Wir hier

Wir hier – diese zwei Worte sind es, mit denen wir ausdrücken, wenn wir uns irgendwo heimisch fühlen. Es sind gute Worte irgendwie. Es sind gefährliche Worte irgendwie anders.

Mit Wir grenzen wir uns von denen ab, die nicht Wir sind. Und mit hier von denen, die woanders sind. Denn mit Wir hier meinen wir selten alle, weder alle Menschen noch alle Wesen auf dieser Erde.

Mit Wir hier stellen wir Bedingungen. Wir, die wir hier dies und das miteinander erleben, erschaffen, die wir einander auf die eine oder andere Weise nützlich sind, Beziehungen spielen lassen. Und ja, natürlich stellen wir Bedingungen. Bedingungslos? Das wäre ja noch schöner!

In den letzten Tagen ist dieses Wir-gegen-Die beinahe eskaliert. Und ich gebe zu, dass auch ich mich da und dort habe mitreißen lassen. Wir hier im Fediversum gegen die dort auf Twitter. Auch ich habe versucht, Menschen auf Twitter meine neue Heimat Fediversum schmackhaft zu machen und sie vor den bösen Worten derer, die das kleine Feine nicht zu würdigen wissen, zu beschützen. Ich weiß es ja schließlich besser, ich weiß, dass das Fediversum ein guter Ort ist, auch wenn er sich nicht auf Anhieb jeder und jedem erschließt, auch wenn zuerst ein paar Schwellchen überwunden werden müssen. Aber dann, wenn du erstmal dort bist, dann …

Ich habe mir den Mund fuselig geredet, weil ich meine Lieben aus den Fängen des proprietären, alles fressenden Monsters E. M., der Twitter gekauft hat, reißen wollte. Beste Absichten hatte ich, liebe Menschen geradezu vor dem Untergang zu retten. Dennoch schoss ich zuweilen übers Ziel hinaus. Na ja, irgendwann habe ich es zum Glück gemerkt. Und mich erinnert, denn wenn ich im Laufe meines Lebens etwas gelernt habe, dann dass sich niemand gegen seinen Willen retten lässt. Freier Wille und so.

Ich denke dieser Tage viel nach: Was genau suchen wir eigentlich in den Sozialen Medien? Tief innen. Aufmerksamkeit? Sehen und gesehen zu werden? Austausch? Nun ja, wem es um viele Klicks geht, um viel Aufmerksamkeit, um viel Publikum geht, wer seine Posts nach Gesetzen der Nützlichkeit für seine Anliegen publiziert, wird vielleicht tatsächlich im Fediversum nicht glücklich. Im Fediversum läuft nämlich alles ganz ohne Algorithmen streng chronologisch. Die neusten Posts sind ganz zuobert. Posts, die geboostet ­ – heißt: geteilt – werden, bekommen mehr Aufmerksamkeit als jene, die von den Lesenden mit einem Stern versehen werden. Der Stern heißt alles Mögliche. Zum Beispiel Das gucke ich mir später in Ruhe an oder Das berührt mich.

Die Anzahl der Sterne, die ein Post – ein Toot, ein Tröt – erhält, ist ohne Bedeutung. Hier kommt nicht der oder die mit der lautesten Stimme weiter, sondern Menschen, die über Dinge schreiben, die von vielen gelesen, gemocht und geteilt werden.

Ich gestehe, dass ich trotz bester Absichten erst beim dritten Anlauf ‚warm‘ mit Mastodon geworden bin. Angemeldet habe ich mich dort bereits vor über vier Jahren. An den Anlass des Massenexodus von Twitter zu Alternativen erinnere ich mich nur noch vage, doch ich wollte bereits damals Twitter verlassen. Auf Ello und Mastodon fand ich einen Zweit- und Drittwohnsitz. Damals konzentrierte ich mich mehr auf Ello als auf Mastodon, weil die Menschen, die ich dort fand, damals mehr zu mir passten. Auf Ello fand ich eine eher künstlerische, sprachaffine Blase, während ich auf Mastodon kaum Menschen mit ähnlichen Interessen antraf. Vermutlich, weil ich zu wenig suchte, zu wenig fragte, mich zu wenig einbrachte fand ich auf Mastodon vor allem IT-affine Techniknerds. Bestimmt hat es schon damals dort Menschen gegeben, die über Alltägliches redeten.

Die meisten Menschen, die damals mit mir Twitter verlassen wollten, sind doch wieder zurückgekehrt. Auch ich wurde wieder auf Twitter heimisch, es war wohl neben der Bloggosphäre mein längstes virtuelles Zuhause, zumal ich dort im Laufe der Jahre viele Menschen kennen und schätzen gelernt hatte – auch persönlich. Ich lebte ich einer Blase mit vielen Schnittmengen und Themen und pflege regen Austausch über Sprache, Literatur, Politik und Alltägliches.

Doch allmählich veränderte sich der Wind. Vor oder während der ersten Pandemiejahre wurde der Ton immer harscher. Ich schrieb immer weniger Persönliches, teilte dafür immer mehr Infos zu diesem oder jenem Thema. Fast unmerklich geschah das. Meine Timeline zu lesen überforderte mich längst, irgendwann hatte ich ein paar wenige Lieblingsleute in eine Liste gepackt und las Twitter nur noch innerhalb dieser Liste.

Im Frühling, als sich E. M. überlegte, Twitter zu kaufen, beschloss ich, meinen vier Jahra alten Mastodon-Zweitwohnsitz als Hauptwohnsitz zu reanimieren und Twitter zum Zweitwohnsitz zu machen. Nicht, weil es gerade alle taten und das chic war, sondern weil ich dringend etwas anderes brauchte.

Ich sehnte mich nach einem Ort, wo miteinander nicht aneinander vorbei gesprochen wurde. Nicht nur debattiert, diskutiert, geschrieen, sondern geredet, einander zugehört. Ich sehnte mich nach einem Netzwerk, nach Reden ohne Goldwaage, mit Respekt. Und mit Humor. Nach mehr Netzwerk und weniger Medium sehnte ich mich. Dass mir – von Anfang an schon – der Open Source-Gedanke hinter dem Fediversum gefiel und noch immer gefällt, muss ich wohl nicht extra erwähnen? Ich arbeite ja schon seit vielen Jahren gern mit Linux (Ubuntu) und seinen vielen Open Source-Programmen und möchte nicht mehr tauschen.

Also versuchte ich vor einem halben Jahr, mich auf Mastodon einzurichten. Technisch war bald alles klar, doch inhaltlich war ich die erste Zeit überfordert. Wem sollte ich bloß folgen? Jene, die ich vor vier Jahren abonniert hatte, waren größtenteils gar nicht mehr da. In meiner noch verbliebenen Timeline wurde hauptsächlich nerdisch gesprochen oder dann waren es Leute, die sich untereinander schon so gut kannten, dass ich mich da unmöglich einfädeln und reingrätschen konnte und wollte. Don‘t stopp a running system. Heute weiß ich: Doch, das hätte ich gedurft.

Es war eine Zeit der Unsicherheit. Ich fühlte mich so unendlich neu hier, einsam, unsichtbar. Doofe Pausenhofgefühle. Bis ich irgendwann begann, Fragen zu stellen. Und da und dort auf Posts zu reagieren. Manchmal kam etwas zurück und ich begann jenen zu folgen, deren Posts mich ansprachen. So wuchs meine Timeline und schließlich fand ich nach und nach über Hashtags (mit Themen wie Bücher, Lesen, vegan etc.) Menschen, die ich gern las und mit denen ich je länger je mehr ins Gespräch kam. Über Alltägliches ebenso wie über zutiefst Existentielles. Was ich ganz besonders mag an Mastodon: Mitten in einem Gespräch, das immer persönlicher wird, kann ich bei jedem meiner Posts entscheiden, ob es für andere oder nur für Folgende, womöglich sogar nur für die Person, mit der ich gerade spreche, sichtbar ist.

Nein, es war wirklich keine einfache Zeit. Phasenweise fühlte ich ich überhaupt nicht mehr irgendwo zugehörig. Dort nicht mehr, hier noch nicht. Aber ich wollte es. Ich wollte wirklich Teil dieses Netzwerks werden. Ich sehnte mich danach, außer meiner analogen Welt, wieder einen Ort des Austauschens zu haben, einen virtuelle Raum, wo immer jemand zum Schwatzen, Trauern oder Lachen aufgelegt ist.

Allmählich stelle ich fest, dass mein Selbstschutzpanzer, den ich mir auf Twitter zugelegt hatte, nicht mehr so dick ist, dass ich wieder weicher und vertrauensbereiter geworden bin. Ich erholte mich von den Blessuren und begann mich wieder menschlich unter Menschen zu fühlen (jaja, ich übertreibe hier ein wenig). Vielleicht darum ertrage ich Twitter je länger je schlechter. Ich ging bis vor kurzem immer nur schnell gucken, was meine Lieblingstwitternden schrieben, teilte ab und zu etwas, das mir wichtig war und gut. Kaum mehr persönliche Posts.

Im Mai habe ich innerhalb von Mastodon die Instanz gewechselt und bin nun auf einem Server, dessen Inhaber ich persönlich kenne. Das ist ein gutes Gefühl. Theoretisch hätte ich meine ganzen Follower mitnehmen können, doch ich beschloss, dort bei Null anzufangen. Natürlich bin ich manchen wieder gefolgt, doch es war dennoch ein Neuanfang, denn alle, die mir folgen wollten, mussten mich neu abonnieren. Bei Twitter wusste ich schon gar nicht mehr, wem ich warum gefolgt bin und wer mir warum. Schon wieder dieses Nützlichkeitsdenken!

Heute abonniere ich Menschen unter dem Kriterium, wer mir gut tut. Mit wem kann ich gut? Die ist mir sympathisch. Der hat einen guten Humor.

Ich gestehe mir ein, dass das hier eine Art Fluchtort ist. Hier will ich nicht in erster Linie – shameonme – über Schrecken, Krieg und Katastrophen lesen. Obwohl diese Themen hier auch vorkommen, natürlich, doch hier kann ich besser dosieren, da heikle Themen idealerweise mit einem CW (Content warning) und heikle Bilder mit einer NSFM-Marker versehen werden – wer trotzdem lesen und gucken will, kann die Texte und Bilder durch Draufklick öffnen. Wir nehmen Rücksicht auf anderem, denn wir dürfen uns schützen. Doomscrolling nützt niemandem und mitfühlen können wir auch dann, wenn wir nicht ständig über Katastrophen lesen.

Seit Twitter verkauft worden ist, ist es für mich übrigens auch eine politische Haltung und ich bin soo kurz davor, meinen Twitteraccount zu löschen. Ich entscheide selbst, wo und wie ich mich vernetze.

Wir brauchen Orte, wo wir aufatmen, wo wir Quatsch machen und lachen können. Und philosophieren. Reden miteinander. Und diesen Ort habe ich auf Mastodon gefunden. Ich teile ihn gern und wünsche mir, dass ihn andere ebenfalls finden können. Wir alle brauchen solche Orte. Je länger je mehr.

Altlasten

Es hatte sich einiges angesammelt, und ich meine das sowohl metaphorisch als auch materiell, also beluden wir das Autochen und fuhren an jenem symbolträchtigen Tag, da wir beide wieder covid-negativ waren, zur Mülldeponie.

Die große Halle wird rege frequentiert, wann immer ich dort vorbeigehe. Meistens bringe ich nur Altglas und den ‚gelben Sack‘ vorbei, denn wir haben bei uns im Dorf keine eigene ‚Gelber-Sack‘-Sammelstelle. Da ich  meine Sackrolle habe ich hier gekauft habe, bringe ich auch meine vollen ‚gelben Säcke‘ hierher. Besser fände ich es natürlich, wenn die gelben – na ja, eigentlich ja durchsichtigen – Säcke wie der Restmüll von den Gemeinden abgeholt würde, vermutlich würden mehr Menschen ihren sogenannten Hauskehricht trennen.*

In meinem Autochen versammelten sich neulich also

  • 1 uralter Laptop (ohne Festplatte)
  • 1 kaputtes Waffeleisen (unreparierbar leider)
  • 2 angeschlagene Teekrüge aus meinen Zwanzigern, die mir beim Putzen in die Hände gefallen sind
  • Verpackungsstyropor
  • 1 paar Meter alte Kabel und Ladegeräte, für Geräte und Anschlüsse, die es nicht mehr gibt
  • Pet-Flaschen (nein, kein Pfand in der Schweiz)
  • Glasflaschen (nein, kein Pfand in der Schweiz)
  • 3 Bierdosen (nein, kein Pfand in der Schweiz)
  • 1 Kartonkiste voll, plus ein Bündel Altkarton
  • 1 Bündel Altpapier (Karton und Papier wird normalerweise innerhalb der Gemeinden abgeholt, allerdings sehr selten, und ganz oft genau dann, wenn ich beim Liebsten iin Deutschland bin)

Das Glas ist schnell in die Container vor der großen Halle geworfen. Zuweilen liebe ich es ja, etwas kaputtmachen zu dürfen, ohne dass ich danach aufräumen muss. Glascontainer sind darum eine sehr tolle Erfindung.

Für die anderen Dinge brauche ich teils ein bisschen Beratung. Papier, Alu und Karton sind groß angeschrieben, doch den großen Sack für das Styropor – hierzulande Sagex genannt – sehe ich nicht auf Anhieb. Außerdem kostet das etwas.

Die Elektrogeräte und die Kabel sind kostenlos entsorgbar, da in der Schweiz beim Kauf eines Elektrogerätes eine vorgezogene Entsorgungsgebühr bereits im Preis inbegriffen ist. Ich stehe eine ganze Weile mit offfenem Mund staunend vor der gr0ßen offenen Kiste herum, in der nun auch mein alter Laptop und das alte Waffeleisen zu liegen gekommen sind. Ich flüstere ein leises Ciao. All die anderen Geräte, die da liegen: was sie wohl alles erlebt worden haben? Wer sich wohl damals – und wie sehr! –, über sie gefreut hat, als sie neu waren? Und welche Geschichten ich meinem alten Laptop in seinen Blütenzeiten wohl alles so anvertraut habe?

Und die Teekrüge, beide uralt und zerdeppert, beide schon viel zu lange nur noch im Schrank, weil ich so eine sentimentale Socke bin. Auch hier tut das Zerdeppern irgendwie gut. Etwas Altes loslassen, etwas Vergangenes abschließen.

Mit jedem Ding, das ich in einen der vorgesehen Behälter werfe, fühle ich mich ein bisschen leichter. Genau einen Franken und fünf Rappen muss ich am Schluss dafür zahlen, dass sich andere um meine Altlsten kümmern.

Und das tue ich gern.


*Für meine nicht-schweizerichen Leser*innen: In der Schweiz ist der ‚gelbe Sack‘ respektive die ‚gelbe Tonne‘ (recylingbarer Kunststoffmüll) noch wenig bekannt, dabei lässt sich damit richtig Geld sparen. Der Liter Recycling-Abfall kostet deutlich weniger als der Liter Rest-Müll. Was ich gut und motivierend finde. Trennen tu ich den Müll aber vor allem aus ökologischen Gründen.

Zum Beispiel:
60 Liter Hauskehricht kostet pro Sack: CHF 3.00
60 Liter Kunststoffmüll kostet pro Sack CHF 2.20

Jahrestag

Heute vor dreizehn Jahren habe ich mein erstes WordPress-Blog gestartet, das Vorvorgänger-Blog dieses Blogs hier. Die ersten paar Texte hatte ich dem Weblog, das ich davor – seit 2004 – geführt hatte, entnommen, auf dass in diesem neuen Blog nicht so viel Leere sei. Denn, ja, so ein leeres Blog hat durchaus etwas Forderndes, etwas Furchteinflößendes.

Ich erinnere mich noch genau an die Gefühle dieses Neuanfangs damals, als ich das neue Blogland zu bewohnen und zu betexten begann. Und mit welcher Leidenschaft ich die ersten Texte geschrieben habe. Lustvoll. Ohne zu überlegen, ob das, was ich schrieb, gefiel. Ich hatte ja eh kaum Follower.

Ausschlagend für den Umzug war gewesen, dass ich durchs Novemberschreiben und die Schreibsszene Schweiz ein paar Blogs zu lesen begonnen hatte. Dank dieser ersten Blogs hatte ich dank deren Blogrolls weitere Blogs entdeckt und auch diese zu lesen begonnen. Eins davon gefiel mir besonders gut. Es gehörte einem deutschen Künstler, mit dem ich irgendwie und irgendwann in jenem Frühling eine Art Brieffreundschaft begonnen hatte. (Die Fortsetzung davon ist Geschichte.)

Wieso also nicht auch selbst vom alten, handgestrickten Weblog in ein neues, leichter zu bedienendes WordPress-Blog umziehen, denn neugierig auf die Software war ich schon lange.

Ich habe es nie bereut. Obwohl das Schreiben nicht mehr diese früher erlebte Leichtigkeit hat. Dennoch: Was in diesen dreizehn Jahren Bloggerei alles entstanden ist, macht mich unendlich dankbar. Aus Gedanken und Texten sind unzählige Kooperationen gewachsen, Projekte, winzige, kleine und große. Aus Kommentarsträngen sind Beziehungen geworden, kürzer- und längerfristige. Und Freundschaften sind gewachsen, die nun schon viele Jahre andauern.

Ja, das Blog ist ein wilder Garten. Eine Metapher, die ausgerechnet heute auch der liebe Herr Irgendlink in seinem Blog erwähnt.

Was sich alles verändert hat hinter den Kulissen, ist ja auch nicht nichts. Dass ich im Laufe der Jahre sogar WordPress-Kurse geben und WordPress-Seiten für Kundinnen und Kunden erstellen würde, hätte ich damals, trotz all der technischen Affinität, die ich damals schon hatte, auch nicht gedacht.

Und wie sich die Welt verändert hat. Und Social Media. Was sage ich da? Die ganzen Möglichkeiten des Sich-Vernetzens und der Kommunikation haben sich verändert. Grenzenlos. Größer. Weiter.

Vielleicht darum zieht es mich zurück zu den Anfängen. Zurück zum einfachen, zum ambitonslosen Drauflos-Schreiben.

Ich überlege sogar, ob ich die Kommetare – wie früher – wieder öffnen soll. Obwohl ich mich gut daran erinnere, warum ich sie zugemacht habe. Akribisch hatte ich das Bearbeiten von Kommentaren früher gepflegt, zeitaufwändig war das gewesen. Dennoch: es ist einen Versuch wert.

Happy Blogbirthday und auf einen neuen Anfang!

Metapheröses

Ich mag ja Metaphern aller Art. Technisches und Alltägliches ganz besonders.

Heute Nacht lief ein längst überfällige Update auf dem weniger gebrauchten Teil meines Rechners. Nnennen wir das Kind doch beim Namen: auf Windows. Viele Stunden hat der Rechner dafür geschuftet, denn es muss irgendwann im November gewesen sein, als ich das Betriebssystem das letzte Mal benutzt hatte. Warum ich es noch immer auf dem Rechner habe, weiß ich nicht mehr so genau*. Jedenfalls gabe es viel upzudaten, sehr sehr viel.

Als ich mich heute Morgen an den Rechner gesetzt hatte, war endlich alles wieder so, wie es sollte. Alles lief rund (na ja, außer dass sich alle Browser nicht mit dem Internet verbinden konnten, obwohl das Internet lief, aber da es mir ja nur ums Updaten gegangen ist, war das ja egal).

Wie gerne ich mir selbst doch auch ab und zu so ein Update verpassen würde?, blitzt es in meine Gedanken.

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Ich dualboote also. Wenn ich den Rechner einschalte, entscheide ich in den ersten Sekunden, welches Betriebssystem ich starten möchte. Kurz gesagt führt mein Rechner also ein Doppelleben. Meistens halten wir beide uns im Ubuntu-Universum auf, wo ich mich wohl und heimisch fühle; und so sicher, wie es eben irgendwie auf dieser Welt geht.

Doppelleben führe ich selbst auch irgendwie, oder gar Mehrfachleben. So füttere ich zum Beispiel zwei (oder mehr) Blogs und zwei Kurznachrichten-Dienste.

Ja, ich gestehe es. Ich habe noch ein Blog mehr. Ein weiteres Text-Blog. Ich will wieder ins fiktive Schreiben gelangen. Etwas, das mir früher so wichtig war, mir aber in den letzten Jahren mehr und mehr abhanden gekommen ist. Möglicherweise hilft es mir ja, wenn ich mich in einem neuen Gefäß ausschließlich auf kleine fiktive Texte konzentriere? Vielleicht wird sogar eines Tages etwas Ganzes daraus, denn ich habe in meinem großen Vorrat an fiktiven Texten gelesen und versuche, den roten Faden zu finden, für den es sich zu schreiben lohnt.

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Ich bin dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die wunderbare, tolle, wichtige, nahrhafte Texte schreiben. In solchen Texten finde ich immer wieder für mich so wichtige Erkenntnisse.

Nun stelle ich mir vor, wie die tollen Erkenntnisse eines anderen Menschen durch das Aufgeschriebenwerden konzentriert und komprimiert werden – verzippt sozusagen – und wie ich dann, während ich den Text lese, diese Erkenntnisse, diess ZIP, dieses Konzentrat, in meiner inneren Festplatte entpacke, öffne, installiere, mir zu eigen mache.

Sagte ich schon, dass ich Metaphern mag?



*Früher war es wegen Word gewesen, doch inzwischen sind meine Open-Source-Schreibprogramme Word längst ebenbürtig, zumal ich davon nur eine uralte Version habe, die heute längst überholt ist.
Auch wegen iTunes, also zur Datensicherung meines iPhones, brauche ich es im Grunde auch nicht mehr, denn iTunes gibt es eh bald nicht mehr. Außerdem sichere ich ja meine Bilder regelmäßig. Alle anderen Daten auf dem Handy gibt es noch anderswo auf meinem Rechner.

Er radelt wieder

Er radelt sogar schon fast eine von geplanten knapp drei Wochen. Von Herrn Irgendlink ist die Rede. Seine Fernrad-Reiseblog-Projekte waren vor der Pandemie geradezu legendär. Mitreisen konnten alle, die Lust auf velosophische Radabenteuer zwischen Nordkap, Gibraltar, Bodens- und Nordsee und um das eine oder andere Bundesland hatten. Lesend konnten wir ihn begleiten – im Blog und auf Twitter. Und dann kam die Pandemie.

Vor dem Lockdown hatte er geplant, ein drittes Mal innerhalb von zwanzig Jahren, nach Andorra zu radeln, um herauszufinden, wie sich das Land und der Weg verändert haben. Doch dann kam ihm der Lockdown dazwischen. Diesem jedoch verdanken wir zwei fiktive Reisebücher, die sich lesen, als wäre der Reisekünstler höchstpersönlich unterwegs.

Sehr sehr lesenswert:
1. Zweibrücken-Andorra, die Dritte.
2. Radlantix

Die pandemische Lage lässt es inzwischen wieder zu, dass er das im Sommer 2019 wegen Starkregen und Überschwemmungen abgebrochene Reiseprojekt #Umsland/Bayern weiterführen kann.

Kommt alle. Reist alle mit.

Reiserad geleht an rote Metallbank auf Brücke, vor Fluss und Bergen im Hintergrund, darüber Blauhimmel

Hier gehts zum verbloggten E-Book der 2018 und 2019 erradelten Streckentexte.

In seinem täglichen Blog servieren wir euch wieder Texte und Bilder in gewohnter Manier. Ich bin erneut als Homebase an Bord und füttere euch mit Kartenlinks und kleinen abendlichen Zusammenfassungen.

Ich stelle fest, dass mir dieses Mitreisen sehr gut tut. Ein wenig Altes im Neuen, ein Stück Heile Welt, ein bisschen Frieden im Alltag, der von Krisen geprägt ist.

Vom Sich-Irren

Verstehen ist wirklich nicht immer einfach und missverstanden und missinterpretiert ist schnell. Dass also der Arzt der Kollegin der Frau vorm Kiosk wirklich gesagt haben soll, Maskentragen mache krank, glaube ich zum Beispiel nicht wirklich. Dass Maskentragen krank machen soll, glaube ich ebensowenig wie dass der Arzt es so gesagt und so gemeint hat. Eher glaube ich, dass der Arzt der Kollegin der Frau vorm Kiosk einen kausalen Zusammenhang zwischen der aktuell steigenden Zahl von Erkältungsinfekten und der Abschaffung der Schutzmasken sieht. Möglicherweise hat er sogar gesagt, dass uns die Masken verwöhnt und unser Immunsystem in den Pause-Modus versetzt haben, weshalb nun die Abwehrkräfte noch schlafen. So irgendwie stelle ich es mir vor.

Aber die Frau vorm Kiosk beharrt weiter darauf, dass Masken krank machen. Ich trete immer wieder einen Schritt zurück, da ich Abstand halten will, doch sie rückt nach.

Sie hat mit der Frau hinter der Kioskscheibe geschwatzt, als wir um die Ecke biegen, weil der Liebste Guthaben für seine Schweizer Handy-SIM-Karte kaufen will. Die Frau vorm Kiosk macht Irgendlink Platz und sagt zu ihm, er brauche keine Maske aufzuziehen. Dieser nickt ihr freundlich zu und behält seinen Covid-Schutz trotzdem vorsorglich auf. Zumal er ja noch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob er sich auf der Zugreise* infiziert hat. Er schützt also nicht nur sich, sondern auch andere.

Die Frau stellt sich daraufhin neben mich, die ich in sicherem Abstand zum Kiosk wartend keine Maske trage und erzählt mir von ihrer ärztlich abgesegneten Theorie, dass Masken krank machen. Weil es doch der Herr Doktor ihrer Kollegin, die im Migros an der Kasse arbeitet, so gesagt hat. Gesagt haben soll. Ich rolle innerlich mit den Augen und erkläre, dass sie da vermutlich etwas falsch interpretiert haben könnte und natürlich finden wir keinen gemeinsamen Nenner; und sie beharrt darauf, dass der Arzt es wirklich genau so gesagt hat. Masken machen krank, das hat er gesagt.

Ich weiß, dass ich mich nicht auf solche sinnlosen Diskussionen einlassen sollte. Es bringt nichts. Die Frau sagt nun, dass sie Covid eh schon gehabt habe. Und dass es nicht so schlimm sei, wie alle behaupten.

(Wieder einmal fällt mir auf, dass jede*r Coviderkrankte von sich auf alle schließt: War es eine leichte Erkrankung ohne Nachhall, ist Covid generell harmlos und wird maßlos übertrieben. Nur wenn die Erkrankung schlimm war, wird Covid ernst genommen. Die Harmlos-Variante ist zum Glück die häufigere, aber daraus zu schließen … ach, ihr wisst das alle selbst.)

Ich sage zur Frau vorm Kiosk, dass sich auch ein Arzt irren kann. Falls er es denn wirklich so gesagt und so gemeint haben sollte.

Zum Glück kommt Irgendlink nun und wir verabschieden uns von der Frau vorm Kiosk, die mir immerhin darin recht gibt als dass sich alle mal irren können. Wobei sie mich meint. Und ich sie.

Und damit ist eigentlich die aktuelle Lage der Welt ziemlich gut erklärt.

 


*siehe letzten Artikel. Inzwischen sagt ein negativer Test, dass sich Irgendlinks Maskentragerei im Zug wohl gelohnt hat.

Absurde Welt

Gestern Vormittag erhalte ich bei der Arbeit die Nachricht einer Vorstandfrau. Wir waren uns letzten Samstag begegnet, da sie von mir ein Bild für unsere Buchkolumne machen wollte. Für ein paar Minuten hatte ich mir dafür die Maske vom Gesicht genommen. Die Maske, die ich noch immer, als Einzige, trage. Selbst die meisten unserer Kund*innen verzichten größtenteils auf diesen Schutz, den unsere ach so kompetente Regierung inzwischen ja für überflüssig erklärt hat. Ein paar Minuten nur hatte ich sie nicht auf, nur während des Fotografiertwerdens und während wir uns übers Handy gebeugt die Bilder anschauen.

Gestern Vormittag also entschuldigt sie sich per Chat dafür, noch nicht zum Bildversand gekommen zu sein, da sie Covid habe. Aha. Gut, dass ich das auch noch erfahre. Ob sie denn den Code schon in die App eingefügt habe, fragte ich zurück, damit alle Betroffenen informiert werden und sich testen lassen können. Nein, schreibt sie zurück, sie habe die App letzte Woche gelöscht.

Ich rolle mit den Augen und tausche mich mit der Arbeitskollegin aus, wie ich nun offiziell an einen PCR-Test kommen könnte, so ohne rote Warnung in meiner Warnapp. Symptome zu haben könnte reichen, meint sie. Das habe jedenfalls bei ihr gereicht. Doch sind meine aktuellen und akuten Symptome – laufende Nase, rauer Hals, dumpfer Kopf – denn Zeichen eines erneuten Allergie- respektive Unverträglichkeitsschubs, eine banale Erkältung vielleicht sogar oder tatsächlich Covid? Und vor allem: Wie mache ich das denn jetzt mit dem Liebsten, der genau jetzt im Zug zu mir sitzt und zu den besonders schützenswerten da vorerkrankten Menschen gehört?

Ich benachrichtige ihn, damit er gewarnt ist, wenn ich ihn vorerst nur mit Maske begrüßen werde. Doch zum Glück hat er die neu bestellten Tests im Gepäck, die angeblich Omicron zuverlässig anzeigen sollen.

Ich werde leicht panisch. zugegeben. Nicht nur davor, selbst Covid zu bekommen, sondern auch und vor allem davor, andere Menschen anzustecken; das ist im Grunde seit Pandemiebeginn meine größte Angst. Und ja, ehrlich gesagt  rege mich auch über die Vorständin auf, die vermutlich kaum jemanden über ihre Coviderkrankung informiert hat. Und dass sie die App gelöscht hat. Sie schreibt, ihre Familie sei putzmunter, die – so erfahre ich von der Kollegin – allerdings schon Covid gehabt hat. Ich finde das fahrläßig.

Später hole ich Irgendlink am Bahnhof ab. Wir setzen uns in den Park zwischen Bahnhof und Zuhause und packen die Tests aus. Mein Test ist hoffentlich zuverlässig und zeigt ein negatives Ergebnis an. Ich glaube es ihm jetzt einfach mal.

Negativer Covid-Test auf weißem Hintergrund

Am Abend, als wir es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht haben, blinkt auf einmal auf Irgendlinks Handy eine rote Nachricht auf. Die berüchtige rote Kachel der Covidwarnapp, die einen gleichentags gehabten Kontakt als inzwischen ‘positiv‘ erklärt. Ein*e Mitfahrer*in im Zug hat vermutlich am Abend den Code bekommen und in die App eingefügt. Oder so. (Apropos Fahrläßigkeit: Ich frage mich, wie jemand, der möglicherweise positiv ist und auf sein Testergebnis wartet, noch munter im Zug herumfährt – wenn auch mit Maske*.) Zum Glück hat Irgendlink über seiner FFP2-Maske noch den Urbandoo getragen.

Beide haben wir nun also – wenn auch mehrheitlich mit Maske – einen nahen Kontakt zu jemandem gehabt, der aktuell nachweislich Covid hat. Da auch Irgendlink sich seit Tagen schlapp fühlt und zuweilen die Nase läuft, sind wir beide alarmiert.  Er hatte außerdem am Montag eine möglicherweise riskante Begegnung gehabt. Was also tun? Ob wir uns für einen PCR-Test melden sollten oder abwarten und in zwei Tagen weitere Selbsttests machen? Es ist alles so unklar.

Und ja, ich fand und finde ja den in der Schweiz beschlossenen Maskenverzicht verfrüht. Menschen mit Vorerkrankungen, alte Menschen, Risikopatient*innen sind auf sich selbst gestellt. Dieser fahrläßige Umgang unserer Regierung mit der aktuellen pandemischen Lage ist unverantwortlich und gefährlich.

Passt gut auf euch auf!

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*Später erfahre ich, dass in D auch positive Schnelltests in die App eingefügt werden können, je nach Test-Center.

Warum ich nichts über den Krieg schreibe

Seit Tagen überlege ich, wie ich hier weiterbloggen soll. Und ob überhaupt. Jetzt. Hier. In dieser verrückten Zeit.

Ich lese da und dort. Aktuell am liebsten,  wie so oft, bei Herrn Buddenbohm. Seine Wortmeldungen und Linksammlungen bündeln so ziemlich, was auch ich gelesen, gedacht, gefühlt habe.

Von ihm habe ich denn auch den Link zu einem Artikel, der mir sehr aus der Seele spricht. Von einem, der sich, wie ich gefragt hat, was er denn über all das schreiben soll, was gerade in Europa geschieht. Wo wir doch letztlich keine Ahnung haben.

Ich zitiere also Herrn Jawls aka Christian Fischer:

»Ich weiß nicht, wie wahr das ist, was ich als Kind über „die Russen“ lernte, ich weiß nicht, welchen Berichten ich glauben konnte in den vergangenen 20 Jahren und welchen nicht, wann es in all den Jahren um Politik ging und wann um Menschen und wann um „ökonomische Interessen“ – was ja nur ein besser klingendes Wort für Geld oder Gier ist.
Und vor allem weiß ich nicht, wem ich jetzt in diesem Moment glauben kann. Krieg ist – aber das wissen Sie natürlich – neben allem, was man sich darunter vorstellt, vor allem der Kampf um die Herrschaft über die Narrative.

Und ich habe keine Ahnung. Und ich möchte nicht Teil einer Desinformation sein.

Darf ich Sie um etwas bitten? Halten Sie es genau so. Das Web ist nur dann ein guter Platz, wenn wir es dazu machen.«

Quelle: hmbl.blog/28-2-2028-nun-sag-doch-etwas

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Derweil denken der Liebste und ich über eine weitere Flus-Fernwanderung durch die Schweiz nach. Ohne zu wissen, was im Sommer sein wird. Keine Ahnung, wie die Welt dann tickt.

Das eine schier unvereinbar mit dem anderen.

Zwei Realitäten.

Viele Realitäten.

Alles gleichzeitig.

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Ukrainische Flagge mit dem Satz Stand with Ukraine in weißer Schrift, im gelben Feld eine Fotografie eines Plakats mit dem gleichen Satz

Von diesem Bild gibt es hier ein Puzzle
bitte gern in Form einer kleinen konzentrierten Friedensmeditation zu lösen.

Spielen? Ein Update

Inzwischen spiele ich ja statt Zeitung zu lesen. Das tut mir deutlich besser.
Spielen ist eine unterschätzte Kulturtechnik, wenn ihr mich fragt.

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Dank eines Kommentars im letzten Blogartikel bin ich auf ein tolles Spielparadies für Rechner und Handy (App) gestoßen:

Vorteile
kostenlos & trotzdem werbefrei, abwechslungsreich & vielseitig, Spaß, keine Geräusche, kein Schnickschnack, puristisch

Nachteile
englisch, nicht immer selbsterklärend, wenn man die Spiel-Vorlagen nicht kennt, Farben ein bisschen schrill, nicht super ästhetisch, ziemlich nerdy

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Im Wordle- & Nerdle-Universum habe ich weitere Funde gemacht:

>>> Hier gibt es ein Rätsel von mir für euch <<<

>>> Hier gibt es ein 10-stelliges Rätsel von mir für euch <<<

UPDATE (2.3.22)
Für Mathe-Liebhaber*innen gibt es das ultimative Mathe-Knobelrätsel namens

  • Mathler in den Versionen easy, normal und hard

Für Wordle-Liebhaber*innen gibt es eine Steigerung von täglich zwei oder vier miteinander verbundenen Rätseln, die nacheinander gelöst werden sollen

  • Dordle (zwei Rätsel, englisch, wahlweise daily und free)
  • Quordle (vier Rätsel, englisch, wahlweise daily und free)

UPDATE (4.3.22)
Und weiter geht’s …

  • Octordle (acht Rätsel, englisch, wahlweise daily und free, von den Machern von Dordle und Quordle)

Viel Spaß beim Knobeln!


Lösungshilfen (eine Auswahl)

Für englische Wordles

Wordle Solver 1
Wordle Helper  (Suggestion and Solver Tool from Gamer Journalist)
Wordle Solver 2
Wordle Answer Finder & Word Finder
Wordle Solver 3 (mein Favorit)
Wordhippo_Word-finder-unscrambler
Crosswordsolver_Wordle (Update 14.5.)

Für deutsche Wordles

Kreuzworträtsel Lückentextsuche
l▷RÄTSEL LÖSEN – 5-9 Buchstaben
Kreuzworträtsellexikon-Hilfe
10014 Fragen | Kreuzworträtsel-Hilfe

Sie will ja nur spielen

Nach Wordle** nun also Nerdlegame. Ein Spiel so verrückt wie sein Name. Oder eigentlich so simpel wie kleine Gleichungen mit den vier Grundrechnenarten auf Viert- oder Fünftklassniveau. Es braucht dazu eigentlich nur Lust, einem Rätsel auf den Grund zu gehen. Und nein, ich glaube, davon gibt es (noch) keine App. Es wird am Rechner oder auf dem Handy direkt im Browser – oder natürlich auch analog – gespielt.

Am Anfang hilft eine Portion Glück, danach fängt der knifflige Teil an. Wie im richtigen Leben.

Ich gebe eine kleine sechs*- oder achtstellige* Gleichung ein und das Nerdle-Programm meldet mir zurück, wie zutreffend ich geraten und gerechnet habe: türkisgrün heißt, die richtige Zahl oder das richtige Zeichen ist gefunden und an die richtige Position gebracht. Violett heißt, dass die Zahl oder das Zeichen tatsächlich in der Gleichung vorkommt, aber an der falschen Position ist. Schwarz heißt: falsche Zahl, falsches Zeichen – jedenfalls auf diese eine zu erratende Gleichung bezogen.

Nun kommen wir zum sofasophischen Teil meiner kleinen Metaphorik. Falsche Zahlen gibt es nämlich nicht, nicht wirklich, einzig kommen eben nicht oder selten alle Zahlen in jeder Gleichung vor.

Heute Morgen hatte ich eine wahrhaft schwierige Aufgabe. Dachte ich. Sie stellte sich allerdings, wie oft im Nachhinein, als sehr einfach heraus. (Nicht die oben einfügte Gleichung übrigens. Die ist schon ein paar Tage alt.) Na ja. Einfach und schwierig sind relativ. Die Wahrnehmung hängt oft von der Perspektive ab. Heute hatte ich zuerst in die falsche Richtung gedacht und viel zu weit gesucht. Was ich 1:1 auf mein Leben übersetzen kann.

Gestern spielte ich das Spiel als Analogversion per Chat mit einer lieben Freundin und deren Tochter. Mit Farbcodes wie beim Original als Rückmeldung.

Die von mir gestellte Aufgabe war allerding wirklich so fies  – mit Schnaps- und dreifach vorkommenden Zahlen –, dass die beiden sie nicht lösen konnten. Kein Wunder. Ich hätte sie auch nicht geschafft.

Und schon wieder etwas, das sich auf unser Alltagsleben übertragen lässt: Wir können nicht alles mitdenken. Es gibt fast immer viele Möglichkeiten, Probleme zu lösen, mehr als uns spontan in den Sinn kommt. Aber oft fallen uns die naheliegendsten und verträglichsten erst gar nicht ein.

(Möglicherweise ließe sich das jetzt sogar auf die ganz großen Probleme unserer Zeit übersetzen.)

Spielen hilft mir gerade sehr dabei, Abstand zum nicht sehr lustigen Alltag zu bekommen. Mich für kurze Zeit auf andere Dinge zu konzentrieren. Zahlen ordnen offenbar mein Hirn.

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Ich mache mal wieder die Kommentare auf, damit ihr eure Lieblingsspiele vorstellen könnt. Vielleicht dazu schreiben, warum ihr sie mögt. Gerne mit Link.


* In den Einstelllungen kann ich die sechs- oder achtstellige Version wählen.

** Mir bekannte Wordle-Versionen (englisches Original und deutsche Spiele):