Wenn eine eine Reise tut

Wie lange bin ich nicht mehr so früh aufgestanden? Und wie lange bin ich schon nicht mehr so früh morgens Zug gefahren? Und wie anders ist es, wenn man frühmorgens um acht nach Basel-Flughafen fährt, als wenn man perversfrühmorgens um halb acht ins Büro fährt und dazu anderthalb Stunden Weg hin und am Abend wieder anderthalb Stunden zurück hat.

Bin ich froh, dass das vorbei ist.

Basel. Nordwärts fahre ich.

Noch nordwärtser fliege ich danach. Berlin-Schönefeld ist mein erstes Ziel. Mit dem Zug nach Brandenburg oder was anderes in der Richtung. Von dort schließlich mit dem Privattaxi called Kerstin the Eckisoap ins Kloster. Oder so.

Am Abend kommt Frau Mützenfalterin dazu und morgen die Vierte im Bunde, Ulli vom blauen Café Weltenall.

Das kann ja heiter werden. Lustig und ernst. Ich hoffe auf feine Gespräche, gemeinsames Lachen, Kichern, Tratschen und Schweigen. Und auf tiefes Verstehen. Ja. Das ist so ene Ahnung und Hoffnung, die ich habe. Und es ist auch das, was mich bereits jetzt mit diesen drei Frauen, von denen ich erst Ulli persönlich kenne, verbindet. Viele Mails haben wir alle schon getauscht, viele Herzgedanken, wie das nur Frauen können, die schon vieles erlebt, erlitten und erkannt haben.

Frauenpower ist etwas Wunderbares. Etwas Nährendes.

Na ja, Frauen können leider auch anders. Können sich gegenseitig mit Zickenkriegen und dergleichen mehr, mit Vergleichen, mit Eifersüchteleien bis aufs Blut zerstören. Nicht nur Frauen, nein, aber zuweilen haben Frauen diese ganz fiese Art drauf, die ich bei Männern so noch nie gesehen und erlebt habe. Darin unterscheiden sich die Geschlechter auch, finde ich. Und ja,  natürlich machen sich auch Männer gegenseitig fertig, wenn es sein muss.

Warum eigentlich?

Nein, darauf suche ich keine Antwort. Nicht jetzt jedenfalls.

Jetzt will ich einfach nur genießen. Die Reise, so gut es mit meiner ganzen Nervosität überhaupt geht, die ich in mir habe. Genießen auch mit all der Vorfreude. Wie es wohl sein wird? Meine erste Bloggerlive-Begegnung – die mit Mösiö Irgendlink vor bald sechs Jahren – war jedenfalls sehr nachhaltig. 🙂

Gleich Rheinfelden. Bald Basel. Umsteigen.

Kurz nach zwölf lande ich in Berlin. Drückt mir die Daumen, dass alles klappt. Hach, ich Landei …

Winke-winke!

Eigentlich

Hier würde jetzt, wenn ich nicht so müde und so abgelenkt wäre, eigentlich mehr stehen. Oder zumindest sinnvolleres. Ein Text über Werte. Und dass jede Arbeit, je nachdem aus welcher Richtung sie betrachtet wird, eine andere Bedeutung und einen anderen Wert hat. Je nachdem, was wir für Werte haben eben auch. Und wie Werte unsere Sichtweisen verstellen und/oder prägen.

Aber ehrlich, dazu bin ich schlicht und einfach zu müde.

Dafür teile ich heute einmal wieder ein Kritzelbild. Es entstand während eines feinen Telefongesprächs heute Nachmittag. Wer Lust hat, darf frei assoziieren. Zum Inhalt des Gesprächs verrate ich aber nichts.

Telefonkritzelei
Telefonkritzelei | © by Sofasophia

Alles für die Katz‘

Sonntagmorgen. Wir liegen im Hochbett. Gemütlich ist es unter den warmen Decken. Zeitlos. Unten die über Nacht abgekühlte Restwohnung. Kalt. Ungeheizt. Beide haben wir keine Lust, aufzustehen.

Mietze
Sie kann auch anders.

Die Katze hört, dass wir wach sind und macht sich bemerkbar. Sie kennt ihre Bedürfnisse und meldet sie an. Hunger. Wenn sie nur zum Pinkeln raus müsste, könnte sie. Die Katzenklappe ist ja auf.
Ähm, ist sie auf? Ich habe sie jedenfalls gestern Nacht nicht zugemacht, sage ich. Der Liebste ist sich allerdings nicht sicher, ob er sie womöglich vor dem Zubettgehen doch zugemacht hat. Zumal er sie am Tag zuvor versperrt hat, damit nicht wieder andere Tiere reinkommen. Also: zu oder offen? Muss Mietze also nur aufs Klo oder hat sie richtig schönen Hunger und nervt deshalb so herum?

[Nervt sie herum? Tja, Wahrnehmungen sind mal so, mal so. Für den gleichen Sachverhalt.]

Und ja, Katzen sind eigentlich ganz schön toll und haben uns was wichtiges voraus: sie werten ihre Bedürfnisse nicht. Sie haben sie einfach. Und sie melden sie einfach bei jenen an, die sie ihnen erfüllen können. Sie wissen: Futter bekommt man in der Regel vom Persönlichen Personal, das sich manchmal wichtig Herrchen nennt. Wie also mitteilen, dass man Hunger hat, wenn das PP kein Kätzisch verstehen will? Ein bisschen Hin und Her gehen, das mag er nämlich nicht und tut dann was dagegen. Eine sehr einfache Strategie. So einfach, dass es schon wieder genial ist.

Wir denken darüber nach, warum Menschen, insbesondere sogenannt erwachsene, es nicht ähnlich machen. Warum sie sich mit ihren Bedürfnissen zuweilen so schwer tun. Scham empfinden. Sich schwach und unkuhl fühlen, wenn sie auf einmal bedürftig sind.

Mietze lebt eigentlich nur hier, weil sie weiß, dass wir ihr Futter geben, sagt Irgendlink. Sie ist eigentlich wild, undomestiziert. Und das weiß sie auch.

Und sie weiß genau, dass wir es auch wissen.

Sein, einfach.

Gestern. Auf dem einsamen Gehöft liegt Frühling in der Luft . Wir wandern in die Stadt herunter, treffen in der Stadt einen Bekannten, der mir versichert, dass seine Partnerin regelmäßig mein Blog lese (winkewinke, liebe L. und dankeschön!), besuchen danach eine Freundin und wandern wieder hoch.
So einfach. So banal. So schön. So wohltuend.

Alle Bilder werden groß durch Draufklick.

Impressionen_7
Küsschen?

Und heute? Heute roch die Erde, die nassgeregnete, nach Gedeih. Von Verderb keine Spur. So zog es uns nach dem Regen raus in Wälder und über Wiesen & Felder…
So einfach. So banal. So schön. So wohltuend.

Impressionen_a9_1

Und weil gestern das Jahr der Holz-Ziege begonnen hat (was ich allerdings nichts wusste), gibts ab sofort nichts mehr zu meckern! Und schon gar nicht bei mir und meinem Geisslein (auf meiner neuen Handyhülle).

Impressionen_a8_1
Created by Rinckshirt-Shop [→ hier klicken zum Shop]

Geheime Flaschen #1 – Mein Feierabend

Nun ja, als ich neulich über geheime Flaschen nachdachte, diesem Begriff, zu welchem mich Karl Ove Knausgårds Buch STERBEN inspiriert hatte, hatte ich – ganz ehrlich – nicht wirklich vor, geheime Flaschen öffentlich zu öffnen.

Nachdem ich den vorletzten Artikel geschrieben hatte, telefonierte ich abends mit dem Liebsten und wir redeten über all diese Dinge, die jeder hat und tut und doch niemandem davon erzählt. Nicht weil sie böse wären und noch nicht einmal peinlich müssen sie sein; eher sind sie banal. Zu banal, darüber zu sprechen. Warum es Karl Ove Knausgård tut, tun musste, und dazu noch so erfolgreich damit geworden ist (so erfolgreich, dass sich sein Buch nicht nur in Norwegen, sondern auf der ganze Welt verkauft), gibt mir zu denken. Zumal er dieses Erzählen auf sehr unspektakuläre Weise tut. Ganz und gar nicht masochistisch und auch nicht auf eine sich selbst gut darstellende Weise. Eher geradezu objektiv. Dennoch ist er jederzeit mitten in seinem Erzählen sicht- und spürbar. Ich kann ihn zuweilen beinahe riechen und sehen und seinen Händen beim Putzen der versifften Wohnung seines kürzlich verstorbenen Vaters zuschauen.

Warum kann mich – und offenbar auch viele andere Menschen – ein solches Buch, das kaum Spannungsbögen hat, so packen? Weil es mich berührt? Das ist es nämlich, was mit mir geschieht. Ich bin Beteiligte, nicht Voyeuristin, wenn ich dieses Buch lese. Ich verschlinge es nicht, wie ich es oft mit anderen Büchern tue; ich horche, ich schaue zu, ich sitze mit Karl Ove und Yngve am Tisch, wo auch die Großmutter sitzt und apatisch raucht. So was von banal.

Warum also, warum kann so viel Alltag so faszinierend sein?
Warum lese ich so gerne Gedanken und Geschichten anderer, die mitten aus dem Leben erzählt werden?

Ist mir das Leben anderer ein Spiegel meines eigenen Lebens?

Ist es diese Resonanz, die ich im andern und die der andere und die andere in mir erzeugen?

Ist es das Unbekannte oder ist es – im Gegenteil – das Vertraute, was mich zuhören, hinschauen, weiterlesen lässt?

Empathie? Neugier?

Ist es gar die Sehnsucht nach mehr Selbsterkenntnis?
Selbsterkenntnis des einzelnen als Anfang von Veränderung einer ganzen Gesellschaft.

Ach, da war doch neulich dieser Satz, irgendwo, der besagte, dass Gegenwartskunst immer den Nährwert der jeweiligen Gesellschaft sichtbar mache. Nein, es hieß nicht Nährwert, es hieß anders. Bloß wie? Ach, ihr wisst schon: Was war zuerst da, die Kunst oder die Gesellschaft?

Eine Gesellschaft von Drauflosschreibenden sind wir. Drauflos schreiben: Blogs und soziale Medien sind unsere Tummelplätze. Zuweilen überlege ich mir, alle diese Räume zu verlassen und nur noch das reale Leben zu leben. Bald würde es mir fehlen, das weiß ich, dieses Drauflosschreiben, dieses Gedankenteilen, denn ich mag es. Und ich mag jenen Austausch, bei welchem nicht jedes Wort in Gold aufgewogen werden muss. Wo ich frei denken kann. Wo ich auch mal drauflos spinnen kann. Wo ich augenzwinkernd oder kritisch meine Mitwelt betrachten kann.

Jetzt. Feierabend.

Ich sitze am Tisch, neben mir ein halbvolles Glas Tee. Gleich werde ich den Laptop auf mein Fernsehtischchen mit den Rädern tragen und ihn mit dem Verstärker verkabeln, damit ich den Film, vermutlich eine Serie von Soko Leipzig, über die Boxen hören kann. Kinofeeling. Ich werde mich aufs Sofa werfen. Aber vorher hole ich vielleicht eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank, und ja, vielleicht auch etwas zu naschen.

Später, im Bett, lese ich vielleicht noch einige Seiten Knausgard. Nach dem Film. Oder ich schlafen einfach. Bin müde. Heute war ein strenger Arbeitstag im Büro. Aber gut ist, dass ich immer sauviel Arbeit habe. Ich bin gerne dort, in meiner Schule. Die Zeit vergeht wie im Flug und die Arbeit macht mir noch immer – und hoffentlich auch weiterhin – viel Spaß. Morgen um halb eins beginnt mein Wochenende. Eins, das ich mal wieder beim Liebsten auf dem einsamen Gehöft verbringen werde.

So, das war sie jetzt aber. So viel zu meiner ersten heimlichen. Flasche. Sie heißt Feierabend. Und ich habe erfolgreich abgelenkt von jener, auf die mich der Liebste neulich am Telefon aufmerksam gemacht hat. Sie heißt Angst.
Cheers.

Von Möchtegern-Wahrheiten

Er will bestimmt zum Wehr spazieren, zur Brücke bei der alten Spinnerei. So notiere ich es mir ins Handy. Keine fünf Minuten nachdem wir das Haus verlassen haben. Ziel: unbekannt. Einzig haben wir abgemacht war, dass er heute sagen würde, wohin wir wandern. Tags zuvor hatte ich nämlich die Route unseres Spaziergangs gewählt. So machen wir es zuweilen, wenn beiden egal ist, wo wir hin gehen, Hauptsache, ein bisschen raus. Hauptsache, ein bisschen die Füße vertreten.

Hätte ich nicht gesagt, dass ich wisse, wo es ihn hinziehe, als er die erste Richtungswahl vor dem Haus getroffen hat – ganz rechts, den Rain abwärts – wären wir ziemlich sicher genau dort gelandet. Beim Wehr. Bei der alten Spinnerei. Wie von mir vorausgesagt. Vielleicht ziemlich sicher.

Hätte ich nichts gesagt, hätte er nicht geantwortet. Hätte er nicht gesagt: Bin ich so leicht vorhersehbar? Und ich hätte wohl auch nicht lachend mit: Nicht immer, nur heute! geantwortet.

Wären wir woanders hin als da, wo wir hin sind, wenn ich nichts gesagt hätte? Und wenn ich nichts gedacht hätte? Oder wären wir doch genau dort, wo er – auf einer Metaebene, die ich nicht erahnen kann – im Grunde der Dinge die ganze Zeit schon hingewollt hatte?

So wandern wir also quer durchs Dorf, über eine Aarebrücke in die kleine Nachbarstadt, queren auch diese nur am Rand und sind schon bald am Fuß des Stadtberges. (Dass das ein Berg ist, wenn auch nur ein kleiner, merkt man erst, wenn man ihn ersteigt. Ansonsten würde ich Schweizerin ihn ja eher Hügel nennen. Schweizerische Bescheidenheit? Vergiss es. Oder gab es sie damals, als man den Hügel Berg nannte, vielleicht noch gar nicht?)

Am Fuße des Berges erneut die Diskussion, ob wir hier gelandet wären, wenn ich nicht gesagt hätte, dass ich weiß, wo es hingeht.
Ja, wir wären trotzdem hier gelandet. Weil selbst deine Aussage, du wüsstest, wohin es geht, meine Wahl im Voraus beeinflusst hat, Oder auch nicht, und ich einfach die ganze Zeit schon hier her wollte, sagt er.
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wir hätten unterwegs zig Möglichkeiten für neue Entscheidungen gehabt. Aber sicher bin ich mir nicht. Vielleicht ist es so. Vielleicht war es einfach unser Schicksal, hierher zu kommen?, sage ich.

Schließlich steigen wir auf einem kleinen, sehr steilen, sehr rutschigen Weglein den Berg hoch. Was für ein Abenteuer! Den Weg haben wir nur zufällig gefunden. War auch er unser Schicksal oder war es nur der Baumstamm, unser vorläufiges Ziel, auf den wir uns – oben angekommen – setzen um durchzuatmen? Wir keuchen und fühlen uns so gut, wie Erstbesteiger es immer tun.

Und nun: Rechts oder links? Rechts wäre wohl eine recht weite Wanderung zurück nach Hause, zumal es bereits eindunkelt. Also links? War auch das der Weg, den wir zu gehen hatten? Und wer oder was ist es, der oder das diese Wege weiß. Gibt es, wäre es so, denn überhaupt Wege, die wir wirklich-wirklich frei wählen können?

Ach, dieser mein Was wäre wenn-Determinismus, an den ich mal glaube, mal nicht? Oder gibt es sie doch, die Selbstbestimmung? Ich kann darüber nachdenken, so oft ich will und weiß hinterher weder mehr noch weniger. Und schon gar nicht, was wirklich wahr ist. Weil es womögliich, so dünkt es mich heute, kein wirkliches Wahr gibt, kein letztes zumindest. Oder doch?

_____________________________

Der Determinismus (lat. determinare „abgrenzen“, „bestimmen“) ist die Auffassung, dass alle – insbesondere auch zukünftige – Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt sind.[1] Die Gegenthese (Indeterminismus) vertritt, dass es überhaupt oder in einem bestimmten Bereich der Realität Ereignisse gibt, die auch hätten anders eintreten können.

In der heutigen Naturphilosophie wird üblicherweise „Determinismus“ spezifischer auf Ereignisse der Natur – oder einen bestimmten Bereich derselben – bezogen. Gestützt wird ein allgemeiner Determinismus zumeist durch die Annahme, dass strikte, nicht-probabilistische Naturgesetze über sämtliche natürlichen Prozesse regieren. Ob wiederum die besten physikalischen Theorien diese Annahme stützen, ist umstritten. Wenn geistige Zustände ebenfalls natürliche Zustände sind, scheint ein Determinismus Probleme für die Realität eines freien Willens zu erzeugen. Ob dieser Gegensatz besteht ist ebenso umstritten wie die jeweiligen Konsequenzen.

Quelle: Wikipedia

Die Kunst des Nichtreagierens

Nichtreagieren, wie geht das überhaupt? Ich lese etwas und sofort reagiere ich. Immer eigentlich. Ich fühle immer, was ich lese, außer vielleicht die Beipackzettel von Kopfwehtabletten oder die Straßennamen im Telefonbuch. Aber gegen alles andere sind meine Gefühle leider nicht gefeit. Und weil es dem so ist, brauche ich vermutlich den Ausdruck. Ich brauche dazu Medien wie die Sprache oder den Körper, die meine Reaktion transformieren. Die dem Gelesenen – dem Erlebten, dem Beobachteten, dem Erlauschten, dem Angerührten – eine Gestalt, eine Form, eine Daseinsberechtigung geben. Um mich zu vergewissern, dass ich da bin vielleicht. Um mir selbst auf die Spur zu kommen. Um zu verstehen. Mich und das Gelesene.

Mag sein, dass du das langweilig findest. Es müsste mir egal sein. Eigentlich. Es müsste mir gleichgültig sein, was du über meine Ausdrücke denkst. Ich schreibe ja nicht für dich, ich schreibe für mich. Um dem vielen Zöix in mir zu entkommen.

Ich werfe es hin. Ich spucke es aus. Ich werfe es auf den Boden. Scherben manchmal. Kies. Manchmal haben die einzelnen Teilchen eine Form. Manchmal sehe ich, wenn ich auf den Boden gucke, dass ich diese Rohstoffe verwenden will. Kompostieren. Transformieren.

Warum tut es mir weh, wenn jemand schreibt, dass ich langweilig twittere? Wo diese Person ja nur einen winzigen Teil meiner Tweets und Texte kennt und somit sehr undifferenziert, subjekt und doch sehr absolut urteilt. Tut es mir weh, weil sie womöglich recht hat? Weil ich eine Langweilerin und weil ich unkuhl bin, weil ich nicht die Rampensau des Twitteruniversums bin, wie es ein klitzekleines Willensteilchen in mir drin vielleicht gerne wäre?

Obwohl … nein, ehrlich, das möchte ich nicht sein. Das wäre der pure Stress für mich. Ich halte mich lieber bedeckt. Werde lieber von Menschen gefollowt, die sich von meinen (zugegeben subjektiv womöglich durchaus) langweiligen Tweets angesprochen fühlen (ja, fühlen!), als von denen, die es lieber laut und schrill mögen.

Langeweile. Sie ist eins meiner Geheimnisse. Ich bin nämlich ziemlich gerne langweilig. Jedenfalls für mich. Mit mir. Ich mag es lange Weilen zwischen den schnellen Zeiten zu haben, ich mag die stillen Augenblicke. Dumm nur, dass das Wort wohl anders gemeint war. Und für die meisten von uns anders besetzt ist. Dumm nur, dass wir damit Reizlosigkeit und mangelnde Leidenschaft verbinden. Zweites kann man über mich so nicht wirklich sagen. Außer vielleicht, wenn ich die Steuererklärung ausfülle oder den Müll hinaus bringe.

Wie aber, fragst du dich (und zu recht finde ich) lassen sich nun Langeweile und Leidenschaft zusammenbringen? Frag mich nicht.

Vielleicht ist dies der Fluch der Schreibenden? Vorne die langweilige Fassade, hinter den Mauern die Leidenschaft?

Oops. Ich wollte ja was ganz anderes schreiben. Etwas über Geheimnisse nämlich. Weil die Mützenfalterin gestern darüber gebloggt hat. Weil ich darüber seither viel nachgedacht habe. Aber jetzt, wo das hier auf dem Bildschirm entstanden ist, werde ich es wohl einfach mal bloggen. Sorry, ich bin halt langweilig.

Und das hier? Nun ja, es ist ja nicht geheim das. Es ist wohl sogar etwas, das alle irgendwie kennen, dieses Ding mit der Kritik und dem Schmerz. Dass es dabei um mein verletztes Gerechtigkeitsempfinden geht, hat mir eine andere Tweetse verraten. Dass ich mich vermutlich ungerecht behandelt fühle, wenn mich jemand mit einem undifferenzierten Satz zu erfassen glaubt und dass es darum wehtut.

Uuh, das war jetzt wahrlich ein langweiliger Artikel. Wenn du es bis hierher geschafft hast, gratuliere ich dir herzlich.

Es lebe die Langeweile. Und ihre Schwester, die Muse. Mögen sie uns hin und wieder küssen, damit wir Menschen sein können, richtig lebendige Menschen. Richtig schön langweilig und leidenschaftlich.

Oh weia, nicht reagieren kann ich offenbar wirklich nicht.

Und du? 😉

Brücken bauen

Ein ähnliches Projekt wie jenes, das ich selbst, allerdings mit einer anderen Menschengruppe*, angedacht habe, will die Bloggerin und Fotografin Sarah Berger realisieren.

Ich zitiere sie hier:

„Meine Idee ist daher, den Kontakt zu Menschen zu suchen, die sich mittels des Hashtags [#notjustsad] auf Twitter den Raum geschaffen haben, ihre eigene Depression öffentlich zu thematisieren. Ich möchte ihnen begegnen und mir ihre Geschichte anhören: Ihr je eigenes Erleben dieser Krankheit. Im Zuge dessen möchte ich im gemeinsamen Gespräch ein Bild entwerfen, welches die je eigenen Aspekte und Konsequenzen dieser Erkrankung am Besten zum Ausdruck bringt. Mein Photoprojekt soll eine Brücke schlagen zwischen dokumentarischer Photographie – denn ich möchte nur mit Menschen arbeiten, die an Depressionen leiden und bereit sind, darüber zu sprechen – und inszenierter Photographie, denn das Endergebnis soll ein Bild sein, welches zwar die eigenen Erfahrungen aufgreift, diese jedoch auf ein Moment reduziert und im Lebensraum des Protagonisten inszeniert. Ich möchte mich mit der Nicht-Sichtbarkeit dieser Krankheit auseinandersetzten und versuchen, die verschiedenen Erlebnisse, Eindrücke, Ängste, sozialen Schwächen in durchdachten Bildern dokumentieren.

Die Bilder sollen in Farbe sein, da der dokumentarische Charakter enthalten bleiben soll. Schwarzweiß Aufnahmen würden gerade in diesem Kontext wieder sehr plakativ und artifiziell wirken. Ziel ist eine Serie von sechs Bildern bis neun Bildern von jeweils unterschiedlichen Menschen und unterschiedlichen Inhalten, um den Facettenreichtum dieser Krankheit aufzugreifen.“

Kontakt: mail@sarah-berger.de
Quelle: Den gesamten Blogartikel mit mehr Details gibt es hier → klicken.

____________________________________________

[* Meine „Zielgruppe“ sind Menschen, die einen erweiterten Suizid überlebt haben und/oder durch andere Gewaltverbrechen ein „neues Leben“ zu leben haben. Ich suche ebenfalls Menschen für Interviews. Mehr Details gerne unter Kontakt erfragen.]

A Winter’s Tale

Wunderbarer, zehn Kilometer langer Spaziergang mit dem Liebsten auf den Wülpelsberg zur Habsburg hoch.

IMG_5719

IMG_5742
© by Sofasophia

 

IMG_5743
© by Sofasophia

Daheim erwartet uns das unerwartete Geschenk einer lieben Fee. Die Karte dazu kann ich euch nicht vorenthalten.

IMG_5740
© by Sofasophia

© aller Pics: Sofasophia

A Winter’s Tale auf Youtube

Wem oder was?

Wem oder was verdanke ich wen oder was? Dativ trifft Akkusativ. Und mich. Dich auch.

Meine Mausmatte an der neuen Arbeitsstelle sagt, dass wir die besten Dinge dem Zufall verdanken …

Was meinst du? Stimmt das für dich? Oder anders gefragt: Was würde auf deiner Mausmatte stehen?

Mausmatte_was

  • Was ist es, was dich dankbar macht?
  • Wenn du dankbar bist, wann ist das? Und wem gehört dein Dank?
  • Sagst du oft Danke? Und wenn ja, wem?
  • Wie wirkt sich Danken auf dein Leben aus?

Ich freue mich schon sehr auf eure GEDANKEN zum Thema. Wenn ihr denn mögt!

Und ja, herzlichen Dank für all die lieben Kommentare und Likes zu meinem letzten Artikelchen. Es hat mich echt total gefreut, so viel Mitgefühl und Mitfreude von eurer Seite zu erleben.
Ihr seid wunderbare Menschen, ihr da draußen. Das darf ruhig auch mal gesagt werden.