Mein kleiner Spaziergang führt mich durch den Wald, am Waldkindergarten vorbei zu einer Bank, von der ich Weitblick vor mir habe. Ich genieße die natürliche Stille, die aus dem Ruf der Krähen, einem Flugzeug (ziemlich weit weg) und dem Rascheln des Windes im Wald hinter mir besteht. Würde die Sonne tönen, wäre ihr Ton bestimmt ein sanftes Summen. In Moll. Heute jedenfalls. Sie wärmt mich ein bisschen und erinnert mich dran, dass Schönheit und Liebe die einzigen und die einzig tauglichen Antworten auf Gewalt, Hass, Terror und Mord sind.
Kategorie: Herzgespinst
Leidenswertes
Eben habe ich ein mühsames Buch zu Ende gelesen und rezensiert und dabei über den Umgang mit meinen Energien nachgedacht. Ob es beispielsweise jemandem irgendwie nützt, wenn ich meine Wut- & Trauer-Energien nach Paris schicke (Mitfühl-Energien tun sicher besser). Kurz gesagt: ich verwende oder verschwende gar oft meine Energien in eine Richtung, die mir – und womöglich sogar auch meiner Mitwelt – eher schadet als sie gut tun.
Heute morgen, noch bevor ich all die News über das Drama in Paris überhaupt gewusst und gelesen hatte, wurde ich vom Wasserrauschen, das die Waschmaschine unseres Mehrfamilienhauses produziert, geweckt. Die Waschküche des Hauses liegt unmittelbar – aber außerhalb meiner Wohnung – neben meinem Schlafzimmer. Es war halb acht. An einem Samstag. Halb acht! Schon war ich auf hundertachzig. Nicht mal ausschlafen darf man! Gestern habe ich bis eins gelesen und nun war ich – zu Recht! – empört und richtete meine ganze Energie auf jenen rücksichtslosen Nachbarn, der mir das angetan hatte. Nein, diese Energie mich wegen solcher Banalitäten zu nerven, müsste ich eigentlich nicht verschwenden, denn wo Menschen zusammenleben, reibt es und das erzeugt eben zuweilen Geräusche. Ich müsste schon in der Einöde, in der Wüste, im ewigen Eis oder im Wald leben, um diesen menschlichen Geräuschen zu entkommen. Gestern, ich war mit Freundin L. (1) in der Sauna, litt ich sehr. Alle alten, dicken Männer der Schweiz schienen sich gestern Abend dort eingefunden zu haben. Die meisten schamlos nackt.
Ich gestehe es: Das hat mich echt überfordert. Mit Freundinnen und Freunden kann ich gut nackt sein, kann Sauna genießen, aber dieser Überfluss an nackter fremder Haut, war purer Stress für mich. Dazu waren Frauen, die in der Regel doch fürs Auge der Betrachterin ein etwas angenehmerer Anblick sind, in der Minderheit. Und von den drei möglichen Saunaräumen war nur der heißeste einigermaßen frei.
Da muss ich nicht mehr hin, nein, mich überfordern so viele unbekannte Menschen aufs Mal. Heute denke ich: Hey, was regst du dich so auf über deine kleine, gefährdete Komfortzone? Zumal in Paris hundertzwanzig Menschen sinnlos getötet wurden? Und in Anbetracht all der Heimatlosen und Flüchtenden? Und überhaupt … Da ist so viel Leid. Und was macht, dass ich an etwas leide? Was macht etwas zu Leid für mich, was andere nicht mal als leidenswert wahrnehmen (Beispiel Sauna)?
Schnitt.
Ich habe vor zweieinhalb Wochen einen mir bis dahin unbekannten Schweizer Krimiautoren entdeckt, dessen dritten Krimi ich gerade verschlinge.
Vor der Zeit von Beat Portmann erzählt die Geschichte des Mittelalterforschers Thelmann, der von Extremisten verschiedener Richtungen bedroht wird. Er hat Informationen gefunden, demzufolge bereits im frühen Mittelalter Anstrengungen zu einer interreligiösen Allianz, zumindest zu einem interreligiösen Dialog im Gange waren. Heutigen Extremen – christlich wie muslimisch Gesinnten – will es nicht gefallen, dass Thelmann weiterforscht – so werden die Unterlagen geklaut und vernichtet. Und tauchen woanders wieder auf. Oder sind es Fälschungen? Der Ich-Erzähler, ein mäßig erfolgreicher Autor, wird von einem unbekannten Mäzen zwecks Recherchen für einen weiteren Kriminalroman auf die Geschichte losgelassen. Banal? Nur auf den ersten Blick.
«Vor der Zeit» ist ein überraschender Roman über das monotheistische Erbe Europas und über das Verhältnis von Offenbarung, Schrift und Literatur (Quelle: Verlagswebseite).
In Durst und Alles still hat Beat Portmann bereits mit der Stimme des Ich-Erzählers zwei Fälle gelöst – einen im Geldwäsche-Umfeld (Durst), den anderen in der Welt des alten Luzerner Adels (Alles still). Auch diese Geschichten wirken auf den ersten Blick trivial, werden nach und nach immer komplexer und dreidimensionaler, was dem scharfen Blick, der klugen, literarischen Sprache und der dreidimensionalen Figurenzeichnung des Autors zu verdanken ist. Den Jo Nesbø der Schweiz nenne ich Beat Portmann bereits, denn wie Nesbø zeichnet auch Portmann ein ungeschöntes Bild seiner Heimt. Portmann skizziert die hiesige Polit- und Wirtschaftslandschaft scharfsinnig, überzeugeund und mit Innerschweizer Lokalkolorit gewürzt. Doch, wie gesagt, vor allem überzeugt er mich mit seinen glaubwürdigen Figuren. Ich mag es, dass wir Lesenden nicht erfahren, ob Portmanns Geschichten erfunden sind oder sogar wirklich erlebt – zumal Portmann seinem Protagonisten, einem Krimiautoren, die Titelnamen seiner eigenen Bücher in den Mund legt. Realitätsfiktion vom feinsten.
Das vor einem Jahr erschienene Buch Vor der Zeit ist auch jetzt noch hochaktuell, geht es doch darin – unter anderem – um die Angst vor dem unbekannten religiös motivierten Feind. Und um die Angst davor, unsere eigene Welt mit ihren wohlgeordneten eigenen Komfortzonen zu teilen.
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Noch eine Rezension aus der Luzerner Zeitung.
Vielerlei Sehnen
Zufriedenheit geht, natürlich, und hilft sicher in manchen Situationen eine Zeit lang. Sehnsüchte sind aber besser, viel besser, finde ich, schrieb Jürgen Küster in einem Kommentar zu meinem letzten Blogartikel
Ich lasse deinen Gedanken und die darin implizierte Frage sacken, was ich lieber mag: Zufriedenheit oder Sehnsucht, schrieb ich zurück. Und ob es vielleicht zweierlei Menschen gebe, fragte ich mich.
Nun ja, vermutlich gibt es sogar mehr als zweierlei Menschen, vielerlei sogar. Doch bei manchen Lebensbereichen sind wir alle doch irgendwie entweder so oder eben so. Besonders in Sachen Sehnsucht versus Zufriedenheit kann ich nicht unbedingt an ein Sowohl-als auch glauben, da ahne ich eher das gute alte Entweder-oder. Oder?
Heißt Sehnsucht denn nicht eigentlich, dass ich mit dem, was ist, nicht oder zumindest nicht vollständig einverstanden, nicht ganz zufrieden bin? Und heißt eine gewisse Form von Zufriedenheit denn nicht – manchmal? immer? –, dass ich resigniert habe? Wie groß ist der fühlbare Unterschied zwischen Resignation und Akzeptanz? Und warum schmeckt ersteres bitter und zweites irgendwie mutig?
Doch ist der Zustand, den ich im Grunde am meisten zu ersehnen glaube, nicht der von stetiger innerer Zufriedenheit? Frei zu sein von meiner Unruhe, von meinem Getriebensein, von meinem Denken, dass es anders besser wäre, wenn nämlich dies so und jenes so. So oder so ist da immer diese latente Unzufriedenheit. Denn, ich gestehe es, zu viel Zufriedenheit, ist mir suspekt und riecht ein bisschen nach Bequemlichkeit.
Ich wünschte mir dennoch, dass Zufriedenheit ein klitzeklein wenig kompatibel mit Sehnsucht wäre – mindestens so kompatibel wie Essig und Öl in der gleichen Flasche. Ich wünschte, mir, dass es so wäre. Und ja, ehrlich, ich sehne mich oft danach, mich nach nichts mehr zu sehnen. In diesen Momenten sehne ich mich nach einem wunschlosen, stressfreien, erleuchtungsähnlichen Zustand, frei von Bedürfnissen, Süchten, Wertungen, Getriebenheiten und Unruhe. Weil ich an diesem Zustand schon ein paar wenige Male gekostet habe. Er kann noch nicht mal mit Zufriedenheit benannt werden, auch wenn Frieden irgendwie darin vorkommt.
Nun ja, da sind dann aber diese anderen Momente: Dann nämlich, wenn ich mir diesen Zustand herbeizumalen versuche. Dann stelle ich fest, dass ich diesen ersehnten Zustand wohl doch nicht wirklich dauerhaft kann und will – jedenfalls nicht hier, nicht in diesem Umfeld, nicht in diesem Kontext. Es wäre nicht auszuhalten. Ich bin zu mehrfarbig für so was. Zu mehrdimensional und zu kämpferisch, zu inkonsequent. Und ja, zu pragmatisch wohl auch.
Ich gestehe, ich brauche wohl auch die kleinen Exzesse mittendrin, das Überborden, das Abtauchen, und ja, auch ab und zu eine gewisse Larmoyanz sogar oder/und ein wenig Gejammer und Selbstmitleid. Blues, wie es der Emil neulich trefflich in Worte gefasst hat. Huch … vielleicht lebe ich ja genauso, wie ich leben will? Mit all meinen Baustellen?
So bin ich wohl eher die Sehnsüchtige denn die Zufriedene? Oder zwinkert ich da doch eine gewisse Kompatibilität hinter dem Vorhang hervor? Irgendwie bin ich nämlich ganz zufrieden mit meiner Sehnsucht.
Die Sache mit der Zufriedenheit
Süße neunzehn war sie, als sie heiraten musste. Jung war sie damals, jung und unschuldig, Und ohne die Möglichkeit, mitzubestimmen. Wie das damals, Anfang der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts, in Anatolien zumal, noch üblich war. Und, wer weiß, vielleicht heute noch praktiziert wird. Zwei Jahre später zog das Paar in die Schweiz. Und drei Jahre später kam der Sohn zur Welt. Während sie mir ihre Lebensgeschichte erzählt, ertappe ich mich beim Rechnen. Kann das sein? Sie sieht noch so jung aus. Nach fünf Jahren hat sie ihren Mann verlassen. Ich gestehe, dass ich nicht immer alles auf Anhieb richtig verstehe. Ihr Deutsch ist schlecht. Meint sie nach fünf Jahren in der Schweiz oder meint sie nach fünf Ehejahren? Beides ist möglich. Und wie bei vielem verstehe ich ja doch immer nur einen Bruchteil und verstehe vor allem nicht, wie sie sich in der Schweiz zurecht findet. Zurecht gefunden hat. Nur gerade elf Jahre ihrer Lebenszeit hat sie weniger in diesem Land hier verbracht als ich. Und doch … Ich versuche mir, sie mir als junge Frau vorzustellen. Wie eine Elfe sieht sie aus, klein und zierlich, mit langen hellen Haaren, blond oder weiß. Ein zartes, liebes Gesicht hat sie, das sich etwas kindliches bewahrt hat. Trotz allem.
Eine Muss-Heirat sei es gewesen, doch sie habe sich befreit. Nicht gut sei das gewesen mit diesem Mann, sagt sie. Und nun ist ihr Sohn schon fünf Jahre tot. Als Einundreißigjähriger ist er plötzlich gestorben. Das Herz. Sie weint ein bisschen und ich sage, dass ich sie verstehe. Sage: Auch mein Sohn ist gestorben. Als ob das trösten könnte. Aber verbünden tut es, ja, das schon. Ein wenig jedenfalls. Und wir weinen ein bisschen miteinander, aus sicherer Distanz, denn um sie in den Arm zu nehmen, bin ich zu schüchtern.
Das hier, sie zeigt aus dem Fenster, das hier sei ihre Heimat. Sie sei zufrieden, auch wenn sie nicht viel Geld verdiene. Doch mehr brauche sie nicht. Gott hilft ihr, hört und tröstet sie und ja, auch die Schutzengel helfen ihr, sagt sie. Und dann gesteht sie, ein klein wenig verschämt, dass sie sich oft frage, wozu sie eigentlich lebe. Ich sage, weil du ein Lachen zu verschenken hast. Immer wenn ich dich sehe, leuchtest du.
Sie sei eben zufrieden und ich höre das Wort Frieden heraus. Man brauche ja nicht viel zum Leben. Besser als sich grämen oder kämpfen und sich Sorgen machen. Das brauche viel zu viel Kraft. Lieber bleibe sie ruhig, erzähle Gott ihre Sorgen und sei zufrieden. Sie ringt nach Worten. Neununddreißig Jahre lebt sie nun in der Schweiz. Auch wenn sie die Sprache nicht wirklich beherrscht, kann sie sich wunderbar ausdrücken. Sie spricht die universellste aller Sprachen, die des Herzens. Sie strahlt. Nun lachen wir.
Ob sie sieht, dass wir auf gleicher Augenhöhe leben, sie, die Frau mit dem Putzlappen, und ich, die Frau am Computer? Auch wenn sie steht und ich auf dem bequemen Bürostuhl sitze.
Weil wir einfach Menschen sind; sie mit einundsechzig, ich mit fünfzig Jahren Lebenserfahrung im Rucksack.
Auf einmal bin ich ganz ruhig – das Gefühl von Hektik, Hetze, Stress, das schon viel zu lange an mir klebt, fällt von mir ab. Zwar muss ich noch vieles tun (muss ich?), doch ich tue es – nachdem sie gegangen ist und meinen Abfall und mein Altpapier mitgenommen hat – auf einmal ein klitzeklein bisschen anders als vorher. Mit einem anderen Blick auf die Dinge, ihr Wesen und ihre Notwendigkeit.
Baustellen
Eine Welt voller Baustellen. Auf der Straße helfen mir Wegweiser, Tafeln und Ampeln, sie zu umgehen oder unbeschadet zu überleben. Manchmal kommt es so zu Staus. Zu Staus, die sich aber, wenn wir den Engpass hinter uns haben, wieder auflösen. Stau und Auflösung, Problem und Lösung … wenn Leben doch überall so einfach wäre.
Ich sag nur: Technik! Und packe ein kleines Puh mit Ausrufzeichen obendrauf. Am Donnerstag wars. Im Büro tat mein Handy noch seinen Dienst. Kurz darauf, nach dem Tanken vor der Fahrt nach Deutschland, schrieb ich dem Liebsten munter und vorfreudig, dass ich gleich losfahren und in etwa dreieinhalb Stunden bei ihm sein würde.
So weit so gut. An der Grenze, die ich wie immer bei Basel querte, war mein Handy ein erstes Mal abgestürzt. Nun ja, kann ja vorkommen. Als ich zweieinhalb Stunden später, in einem elsässischen Wald, pinkle, ist das Handy tot. Lässt sich nicht mehr anschalten noch laden. Das Uralthandy mit der deutschen Karten geht zum Glück noch, denn ehrlich: so ohne funktionierendes Handy fühlt man sich ja schon irgendwie nackt und verletztlich. Ich Pechvogel aber auch.
Irgendlink hat mir schon vor einer Woche einen Ersatzakku bestellt, den er am Abend ins tote Handy einbaut, so dass es wieder läuft- Eine Reanimation, die nicht wirklich so viel bringt. Der nächste Absturz ist nah – das Handy stürzt ab, startet neu, stürzt ab … da capo al fine. Kurz und gut: Das Teil ist ohne Reparatur nicht mehr zu gebrauchen. Auch nach gründlichem Putzen aller Schnittstellen nicht. Vermutlich die Nachwirkungen des sommerlichen Reussbades, das ich glimpflich überlebt geglaubt hatte. Sagt auch der Apfeldoc, den wir aufsuchen und der uns für teuer Geld einen neuen Akku samt Ultraschallreinigung aufnötigen will. Ich sage nein, ist doch das Handy schon ein paar Jährchen alt. Und vielleicht können wir − heißt Irgendlink, der Problemlöser vom Dienst − es ja doch noch selbst sauber bekommen?
Am Freitagabend kommt Journalist F. zu Besuch. Zeigt sein neues Handy vor. Sein altes iPhone, ein neueres als meins, sei ihm runtergefallen, gehe zwar noch, bräuchte aber ein neues Display. Ich könne es bekommen, gratis, müsse mir aber ein neues Display drauftun lassen.
Juhu! Wir holen es am Samstag ab. Der Display-Reparaturservice-Mann bei Mister Minit kann aber samstags nicht und so fahren wir mit dem kaputten Teil zurück auf den Hof. Nun gut, so schlimm ist das nicht, konfigurieren kann ich es ja auch so. Und mit Tesafilm überklebt sind die Risse auch nicht mehr so gefährlich für die Fingerspitzen. Sieht eigentlich sogar ziemlich witzig aus. Wäre da nicht dies doofe NanoSIM-Karte gefragt, wäre alles ein Kinderspiel. Wir schnippeln meine Schweizer Microkarte zurecht, bis sie fast zu klein ist. Aber
irgendwie habe ich irgendwannalle gebackupten Daten auf dem Handy und bin einfach nur froh, ich Glückspilz ich.
Nun ja, jene Phase, als es eine Weile lang so ausgesehen hatte, als hätte ich meine SIM-Karte unrettbar mit der Schere zerstört, war schrecklich. Wie sollte ich ein paar Tage ohne funktionierendes Handy leben? Undenkbar! Ich gestehe, dass dies doch eine ziemlich erschütternde Erkenntnis war. Diese Abhängigkeit von Dingen wie Erreichbarkeit, Kommunikation, allzeitbereitem Foto-, Twitter- und Blogapparat … 
Wie gesagt: Baustellen überall. Wie schön es wäre, wenn ich mich endlich und überall endlich selbst wieder eingeholt hätte. Wenn ich mich selbst synchronisieren könnte − wie das Handy dank Backup auf dem Rechner. Und wenn ich nicht immer das Gefühl haben müsste, mir hinterher zu sein, ohne Hoffnung auf Einholen. Bei der Arbeit im Büro ebenso wie bei all den Projekten, an denen ich sonst noch so arbeite. Endlich ankommen. (Notiz an mich: Und dann? Und gleich noch eine Notiz: Wie viele Baustellen verträgt ein Mensch ohne krank zu werden? Oder zumindest, ohne die Übersicht zu verlieren?)
Baustellen. Eine gibt’s übrigens auf Pixartix, dem Bilderblog, wo ich heute meinen Drei Bilder-Zyklus gestartet habe.
Keine Rolle mehr
Langsam erwachte ich heute aus einem sehr farbigen Traum. Ich hatte Besuch von Menschen, die ich nicht kenne und auch im Traum nicht kannte. Meine erste Besucherin war eine mir unbekannte Frau. Sie sah sich die Bilder an meinen Wänden an, doch es war nicht meine aktuelle Wohnung, auch keine meiner früheren. Eher war es eine Art Galerieraum mit riesigen Fenstern, den ich als meine Wohnung betrachtete. Immerhin stand mittendrin ein Bett, das im Traum mein Bett war. Ein großes Bett, eins für richtig große Träume denke ich jetzt, aber auch dieses Bett war nicht mein „richtiges“ Bett aus meinem aktuellen Leben. An den Wänden hingen große, auf Rahmen gespannte Leinwände, die wie gemalt aussahen. Es waren aber Appspressionismen, also von mir offenbar zu einem früheren Zeitpunkt mit Foto-Apps gestaltete Bilder. Keines kam mir aber wirklich vertraut vor. An keines konnte ich mich erinnern, auch nicht an den Schaffensprozess, weder im Traum noch im echten Leben.
Ich identifizierte mich jedoch sehr mit den Bildern, sie mussten also – so sagt mir mein Traumwirklichkeitsgefühl – von mir sein. Die Besucherin wählte ein Bild aus, das noch nicht auf einem Rahmen aufgespannt war, sondern in einer der Kisten an der Wand gesteckt hatten. Es war ein Bild, das ich besonders mochte. Alle Bilder waren eigentlich eher abstrakt und doch auf eine Weise sehr konkret und unmittelbar, so konkret und unmittelbar wie Wolkenbilder und Rorschach-Tests vielleicht. Voller einzelner Elemente, die vom einen ins Nächste führten, wenn man sich einließ. Bilder wie Labyrinthe. Selbst ich war fasziniert. Meine Bilder kosteten alle um die Fr. 1000.–, doch so viel Geld hatte die Frau nicht dabei. Ich durfte es ihr weder schenken noch günstiger geben, das war uns beiden klar.. Ich legte also zur Sicherheit das Bild unter mein Bett, bis sie mit dem Geld zurückkommen würde.
Nächste Szene: Eine Frau mit einem Kind besucht mich. Ich scheine sie flüchtig zu kennen. Sie entdeckt die Bilder, obwohl sie eigentlich wegen mir da ist, mich besucht. Sie ist hin und weg von meinen Bildern, was mich eigentümlich berührt, mehr als von einem Menschen, den ich nicht kenne. Weil sie mehr sieht, weil sie dahinter sehen kann. Sie murmelt, dass sie nicht verstehen könne, warum ich nicht längst „entdeckt“ worden sei. Meine Bilder seien einfach einmalig. Ihr Kompliment schmeichelt mir, ich merke, dass sie es ernst meint, dennoch weiß ich natürlich, dass meine Bilder, da ich ein NoName bin, niemanden außer ein paar Fans, ansprechen werden. Ich bin zu leise, ich bin zu beliebig, zu unauffällig, zu wenig Mainstream. Und ich kenne den Markt. Weiß wie Hypes entstehen. Mache mir da nichts vor, obwohl ich weiß, dass diese Bilder gut sind.
Das Kind hat sich auch vor die Bilder gestellt und ist total vertieft in die Betrachtung. Es erzählt, was es alles sieht und erlebt, was ihm aus den Bildern entgegenkommt und ihm begegnet. Mir kommt es vor, als wäre das Kind, es ist so ungefähr fünf bis sieben Jahre alt, nun wie in Trance, als wäre es ein Teil meiner Bilder geworden. Es wirkt wie eingetaucht. Gerade sagte ich zu der Frau, dass das übrigens keine Gemälde seien, sondern Bildbearbeitungen, die ich auf digitalen Medien geschaffen habe. Sie kann das kaum glauben.
Inzwischen liegt das Kind unter meinem Bett und betrachtet, auf dem Bauch liegend, das Bild, das dort für die andere Frau bereit liegt. Es ist total begeistert. Auch das Kind mag das Bild sehr. Ich selbst bin einfach nur total gerührt, wie sehr sich Kind und Frau auf die Bilder einlassen können. Wie sehr sie von den Bildern berührt werden. Das macht mich unglaublich froh.
Irgendwo in diesen Traumsequenzen drin, mitten drin, bin ich dann auf einmal in meiner echten, aktuellen Wohnung, die allerdings im Traum viel größer und geräumiger ist als in echt. Ich habe einen doppelt oder dreimal so großen Küchenwohnraumteil. Dort stehen im Traum nicht nur ein Tisch mit Stühlen, sondern gleich zwei. Es ist Morgen und ich wusle wie üblich noch im Pyjama herum. Meine Mutter hat Geburtstag und sie will, mit meinem Vater und andern Verwandten, um 11 Uhr zu mir kommen. Sie wohnen – obwohl sie schon lange gestorben sind – in diesem Traum in einer anderen Wohnung im selben Haus. Kurz vorher bin ich kurz oben bei ihnen gewesen, um etwas zu holen/fragen. Nun wusle ich also durch meine Wohnung, räume da und dort ein bisschen auf und habe die Zeit vergessen. Auf einmal klingelt es. Elf Uhr. Huch, die Verwandten! Und ich noch immer im Pyjama. Die Leute kommen herein, viele sind es, und immer kommen noch mehr. Ich denke: Huch, ich bin ja noch ungeduscht! Und mein Yoga hab ich auch noch nicht gemacht. Das geht doch so gar nicht. Ich fühle mich nackt und ungeschützt und alle kommen in meine Räume und tragen die Schuhe an den Füßen, was ich überhaupt nicht gerne habe.
Ich lasse die Leute Platz nehmen und will mich schon zurückziehen, da rufe ich laut: Alle sofort die Schuhe ausziehen! Bitte! Also ziehen die Leute widerwillig ihre Schuhe aus. Alle genau dort, wo sie sind/sitzen/stehen. Was ja nun auch nicht wirklich etwas bringt. Außer Chaos. Alle schauen sich ungeniert um und sehen ebenfalls überall meine Bilder an. Ab hier an sind wir alle auf einmal in jener anderen Wohnung und der Traum geht dort weiter. Später sind die Leute wieder weg und die Frau mit dem Kind kommt.
Die Bilder, das spüre ich, sind ohne inneren Zensor entstanden. In einer Zeit, als ich noch mit dem Herzen gestalten konnte. In einer Zeit, wo ich mich nicht von allem Wissen und all den Maßstäben, wie Kunst zu sein habe, verwirren lassen habe.
Habe ich das? Tatsache ist, dass dieser innere Zensor furchtbar brutal, anspruchsvoll, gnadenlos und ziemlich zynisch ist.
Ich sehne mich zuweilen an meine erste Zeit des Appens zurück, wo ich einfach daruflos gebildert und gekunstet habe ohne viel zu denken. Heute kenne ich mich je länger je besser mit all der Technik, mit all dem Handwerk aus, das ich brauchen kann. Ja, ich kenne wohl auch mich und meine Bildsprache besser. Aber, und da hänge ich fest, ich bin heute weniger spontan denn je. Beim Bildern vor allem, aber auch oft beim Schreiben. Auch dort stellt sich der Kopf in den Weg und winkt ab.
Wie kann ich mich wieder aus dieser Befangenheit befreien? Wie kann ich den unmittelbaren Zugang zu meinen Bild- und Wort-Bildern wieder finden? Wie erschließe ich mir meine Herzsprache wieder, die ich einmal kannte und konnte? Natürlich darf sie nachher durch all die handwerklichen Filter laufen, aber zuerst soll sie einfach mal unzensiert fließen dürfen. Weil es nämlich genau das ist, was ich am liebsten mache. Es ist dieses freie Draufloskreieren, das mich nährt, das ich brauche, um leben zu können. Um mein Schreiben und Kunsten in seiner ganzen Weite und auch ganz und gar leidenschaftlich erleben zu können.
Tun ohne Denken und Selbstzensur. Mich sein. Wenn mir das gelingt, bin ich glücklich und froh und bei mir, synchronisiert mit mir selbst. Wenn ich keine Rolle mehr spiele, sondern nur noch bin.
Besser oktobern
Manche Monate haben für mich kaum eine eigene Gestalt. Immerhin hat die schwedische Band Easy October dem mir bis anhin farblosen Monat Oktober vor zwei Jahren endlich Farben gegeben. Und Gerüche.
Dass ihre dritte CD Nowhere But Here bereits im April 2015 erschienen ist, habe ich erst heute gemerkt. Was gut ist. Denn bessere Oktober-Musik gibt es für mich einfach nicht. Wenn man denn auf Hippiesound steht wie ich. Alle Stücke zum direkt anhören gibt es hier → klicken.
Seit ich Easy October kenne, ist Oktober für mich warm und weich; er riecht nach Holzfeuer und Herbstwind, nach goldenem Sonnenlicht und nach Regen. Er ist ein bisschen dunkel, aber diese Dunkelheit macht keine Angst, denn sie ist eine dieser Dunkelheiten, die mich in sich birgt und hält und mir Ruhe gibt. Sie bereitet mich auf den November vor, der mich auf den Dezember vorbereitet, der mich auf den Januar vorbereitet. Und dann erst kann ich wieder durchatmen. Denn dann kommt Februar, der ja schon fast März ist und März ist bekanntlich Frühling.
Ja, so eine bin ich. Ich verschiebe allzu gerne das eine oder andere auf später, sogar zuweilen das Leben. Aber Auf-die-lange-Bank-schieben geht definitiv besser mit Musik, die das Herz wärmt.
Jenseits von gut und böse
Sie schwitzt. Nun ja, das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Wechseljahre. Medikamente. Nur klebt die Hitze im Bett an ihr, als läge sie auf einer Gummimatte. Auf Plastik oder auf Leder. Das Leintuch ist schuld. Sie weiß es seit Tagen. Eine kleine Wut macht sich breit. Er muss doch wissen, dass sie dieses synthetische Leintuch hasst. Er muss es doch auch hassen! Es fühlt sich an wie Kreide auf Wandtafel, wenn man sich darauf bewegt. Gänsehaut der unangenehmen Art.
Sie schickt sich drein. Bestimmt sind alle andern Laken in der Wäsche. Es wird schon gehen!, sagt sie sich, und: Jetzt tu mal nicht so zimperlich. Sie schläft ja eigentlich recht gut zurzeit. Trotz der unangenehmen Unterlage. Andere haben kein Leintuch, haben noch nicht mal eine Decke. Reiss dich zusammen.
Nachts die Erkenntnis, dass sie vielleicht eine andere wäre, wenn er ein anderer wäre. Oder so: Sie wäre vielleicht weniger freundlich, wenn er nicht so liebevoll wäre − zu ihr, zu allen andern. Sie hätte ihn vielleicht längst angeschnauzt, divaesk nach einem anderen Leintuch geschrieen, wenn er nicht so ein respektvoller Mensch wäre. Es steckt ja keine böse Absicht dahinter, dass er ihr dieses Leintuch zumutet. Sie reitet auf dem Leintuch herum. Dreht sich, wendet sich. Schwitzt.
Was wäre, wenn er so wäre wie … In früheren Beziehungen hat sie sich anders verhalten. Direkter, auf eine wunde Art fordernder. Eine Art, die sie heute und hier nicht braucht. Viele Wunden sind verheilt. Oder auf gutem Heilweg zumindest. Dank ihm. Aber die Aggression, aber die Wut, sie ist noch immer da. Ob sie ein Teil ihrer selbst ist, fragt sie sich und döst wieder ein. Als sie aufwacht, klebt sie wieder schweißnaß am Laken. Der Ärger ist auch gleich da. Vielleicht sollte sie es ihm sagen? Dass es für sie nicht einfach ist. Dass sie das Leintuch nicht mag.
Er öffnet die Augen. Sie fühlt sich falsch. Die Wut über das doofe Leintuch verdirbt ihr die täglich neue Freude, neben ihm erwachen zu dürfen. Überschattet die Liebe. Dass es das Leben mit ihr so gut gemeint hat. Sie wäre heute eine andere, wenn sie ihn nicht getroffen hätte. Sie fühlt sich falsch. Der Ärger verdunkelt wie Regenwolken ihre Wahrnehmung.
Ich schwitze wie auf einer Gummimatte, sagt sie dann doch irgendwann. Dieses Leintuch ist einfach nicht so mein Ding.
Dann lass uns doch ein anderes drauftun, sagt er.
Wie jetzt? Du hast noch eins? Nicht alle in der Wäsche?
Nö, müsste noch eins da sein.
Oh, hätte ich das früher gewusst! Wie konnte ich denn ahnen, dass du freiwillig so was auf dein Bett tust.
Oh, hätte ich doch gewusst, dass du daran so leidest! Hättest du doch schon früher was gesagt!
Sie fühlt sich wie die Frau in jener kleinen alten Geschichte, die fünfundzwanzig Jahre lang das Knörzche, den Mürggu, jeden Anschnitt jedes Brotes auf den Teller ihres Mannes gelegt und schweren Herzens aufs beste Stück jedes Brotes verzichtet hat, um ihm eine Freude zu machen. Woraufhin er jeden Tag das zähe, harte, doofe Stück Brot heruntergewürgt hat, damit seine geliebte Frau es nicht essen muss.
Das Böse in ihr, es ist immer da. Das Böse? Was ist es überhaupt, dass sie immer wieder sich so leer fühlen lässt? Immer noch. Sie schämt sich, dass sie dieses Was-auch-immer noch immer nicht überwunden hat. Und jetzt? Jetzt taucht zum Bösen noch die Scham auf. Dieser Blick der andern Menschen auf sie selbst, ihr eigener Blick auf sie selbst. So klein, so groß, so übermächtig ist er zuweilen. Als würden alle an ihr nur die Schwächen sehen. Als würden die andern sie überhaupt sehen. Als wäre sie für andere überhaupt so wichtig, dass sie ihr so viel Aufmerksamkeit schenkten, dass sie über ihre Schwächen nachdachten. Sie wahrnahmen.
Die andern. Die Macht, die ich andern beimesse, denkt sie, ist immens. Viel zu viel Macht. Eigenmacht würde mir besser stehen. Wenn ich meinen Blick auf mich selbst statt mit Scham mit Liebe fülle, fühle, wird es anders. Das Bild, das ich von mir habe. Und ich selbst werde eine andere. Hinter und vor dem Spiegel.
Ja, das Böse ist immer da. Sie hat es allerdings in der Hand, wie viel Futter sie ihm hinstellt. Aushungern ist keine Alternative.
Kleines literarisches Experiment #1
Mach mit, wenn du Lust hast:
1.) Ich skizziere in möglichst anschaulichen aber banalen/trivialen Worten (ähnlich einer Szenenbildbeschreibung/Filmdrehbuch oder Regieanweisung), ein bis zwei Szenen.
2.) Du setzst dich hin und schreibst in eigenen Worten über diese Szene/n, so wie du einen Romananfang schreiben würdest. Oder einen Kapitelanfang. Oder diese Szene/n als Teil einer Kurzgeschichte.
3.) Du mailst mir deine Sätze. Ich werde sie demnächst verbloggen – unter Angabe der Namen der AutorInnen (Echtname oder Initialen oder Pseudonym je nach deinem Wunsch). sofasophia (((ät))) lebenswertvoll (((punkt))) ch. [Mailadresse ohne Leerschläge natürlich 🙂 ]
Ziel ist es, uns an der Vielseitigkeit unserer Sprache zu erfreuen. Und uns gegenseitig zu inspirieren. Zu erkennen, wie unterschiedlich wir Dinge nicht nur wahrnehmen, sondern auch ausdrücken.
Ich freue mich auf eine rege Beteiligung. Wer meine Idee aufnehmen will und das gleiche Experiment mit anderen Szenen umsetzen will: Gerne!
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MEINE SZENEN:
Nacht. Eine Frau rennt. Ihr Gesicht ist nass. Die Haare kleben ihr im Gesicht. Niederschlag. Entsetzen im Gesicht.
Schnitt.
Ein dunkler Raum. Zwei tote Menschen am Boden. Todesursache unbekannt. Irgendwie weiß man als ZuschauerIn, dass diese beiden Menschen vermisst worden sind.
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(Das ist ein Traumfetzen von heute Nacht.)
Und nun viel Spaß beim Schreiben. Ich bin gespannt auf eure Texte.
Abgabetermin: 11. Oktober 2015
Dankbarkeit
Drei Tage bin ich jetzt erst auf dem Einsamen Gehöft, das so alles andere als einsam war die letzten Tage. Wie nach zwei Wochen Ferien fühle ich mich bereits. Nun ja, jedenfalls fast. Aus der Zeit gefallen, wie so oft, wenn ich hier bin. Sonne. Ich sitze am Tresen und hacke diese Zeilen.
Vor vier Stunden ist der letzte (und erste) Gast unseres Followerfestes wieder nach Hause gereist, Freund Emil, dessen Artikel ich als letztes reblogged habe. Und nun kommt die Zeit des Rückblicks. Meine Dankbarkeit ist groß. Dankbarkeit für all diese feinen Begegnungen, dieses Miteinander, Inspiration, Ruhe, Sonne, Lagerfeuer.

Am Samstag, wie Emil heute Nacht bereits bloggte, stand am Abend eine kleine Überraschung auf dem Programm, von der zumindest Irgendlink nicht die geringste Ahnung hatte. Ich habe vorgängig unsere Freundin Silvia gebeten, einige Texte aus Irgendlinks Blog vorzulesen. Dass sie ihren Schauspielerfreund Marc mitbringen würde, wusste ich zwar, aber das auch er lesen würde, war eine Überraschung. Eine ganz tolle. Die beiden wechselten sich gegenseitig ab, was den Texten eine neue Dimension verlieh. Über eine halbe Stunde, so lange nämlich dauerte diese Wahnsinnslesung, war es so ruhig, dass man die berühmte Nadel hätte fallen hören können. Gebannt lauschten wir alle den Texten − und hätten auch noch weiter lauschen können. Für Irgendlink selbst war es wohl zuerst ein wenig seltsam, seine eigenen Texte professionell vorgelesen zu bekommen, doch auch er genoss das Geschenk. Eingebettet war die Lesung in eine Bilderschau ab Beamer und musikalisch umrahmt wurde sie von einigen russischen und deutschen Liedern, die uns Emil teils allein und teils mit der wunderbaren stimmlichen Unterstützung von Frau Rebis darbot.
Zur Lesung von Silvia Bervingas und Marc Lüders auf meiner Soundcloud bitte hier → klicken.
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Gestern dann ein Herbstsonnenwaldspaziergang vom Feinsten. Frau Lakritze, Frau Stefunny und ich haben uns zum Schluss − schon fast wieder zurück auf dem einsamen Gehöft − erdreistet, den berühmten irgendlinkschen Ewigen Birnbaum aus unserer Sicht abzulichten. Und zu bloggen. Was ich hiermit tue!

Kunstraub? Inspiration? Keine Ahnung. Das Gleiche sehen wir eh alle anders. Dieser je eigene Blick auf das Leben meiner Mitmenschen ist es nämlich, der mich am meisten berührt und inspiriert. Hat. Tut. Immer wieder. Und eben auch an unserem Followerfest.

Denn auch Menschen, die ich in den virtuellen Medien kenennlerne, sind echte Menschen, Menschen aus Fleisch und Blut.
Ich danke euch allen!
