches: Ähnlich wie eine Kunstmalerin die Regeln der Farbenlehre intuitiv verinnerlicht hat, gelten für mich auch in der Sprache gewisse Gesetze – eben die „Gesetze der richtigen Schreibung“ – als Leitplanken, innerhalb derer ich mich umso freier tummeln kann, den Verkehrsregeln, wie gesagt, nicht unähnlich. In diesem meinem Sprachuniversum – meinem Sprachaquarium sozusagen – können bei mir alle möglichen bunten Fische schwimmen. Da hat es auch Platz für sprachliche Neuschöpfungen und andere übermütige Satzkonstruktionen und schrille Inhalte. Nur zu!

Leitplanken sind nicht mehr und nicht weniger als Leitplanken. Will ich möglichst genau verstanden werden, ist es an mir, mich möglichst verständlich auszudrücken und meine Leserinnen und Leser nicht noch mit seltsamer Interpunktion und sonstigem pseudokreativem Zugemüse interpunkuteller oder rechtschreiberischer Art zu verwirren. Ich brauche meine kreative Energie lieber für Inhalte als für neo-originelle Zeichensetzung.

NACHTRAG: In diesem Artikel über den Sinn der Rechtschreibung kritisiere ich keineswegs Menschen mit einer Rechtschreibeschwäche. Ich kritisiere auch nicht Menschen, die mit der Sprache kreativ arbeiten.

Back to topic: Leerschläge sind wichtig, keine Frage! Sie sind die Pausen im Satz, die Auftakte vor jedem neuen Wort. Sie sind in Geschichten ebenso wichtig wie in Melodien. Sie trennen, was nicht ein einziges Wort sein soll und fehlen dort, wo etwas zusammengehört. Sie geben der Sprache Rhythmus und Luft, sie sind das Atemholen in der Sprache.

Ebefalls ganz luftig sind die Gedankenstriche (Halbgeviertstriche), die länger sind als die kurzen Bindestriche (Details kennt Wikipedia). Richtig, meine geliebten Gedankenstriche sind von je einem Leerschlag flankiert und stellen eine Aussage frei, die als Ergänzung des restlichen Satzinhaltes zu verstehen ist. Diese Ergänzung könnte eigentlich genauso gut nicht da stehen, denn der Satz geht nachher so weiter wie er davor aufgehört hat. Wie bei Klammern. Und doch ist der Inhalt nicht unwesentlich, enthält er doch oft einen kleinen Blick hinter den Vorhang … Er ist das Flüstern im Satz, der Zwischenraum.

Sprache ist für mich so viel mehr als die Aneinanderreihung von Buchstaben, Wörtern, Zeichen, Sätzen und Abschnitten zu Artikeln oder Geschichten. Meine Beziehung zu Sprache ist eine Art Liebesgeschichte. Ich liebe Wörter. Und ich liebe den Raum zwischen den Zeilen. Ich liebe die Luft, die Wörter dann aufwirbeln, wenn sie etwas Wesentliches sagen oder etwas noch Verborgenes ist mir aufwecken. Ich liebe die Abenteuerreise, auf die mich Wörter mitnehmen, wenn ich ihnen genau und mit dem Herzen zuhöre. Ach, ich könnte euch noch so viel erzählen über die Feinheiten der Sprache. Doch wen interessiert das schon?

Nein, bitterböse ist mein Text nun wirklich nicht geworden. Doch vielleicht macht er ein bisschen Mut, sich auf die Welt hinter den Wörtern einzulassen und die Rechtschreibung als das anzusehen, was sie ist: als Hilfe für eine möglichst missverständliche Verständigung.

Essenz einköcheln

Die Zahl fünf spricht von Quintessenz, sagt Luisa. Und sagt auch die Erfahrung. Die Fünf ist mir in den letzten Tagen immer wieder über den Weg gelaufen. Sie hat sich mir von hinten genähert und genüsslich auf meinen Schoß gesetzt. Sie spricht davon, dass ich meine eigene Gebieterin sein soll, über mein Leben gebieten, zulassen, was sich wandeln will. Kreieren, was ich leben will, mutig umdenken, mutig loslassen.

Zwei wunderbare, zwei fast schlaflose, zwei intensive Tage mit zwanzig wunderbaren Frauen in einem Seminarhaus im Appenzellischen liegen hinter mir.

Und nun liegen da ein paar altneue Samen behaglich in meinem Herzen. Sie werden spriessen, da bin ich sicher.

Einer davon ist mir heute beim gemeinsamen Yoga, das Luisa Francia genüsslich angeleitet hat, zugefallen:
Jede Spannung braucht zum Ausgleich Entspannung.

Körperliche Entspannung gleicht dem virtuellen Zwischenspeichern von Dateien, denke ich weiter. Gleichgewicht gibt es nur, wenn ich alle meine Seiten nähre, meine materiellen und meine spirituellen. Die sicht- und die unsichtbaren.

Am Wasserfall gestern habe ich losgelassen, was nicht mehr in mein Leben gehört. Was für ein starkes Ritual das war!

Und nun kommt der Alltag und mit ihm das Gießen der Samen, das Einköcheln meiner Erkenntnisse, das Vertiefen und Verwandeln …

wasserfall

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